Der Goldpreis befindet sich auf einer Rekordrally. Dabei haben die Banken an der COMEX ihre Short-Positionen Anfang Januar deutlich ausgebaut.

Goldpreis weiter stark
Der Goldpreis stieg im vergangenen Jahr um 67 Prozent. Im Januar hat sich Gold bereits um weitere 7 Prozent verteuert. Dabei scheint die Silber-Rally alle Edelmetalle mit nach oben zu reißen. Wie ungewöhnlich diese Hausse ist, zeigt auch die Neupositionierung der US-Banken. So sind diese im Handel mit Silber-Futures im Dezember erstmals auf die Käuferseite gewechselt und haben diese Position im Januar weiter ausgebaut.
Die Goldrally läuft – dabei setzen die Banken parallel stärker auf fallende Kurse.
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Banken erhöhen Short-Positionen auf Gold
Im Gegensatz dazu haben die im US-Gold-Futures-Handel engagierten Banken ihre Netto-Short-Position Anfang Januar aufgestockt. Denn laut dem aktuellen Bank Participation Reports der US-Börsenaufsicht CFTC waren das die Netto-Positionen per 6. Januar 2026 (Veränderung gegenüber Vormonat):
- 5 US-Banken: 89.148 Kontrakte netto-short (+18 %)
- 24 Nicht-US-Banken: 128.430 Kontrakte netto-short (+1,4 %)
- Alle 29 Banken: 217.578 Kontrakte netto-short (+7,7 %), was rund 676 Tonnen entspricht an Vorwärtsverkäufen entspricht.
Währenddessen hat sich die Banken-Konzentration auf der Short-Seite nur leicht verringert. Denn die Vorwärtsverkäufe aller Banken hatten Anfang Januar einen rechnerischen Anteil am gesamten Open Interest von 53 Prozent (Vormonat: 55 Prozent).

Bankenpositionen, Goldmarkt und Goldpreis
Zwar lassen sich aus den Veränderungen der Bankenpositionen keine unmittelbaren Schlüsse auf Ursachen und Wirkungen für den Goldpreis ableiten. Banken agieren als Market Maker, handeln Gold aber auch auf eigene Rechnung.

In der Vergangenheit bauten die Banken bei steigendem Goldpreis regelmäßig parallel zu den Long-Positionen der Spekulanten ihre Netto-Short-Position auf, während sie bei fallenden Kursen Terminverkäufe glattstellten.
Aktuelle Einordnung
Mit ihrer gestiegenen Netto-Short-Position stellt der Bankensektor weiter die Kontrahenten für die long-positionierten Gold-Spekulanten. Das ist im Zuge des stark gestiegenen Goldpreises eine typische Entwicklung. Das heißt, auf dem Goldmarkt sehen wir noch keine grundlegenden Strukturveränderungen wie bei Silber. Je weiter die Goldrally fortschreitet, desto größer wird das Interesse dieser Banken an einer Goldpreis-Korrektur.
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