Der Goldpreis blickt auf ein außergewöhnliches Jahr zurück. Historische Daten zeigen: Der Januar gilt seit Jahrzehnten als stärkster Goldmonat – auch wegen spezieller Marktbedingungen zum Jahresbeginn.

Goldpreis-Bilanz 2025: Starkes Jahr auf Rekordniveau
Der Goldpreis beendete das Jahr 2025 am Spotmarkt mit 4.367 US-Dollar pro Unze. Das entsprach 3.718 Euro auf Basis des Londoner Referenzkurses. Im Jahresverlauf verteuerte sich Gold damit um 67 Prozent in US-Dollar und um 48 Prozent in Euro.
Der Januar ist statistisch der beste Goldmonat – zugleich zeigt die Historie eine ungewöhnlich große Spannweite der Monatsrenditen.
Auch langfristig fällt die Entwicklung deutlich aus. Seit 2010 hat sich der Euro-Goldpreis mehr als verdreifacht. Die durchschnittliche jährliche Performance auf Basis der Jahresschlusskurse von Gold liegt bei 8,8 Prozent. Die Stärke zeigte sich nicht nur in Euro oder US-Dollar, sondern auch in vielen anderen Währungen (Unsere Analyse: Goldpreis 2025 weltweit explodiert: Diese Länder verloren am meisten Kaufkraft.
Goldpreis im Januar: Der statistisch beste Monat
Mit dem Jahreswechsel rückt traditionell der Januar in den Fokus. Historisch gilt er als stärkster Goldmonat. Seit 1970 ergibt sich für diesen Zeitraum ein durchschnittlicher Kursgewinn von 2,88 Prozent. Kein anderer Monat erreicht einen vergleichbaren Mittelwert.
Zum Jahresende 2025 schloss der Euro-Goldpreis im Dezember mit einem Plus von 2,8 Prozent. Monatsverluste traten im gesamten Jahr lediglich im Mai und Juni auf. Die Ausgangslage zum Jahresbeginn bleibt damit grundsätzlich stabil.
Historische Erfolgsquote seit 1970
Die Auswertung der Goldpreis-Daten auf Euro-Basis seit 1970 (LBMA-Kurs) bestätigt den positiven Januar-Effekt. In 37 von 56 Jahren beendete Gold den Monat mit einem Kursgewinn. Die statistische Erfolgsquote liegt damit bei rund zwei Dritteln.
Ausgeprägte Januar-Rallys sind zwar möglich, aber nicht die Regel. Häufig dominieren moderate Zugewinne, die sich aus einer Kombination aus Saisonalität, Positionierung und Marktpsychologie ergeben.

Warum der Januar oft Rückenwind liefert
Neben der Statistik spielen strukturelle Marktmechanismen eine Rolle. Zu Jahresbeginn sind viele institutionelle Marktteilnehmer noch nicht vollständig aktiv. Händler, Fondsmanager und große Handelsdesks befinden sich teils noch im Urlaub oder fahren ihre Positionierung erst schrittweise hoch.
Das führt häufig zu:
- dünneren Handelsumsätzen
- geringerer Liquidität
- weniger ausgeprägtem Gegenwind auf der Verkäuferseite
Außerdem decken sich chinesische Großhändler mit Gold für die anstehenden Festtage ein (Chinesisches Neujahr am 16. Februar / Frühlingsfest).
In solchen Marktphasen können bereits vergleichsweise kleine Kaufimpulse stärkere Kursbewegungen auslösen. Gleichzeitig ist die Bereitschaft großer Banken oder Handelsabteilungen, aktiv gegen steigende Goldpreis-Kurse zu positionieren, oft geringer als in umsatzstarken Monaten. Auch kurzfristige Verkaufsstrategien oder aggressive Absicherungen treten zum Jahresbeginn häufig in den Hintergrund.
Extremwerte: Januar ist ein Monat mit großer Spannweite
Ein Blick auf die Historie zeigt: Der Januar ist nicht nur im Durchschnitt stark, sondern fällt auch durch kräftige Ausschläge auf. In den Daten seit 1970 finden sich mehrere zweistellige Monatsgewinne – darunter 1980 mit +28,64 Prozent und 1974 mit +24,33 Prozent. Auch 2009 brachte im Januar ein Plus von +16,46 Prozent. Auf der anderen Seite stehen ebenso markante Rückgänge: 1975 verzeichnete ein Minus von -11,35 Prozent, 1976 -9,89 Prozent und 2011 -8,87 Prozent.
Damit wird deutlich: Der Januar kann Gold kräftig anschieben – oder spürbar abbremsen. Für die Praxis heißt das: Die Saisonalität liefert einen Rückenwind im Mittel, aber der Weg dorthin ist historisch oft volatil.
Goldpreis im Januar: Tops und Flops seit 1970
Die Übersicht zeigt die stärksten und schwächsten Januar-Entwicklungen des Goldpreises seit 1970.
Die beste Januar-Performance seit 1970 (Top-5)
- 1980: +28,64 %
- 1974: +24,33 %
- 2009: +16,46 %
- 1983: +12,84 %
- 2015: +12,54 %
Die schlechteste Januar-Performance seit 1970 (Top-5)
- 1975: -11,35 %
- 1976: -9,89 %
- 2011: -8,87 %
- 1981: -6,61 %
- 1991: -6,20 %
Einordnung: Statistischer Vorteil – aber nicht risikofrei
Die langfristige Statistik spricht für einen positiven Jahresauftakt beim Goldpreis. Gleichzeitig unterstreichen die Extremwerte, dass der Januar kein „ruhiger“ Monat ist. In Phasen mit dünner Liquidität zu Jahresbeginn können Bewegungen schneller größer werden – nach oben ebenso wie nach unten. Wer den Januar-Effekt nutzt, sollte ihn daher als Wahrscheinlichkeitsvorteil verstehen, nicht als Garantie.
Die Goldreporter-Redaktion wünscht allen Leserinnen und Lesern ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2025!

