Goldpreis und Silberpreis nahe Rekorden – Momentum treibt Markt

Silber- und Goldpreis handeln nahe ihren Dezember-Rekorden. Das Momentum dominiert, steigende Marktzinsen treten in den Hintergrund.

Goldpreis nahe Dezember-Rekorden – Silber gibt den Takt am Edelmetallmarkt vor
Gold notiert nahe den Dezember-Rekorden, während Silber mit starkem Momentum zusätzliche Impulse liefert.

Starkes Momentum bei Goldpreis und Silberpreis

Die Preise für Gold und Silber haben sich wieder deutlich an die Rekordmarken vom Dezember angenähert. Am Dienstagvormittag um 11 Uhr kostete die Feinunze Gold am Spotmarkt 4.445 USD bzw. 3.795 EUR. Gegenüber der Vorwoche ergibt sich ein Kursanstieg von 1,5 Prozent bzw. 2 Prozent (in EUR). Dagegen legte Silber um 4,2 Prozent zu auf 77,57 USD bzw. 66,20 EUR (+4,7 %).

Momentum und strukturelle Stärke dominieren den Edelmetallmarkt, während steigende Marktzinsen den Goldpreis kaum bremsen.

Mehr zum laufenden Kursgeschehen: Goldpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten

Aktuelle Marktbedingungen

Die Kursentwicklung bei den Edelmetallen ist aktuell vor allem geprägt …

  • von der Fortsetzung des positiven Momentums der Endjahresrally 2025,
  • durch anhaltende Volatilität mit kurzfristigen technischen Rücksetzern,
  • von der übergeordneten Silber-Rally mit starken Impulsen aus Fernost, vor allem aus China.

An der Shanghai Gold Exchange wurde Silber am Montag 7 Prozent über dem europäischen Spotkurs gehandelt. Das sind deutliche Signale eines Pull-Effekts, der über Arbitrage-Geschäfte physisches Metall nach China treibt. Die zusätzliche Silberexport-Regulierung Pekings schürt Ängste über eine weltweite Silber-Knappheit. Das treibt auch spekulatives Kapital in die anderen Edelmetalle. Die geopolitischen Spannungen (Venezuela) stützen die strukturelle Nachfrage nach Gold.

Steigende Marktzinsen

Dagegen spielen Zins- und Inflations-Aspekte vorübergehend eine untergeordnete Rolle. Zum einen wurden die Märkte auf einen flacheren Zinspfad vorbereitet, außerdem gab es bis zuletzt keine Überraschungen bei den offiziellen Inflationsraten.

Allerdings ziehen die Marktzinsen etwas an. So rentierten 10-jährige US-Staatsanleihen am Dienstag mit 4,18 Prozent (Vorwoche: 4,12 Prozent). Gleichzeitig stiegen auch die Renditen im Euroraum. Frankreich muss weiterhin Topzinsen zahlen – mit 3,59 Prozent. Die deutschen Marktzinsen sind angestiegen auf 2,88 Prozent.

Die Entwicklung passt zum aktuellen Marktumfeld, in dem auch die Aktienmärkte steigen (DAX auf Rekordhoch) und Staatspapiere weniger gefragt sind. 

Anleiherenditen in den USA und Europa – Übersicht am 6. Januar 2025
Anleiherenditen in den USA und Europa – Übersicht am 6. Januar 2025

Goldpreis und Zinsen: Klassische Muster greifen nur noch eingeschränkt

Steigende Zinsen gelten traditionell als Belastung für Gold, sinkende Zinsen als Unterstützung. In der aktuellen Marktphase wirkt dieser Zusammenhang jedoch nur begrenzt. Statt klarer Abflüsse aus dem Edelmetall sind vor allem Umschichtungen innerhalb der Anlageklassen zu beobachten.

Zudem hat der Anleihezins einen Teil seiner Signalwirkung eingebüßt. Die Renditen werden derzeit stärker durch Angebotsfaktoren, Emissionsvolumina und Nachfrage nach Staatsanleihen geprägt als durch Konjunktur- oder Inflationserwartungen. Dadurch rückt der klassische Zinseffekt auf den Goldpreis kurzfristig in den Hintergrund.

