Steigende Zinsen und höhere Anleiherenditen treffen auf ein schwaches Marktumfeld – Gold bleibt unter Druck. Zinssenkungen sind vorerst kein Thema.

Zentralbanken halten Kurs – Zinssenkungen rücken in weite Ferne
Die Aussichten auf Leitzinsenkungen in den USA und Europa sind deutlich gesunken. Das ist die wesentliche Erkenntnis aus den Notenbank-Sitzungen der vergangenen Woche. Das FedWatch-Tool zeigt selbst für die Dezember-Sitzung eine Wahrscheinlichkeit von nur 8 Prozent für eine US-Zinssenkung an. Die EZB bereitete die Märkte zuletzt bereits auf eine Zinserhöhung vor. Der Iran-Konflikt und die mit dem Ölpreis gestiegenen Inflationserwartungen spielen dabei eine zentrale Rolle.
Steigende Anleiherenditen treffen auf ein geschwächtes Marktumfeld – Gold bleibt unter Druck.

Marktzinsen steigen auf neue Hochs
Die Folgen zeigen sich unmittelbar am Anleihemarkt.
Denn zehnjährige US-Staatsanleihen rentierten am heutigen Montag mit 4,38 Prozent, nach 4,32 Prozent in der Vorwoche. Das entspricht in der wöchentlichen Goldreporter-Analyse einem 9-Monats-Hoch.
Parallel stieg die Rendite deutscher Staatsanleihen auf 3,06 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit 2011.
Damit verschärft sich das Zinsumfeld weiter – und setzt klassische zinslose Anlagen unter Druck.

Mehr dazu: Geldpolitik & Zinsen und ihr Einfluss auf den Goldmarkt
Gold konsolidiert
Der Goldmarkt reagiert entsprechend.
Die Zone um 4.800 US-Dollar bleibt eine klare technische Hürde. Im Zuge der aktuellen Bewegung fiel der Preis zuletzt wieder unter 4.600 US-Dollar (rund 3.900 Euro).
Parallel zeigt der Terminmarkt eine veränderte Positionierung. Neue Short-Engagements deuten darauf hin, dass kurzfristig eher mit Gegenwind gerechnet wird.
Saisonal spricht der Mai zwar für eine stabilere Entwicklung.
Kurzfristig bestimmen neben steigenden Zinsen vor allem die technischen Faktoren die Aussichten für den Goldpreis.
Etwas Gegenwind droht zudem von der Nachfrageseite. Zuletzt nutzten Zentralbanken Goldverkäufe zur Stabilisierung ihrer Haushalte. Auch der Nachfrageeinbruch in Indien hat politische Gründe.
Mehr dazu: Goldpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten



