Nach Goldpreis-Einbruch und Margins-Anhebungen ziehen sich Long-Spekulanten vom US-Terminmarkt zurück. CoT-Daten und Open Interest deuten auf eine Bereinigung hin.

Goldpreis bleibt volatil
Der Goldpreis hatte am Freitag vor einer Woche den stärksten Tagesverlust seit dem 28. Februar 1983 verzeichnet. Damit begann eine scharfe Korrekturphase. In den folgenden Handelstagen schwankte der Kurs stark und rang mehrfach um die Marke von 5.000 US-Dollar. Zum Wochenschluss notierte Gold am Spotmarkt bei 4.967 USD beziehungsweise 4.201 EUR. Das entsprach einem Rückgang von rund elf Prozent gegenüber dem Rekordhoch vom 29. Januar 2026. Trotz der Korrektur lag der Goldpreis seit Jahresbeginn weiterhin etwa 15 Prozent im Plus.
Der Gold-Terminmarkt wird bereinigt. Spekulanten bauen Positionen ab, Open Interest bricht ein. Steht der Goldpreis vor einer Stabilisierung?
CME Group greift in den Terminmarkt ein
Die CME Group hatte zuletzt die Margin-Regeln im US-Futures-Handel angepasst. Statt fixer Beträge gelten nun prozentuale Margins, die sich mit dem Goldpreis verändern. Diese Prozentsätze wurden zuletzt angehoben. Dadurch stiegen die Anforderungen an die Sicherheitsleistungen erneut. Die Folge war ein deutlicher Rückzug spekulativer Marktteilnehmer aus dem Gold- und Silber-Futures-Handel, was sich klar in den aktuellen CoT-Daten widerspiegelt.
Mehr zu den Tagesbewegungen: Goldpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten
CoT-Daten: Positionierungen deutlich reduziert
Für den Stichtag 3. Februar 2026 zeigt sich eine spürbare Bereinigung im Terminmarkt.


Bei den Commercials sank die Netto-Short-Position gegenüber der Vorwoche um 16 Prozent auf 207.778 Kontrakte. Besonders stark reduzierte das „Smart Money“ (u.a. Produzenten, Großhändler) ihre Absicherungspositionen. Deren Netto-Short-Bestand ging um 39 Prozent zurück.
Auch bei den großen Spekulanten kam es zu einem deutlichen Abbau. Die Netto-Long-Position verringerte sich um 19 Prozent auf 165.604 Kontrakte. Damit wurde der niedrigste Stand seit dem 20. Mai 2025 erreicht. Vor allem das „Managed Money“ (Hedgefonds, Investmentgesellschaften) strichen hier die Segel (Netto-Long -22 %).
Open Interest bricht ein
Parallel dazu ist der Open Interest massiv gesunken. Die Zahl der offenen Gold-Futures-Kontrakte fiel im Wochenvergleich um 16 Prozent auf 409.694 Kontrakte. Bis zum Freitag verringerte sich der Wert weiter auf 403.239 Kontrakte. Von Freitag zu Freitag ergab sich ein Minus von sechs Prozent. Innerhalb von zwei Wochen summierte sich der Rückgang auf 26 Prozent.
Optionsmarkt signalisiert wieder Zuversicht
Im Gegensatz dazu nahm der Open Interest im Gold-Optionshandel um knapp zehn Prozent auf 869.591 Kontrakte zu. Gleichzeitig sank die Put/Call-Ratio auf 0,652. Damit entfielen zuletzt 153 Call-Optionen auf 100 Puts, nach 148 in der Vorwoche. Der Optionsmarkt deutete damit wieder eine stärkere Positionierung auf einen steigenden Goldpreis an.
COMEX-Bestände weiter rückläufig
Die Goldbestände an der COMEX sind weiter gesunken. Per 5. Februar 2026 belief sich die gesamte Lagermenge auf 35,37 Millionen Unzen. Das entsprach einem Rückgang von rund 370.000 Unzen gegenüber der Vorwoche. Die sofort verfügbaren Bestände der Kategorie „registered“ gingen um 660.000 Unzen auf 18,37 Millionen Unzen zurück. Ihr Anteil an den Gesamtbeständen lag weiterhin bei 52 Prozent.
Im Gegenzug stieg die physische Deckung im Gold-Futures-Handel deutlich an. Sie erhöhte sich auf 88 Prozent, nach 73 Prozent in der Vorwoche. Historisch betrachtet bewegt sich dieser Wert deutlich im oberen Bereich. In den vergangenen Jahren reichte die Spanne von etwa 30 Prozent bis zum Rekordniveau von 98 Prozent im April 2025.
Auslieferungsanträge ziehen kräftig an
Für den laufenden Februar-Kontrakt summierten sich die Anträge auf physische Auslieferung zuletzt auf 33.616 Kontrakte. Das entspricht rund 104 Tonnen Gold. Innerhalb einer Woche kamen 6.096 Anträge hinzu. Zum Vergleich: Im gesamten Januar waren es lediglich 11.862 Kontrakte beziehungsweise rund 37 Tonnen.
Der bisherige Rekord stammt aus dem Februar 2025. Damals wurden 76.567 Auslieferungsanträge gestellt, was etwa 238 Tonnen Gold entsprach.
Zur Einordnung: CoT-Daten Gold – Wöchentliche Auswertung
Starke Schwankungen prägen den Wochenverlauf
Der Wochenhandel war von hoher Volatilität geprägt. Nach erneuten Verlusten zum Wochenauftakt stieg der Goldpreis bis Mittwoch wieder über 5.000 US-Dollar. Dieses Niveau konnte jedoch nicht gehalten werden. Zwischen Wochenhoch und Wochentief lagen rund 600 US-Dollar oder etwa 14 Prozent.

Ausblick
Der stark gesunkene Open Interest zeigt, dass im Zuge der Korrektur zahlreiche spekulative Positionen aus dem Markt gedrängt wurden. Die zuletzt zum Handelsschluss am Freitag eingeführte Margin-Erhöhung löste keinen weiteren Abgabedruck mehr aus. Entscheidend wird nun sein, ob sich der Goldpreis bei nachlassender Volatilität stabilisieren kann. Die Marke von 5.000 US-Dollar bleibt dabei ein zentraler Orientierungspunkt.
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