Goldpreis steigt wieder – Aufgelder und Spreads im Edelmetall-Handel sinken

Der Goldpreis steigt binnen einer Woche um drei Prozent. Gleichzeitig sinken im Edelmetall-Handel Aufgelder und Spreads – bei weiter langen Lieferzeiten.

Goldpreis steigt – Aufgelder und Spreads im Edelmetall-Handel sinken
Im Edelmetall-Handel sinken Aufgelder und Spreads, während der Goldpreis wieder anzieht.

Edelmetall-Kurse ziehen wieder an

Der Goldpreis zog zuletzt wieder deutlich an. Am Freitagnachmittag um 14 Uhr kostete die Feinunze Gold am europäischen Spotmarkt 5.188 USD, was 4.396 EUR entsprach. Damit stieg der Kurs innerhalb einer Woche um 3 Prozent. Silber verteuerte sich sogar um 11 Prozent auf 89,82 USD bzw. 76,10 EUR. 

Mehr dazu: Livecharts und tagesaktuelle Berichte finden Sie unter Goldpreis aktuell.




Gold kaufen: Lage im Edelmetall-Handel

Derweil herrscht im deutschen Edelmetall-Handel weiter Ausnahmezustand. „Bei den Prägestätten und Scheideanstalten bleibt die Lage angespannt. Die Auslastung ist weiterhin sehr hoch und wir müssen bei einigen Produkten mit Lieferzeiten von bis zu zwei Monaten rechnen“, erklärte Bars Özdemir, Head of Trade bei der SOLIT Management GmbH (GoldSilberShop.de), in dieser Woche gegenüber Goldreporter. Selbst bereits zugesagte Termine würden oft noch einmal revidiert. „Das erschwert unsere Planung und bindet Liquidität länger als uns lieb ist. Zudem fehlen einzelne Barren und Münzen weiterhin im Sortiment, was im Verkauf natürlich nicht ideal ist“, so Özdemir.

Aktuelle Preise im Edelmetall-Handel

Allerdings scheint sich die Situation gegenüber den Vorwochen etwas zu entspannen. Das legen die Daten unserer aktuellen Analyse nahe. Die Ergebnisse der wöchentlichen Preisabfrage bei sechs Edelmetall-Händlern zeigen einen deutlichen Rückgang der Aufgelder und Spreads (jeweils Vergleich zum 20. Februar 2026):

  • Krügerrand (neu): Ø 4.551 Euro (+102 Euro), Aufgeld 3,53 Prozent nach zuvor 4,16 Prozent. Ältere Jahrgänge sind teils bis zu 100 Euro günstiger.
  • 100-g-Goldbarren: Ø 14.491 Euro (+554 Euro), Aufgeld sinkt auf 2,52 Prozent nach zuvor 2,77 Prozent.

Parallel dazu gingen die Spreads aufgrund des niedrigeren Verkaufspreisniveaus zurück. Der Abstand zwischen Verkaufs- und Ankaufspreis verringerte sich bei Goldbarren auf 5,4 Prozent, bei Krügerrand-Münzen auf 6,2 Prozent.

Preisdaten vom 27. Februar 2026: Durchschnittswerte deutscher Edelmetallhändler für Krügerrand, Maple Leaf, Silberbarren und Goldbarren.
Preisdaten vom 27. Februar 2026: Durchschnittswerte deutscher Edelmetallhändler für Krügerrand, Maple Leaf, Silberbarren und Goldbarren.

Silber kaufen: Aufgeld und Spreads gesunken

Auch im Silberhandel haben sich Aufgelder und Spreads verringert, bleiben aber auf hohen Niveaus.

  • Maple Leaf (neu): Ø 100,51 Euro (+4,97 Euro), Aufgeld sinkt auf 37 Prozent (Vorwoche: 45 Prozent). Ältere Jahrgänge sind bis zu 15 Euro günstiger.
  • 1-kg-Silberbarren: Ø 3.327 Euro (+154 Euro), Aufgeld 36 Prozent nach zuvor 44 Prozent.

Mehr dazu: Gold kaufen – was das Aufgeld ist und warum es seit Jahren sinkt

Ankaufgeschäft rückläufig

Laut Bars Özdemir hat sich die Lage im Ankaufsbereich in den vergangenen Wochen spürbar entspannt: „Noch vor kurzer Zeit hatten wir einen Rückstand von fast 1.500 Ankaufspositionen. Allein die bereits an uns verschickten Sendungen summierten sich auf über 800 Stück. Das war operativ eine enorme Herausforderung. Um diesen Rückstand abzubauen, haben wir in der Logistik mit Unterstützung aus dem Handel täglich länger gearbeitet und zusätzlich Wochenendschichten eingelegt. Entsprechend turbulent war die Phase“. Nun betrage der Rückstand nur noch rund ein Drittel des Höchststandes. 

Dabei habe sich auch das Verhältnis zwischen Verkaufs- und Ankaufsaufträgen normalisiert. „Über Jahre hinweg lag es relativ stabil bei etwa vier Verkäufen auf einen Ankauf. Im vergangenen Monat bewegte sich das Verhältnis zeitweise nahe eins zu eins. Das ist ein klares Zeichen dafür, wie stark viele Anleger die hohen Kurse zur Gewinnmitnahme genutzt haben“, so Özdemir.

Herausforderung für Händler

Als Handelsunternehmen verfolge man die Strategie, bewusst kalkulierte Risiken einzugehen. Dabei sei die hohe Kursvolatilität eine Herausforderung. „In Reaktion auf die starken Ausschläge haben wir unsere offenen Positionen reduziert und sichern deutlich häufiger ab. Das bedeutet in der Praxis aktiveres Hedging, kürzere Reaktionszeiten und eine engmaschigere Steuerung der Bestände. Ziel ist es, Marktchancen zu nutzen, ohne die unternehmerischen Risiken unnötig auszuweiten.“

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