„Die COMEX-Störung könnte mehr ausgelöst haben als nur einen Ausfall: Händler warnen vor möglichen Nachbeben – und was das für den Goldpreis bedeutet.

Die COMEX-Störung stoppte Gold-Futures und verzögerte Orders. Händler warnen, dass daraus kurzfristige Bewegungen beim Goldpreis entstehen könnten.
Störung an der COMEX – Goldpreis als sensibler Gradmesser
Die Cooling-Panne im CyrusOne-Rechenzentrum führte am Freitag zu einem vollständigen Stillstand auf der CME-Globex-Plattform – und damit auch zu einem Aussetzen des Handels mit Gold-Futures, die an der COMEX den globalen Referenzpreis prägen. Für den Goldpreis ist ein solcher Ausfall besonders relevant, da der Terminmarkt die kurzfristige Preisbildung entscheidend beeinflusst.
Die Hintergründe der Störung haben wir hier erläutert: COMEX-Daten zeigen ungewöhnliche Marktbewegungen.
Händler: „Quotes für Futures sind einfach eingefroren“
Mehrere Marktteilnehmer berichteten laut dem britischen Portal Cryptodaily, dass die Futures für Gold, Krypto, Argrarprodukte, Rohöl, Devisen und viele andere Produkte „innerhalb von Sekunden“ zum Stillstand kamen.
Analyst Michael Brown (Pepperstone) sprach von einem „extrem ungewöhnlichen Vorgang“, denn „die Plattform, auf der wir alle handeln, ist uns einfach weggebrochen“.
Broker wie OANDA und IG meldeten Aussetzer in ihren Metallkursen. Einige Häuser schalteten Gold zeitweise komplett ab, um Fehlpreise und Risiken zu vermeiden. Spreads zogen an, interne Risikomodelle für Gold gingen automatisch auf Defensive.
Warum der Goldpreis besonders anfällig ist
Dass kein unmittelbarer Preisschock folgte, lag am dünnen US-Handel nach Thanksgiving. Doch Händler warnen, dass der Goldpreis erst zeitverzögert reagieren könnte – aus drei Gründen:
- Nachholende Gold-Orders, die während der Störung nicht ausgeführt wurden
- Hedging-Prozesse, die erst nach Wiederanlauf triggen
- Breitere Spreads, die kleine Bewegungen verstärken können
Damit steigt die Chance auf kurzfristige Ausschläge, sobald die Liquidität wieder voll zurückkehrt und Händler ihre offenen Gold-Positionen neu ausrichten.
Ein Infrastrukturrisiko, das den Goldhandel direkt betrifft
Der Vorfall rückt erneut die Verwundbarkeit der Preisbildungsmechanik bei Gold in den Fokus. Ein Ausfall zentraler Rechenzentrums-Infrastruktur kann die wichtigste Preisreferenz im Edelmetallhandel minuten- oder stundenlang blockieren.
Institutionelle Akteure beobachten nun verstärkt, wie stabil die Systemarchitektur rund um die Gold-Futures tatsächlich ist – vor allem in Phasen geringer Liquidität.
Mehr dazu: Goldpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten

