Der Goldpreis lag in China zuletzt erneut über dem europäischen Spotkurs. Der China-Spread verringerte sich im Zuge der Korrektur deutlich.

Goldpreis-Aufschlag in China schrumpft
Der Goldpreis lag in China am vergangenen Freitag erneut über dem europäischen Spotkurs. Am Vormittag (MEZ) wurde Gold an der Shanghai Gold Exchange rund 10 US-Dollar je Feinunze teurer gehandelt als in Europa. Im Zuge des jüngsten Goldpreis-Rücksetzers verringerte sich damit der sogenannte China-Spread spürbar.
Der Goldpreis bleibt in China über dem Spotkurs – doch der schrumpfende Spread signalisiert eine kurzfristige Abkühlung der physischen Nachfrage.
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Messzeit: [Fr. 06.02.26, 14:30 h Shanghai] / [08:30 h MEZ Berlin]
Aufschlag China → Europa Spot: +10 USD/oz (30.01.26: +17 USD); Δ: -7 USD
Silber weiterhin mit hohem China-Aufschlag
Auch am Silbermarkt bleibt der Preisabstand deutlich, obwohl sich der Aufschlag zuletzt ebenfalls verringerte. Nach Berechnungen von Goldreporter lag der Silberpreis an der Shanghai Gold Exchange am Freitag bei 9,5 US-Dollar je Unze beziehungsweise rund 13 Prozent über dem internationalen Spotpreis. In der Vorwoche hatte der Aufschlag noch etwa 19 US-Dollar beziehungsweise 18 Prozent betragen.
| Markt / Kennzahl | 06.02.26 | 30.01.26 | Δ |
|---|---|---|---|
| Gold China SGE Fix (CNY/Gramm) | 1.085,72 | 1.160,68 | -6,5 % |
| Gold China SGE (USD/Gramm) | 156,29 | 166,76 | -6,3 % |
| Goldpreis China SGE (USD/oz) |
4.861 | 5.187 | -326 |
| Goldpreis Europa (USD/oz) |
4.851 | 5.170 | -319 |
| Aufschlag/Abschlag China → Europa (USD/oz) |
+10 | +17 | -7 |
Bedeutung für den physischen Markt
Anhaltende Preisaufschläge in China erhöhen grundsätzlich die Attraktivität von Arbitragegeschäften und begünstigen physische Metallströme nach Asien. Solche Spreads gelten als Hinweis auf reale Nachfrage, die den Weltmarkt unmittelbar beeinflussen und die internationalen Edelmetallpreise stützen kann.
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Sollte sich der Preisabstand jedoch nachhaltig schließen, wäre dies ein Signal für eine nachlassende Inlandsnachfrage. In diesem Fall würde China kurzfristig an preislicher Führungsrolle verlieren. Umgekehrt bleibt ein stabil positiver Spread ein Hinweis auf aktive physische Käufe. Der China-Spread fungiert damit weniger als Trendtreiber, sondern eher als Frühindikator für kurzfristige Marktverschiebungen.