Territoriale Ambitionen, Rohstoffkonflikte und wachsender Druck auf den Dollar erhöhen die Unsicherheit. Der Goldpreis profitiert davon strukturell.

Territoriale Machtansprüche als neuer Unsicherheitsfaktor
Die geopolitische Lage hat sich spürbar verschärft. Ein wesentlicher Grund ist die Rückkehr offener territorialer Machtansprüche in die internationale Politik. Die jüngsten Vorstöße von Donald Trump stehen exemplarisch für diese Entwicklung.
Dabei geht es längst nicht mehr nur um Handelspolitik oder Zölle. Trumps Denken folgt einer sicherheitspolitischen Logik, die ganze Regionen umfasst. Diese Logik erhöht weltweit die politische Risikoprämie. Der Goldpreis erreichte mit Kursen über 4.650 USD bzw. 4.000 EUR zuletzt neue Allzeithochs.
Territoriale Machtausdehnung auf Pump, ein geschwächter Dollar und steigende Rohstoffpreise treiben den Goldpreis strukturell nach oben.
Mehr dazu: Goldpreis aktuell – Hintergründe, Treiber und Marktanalysen
Mittelamerika und die neue Sicherheitsarchitektur
Besonders Mittelamerika rückt in den Fokus dieser Strategie. Länder wie Panama geraten wegen strategischer Infrastruktur wie des Panamakanals verstärkt ins Blickfeld. Auch Kuba passt in dieses geopolitische Raster.
Die zentrale Frage lautet: Welches Land kann sich noch sicher fühlen, wenn ganze Regionen pauschal zur sicherheitspolitischen Einflusssphäre erklärt werden? Solche Ansätze widersprechen etablierten völkerrechtlichen Normen – und nähren globale Unsicherheit.
Von Kanada bis Grönland: Macht kennt wieder Grenzenlosigkeit
Schon früher hatte Trump öffentlich über eine engere politische Einbindung von Kanada spekuliert. Später folgte das Angebot, Grönland zu kaufen – oder notfalls militärisch zu sichern. Diese Aussagen markieren einen Paradigmenwechsel. Territoriale Fragen werden wieder offen formuliert. Genau das verschiebt die Wahrnehmung politischer Stabilität.
Die Kosten globaler Machtpolitik
Zwar verfügen die USA über das weltweit stärkste Militär. Doch diese Vormachtstellung ist nicht kostenlos. Territorialer Machtausbau bedeutet dauerhaft höhere Staatsausgaben – finanziert auf Kredit. Dabei geht es nicht nur um Sicherheit. Der Zugriff auf strategische Rohstoffe entscheidet über technologischen Vorsprung und künftigen Wohlstand.
Rohstoffe als geopolitischer Machtfaktor
Der globale Rohstoffmarkt sendet deutliche Signale. Silber, ein Schlüsselmetall für Rüstung, Künstliche Intelligenz, Photovoltaik und Elektromobilität, ist seit Jahresbeginn um weitere dreißig Prozent gestiegen – nach einem Plus von nahezu 160 Prozent im Jahr 2025. Doch auch Kupfer, Aluminium, Nickel und Seltene Erden verteuern sich spürbar. Dieser breite Anstieg zeigt: Der Wettbewerb um Ressourcen hat begonnen. Gleichzeitig baut sich damit ein neuer Inflationsimpuls auf.
Goldpreis als Schutz vor geopolitischer Inflation
Steigende Rohstoffpreise wirken zeitverzögert. Früher oder später schlagen sie sich in höheren Produktionskosten und Verbraucherpreisen nieder. Inflation wird damit zur logischen Folge geopolitischer Machtpolitik. Hinzu kommt: Trumps territoriale Ambitionen sind hochdefizitär. Um sie finanzierbar zu halten, braucht es niedrige Zinsen – für den Staat ebenso wie für die kapitalintensive US-Techbranche. Dazu braucht der Staat kaufkräftige private Imvestoren und eine gesunde Dollar-Nachfrage. Ansonsten bleibt nur die gefährliche Staatsfinanzierung durch die Notenpresse.
Schulden, Zinsen und systemischer Druck
Die US-Staatsschulden liegen inzwischen bei rund 38 Billionen US-Dollar und haben im Verhältnis zum BIP stark zugenommen – ein Maß dafür bietet die Serie des Federal Reserve Economic Data (FRED) zur Staatsverschuldung in Prozent des Bruttoinlandsprodukts.
Laut den Daten der Federal Reserve Bank of St. Louis ist dieser Wert in den letzten Jahren deutlich gestiegen und lag zuletzt bei 125 Prozent (US Federal Government Debt to GDP, FRED). Das erklärt, warum niedrige Zinsen politisch so entscheidend geworden sind.

