USA stützen Anleihemarkt – Goldpreis springt über 4.400 Dollar

Die USA verdoppeln ihre Rückkäufe lang laufender Staatsanleihen. Renditen und Dollar fallen, während der Goldpreis auf 4.440 USD steigt.

Freiheitsstatue vor US-Dollar, Staatsanleihe, Renditekurve und Goldbarren
Das US-Finanzministerium weitet seine Anleiherückkäufe aus. Danach sanken die Renditen, während Gold auf 4.440 US-Dollar stieg (Symbolbild, KI-generiert).

Das US-Finanzministerium weitet überraschend seine Rückkäufe lang laufender Staatsanleihen aus. Nach der Ankündigung gingen die Renditen und der US-Dollar zurück. Dagegen stieg der Goldpreis bis Mittwochnachmittag auf 4.440 US-Dollar.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die USA verdoppeln mindestens ihre Rückkäufe von Staatsanleihen mit zehn bis 30 Jahren Laufzeit.
  • Dabei werden die Staatsschulden nicht zwingend reduziert, sondern ältere Papiere gegen neue Schulden ausgetauscht.
  • Der Goldpreis stieg anschließend um mehr als 2 Prozent auf 4.440 US-Dollar pro Unze.

Mehr dazu: Goldpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten

USA erhöhen Anleiherückkäufe

Das US-Finanzministerium reagiert auf den jüngsten Renditeanstieg am Anleihemarkt. Nur zwei Wochen nach Vorlage des Rückkaufplans für das laufende Quartal kündigte die Behörde an, das Volumen bei Staatsanleihen mit Laufzeiten zwischen zehn und 30 Jahren mindestens zu verdoppeln.

Zuvor war die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen auf den höchsten Stand seit 2007 gestiegen. Nach der Ankündigung fiel sie zeitweise um 9 Basispunkte auf 5,19 Prozent. Denn die zusätzlichen Käufe erhöhen die Nachfrage nach den Papieren und stützen deren Kurse.

Das Finanzministerium begründete den Schritt mit der notwendigen Liquiditätsunterstützung in den langen Laufzeitsegmenten. Allerdings dürfte auch der starke Anstieg der Finanzierungskosten eine Rolle gespielt haben.

Werden damit US-Schulden getilgt?

Der Begriff „Anleiherückkauf“ ist missverständlich. Denn Washington baut damit seine Schulden nicht zwingend ab. Bezahlt werden die Käufe zunächst aus dem Kassenbestand des Finanzministeriums. Doch weil der US-Haushalt hohe Defizite aufweist, wird dieser Bestand regelmäßig auch durch neue Kreditaufnahme aufgefüllt.

In der Praxis nimmt das Finanzministerium vor allem ältere, schlechter handelbare Anleihen vom Markt. Gleichzeitig gibt der Staat neue Papiere aus. So werden alte Schuldtitel faktisch gegen neue Schulden ausgetauscht. Die Maßnahme soll den Handel erleichtern und größere Verwerfungen am Anleihemarkt verhindern.

Es handelt sich auch nicht um ein neues Anleihekaufprogramm der US-Notenbank. Die Federal Reserve kann Wertpapiere mit neu geschaffenem Zentralbankgeld erwerben. Dagegen betreibt das Finanzministerium mit den Rückkäufen formell Schulden- und Liquiditätsmanagement.

US-Staatsschulden erreichen fast 40 Billionen Dollar

Die Dimension des Problems wächst. Nach Angaben des US-Finanzministeriums beliefen sich die gesamten amerikanischen Staatsschulden Mitte August auf rund 39,93 Billionen US-Dollar. Damit nähert sich der Schuldenstand der Marke von 40 Billionen Dollar.

Steigende Renditen verteuern deshalb zunehmend die Refinanzierung des Staates. Das gilt zwar zunächst nur für neue Anleihen sowie für auslaufende Papiere, die ersetzt werden müssen. Aber aufgrund des hohen Schuldenbergs schlagen höhere Zinsen immer stärker auf den Bundeshaushalt durch.

Die Rückkäufe beseitigen dieses Problem nicht. Vielmehr versucht Washington, die Folgen der hohen Verschuldung für den Anleihemarkt abzufedern.

