Warum Goldbarren diese Form haben – der Grund für die typische „Sargform“

Warum sind Goldbarren trapezförmig? Die typische Form großer Goldbarren hat praktische Gründe – von der Herstellung bis zur Lagerung im internationalen Goldhandel.

Goldbarren auf einer Waage im Prüfbereich der Bundesbank (Bild: Deutsche Bundesbank)
Goldbarren im Prüfbereich der Bundesbank. Die typische trapezförmige Form erleichtert Stapelung und Handhabung großer Goldbarren im internationalen Handel.

Die typische Form von Goldbarren

Wer einmal einen großen Goldbarren gesehen hat, erkennt sofort ein auffälliges Merkmal: Die meisten Barren sind nicht rechteckig wie ein Ziegelstein, sondern besitzen eine leicht trapezförmige Form. Dabei ist die Oberseite größer als die Unterseite.

Goldbarren sehen weltweit ähnlich aus. Die charakteristische Form hat praktische Gründe – und ist ein Ergebnis jahrzehntelanger Handelsstandards.

Diese Bauweise wird gelegentlich auch als „Sargform“ bezeichnet. Sie ist kein Zufall, sondern das Ergebnis praktischer Anforderungen im internationalen Goldhandel.

Der klassische Zentralbankbarren

Die Form geht vor allem auf den sogenannten Good-Delivery-Barren zurück. Dieser Standard der London Bullion Market Association (LBMA) wird vom globalen Goldmarkt verwendet, insbesondere im Handel zwischen Zentralbanken und großen Finanzinstitutionen.

Ein solcher Barren besitzt typischerweise:

  • rund 400 Feinunzen Gewicht (etwa 12,4 Kilogramm)
  • einen Feingehalt von mindestens 995/1000 Gold
  • eine Seriennummer und Herstellerprägung

Diese Barren sind die zentrale Handelsform im internationalen Goldmarkt.

Warum Goldbarren sargförmig sind

Die charakteristische Goldbarren-Form gleicht einem Sarg – die Oberseite ist breiter als die Unterseite. Das hat mehrere praktische Gründe.

Bessere Handhabung
Ein 400-Unzen-Barren wiegt mehr als zwölf Kilogramm. Durch die schrägen Seiten konzentriert sich das Gewicht stärker im Zentrum des Barrens. Damit liegt die Masse stabiler in der Hand oder in den Fingern, wenn der Barren angehoben wird – er lässt sich generell besser greifen.

Sicheres Stapeln
Die trapezförmige Form erleichtert auch das Stapeln der Barren. Große Goldreserven werden meist in kompakten Blöcken gelagert. Dabei können die Barren versetzt oder abwechselnd gedreht gestapelt werden, sodass ihre schrägen Seiten stabil aufeinanderliegen.

Vorteile beim Gießen
Auch die Herstellung spielt eine Rolle. Gold wird bei großen Barren meist direkt in eine Form gegossen. Beim Abkühlen zieht sich das Metall leicht zusammen. Die schräge Form verhindert, dass der Barren in der Gussform festklemmt – er lässt sich besser lösen.

Gefühlssache
Auch bei kleineren Goldbarren ist diese Form beliebt. Durch die schmalere Unterseite konzentriert sich das Gewicht in der Hand auf eine kleinere Fläche. Dadurch kann das Goldstück subjektiv schwerer wirken als gleichförmige Barren.

Typische Oberfläche von Gussbarren

Bei gegossenen Goldbarren ist die Oberseite häufig leicht gewölbt oder unregelmäßig. Das liegt daran, dass das flüssige Gold in der Form von oben erstarrt und sich beim Abkühlen leicht zusammenzieht.

Auf dieser Fläche werden anschließend die wichtigsten Informationen eingeschlagen:

  • Hersteller
  • Gewicht
  • Feingehalt
  • Seriennummer

Bei kleineren Anlagebarren, die häufig geprägt werden, ist die Oberfläche dagegen meist glatt und gleichmäßig.

Eine Form, die sich weltweit durchgesetzt hat

Bis heute wird diese Bauweise auf der ganzen Welt verwendet – von Zentralbankreserven bis zu großen Handelsbeständen im Edelmetallmarkt.

Während kleinere Anlagebarren für Privatanleger bis etwa 1 Kilogramm meist rechteckig geprägt oder gegossen sind, besitzen größere Gussbarren bis heute die typische Sarg- oder Trapezform. Einige Hersteller bieten inzwischen auch kleinere Sargbarren für Privatanleger an.

Sie ist das Ergebnis von Handhabung, Produktion und jahrzehntelangen Handelsstandards.

Mehr zum Thema: Gold kaufen – worauf Anleger beim Edelmetall-Kauf achten sollten

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3 Kommentare

  1. Eines muss aber gesagt werden:
    Sargbarren sind schwerer auf Echtheit zu prüfen.
    Sowohl mittels Sonographie als auch mit der Leitfähigkeits Prüfung. Hersteller dieser Geräte geben diesen Hinweis.
    Leider sind auch kleinere Barren in Sargform im Umlauf.
    Hier sollte man Vorsi ht walten lassen

    • @HB
      Leider gibt es auch noch Sargbarren in kleineren Formaten.
      Der 1 Kg Barren etwa. Aber ich sah auch schon 100 Gramm Barren in dieser Form. Zum Glück noch nicht bei unds hier.
      Während Münzen scher zu fälschen sind, ist die bei Barren anders. Dehalb wird ja auch meist bei gefälschtem Gold über Barren berichtet.
      Der einzige Weg, um Fälschungen zu 100% zu erkennen, ist eine Scheideanstalt in der Schweiz.
      Deshalb bevorzuge ich Münzen, ganz bestimmter Art:
      Der Krügerrand etwa, mit seinem einzigartigen Aussehen und dem einzigartigen Klangbild.
      Da braucht es nur halbwegs gute Augen und Ohren und keine teuren Geräte.
      Wer einen Krüger ein paarmal hat klingen hören, der erkennt den unter 100 anderen Münzen und Fälschungen sowieso.

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