Einordnung: Geldpolitik & Zinsen – Auswirkungen auf den Goldpreis

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10 Kommentare

  1. Statt sinkender Kurse mal steigende Kurse (bei Silber (1%), Platin (1,5%) und Palladium (2%)) in 45 Minuten ab 14:30 Uhr. Muss als Ergänzung zu den synchronen Rückgängen der letzten Wochen auch mal hervorgehoben werden (rein strukturell, ohne „Verbrenner-Aus“ wird sich auch die Platin und die Palladium Nachfrage wieder erhöhen. Über 35% der globalen Förderung stamm(t)en aus Russland …)
    Privates amerikanisches Geld ist ja noch immer relativ niedrig in den Edelmetall-ETF etc. vertreten. da besteht doch noch ordentlich Nachholbedarf. Kommt der nun langsam?
    Mal zur Einordnung der steigenden Kaufkraft von Gold: Für eine Unze Gold bekam ich 2008 nur 7 Barrel Öl, 2020 bekam ich 102. Momentan bekäme ich 74 Barrel. Der Medianwert seit den 60ern ist aber 16 Barrel je Unze. Die Hälfte der Jahre gab es mehr, die andere weniger für die Unze. Würde der Ölpreis (WTI) also auf etwa 260$ steigen, wäre erst der Medianwert erreicht. Das passiert hoffentlich nicht. Aber Öl scheint wirklich sehr billig zu sein.
    Um z.B. bei Zucker oder Baumwolle auf den Medianwert zu gelangen, müssten diese (bei aktuellem Goldpreis) auf das Fünffache des jetzigen Preises steigen. Für den Medianwert müsste Weizen sechs mal so viel kosten wie jetzt, Kakao, Kaffee und Kupfer das Doppelte. Die nächsten Papiermärkte, die unter Druck geraten?
    Die Preise diese Rohstoffe werden sicher anziehen, aber diese Höhen (hoffentlich) in den meisten Fällen nicht erreichen (und sicher nicht über Nacht).
    Aber Öl, Zucker, Baumwolle und Weizen sind relativ starke „Inflationstreiber“ (was natürlich falsch bezeichnet ist; sie blähen ja keine Geldmenge auf. Sie wirken nur sehr stark auf die Teuerungsrate, sind also Teuerungs-Treiber, was jeder, der selber einkauft spüren wird).
    Bisher hat Gold die Kaufkraft massiv gesteigert, aber es kommen absehbar Zeiten, in denen es die Kaufkraft nur noch erhält. Was immer noch mehr ist, als andere Güter liefern können.

  2. Der Anleiheschrott wird auch langfristig keine Rolle mehr spielen wer soll denn den Rotz kaufen in einem so gefährlichen Umfeld wo nur noch Lug und Trug herrscht . Wir sind in einer Zeit wo besonders Gold und Silber die Hauptrolle spielen werden und das wird auch für lange Zeit so bleiben . Wir sehen doch mit eignen Augen wie Recht und Ordnung auf dieser Welt zerfällt und das wird sich auch in naher Zukunft leider nicht zum besseren wenden.

    • Du sprichst mir aus der Seele. Genau, wie Du es kurz formulierst ist die Realität und eigentlich noch schlimmer!
      Ob sich die Welt aus dieser Zerfahrenheit noch retten kann?Schon diese militärischen Ausuferungen,diese erhöhte Rüstung,diese eigene finanzielle Gier der Machthaber usw. macht einen großen Teil des Zerfalls der Gesellschaften aus.
      Aber ,um das alles aufzulisten,was da noch eine Rolle dazu beiträgt,sprengt einen normalen Kommentar.Die oberflächlichste Antwort ist dazu , der Besitz von Vermögenswerten ,vor allem Gold und nun auch Silber im immer stärkeren Maße.
      Persönlich hätte ich nicht gedacht,dass der Auslöser ( Probleme gab es schon vorher) mit Corona( wie auch immer..) und der Ukrainekrieg die Welt ins Schlingern bringen konnte mit Addition durch Trump, durch falsche Regierungen usw…
      Jedenfalls ist der Gold- und Silberanstieg schon ein mächtiges Sirenensignal der Unsicherheit für die Zukunft!

  3. Die Bank of America prognostiziert für 2026 steigende Edelmetallpreise, Gold wird bei einem Durchschnittspreis von 4.538 Dollar gesehen, während „der Silberpreis auf Basis des aktuellen Gold-Silber-Verhältnisses zwischen 135 $ und 309 $ seinen Höchststand erreichen“ könnte.

    https://www.goldseiten.de/artikel/684124–BofA~-Edelmetalle-im-Jahr-2026–Silber-koennte-Gold-uebertreffen.html

    Das entspräche einem G/S-Ratio von 1:33 bzw. 1:15, wohlgemerkt bei einem Goldpreis von 4.538 Dollar.
    Hat es alles schon mal gegeben – bis auf den Goldpreis, der noch nie so hoch war wie jetzt.

  4. Ob die USA diese Zinsen noch stemmen kann !
    Aber auch im Euroraum sieht es duster aus.
    Einzig, die Schweiz sticht heraus ind wird demnächst wohl abwerten müssen, wenn die noch ein Stück Kräuterzucker verkaufen wollen:)
    Das Hotelgewerbe muss ja schon am Zahnfleisch gehen, wie ich höre.

    • Natürlich, die machen einfach QE oder sonst irgendwelche Akrobatik.
      Die können nahezu alles außer vermutlich eine Sache: Die Inflation unter Kontrolle bringen.
      Nach dem letzten QE hat es viele Jahre gebraucht, bis die Inflation plötzlich, wie auch dem Nichts, schalgartig da war.

      Ich habe keine Erklärung dafür. Mein Bauchgefühl sagt mir aber, dass diese wellenartig in Erscheinung tritt, wie ein Poltergeist und dass die Wellenabstände sich verkürzen. Das ganze Geld wandert ja in diverse Assets, die sich aufblasen und einige davon wieder in sich zusammenfallen. Bisher wurde das ganze Kapital ja in Derivate, Aktien, Anleihen etc. „geparkt“, mit großer Wertsteiegerung, sei mal angemerkt.

      Wenn wir das was wir bei den Edelmetallen hier sehen nur der Anfang eines großen Rohstoffzyklus ist und Kapital in weitere Rohstoffe fließt, wie Öl, Lebensmittel etc., dann werden wir Inflationsraten sehen, die uns in Furcht und Schrecken veretzen werden. Oben wurde ein Ölpreis jenseits 200$ erwähnt, ich halte das für gar nicht so abwägig.

      Aktuell besteht – vermute ich – die überwiegende Einschätzung, naja, das kann man ja locker kontrollieren. Wir senken die Zinsen und wenn die Raten hoch gehen heben wir sie an. Ist das so?

      Mein Fazit: Die uns die letzten Jahre hoch vorkommende Inflation ist eigentlich sehr niedrig, weil sie zurück gestaut ist, das Kapital (massenhaft) klebt in anderen Assets, viele davon regelrecht sinnloses Zeugs (Bitcoin und anderer Kram). D.h., das ganze Geld der FED und Co kann kaum inflationär auf den normalen Markt wirken (aber es wirkt inflationär auf genau diese Assets). Wenn eine Fluchtbewegung einsetzt in dem Sinne: Weg von der Idee hin zu dem Echten, dann kann das passieren. Etwas das passieren kann,…

      Muss aber nicht.

      • Das trifft den Kern. „Liquidität“ = Flüssigkeit beschreibt das Verhalten des Geldes ja recht gut: Es schwappt umher, sie hat keinen eigenen Antrieb, sie wird bewegt, unterliegt (mehreren) Gesetzmäßigkeiten und Rahmenbedingungen. Manches lässt sich kompensieren oder zeitlich „aufhalten“, jedoch nicht vermeiden.
        Und ein großer Teil der seit 2020 erschaffenen Geldmenge landete im Finanzwesen und Crypto-Bereich. Nur das dort die Aufblähung nicht Inflation, sondern Wertzuwachs genannt wird (wie bei den Immobilien zuvor). Schwappt nur ein Teil des Geldes aus den sehr hoch berwerteten Nvidia, Apple oder Microsoft etc. zurück (zum Beispiel in Edelmetalle oder deren Minen), brechen (oder eher bersten? siehe Silber) alle Umfassungen (=Preisniveus) des „alten“ Edelmetallbeckens, die noch auf frühere Geldmengen abgestimmt waren.
        Alle realistischen Abschätzungen der künftigen Prerise für Edelmetalle (Schulden, Geldmengenausweitung, physische Knappheit bei steigendem Verbrauch, …) führen zu (aus heutiger Sicht) unrealistischen Ergebnissen, vor allem in Bezug auf die Kaufkraft zu anderen Rohstoffen.

    • Diese Explosion ist in der Tat sehr ungewöhnlich, nicht nur für uns Goldanleger, da wir jaJahrzehnte lange nur gedümpelt sind. (Mit einem kleinen Ausreißer 2011)
      Gold musste die geldmengenausweitung und schuldenorgie irgendwann abbilden. Das dies in diesem Ausmaß passiert hätten wohl die wenigsten gedacht.

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