Goldpreis rutscht weiter – ETFs zeigen Nervosität der Investoren

Nach neuen Rekorden geraten Silber- und Goldpreis stark unter Druck. ETF-Daten zeigen deutliche Kapitalbewegungen und liefern Hinweise auf eine veränderte Anlegerstimmung.

Goldbarren und US-Dollar vor Kursdaten – ETF-Abflüsse signalisieren Nervosität am Goldmarkt
Goldpreis in der Korrektur: Abflüsse aus Gold-ETFs spiegeln die wachsende Unsicherheit der Investoren wider.

Gold- und Silberpreis auf dem Rückzug

Nach den Rekordständen der Vorwoche haben Gold und Silber spürbar korrigiert. Am Donnerstagnachmittag gegen 14 Uhr notierte Gold bei 4.800 US-Dollar (4.070 Euro) je Feinunze. Damit lag der Goldpreis rund 14 Prozent unter dem Hoch vom 29. Januar 2026. Silber zeigte sich noch schwächer: Mit 76,30 US-Dollar (64,60 Euro) hatte sich der Preis bereits um rund 37 Prozent von seiner Bestmarke entfernt.

Während der Goldpreis weiter nachgibt, ziehen Anleger Kapital aus Gold-ETFs ab – ein Signal wachsender Unsicherheit am Markt.

Mehr dazu: Tagesaktuelle Kursentwicklung unter Goldpreis aktuell

Deutliche Abflüsse beim größten Gold-ETF

Die Korrektur am Goldmarkt ging mit merklichen Abflüssen aus dem größten Gold-ETF einher. Der SPDR Gold Shares (GLD) wies per 4. Februar 2026 ein physisches Inventar von 1.081,95 Tonnen aus. Innerhalb von fünf Handelstagen verringerte sich der Bestand damit um 8,01 Tonnen. Parallel dazu zog Kapital ab: Per Saldo flossen rund 279 Millionen US-Dollar aus dem Fonds.

Jeder GLD-Anteil ist formal mit einem Zehntel einer Feinunze Gold hinterlegt. Bestandsveränderungen spiegeln daher reale Metallbewegungen wider, sofern Authorized Participants aktiv werden.

GLD-Kapitalflüsse vom 29. Januar bis 4. Februar 2026 mit deutlichen Nettoabflüssen
Beim Gold-ETF GLD überwogen Ende Januar deutliche Kapitalabflüsse.

Hintergrund: Der ETF-Mechanismus im Detail – Wie der Handel mit SPDR Gold Shares funktioniert

Silber-ETF mit gegenläufiger Entwicklung

Ein anderes Bild zeigte sich beim iShares Silver Trust (SLV). Während der Silberpreis deutlich nachgab, stiegen die Bestände des größten Silber-ETFs kräftig an. Im Zeitraum vom 29. Januar bis 4. Februar wuchs das Inventar um 733,93 Tonnen auf insgesamt 16.370 Tonnen. Gleichzeitig verzeichnete der Fonds Nettozuflüsse von rund 2,7 Milliarden US-Dollar.

Diese gegenläufige Entwicklung deutet darauf hin, dass ein Teil der Marktteilnehmer den Preisrückgang für Neuengagements nutzte. Möglich wurden diese Investoren nun erneut auf dem falschen Fuß erwischt.




Gold- und Silberbestände in GLD und SLV per 4. Februar 2026 sowie die Veränderung gegenüber der Vorwoche.
Gold- und Silberbestände in GLD und SLV per 4. Februar 2026 sowie die Veränderung gegenüber der Vorwoche.

Bedeutung für den Edelmetallmarkt

Die Entwicklung der Edelmetall-ETFs liefert wichtige Hinweise auf die Positionierung größerer Anlegergruppen. Abflüsse deuten häufig auf Gewinnmitnahmen oder taktische Reduzierungen hin, während Zuflüsse auf strategische Aufstockungen schließen lassen.

Für die kurzfristige Preisbildung bleiben jedoch die Terminmärkte entscheidend. Veränderungen bei ETF-Beständen wirken meist zeitversetzt und zeigen vor allem, wie institutionelle Investoren ihre mittelfristigen Erwartungen anpassen.

Passend dazu: Nachrichten und Analysen zur internationalen Goldmarkt-Entwicklung

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