Der Goldpreis setzt seine Rekordrally fort und steht vor der 5.000-Dollar-Schwelle. Die aktuellen Daten vom US-Terminmarkt bestätigen die anhaltende Marktstärke bei Gold.

Goldpreis kratzt an 5.000-Dollar-Marke
Der Goldpreis hat sein Aufwärtsmomentum in der vergangenen Woche noch einmal verstärkt – auch nach einem technischen Ausbruch. Am Freitag ging das Edelmetall mit 4.987 USD pro Unze aus dem Spothandel, das entsprach 4.216 EUR. Damit verteuerte sich Gold innerhalb einer Woche um 7,8 Prozent (+6,1 Prozent in EUR). Im Jahresverlauf ist der Goldpreis bereits um 16 Prozent gestiegen (+15 Prozent in EUR). Silber hat am Freitag erstmals die Marke von 100 US-Dollar pro Unze überschritten.
CoT-Daten, steigender Open Interest und stabile COMEX-Bestände untermauern die Goldpreis-Rally nahe 5.000 USD.
Mehr zu den Tagesbewegungen: Goldpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten
CoT-Daten aktuell
Wie hat sich die Lage am US-Terminmarkt entwickelt? Dazu analysieren wir die aktuellen CoT-Daten mit der Positionierung der größten Händlergruppen in Gold-Futures-Handel per 20. Januar 2026.


Commercials: Die kommerziellen Händler wiesen eine Netto-Short-Position von 289.689 Kontrakten auf – ein Rückgang um 2,5 Prozent gegenüber der Vorwoche. Vor allem die eigentlichen Goldverwender (Prod/Merch/Proc/User) bauten Verkaufspositionen ab (Netto-Short-Position -17 %). Das „Smart Money“ rechnete offensichtlich mit einer Fortsetzung der Goldpreis-Rally.
Große Spekulanten: Die Netto-Long-Position der als Spekulanten klassifizierten Trader sank um rund 2,6 Prozent auf 244.770 Kontrakte.
Open Interest steigt deutlich
Die Summe aller offenen Gold-Kontrakte stieg zunächst minimal auf 528.004 Kontrakte (Dienstag), erhöhte sich dann aber bis zum Wochenausgang deutlich um 3,7 Prozent auf 547.749 Kontrakte (Freitag). Im Wochenvergleich (Freitag bis Freitag) nahm der Open Interest um 5,5 Prozent zu. Das signalisiert eine deutliche Zunahme der Handelsaktivität an der COMEX im Rahmen des starken Goldpreis-Anstiegs.
Gold-Optionen: Puts nehmen stärker zu
Im Gold-Options-Handel hat die Anzahl der Puts erneut stärker zugenommen als jene der Calls. Deshalb stieg die Put/Call-Ratio auf 0,789. Das heißt, auf 100 Put-Optionen kamen 127 Call-Optionen (Vorwoche: 137). Dabei stieg der Open Interest um 12 Prozent auf 943.394 Optionen.
COMEX-Bestände wenig verändert
Die Goldbestände in den COMEX-Tresoren sind minimal gestiegen. Laut CME Group betrug die Lagermenge per 22. Januar 2026 insgesamt 36,14 Millionen Unzen – 10.000 Unzen mehr als vor einer Woche. Dabei stiegen die Bestände der Kategorie „registered“ (sofort verfügbar) um 20.000 Unzen auf 18,88 Millionen Unzen, was stabilen 52 Prozent der Gesamtbestände entspricht.
Bezogen auf die gesamten Lagerbestände sank die physische Deckung im Gold-Futures-Handel aber von 69 Prozent in der Vorwoche auf zuletzt 66 Prozent. Im historischen Vergleich ist das immer noch ein hoher Wert. In den vergangenen Jahren schwankte die Spanne zwischen etwa 30 und dem Rekord von 98 Prozent (im April 2025).
Auslieferungsanträge steigen weiter
Für den Januar-Kontrakt summieren sich die Anträge auf physische Auslieferung inzwischen auf 11.667, was rund 36 Tonnen Gold entspricht. Innerhalb einer Woche kamen damit 2.939 Anträge hinzu, gleichbedeutend mit weiteren 9,1 Tonnen. Im Dezember hatte die Zahl der Auslieferungsanträge bei 37.098 gelegen, entsprechend rund 115 Tonnen.
Der historische Höchstwert wurde im Januar 2025 mit insgesamt 238 Tonnen erreicht.
Zur Übersicht: CoT-Daten Gold – Wöchentliche Auswertung
Goldpreis volatil auf Rekordhoch
Der Goldpreis schob sich in der vergangenen Woche unter teils starken Intraday-Schwankungen in mehreren Wellen nach oben und schloss auf Wochen- und Rekordhoch. Nach der Entspannung um die Grönland-Ambitionen der USA in Davos entwickelte sich der Gesamtmarkt freundlich.

Ausblick: Marktstärke bleibt, aber technisch überdehnt
Der Goldpreis näherte sich zuletzt zielstrebig der Marke von 5.000 US-Dollar. Nachdem bei Silber die Barriere von 100 US-Dollar gefallen ist, dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis auch Gold das nächste runde Kursziel erobert. Dass der Open Interest im Zuge der Rally weiter gestiegen ist, ist ein Zeichen anhaltender Marktstärke. Allerdings steuert Gold aus technischer Sicht erneut in eine Phase mit deutlicher Kursüberhitzung. Tagesrücksetzer muss man daher einkalkulieren.
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