Goldpreis steigt auf 4.440 US-Dollar

Gold reagierte deutlich auf die Nachricht. Bis 15 Uhr stieg der Goldpreis gegenüber dem Vortag um mehr als 2 Prozent auf 4.440 US-Dollar pro Unze. Neben den fallenden Anleiherenditen lieferte auch der schwächere Dollar Unterstützung.

Allerdings dämpfte der Wechselkurseffekt den Anstieg für Anleger aus dem Euroraum. Denn der US-Dollar gab gegenüber dem Euro deutlich nach. Der Euro-Goldpreis legte deshalb um 1,8 Prozent auf 3.814 Euro pro Unze zu.

Fallende Marktzinsen verringern grundsätzlich die Opportunitätskosten der Goldhaltung. Außerdem lenkt die Intervention den Blick erneut auf die amerikanische Schuldenentwicklung. Denn der Staat stützt den Markt für seine Anleihen, während seine Gesamtverschuldung weiter in Richtung 40 Billionen Dollar steigt.

Quellen: Bloomberg, U.S. Treasury Fiscal Data, U.S. Debt Clock

Mehr dazu: Geldpolitik & Zinsen und ihr Einfluss auf den Goldpreis

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17 Kommentare

  1. Die machen was?

    Macht das nicht normalerweise die FED, was sich dann QE nennt?

    Kapiere ich nicht. Ist das Finanzministerium normal nicht die Behörde die die Schuldscheine vergibt???

    Um wie viel geht es denn?

    Sorry für die vielen Fragen :-)

  2. QE is back baby.

    Danke an Hr. Bessent in den USA für die unverhoffte Trendwende! Als Goldbug hat er natürlich ein Herz für verarmte Edelmetallbesitzer.

  3. Zinserhöhungen dürften damit vom Tisch sein. die wären ja blöde wenn die eine Seite Zinsen senkt und die andere erhöht

  4. Kurzfassung:
    1.) Die Amis nehmen neue Schulden auf, um alte Schulden zu tilgen. Ponzi in XXXL.
    2.) Die neuen Schulden sind spürbar teurer als die alten Treasuries.

    Wahnsinn mit Methode.

    Bin mal gespannt, was dann passiert, wann mehr als die paar Dorfbewohner aufwachen.

    Das Spiel ist doch nix anderes als unser damaliges Kindergartenspiel „Reise nach Jerusalem“.
    Nur daß diesmal (anders als wir mit 4 Jahren im Kindergarten) alle Marktteilnehmer glauben noch einen Stuhl zu bekommen.
    Problem: es wird GAR KEINE Stühle mehr geben (weil Euro, Yen etc. ….. ebenfalls zeitgleich die Grätsche machen werden.

    Glück Auf !

      • @Tresorfritze
        Treffer, da habe ich doch glatt das gemütliche große Schwermetallsofa vergessen, von dem aus wir Dörflinge das Treiben draußen in der Freiluftpsychiatrie beobachten.

        Zur Sache: die US-Haushaltsdaten für Juli 2026 sind raus.
        Ein Träumchen !

        Gesamtausgaben: 766 Mrd, Summe aller Einnahmen nur 334, also nur 44 %.
        56 % der Gesamtausgaben werden per Kredit finanziert, wenn das nicht nachhaltig ist !

        Die Details sind noch besser:
        Summe aller Einkommen/Gewinnsteuern: 187.
        Militärbudget (incl. Rente der Veteranen etc.) : 146 (also fast 80 % nur für Bumm-Bumm.)
        Dazu 104 für Zinsen, freundlich steigend, da dieses Jahr gut 9 Billionen sehr teuer refinanziert werden müssen.

        Aus der Geschichte:
        Wir kennen ja alle noch den guten Ronald Reagan. Als der Präsident war (bei uns Helmut Kohl, also nicht so lange her) , haben die USA die erste Billion Schulden geknackt (DIE ERSTE und bis dahin einzige !).
        Knapp 180 Jahre von George Washington bis Ronny für die erste Billion, incl. Bürgerkrieg und 2 Weltkriegen und Koreakrieg und Vietnam und…., nur so nebenbei..
        Das machen die aktuell alle 180 Tage.
        Wen das keine Leistung ist !

        Fazit: die aktuell paar Euro rauf und runter sind völlig egal.
        Die FIAT-Hütte brennt lichterloh und die Helden nehmen noch bergeweise Schulden auf, um noch mehr Benzin zu kaufen.