Jetzt schon nimmt die politische Druck auf die Federal Reserve zu. Der nächste Fed-Präsident soll der Regierung möglichst gewogen sein – Jerome Powells Amtszeit endet im Mai. Eine politisch beeinflusste Geldpolitik untergräbt jedoch das Vertrauen in die Währung. Dabei gilt ein schwächerer Dollar historisch als zentraler Treiber steigender Edelmetallpreise.
Mehr dazu: Geldpolitik & Zinsen und ihr Einfluss auf den Goldpreis
Gold statt US-Dollar
Ein oft unterschätzter Aspekt ist die schrittweise Abkehr vom US-Dollar als globale Reservewährung. Dieser Prozess läuft seit Jahren. Er vollzieht sich leise, aber konsequent.
Immer mehr Staaten diversifizieren ihre Währungsreserven, reduzieren Dollar-Bestände und erhöhen ihre Goldkäufe. Gold ist dabei kein politisches Versprechen, sondern ein neutrales, schuldenfreies Vermögensgut.
Zentralbanken weltweit haben in den vergangenen Jahren so viel Gold gekauft wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Gold dient als Absicherung gegen Währungsrisiken, Sanktionen und geopolitische Verwerfungen. Je stärker geopolitische Machtpolitik in den Vordergrund rückt, desto logischer wird Gold als Instrument staatlicher Vermögenssicherung. Trumps Politik dürfte diesen Trend weiter beschleunigen.
Mehr dazu: Goldreserven weltweit: Aktuelle Zahlen, Länder-Raking und Entwicklungen
Vom Staat zum Anleger: ein stiller Gleichlauf
Was Staaten vormachen, bleibt nicht folgenlos für private Anleger. Historisch zeigt sich ein klarer Gleichlauf: Wenn Staaten Währungsrisiken reduzieren und Gold akkumulieren, folgt der private Sektor zeitverzögert. Dabei gilt: Gold wird nicht gekauft, weil es steigt. Es steigt, weil es gebraucht wird – als Schutz realer Kaufkraft.
Der Goldpreis ist in diesem Umfeld kein Spekulationsobjekt, sondern ein Spiegel politischer Risiken. Trumps Machtpolitik, der globale Rohstoffkampf, die Erosion des Dollar-Vertrauens und der Druck auf die Geldpolitik greifen ineinander.
Territoriale Machtausdehnung ist teuer, kreditfinanziert und inflationär. Gleichzeitig beschleunigt sie die Abkehr vom US-Dollar – und genau deshalb heizt sie die Gold-Rally weiter an.
Tipps für Anleger: Gold kaufen – Wie man sicher und günstig Edelmetall erwirbt


Sehr geehrter Herr Fröhlich, ich hätte eine Idee: Sie haben ja sehr prägnante KI-Grafiken.
Für die Seite „Goldpreis aktuell“ folgende Idee als Top:
Aktuell (19.1.) ca. 8 % Kursgewinn bei Gold bzw. Verlust bei FIAT.
Folgendes Bild:
Ein hübscher grüner 100-Euro-Schein.
Die Zahl drauf: 92
Rechts oben beginnend sind 8 % der Fläche schon abgebrannt.
U.s.w.,,wie es im Jahr weitergeht.
Solange noch was von dem Schein übrig ist.
Motto:
Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte.
Grüße vom bösen Zyniker.