Was 40 Billionen Dollar Schulden für Gold bedeuten

Die US-Staatsverschuldung hat die Marke von 40 Billionen Dollar überschritten. Gleichzeitig explodieren die Zinskosten. Was bedeutet das für den Goldpreis?

Freiheitsstatue mit fliegenden US-Dollar-Scheinen und Goldbarren als Symbol für US-Schulden, Geldmenge und Goldpreis
Steigende US-Schulden und eine wachsende Geldmenge treffen auf ein begrenztes Goldangebot. Welche Folgen hat das für den Goldpreis?

40 Billionen Dollar und kein Ende in Sicht

Die Zahl ist kaum noch vorstellbar: Im August 2026 überschritt die amerikanische Staatsverschuldung erstmals 40 Billionen US-Dollar. Am 11. September waren es bereits rund 40,05 Billionen Dollar.

  • Im Jahr 2000 waren es erst 5,6 Billionen Dollar.
  • Ende 2008 standen knapp 10 Billionen Dollar zu Buche,
  • 2011 waren es 14,8 Billionen
  • und 2020 bereits 26,9 Billionen Dollar.

Ergo: In einem Vierteljahrhundert hat sich die US-Staatsverschuldung also mehr als versiebenfacht.

Eine Billion Dollar nur für Zinsen

Und mit den Schulden wachsen die Finanzierungskosten. Im Fiskaljahr 2025 beliefen sich die gesamten Zinsaufwendungen auf die US-Bundesschulden bereits auf rund 1,2 Billionen Dollar. Dabei entfielen allein auf die vom Publikum gehaltenen Staatsschulden Zinsen von etwa einer Billion Dollar. Damit haben sich diese Kosten innerhalb von drei Jahren annähernd verdoppelt.

Enzwicklung der US-Staatsschulden seit 1960
Exponentieller Anstieg: Entwicklung der US-Staatsschulden seit 1960 (Quelle: Federal Reserve Bank of St. Louis)

Schulden und Gold

Der Goldpreis ist seit dem Jahr 2000, von einem damaligen 20-Jahres-Tief, um mehr als das 15-Fache gestiegen. Bedeuten steigende Schulden damit gleichzeitig höhere Goldkurse? 

Der Zusammenhang funktioniert nicht immer. Denn zwischen 2011 und 2015 stiegen die US-Schulden von knapp 15 auf mehr als 18 Billionen Dollar. Gleichzeitig fiel der durchschnittliche Goldpreis aber von 1.573 auf 1.159 Dollar. Auch danach nahmen die Schulden weiter zu, ohne dass Gold unmittelbar folgte. 

Auf eine Billion Dollar neuer Schulden folgte also nicht unmittelbar ein entsprechender Goldpreis-Anstieg. Auch die Geldmenge M2 legte in diesem Zeitraum kräftig zu. Denn im Januar 2020 waren es noch rund 15,4 Billionen Dollar, im Dezember dagegen schon als 19,1 Billionen. Das entspricht einem Plus von rund 25 Prozent innerhalb eines Jahres.

Vergleich der US-Staatsschulden und des Goldpreises von 2000 bis 2026 mit wichtigen Wendepunkten
US-Staatsschulden und Goldpreis sind seit 2000 deutlich gestiegen. Die Entwicklung verlief jedoch nicht parallel und zeigt mehrere markante Wendepunkte.

Dass es sich bei diesem Zeitraum um eine Phase systematischer, nachgewiesener Goldpreis-Manipulationen handelte, sei hier vollständigkeitshalber erwähnt.

Mehr zum Thema: Wie Banken den Goldpreis steuern – Strukturen, Macht, Mechanismen

Schulden- und Geldvermehrung

Aber neue Schulden bedeuten nicht automatisch neues Geld. Denn Staatsschulden und Geldmenge sind nicht dasselbe. Gibt das US-Finanzministerium eine Staatsanleihe aus und kauft ein Anleger diese aus vorhandenen Ersparnissen, so entsteht dadurch zunächst kein zusätzliches Geld.

Anders sieht es aus, wenn das Bankensystem seine Kreditvergabe stark ausweitet oder die Zentralbank in großem Umfang Wertpapiere kauft und dafür neue Zentralbankreserven schafft. Dann kann deutlich mehr Liquidität in das Finanzsystem gelangen.

Denn wächst die nominale Kaufkraft über längere Zeit schneller als das Angebot an Waren und Dienstleistungen, dann steigt der Druck auf die Preise. Allerdings landet nicht jeder neu geschaffene Dollar sofort beim Bäcker oder im Supermarkt. Geld kann zunächst in Aktien, Immobilien oder Anleihen fließen und dort die Preise bewegen, bevor es sich stärker in den Verbraucherpreisen bemerkbar macht.