        Einfach machen wie Kostolany und @Commander: gemütlich aufs Schwermetallsofa, zugucken und geniessen.
        DIE machen unsere Arbeit.
        Und das zugegebenermaßen sehr sehr gut.
        Ich bin zufrieden.
        Weiter so !

  5. Gold steigt auf fast 4.500 Dollar. Auf dem Papier.
    Dss heisst die Inflation samt Druckerpresse kommt in Gang. Der Euro im Gleichschritt, das heisdt auch hier
    Druck, Baby Druck.
    Piepenburg hat recht, soviel Gold kann man nicht mehr schmeissen um das Desaster abzuwenden.

    • @A und O
      Da müssen Sie Albert Einstein fragen.
      Der sagte, „Das einzige, was ich sicher weiss, ist, dass ich nichts weiss.“
      Und für den Glauben müssen Sie sich an den Allmächtigen, den Schöpfer des Universums, halten.
      So weit, so gut.
      Alles vom Menschen gemachte, ist Tand. Ja, auch die Aktien und die Kryptos.
      Was solide und für die Ewigkeit geschaffen wurde, gab uns Menschenkinder der Allmächtige Gott.
      Und dazu gehört das Gold als Schatzmittel, die Luft zum Atmen, das Wasser zum Trinken und die Erde zum Leben.
      Und nun, was wählen Sie ?
      Etwa doch nicht die Geld Wucherer, welche schon Jesus aus den Tempel jagte ?

      • Hallo Zusammen
        Die Investoren finden es offenbar nicht so lustig, dass die Amis ihren schwer angeschlagenen Anleihemarkt stützen!
        Für das müssen Dollars gedruckt werden, dass man die eigenen Schulden aufkaufen kann. Was für ein Scheiss Spiel!!
        Ich bin mir fast sicher dass der Dollar weiter fallen wird!
        Gold und Silber sind stark gestiegen.
        Logo. Gold und Silber kann man nicht einfach drucken!
        ich sags Euch, wir werden noch Sachen an den Finanzmärkten erleben, wie man es sich nicht vorstellen kann!
        Die Lunte brennt!
        Beste Grüsse aus der Schweiz

  6. Immer wieder drollig über die Wortfindung der Amis bestimmte Vorgänge zu verschleiern. Operation Twist heißt die aktuelle Kampagne. Tausche langfristige Schulden gegen kurzfristige Schulden damit weniger Zinsen gezahlt werden müssen. 40 Billionen offizielle Schulden werden die Kreativität weiter befördern.

    • Yes, da gab’s plötzlich einen Sprung.
      Ich wollte wie bei Silvester dabei sein und die Sektkorken knallen lassen. Auf eine güldene Zukunft.
      Mit auf der anderen Seite versch. Toiletten auf deren Flugzeugträgern, weil jeder US-Stützpunkt in die Steinzeit gebombt wurde.

    • @finger
      Nur Geduld. Egon von Greyerz hat einen lustigen Spruch parat, den er immer wieder äussert.
      Gold steigt gar nicht, es sind die Fiat Währungen die immer schwächer werden. Na dann!
      Ich sag immer das Gleiche. Als abschreckendes Beispiel dient der japanische Yen und die türkische Lira.
      Beide Währungen sind praktisch wertlos!
      Ich habe auch immer die Geschichte im Kopf die mir meine deutsche Grossmutter erzählte. Nach dem 2. Weltkrieg als die Reichsmark wertlos wurde ( Hyperinflation) kaufte ein Mann mit 100 Gramm Gold ein intaktes Einfamilienhaus!
      Grüsse aus der Schweiz
      Dauerregen 16 Grad!!!

  7. @Frosch
    Fragt sich, welcher Gläubiger sich auf so einen Tausch denn einlässt um damit weniger Zinsen ausbezahlt zu bekommen ?
    Es sei denn, Gläubiger und Schuldner sind ein und die selbe Person.
    Also, ich tausche ab sofort die meine Schulden in der rechten Tasche mit denen in der linken Tasche und mache der Bank dieses Angebot.
    Ein 10 Jahres Darlehen mit 5% gegen eines mit 5 Jahren und 2%. Prima, maruti, sie wissen, wie man Probleme löst.
    Nur, umgekehrt würde ich das nicht machen.
    Zwar weniger Zinsen zahlen, aber dafür 5 Jahre länger.

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