Sonntag,11.April 2021
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Vietnams Zentralbank manipuliert den Goldpreis

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Vietnam hat im 1. Quartal 19,5 Tonnen Gold nachgefragt.

In Vietnam hat die Zentralbank im vergangenen Jahr immer wieder Gold auf dem Markt geworfen, um den heimischen Goldpreis zu drücken. Sie will es wieder tun.

Die State Bank of Vietnam (SBV) tut das, was man auch von den Zentralbanken im Westen vermutet. Sie interveniert auf dem heimischen Goldmarkt. Sie tut das so selbstverständlich, wie die Europäische Zentralbank oder die Schweizerische Nationalbank in Europa auf dem Devisen- oder Anleihenmarkt intervenieren.

„Wenn es Schwankungen auf dem Goldmarkt gibt, dann springen wir ein, um ihn zu stabilisieren“, erklärte der stellvertretende Gouverneur der vietnamesischen Zentralbank, Dao Minh Tu, in dieser Woche im Rahmen einer Presseerklärung, die vietnamesische Medien zitieren.

Das gelte vor allem dann, wenn Goldpreis-Bewegungen sich nicht auf Schwankungen des internationalen Goldkurses oder starke Veränderungen von Nachfrage und Angebot zurückführen ließen.

Die Kursfluktuationen beim inländischen Goldpreis seien in der Regel auf psychologische Faktoren zurückzuführen. Beispielsweise wenn Goldkäufer im Rahmen der Territorialkonflikte im Chinesischen Meer auf höhere Kurse spekulierten. Die SBV warne die Menschen deshalb, beim Kauf und Verkauf von Gold vorsichtig zu sein, damit man keine „unnötigen Verluste“ riskiere.

Die SBV kündigte gleichzeitig an, wieder Goldauktionen zu erwägen. Zuletzt hatte man Ende Dezember auf diese Weise über autorisierte Banken Gold in den Markt gebracht, um die Preise zu „entspannen“. Im vergangenen Jahr gab es 76 solcher Auktionen. Über diese Maßnahme kam 69,9 Tonnen Gold auf den vietnamesischen Inlandsmarkt.

Zentraler Goldanbieter in Vietnam ist die Saigon Jewelry Co. Ein Tael Gold, 37,5 Gramm, kostete zuletzt umgerechnet 1.289,75 Euro. Das entspricht 34,39 Euro pro Gramm und liegt damit rund 15 Prozent über, dem was aktuell in Europa zu zahlen ist. Laut aktuellen Zahlen des World Gold Council hat Vietnam im ersten Quartal 19,5 Tonnen Gold nachgefragt. Damit lag das Land nur knapp hinter Deutschland mit 22 Tonnen.

In den vergangenen Jahren hat die SBV immer wieder auf dem Goldmarkt interveniert. Ähnlich wie in Indien kämpfen die Geldpolitiker gegen die große heimische Goldnachfrage, die durch einen rasch ansteigenden Goldpreis in der Regel zusätzlich stimuliert wird. Für Goldimporte werden US-Dollar benötigt und das schwächt gleichzeitig die Landeswährung Dong. So wurden früher in Vietnam immer wieder auch Goldimportverbote verhängt.

Die Parallelen: Auch die westlichen Zentralbanken haben kein Interesse an einem stark steigenden Goldpreis, weil dies auch hierzulande eine Schwächung der Landeswährung bedeuten würde. Denn wenn Gold gekauft wird, stoßen Anleger gleichzeitig Euro oder Dollar (Papiergeld) ab. Vermögen wird damit außerhalb des Zugriffs von Regierung und Zentralbank verlagert.

Goldreporter

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