Mehr dazu: Goldpreis langfristig: Welche Muster sich seit den 1970ern wiederholen

Der Staat braucht niedrige Zinsen

Eines der wesentlichen Probleme unseres Schuldgeldsystems: Mit einem immer größeren Schuldenberg werden höhere Zinsen für den Staat zur Falle. Dabei schlägt ein Zinsanstieg nicht sofort vollständig auf den Haushalt durch. Denn alte niedrig verzinste Anleihen laufen nach und nach aus und werden durch neue Papiere mit höheren Kupons ersetzt.

Auf Dauer entsteht daraus aber ein schwieriger Spagat. Hohe Zinsen helfen bei der Inflationsbekämpfung, machen aber die Schulden immer teurer. Niedrigere Zinsen verschaffen dem Staat Luft, können bei anhaltendem Preisdruck jedoch die Inflation wieder anfachen und die Währung schwächen.

Hohe Schulden können Gold zunächst sogar belasten

Dagegen lässt sich Gold nicht per Regierungsbeschluss oder Zentralbankentscheidung vermehren. Allerdings helfen steigende Staatsschulden dem Goldpreis keineswegs immer. Verlangen Anleger wegen hoher Inflation oder wachsender Defizite höhere Renditen auf US-Staatsanleihen, können steigende Realzinsen und ein stärkerer Dollar Gold zunächst unter Druck setzen.

Genau das war im September 2026 zu beobachten. Obwohl die US-Staatsverschuldung bereits über 40 Billionen Dollar lag, fiel Gold zeitweise wieder in Richtung 4.300 Dollar. Gleichzeitig stieg die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen über 5 Prozent.

Aber damit ist die Geschichte nicht zu Ende. Je höher die Finanzierungskosten steigen, desto größer wird irgendwann der politische Druck, die Zinsen wieder zu senken. Sollte die Notenbank zusätzlich Liquidität bereitstellen oder sogar erneut Staatsanleihen kaufen, kämen wieder jene Faktoren ins Spiel, die Gold schon in früheren Phasen unterstützt haben.

Mehr dazu: Geldpolitik & Zinsen und ihr Einfluss auf den Goldpreis

Die Schulden sind nicht der Goldpreis

Wer nur zwei Kurven nebeneinanderlegt, macht es sich deshalb zu einfach. Im Jahr 2000 lagen die US-Staatsschulden zwar bei rund 5,6 Billionen Dollar und Gold kostete durchschnittlich nur 279 Dollar. Heute sind es mehr als 40 Billionen Dollar Schulden und mehr als 4.000 Dollar für eine Feinunze Gold. Dazwischen gab es aber Jahre, in denen die Schulden stiegen und Gold fiel.

Heute kommt ein weiterer Punkt hinzu. Die USA schreiben enorme Haushaltsdefizite, obwohl sich die Wirtschaft nicht in einer schweren Rezession befindet. Das CBO erwartet für 2026 ein Minus von rund 1,9 Billionen Dollar. Bis 2036 soll die vom Publikum gehaltene Staatsverschuldung von 101 auf 120 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen.

Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, wann die USA ihre 40 Billionen Dollar zurückzahlen. Das ist ohnehin nicht vorgesehen. Sondern: Was sind diese Dollar in zehn oder zwanzig Jahren noch wert?

Bleiben hohe Defizite bestehen und wächst gleichzeitig der Druck, die Finanzierungskosten niedrig zu halten, wird es schwieriger. Dann drohen auf Dauer Inflation, finanzielle Repression oder neue geldpolitische Eingriffe.

Es geht um etwas anderes: um die Frage, wie ein immer größerer Schuldenberg über viele Jahre beherrschbar gehalten werden kann – und welchen Wert der Dollar am Ende dieses Prozesses noch besitzt. Genau darin liegt eines der langfristigen Argumente für Gold.

Mehr dazu: Goldpreis und Inflation: Wie Gold seit Jahrzehnten Kaufkraft erhält

Gold richtig lagern und schützen

Mit Gold durch den Zoll
Gold ins Ausland bringen oder zurückholen? Der Report erklärt die wichtigsten Regeln zur privaten Ein- und Ausfuhr von Gold und Silber.
→ Jetzt ansehen!

Gold vergraben, aber richtig! 
Praxisanleitung für ein nicht ortbares Edelmetall-Depot.
Jetzt in umfangreicher Neuauflage!
→ Jetzt ansehen!

Abonnieren Sie den kostenlosen Goldreporter-Newsletter und erhalten Sie den Spezial-Report "Vermögenssicherung mit Gold" (PDF) kostenlos! Weitere Informationen?

Anzeige

7 Kommentare

  1. Wenn es ohnehin nicht vorgesehen ist, die 40 Billionen zurückzuzahlen (was vollkommen richtig ist und auch nicht realisierbar wäre), warum sollte man sich dann deswegen Sorgen machen? Was nicht heißen soll, dass man nicht vor_sorgen sollte oder es am besten schon vor einigen Jahren getan hat.

