Die CME Group verdoppelt die Sicherheitsleistungen für bestimmte Londoner Gold-OTC-Produkte. Hintergrund ist die gestiegene Goldpreis-Volatilität.

Margin-Anpassung bei zentralen Gold-Produkten
Die CME Group hat am Donnerstag nach US-Börsenschluss eine Erhöhung der sogenannten Performance Bond Requirements angekündigt. Dabei handelt es sich um die Initial- und Maintenance-Margins, die Marktteilnehmer als Sicherheitsleistung hinterlegen müssen.
Betroffen sind unter anderem die Segmente Cleared OTC London Gold Collateral sowie Cleared OTC London Gold FWD. Hinter diesen Bezeichnungen verbergen sich zentrale Bausteine des institutionellen Goldmarkts. Während „Gold Collateral“ die Nutzung von Gold als Besicherungsinstrument im professionellen Handel beschreibt, handelt es sich bei „Gold FWD“ um Forward-Geschäfte, bei denen Preise für künftige Lieferungen oder Abrechnungen festgelegt werden. Beide Strukturen sind tief in die Liquiditäts- und Finanzierungsmechanik des Londoner Goldmarkts eingebunden.
Die CME reagiert auf erhöhte Goldpreis-Volatilität – und erhöht die Sicherheitsanforderungen im institutionellen Handel.
Je nach Risikoprofil steigen die Margin-Anforderungen teils um mehr als das Doppelte. So wird beispielsweise die Initial-Margin im Non-HRP-Segment von 125 USD auf 270 USD pro Risikoposition angehoben.
Was bedeutet die Margin-Erhöhung?
Die ausgewiesene Dollar-Margin stellt keinen festen Betrag pro definierter Goldmenge dar. Die tatsächliche Sicherheitsleistung hängt von Größe, Struktur und Risiko der jeweiligen Position ab. Aber hält ein Marktteilnehmer beispielsweise eine OTC-Forward-Position über 1.000 Feinunzen Gold, würde sich daraus näherungsweise eine Initial-Margin von rund 270.000 USD ergeben. Bei einem angenommenen Goldpreis von 5.000 USD entspräche dies Margin rund 5,4 Prozent des Positionswerts.
Die neuen Vorgaben treten zum Handelsschluss am Freitag, 13. Februar 2026, in Kraft.
Goldpreis-Volatilität als Auslöser – oder Verstärker der Volatilität?
Margin-Anpassungen erfolgen typischerweise bei erhöhtem Risiko und steigender Schwankungsbreite. Die Clearingstelle reagiert damit auf die zuletzt ausgeprägten Preisbewegungen am Edelmetallmarkt.
Höhere Margins führen zu einer stärkeren Kapitalbindung und reduzieren den Hebeleffekt, und können somit auch für zusätzliche Volatilität sorgen. In Phasen angespannter Marktbedingungen kann dies kurzfristig zusätzlichen Druck auf bestehende Positionen auslösen. Gerade im stark vernetzten institutionellen Handel können solche Maßnahmen die Marktbewegungen sogar verstärken.

Goldpreis mit kleinem Flash-Crash
Der Goldpreis gab am Donnerstagnachmittag stark nach und rutschte erneut unter die Marke von 5.000 USD pro Unze. Der Tagesverlust betrug 3,2 Prozent. Silber brach sogar um fast 11 Prozent ein. Die Gründe für den Kursrutsch am 17 Uhr (siehe Chart oben) sind unklar.
Tatsache ist, dass der US-Dollar im gleichen Zeitfester aufwertete. Das geschah einige Zeit nachdem Bloomberg über Russlands angeblicher Offenheit für eine Rückkehr zum US-Dollar-System verrichtete. Gleichzeitig erlitten Technologie-Aktien, insbesondere mit KI-Nähe teils starke Kursverluste.
Professionelle Einordnung
Das Hauptproblem für die CME besteht darin, das Ausfallrisiko von Marktteilnehmern bei starken Kursschwankungen zu begrenzen und damit die Stabilität des Clearing-Systems zu sichern. Dabei können höhere Sicherheitsanforderungen kurzfristig sogar zusätzlichen Druck auf Marktteilnehmer ausüben und damit die Goldpreis-Schwankungen sogar verstärken. Was den Markt kurzfristig nervös macht, soll das System langfristig stabilisieren.
Mehr dazu: Goldpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten

