Der Goldpreis setzt seine Rekordrally fort und steigt über 4.700 USD. Geopolitische Risiken stützen das Momentum, während steigende Marktzinsen an Bedeutung verlieren.

Gold und Silber setzen Rekordrally fort
Silber- und Goldpreis bleiben auf Rekordkurs. Gleich zum Wochenstart erzielten die Edelmetalle neue Allzeithochs. Am Dienstagmittag notierte Gold bei 4.727 USD / 4.030 EUR und Silber kostete am Spotmarkt 95,18 USD / 81,15 EUR pro Unze.
Damit verteuerten sich die Edelmetalle innerhalb einer Woche um 3 Prozent (Gold) bzw. 11 Prozent (Silber). Der Euro wertete gegenüber dem US-Dollar um 0,5 Prozent auf, sodass sich die Eurokurse der Edelmetalle entsprechend schwächer entwickelten.
Geopolitik und Strukturwandel schlagen Zinslogik: Gold und Silber bleiben trotz steigender Renditen auf Rekordkurs.
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Aktuelle Marktbedingungen: Geopolitik und strukturelle Faktoren dominieren
Zuletzt tangierte der Streit um die Grönland-Ambitionen der USA und die von Trump angedrohten Zölle im Falle von politischer Blockaden aus Europa die Märkte. Die US-Administration wird am Mittwoch auf dem Weltwirtschaftsgipfel in Davos erwartet. Hier könnte sich der Konflikt zwischen den USA und Europa weiter ausweiten.
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Darüber hinaus dominiert in Sachen Gold und Silber weiterhin der asiatische Einfluss. Dies zeigte sich auch in den starken Kursanstiegen am Montag, während in den USA aufgrund eines Feiertages nicht gehandelt wurde.
Marktzinsen steigen an
In diesem Umfeld sind an den Anleihemärkten steigende Zinsen zu verzeichnen. So stieg die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen am Dienstag auf 4,29 Prozent. Der Bereich um 4,5 Prozent wird von Analysten als kritisch für die Aktienmärkte gesehen. Dieses Niveau stellt insbesondere für kapitalintensive Branchen (Technologie, KI) eine Belastung dar. Die Indizes gaben zum Wochenbeginn etwas deutlicher nach.
Dagegen fiel der Anstieg der Renditen im Euroraum insgesamt geringer aus. Das gilt allerdings nicht für deutsche Papiere. Auch hier ergibt sich ein stärkerer Aufschlag mit 2,88 Prozent – nach 2,83 Prozent in der vergangenen Woche. Dagegen zahlt Frankreich in der Eurozone weiter die höchsten Marktzinsen (3,56 Prozent).

Zinslogik am Goldmarkt: Wirkung abgeschwächt
Steigende Zinsen gelten klassisch als Gegenwind für Gold. Sinkende Renditen würden das Edelmetall dagegen stützen. Doch dieses einfache Muster trägt derzeit nur begrenzt. Statt klarer Abflüsse aus Gold zeigen sich vor allem Verschiebungen innerhalb der Portfolios.
Dabei hat der Anleihezins einen Teil seiner Orientierungsfunktion eingebüßt. Renditen reagieren zunehmend auf das hohe Emissionsvolumen, den staatlichen Finanzierungsbedarf und taktische Nachfrage, weniger auf Konjunktur- oder Inflationssignale. Deshalb rückt der kurzfristige Zinseinfluss auf den Goldpreis aktuell in den Hintergrund.
Einordnung: Geldpolitik & Zinsen – Auswirkungen auf den Goldpreis