Nur mal ein kleiner Logik-Test:
1.) Was bedeuten steigende Zinsen in einem auf jeder Ebene (Staaten, Unternehmen, Privatleute) bis über die Hutschnur verschuldeten Finanzsystem mit weiter explodierenden Neuverschuldungen ?
2.) Steigt in diesem Umfeld die Wahrscheinlichkeit, daß ich die von mir gekaufte Staatsanleihe in ein paar Jahren in realem Geld zurückbezahlt bekomme, oder sie mir nur noch als Altpapier an die Kellerwand tapezieren kann ?
Fazit:
In Ruhe abwarten, bis sich ein Boden bildet und dann in definierten Tranchen weg mit dem Papier.
Die aktuelle Situation ist für die Dorfbewohner mit höchster Wahrscheinlichkeit ein Jahrhundertgeschenk.
Und relativ sicher die letzte Gelegenheit, bevor die Schuldentürme umfallen.
Am 4. Juli ist 250. US-Geburtstag, mal sehen, ob das Schauspiel bis dahin durchhält.
Bis zu den Zwischenwahlen würde ich nicht mehr wetten.
@Blackwood
letztlich ist die Frage, wie weit kann es jetzt noch runter gehen.
Ausgehend vom ATH waren es 2013 etwa 48-50%
Das bedeutet ein worst Szenario ausgehend von 5.550 Dollar runter um 2.775 Dollar auf eben diesen
2.775 Dollar ( nettes Zahlenspiel, oder ?)
In Euro wären das 2.400 Euro.
Immer noch viel, aber da wäre in etwa der Boden.
Der Krügerrand dann etwa 2.500 Euro.
Da ich noch gerne 40 hätte, käme das mit meiner Tagesgeldanlage ziemlich genau hin.
Ob es klappt ? wenn nicht, nehme ich halt die Zinsen.
Man gönnt sich ja sonst nichts.
Eine win win Situation ohnehin.
Entweder Zinsen oder Gold.
@Maruti
Für die Alt-Dorfbewohner nichts , was uns aus der Ruhe bringen würde: mein teuerster Krüger war 1.899 vor 2 Jahren.
Für die, die in Gier im Q1 2026 in Massen zu den Händlern gerannt sind und bis zu 5.000 (Kettner) dafür bezahlt haben, eine sehr teure Lektion in Sachen „man kauft nicht in Blasen rein“.
Spannend ist es für Neubürger: wann fängt man mit dem Shopping an ?
Nur meine persönliche Meinung: solange die Sache am Golf kocht, wäre ich vorsichtig.
Die Energie- und Lieferkettenprobleme der ganzen fehlenden Chemieprodukte werden noch hässlich.
Und das kann die Börse und die Papiergoldhalter in Margin Calls treiben.
2026 wird mega-spannend.
Wenn der Rebound kommt, wird er heftig.
Irgendwann kapieren die Leute, daß die ganzen US-Steuereinnahmen bald nur noch für Zinsen und Rüstung reichen und dann…
Sehen wir das Positive: in der DDR zerlegt sich gerade die schlechteste Regierung seit 1945 und bei der nächsten Wahl werden wir sehr viele Versager und Lügner los.
Oder f0r Freunde der Charttechnik (Kurvendiskussion)
https://share.google/YVw6G6wrFa2krGutX
Was ich fragen wollte:
Wurde nicht berichtet, dass die USA und andere Länder hier in Europa bei Zinsen über 2% umgehend bankrott sein würden ,
Wie kommts, dass noch nicht ?
Dazu ist zu sagen, dass wir schon 8% und mehr Prozente an Zinsen hatten und die USA an die 20%.
Offenbar haperts an der Mathe.
@Maruti
Als Antwort ein klasse Zitat von Altmeister Kostolany:
Ich akzeptiere jeden Zinssatz, wenn ich die Schulden sowieso nicht zurückzahle.
Praktische Anwendung heute:
ALLE Staaten „bezahlen“ ihre Zinsen durch neue Kredite obendrauf.
Und am Ende wird der Schrott an FED, EZB, BoJ etc. verkauft.
Mal sehen, wie lange es noch bis 1923 dauert.
Mal sehen wie lange es dauert bis der Deckel hochfliegt
Komischerweise scheinen die Zinsen den Bitcoin nicht so sehr zu belasten, auch der bringt keine Zinsen und Essen kann man ihn auch nicht.
Ein Erklärung dafür ?
Ich habe eine:
Der Bitcoin ist keine Gefahr für den Dollar, hat den doch ein Angelsachse ins Leben gerufen, wie man mittlerweile weiss. Und damit ist er unter der Kontrolle der FED.
Hmm, die Länder sind doch fast ausnahmslos bakrott, nur durch ständig neue Schulden laufen die „Staatshaushalte“ weiter. Allerdings würden mittlere wirksame Zinsen bei 2% anstatt bei 3,5% eine Menge Geld sparen (für die USA, an sich aber nichts ändern, es nur zeitlich strecken).
Aber so desaströs Zinsen auf lange Zeit auch sind, für morgen und nächste Woche sind sie eher egal, erst recht kleine Änderungen.
Wenn auf 39 „Trillions“ (also unsere Billionen) an Schulden (absehbar kommend) 5% fällig sind, summiert sich das schließlich auf jährlich 2 Billionen Dollar an Schuldendienst (2025 zahlten sie etwas über 1,2 Billionen). Bei Gesamtausgaben der Regierung in Höhe von fast 7 Billionen, bei Einnahmen von 5 Billionen.
Schon jetzt frisst der „Schuldendienst“ annähernd 25% der gesamten Bundes-Einnahmen. Fast jeden vierten Dollar, den sie einkassieren, liefern sie direkt dem Finanzkartell.
An historisch schon gewesene 8% will man bei den Schuldenständen nicht denken. Oder anders: Bei 13% Zinsen auf die Staatsschulden, fressen diese die gesamten Steuereinnahmen auf. Bis in zwei Jahren, dürften 10% diese Grenze sein (bei dann 45 Billionen Schulden).
Die USA werden, da sie überwiegend ggü. dem Ausland (ca. 28 Billionen) verschuldet sind, einen Tribut verlangen. D. h. entweder keine Zinsen oder Reset auf null ?
Und so schreiben schon neue Abzocker:
Investieren in Kupfer, Kupfer das bessere Silber.
Ich meine, Kupfer ja, aber als Beimischung in den Krügerrand. Höchstens 0.1%. Ansonsten zu kaum was zu gebrauchen.
Und Hausfrauen verkaufen schon ihr Tafelkupfer, Teekannen und Kerzenleuchter. Der Kupferpreis fällt dramatisch.
Es ist erstaunlich, was sich so alles ausgedacht wird, um Gold als Wertanlage madig zu machen. Wenn Dollar und Euro demnächst auf Augenhöhe mit dem Simbabwe-Dollar sind, werden sie schreiben, dass man sich mit Gold nicht den Hintern abputzen kann.
@Amos
Ich bin ehrlich gesagt froh, wenn Gold nur gemächlich im Wert steigt. Dann bleibt es „unter dem Radar“ der „Herrschenden“ und zieht nicht so viel Spekulanten an. Seit 1.1.2026 ca. 7 %. Wenn es am Jahresende etwas über der TATSÄCHLICHEN Inflation liegt, ist für mich „alles gut“.
@ Maruti Das funktioniert aber nur so lange wie man die Zinsen mit neuen Krediten bezahlen kann.Dieses Spiel kann aber nicht ewig gespielt werden,wenn ich als Privatmann zur Bank gehe und einen Kredit will um Kreditzinsen zu bezahlen fliege ich achtkantig raus.