    PS: Sorgen müssten sich die Leute machen, die im und mit dem Schuldensystem reich an Papiergeld geworden sind, denn wer zu spät kommt (umtauscht), dem werden diejenigen, die nach eigenem Bekenntnis Gottes Werk verrichten, es auch wieder nehmen können. Denn sie haben es erschaffen, kontrollieren es und können es auch wieder vernichten. Zugleich wissen sie, was dagegen ewig währt. Mr. Greenspan hat es vor seiner langen Amtszeit als Chef der FED unmißverständlich gesagt.

    • @Nivek
      Dass man Schulden nicht zurückzahlen wird, darf nur keiner wissen. Kommt nur der geringste Verdacht auf, dass einer seine Schulden nicht bedienen kann, dreht die Kreditgebende Bank sofort den Geldhahn zu.
      In diesem Fall wären das die Anleger oder Bond Papier Käufer. Die sind weder dumm noch ahnungslos und schon gar nicht die Caritas, Heilsarmee oder das Rote Kreuz.

  2. Nun werden es noch ein paar mehr.
    Warsh hat die Zinsen etwas erhöht. Nicht viel, aber immerhin will er dem Markt signalisieren, dass er etwas gegen die Inflation und den Iran tut.
    Trump ist wie zu erwarten, not amused.
    Und der US Bürger mit den 10 Kreditkarten am Anschlag wohl auch nicht. Und weitere folgen.
    Beim Walmarkt kann man beim Einkauf noch sparen und auf Unnötiges verzichten, wenn es zu teuer ist.
    Bei den Bankkrediten dagegen nicht, deren Zinsen werden abgebucht.

    • @Copa
      Nicht zu vergessen, dass der Geldgeber die Zinsen in Dollarscheinen bekommt und nicht in Euro etwa.
      Und Dollarscheine druckt die FED ganz einfach, weil man sie nicht erarbeiten kann oder will.
      Das wird die Inflation eher beschleunigen als vermindern.
      Und so wird sich der US Konsument wie auch jener hierzulande eben gewöhnen müssen, dass alles teurer wird und dafür mehr arbeiten muss.
      Und genau darauf läufts hinaus. Mehr Arbeit, mehr Stress, längere Arbeit, spätere Rente….
      Und weil das so ist, wird auch Gold und Silber teurer.
      Nicht etwa, weil das Metall selbst soviel wertvoller wird, sondern weil die Produktion und der Vertrieb selbigen sehr viel teurer wird. Wie die Gurken bei Lidl, welche ja dieselbe Gurke wie vor 5 Jahren ist.

  3. Betrachtet man alles über allem, seit etwa 30 Jahren und mehr, seriöser, physischer Goldanlage, kommt man ehrlich zum Schluss, dass die Rendite gut oder weit über 8% liegt.
    Über, es können auch 12% sein, je nach Glück beim Einkauf, was nicht immer der Fall sein musste.
    Ehrlich heisst:
    Kauf der Münze mit Anreisekosten, Lagerungskosten eingerechnet.
    Verkauf der Münze mit einem von GR aufgelisteten durchschnittlichen Ankaufspreisen, samt Anreisekosten.
    Wie gesagt, durchschnittlich.
    Die letzten 2.5 Jahre waren es 28%, aber es gab Jahre auch mit Minus Rendite, also Verlust.
    Doch die Münze blieb immer die gleiche. Der Krügerrand des jeweiligen Jahrganges als Neuware.
    Insofern, wer eine seriöse und absolut sichere Anlage möchte, kommt an Goldmünzen oder Barren nicht vorbei.
    Mit oder ohne FED, Trump, Iran, EZB, Putin, oder neuerdings der AFD und der Brandmauer.
    Ich lege nun mittlerweile seit über 50 Jahren Gold in rein physischer Form und eigener Verwahrung an und weiss sicher, wovon ich spreche.
    Zudem Gold auch eine Waffe ist, zum persönlichen Schutz.
    Hoffentlich braucht man es nie zu solchem Zweck, aber es ist gut, es zu haben.

  4. Zu neinem vorigen post:
    Kaum gibt es Schuldenprobleme kommen die Modeworte wieder ins Gespräch:
    Das eine wäre „Vergesellschaftung“ was nur ein anderes Wort von Enteignung ist. Von denen, die Eigentum mit harter Arbeit erwarben hinzu denen, welche sich im harten Nichtstun übten.
    Bei den Staaten nennt man das Euro Anleihen, also die vergesellschaftung von Schulden.
    Zahlen sollen diejenigen, welche besser gewirtschaftet haben und ihren Bürgern mehr abverlangten an jene, welche sich gerne den schlanken Fuss machten.
    Auch vor all diesem schützt Gold in privatem Besitz. Dieses kann man nicht „vergesellschaften“, höchstens mit Mord und Totschlag und selbst das wäre nicht immer erfolgversprechend.Denn, da wären noch die beiden Muränen, ein paar Haie und etwas salziges Wasser zu überwinden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie Ihren Namen ein

Anzeige

Letzte Beiträge

 

Unsere Spezialreports und Ratgeber sind erhältlich im Goldreporter-Shop!

Anzeige