Goldpreis weiter stark – Silber volatil, Anleihenmarkt im Fokus

Der Goldpreis zeigt sich weiter stark. Silber ist extrem volatil, der Anleihenmarkt rückt als Risikofaktor in den Fokus.

Goldpreis im Fokus: Goldbarren vor Finanzmarktdaten und Anleihenmarkt
Gold stark gefragt: Umschichtungen aus dem Anleihenmarkt können den Goldpreis zusätzlich antreiben.

Gold und Silber bärenstark

Die Edelmetall-Märkte bleiben hoch aufgeladen. Trotz deutlich gestiegener Schwankungen halten sich Gold und Silber auf Rekordniveau. Am Dienstagvormittag um 10:45 Uhr kostete Gold 5.088 USD beziehungsweise 4.287 EUR. Damit lag der Kurs rund acht Prozent über dem Niveau der Vorwoche. Silber zeigte sich erneut deutlich dynamischer und verteuerte sich innerhalb einer Woche um 18 Prozent auf 112,23 USD beziehungsweise 94,50 EUR.

Der Goldpreis behauptet seine Stärke trotz nervöser Märkte. Silber schwankt stark, während Anleihe-Turbulenzen in Japan Kapital umlenken.

Wie nervös der Markt derzeit ist, zeigte der Handel am Vortag. Silber lag zwischenzeitlich mehr als 13 Prozent im Plus, gab diese Gewinne jedoch bis zum Handelsschluss nahezu vollständig wieder ab. Die technische Lage bleibt nach dem steilen Anstieg angespannt, Übertreibungen werden zunehmend korrigiert.

Mehr zum laufenden Kursgeschehen: Goldpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten

Anleihen mit Crashpotenzial

Aber auch der Zinsfaktor rückt kurzfristig wieder stärker in den Fokus. Am globalen Anleihemarkt ist enormes Kapital gebunden. Bereits kleinere Umschichtungen können spürbare Effekte auf andere Anlageklassen auslösen. Derzeit richtet sich die Aufmerksamkeit vor allem auf Japan.

Der jüngste Renditesprung bei japanischen Staatsanleihen belastet etablierte Yen-Carry-Trades. Die Zinsen sind dort in kurzer Zeit auf über zwei Prozent gestiegen, nachdem sie über Jahre nahe null lagen. Aktuell rentieren zehnjährige Papiere bei rund 2,29 Prozent. Diese Verschiebung hat zuletzt auch Kapital in Richtung Edelmetalle gelenkt. Mehr dazu in unserem Hintergrundbeitrag „Goldpreis: Japan-Schock treibt Gold über 5.000 USD“.

Marktzinsen im Westen

Währenddessen zeigen sich die Renditen in den USA und Europa rückläufig. Zehnjährige US-Staatsanleihen rentierten am Dienstag bei 4,22 Prozent, deutsche Bundesanleihen bei 2,87 Prozent. In der Eurozone hat Italien Frankreich wieder als Land mit der höchsten Rendite abgelöst.

Anleiherenditen in den USA und Europa in der Übersicht am 27. Januar 2026
Anleiherenditen in den USA und Europa – Übersicht am 27. Januar 2025

Warum Zinsen den Goldpreis derzeit nur begrenzt steuern

Steigende Zinsen gelten traditionell als Belastungsfaktor für Gold. Sinkende Renditen würden das Edelmetall stützen. Dieses einfache Wirkungsmodell greift derzeit jedoch nur eingeschränkt. 

Dabei hat der Anleihezins einen Teil seiner Orientierungsfunktion verloren. Renditen reagieren zunehmend auf hohe Emissionsvolumina, staatlichen Finanzierungsbedarf und taktische Nachfrage. Konjunktur- und Inflationssignale spielen kurzfristig eine geringere Rolle. Entsprechend tritt der unmittelbare Zinseinfluss auf den Goldpreis aktuell in den Hintergrund.

Einordnung: Geldpolitik & Zinsen – Auswirkungen auf den Goldpreis

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2 Kommentare

  1. Keine Erwähnung des Preissturzes von gestern um 19:00 Uhr? Auch nicht auf den einschlägigen Seiten aus den USA?
    Das war doch beispiellos: Gold -2%, ok, volatile Zeit. Aber innerhalb von 3 Stunden über -10% bei Silber, Platin und Palladium? Auf die Minute gleich gestartet (sobald auf dieser Seite des Ozeans die Händler weg waren?), also Verkäufe mit gewollt großer Auswirkung.
    Aber über Nacht und heute morgen holen die Kurse (außer bei Platin) alle Verluste wieder auf und liegen auf Vortagsniveau (wenn auch unter der 99€ Spitze bei Silber).

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