Der Goldpreis konsolidiert rund zehn Prozent unter dem Rekordhoch. Banken haben im Zuge der Korrektur Short-Positionen deutlich reduziert.

Goldpreis 10 Prozent unter Bestmarke
Der Goldpreis befindet sich weiter auf Konsolidierungskurs. Nach dem Rekordhoch Ende Januar kamen die Edelmetalle erst einmal deutlich zurück. Am heutigen Dienstag notierte der Goldpreis mit Kursen um 5.050 USD rund 10 Prozent unter Bestmarke. Silber lag mit 82 USD noch 32 Prozent hinter dem Allzeithoch zurück.
Während der Goldpreis rund zehn Prozent unter dem Rekordhoch konsolidierte, bauten die Banken spürbar aus Short-Risiken ab.
Die Edelmetall-Rally war auch deshalb ungewöhnlich, weil die US-Banken Anfang Januar im Handel mit Silber-Futures auf die Käuferseite gewechselt waren. Mit dem Trendwechsel hat sich die Lage wieder gedreht.
Banken bauen in der Korrektur Short-Positionen ab
Wir betrachten dazu den aktuellen Bank Participation Report der US-Börsenaufsicht CFTC. Er enthält die zusammengefassten Banken-Positionen im Handel mit Gold- und Silber-Futures per 6. Februar 2026
Zunächst einmal haben die Insitute im Goldpreis-Rückgang erhebliche Short-Positionen glattgestellt – insbesondere die Nicht-US-Banken:
- 5 US-Banken: 84.030 Kontrakte netto-short (-6 %)
- 24 Nicht-US-Banken: 98.575 Kontrakte netto-short (-23 %)
- Alle 29 Banken: 182.605 Kontrakte netto-short (-16 %), was rund 567 Tonnen an Vorwärtsverkäufen entspricht (Vormonat: 676 Tonnen).
Währenddessen hat sich die Banken-Konzentration auf der Short-Seite erhöht. Denn die Vorwärtsverkäufe aller Banken hatten Anfang Januar einen rechnerischen Anteil am gesamten Open Interest von knapp 55 Prozent (Vormonat: 53 Prozent).

Silber-Futures
Im Handel mit Silber-Futures waren die US-Banken bereits im Dezember leicht auf die Käuferseite gerückt. Diese Netto-Long-Position stieg bis Anfang Januar auf umgerechnet 162 Tonnen (1.047 Kontrakte á 5.000 Unzen).
Nun waren die US-Geldhäuser in der vergangenen Woche wieder mit 5.128 Kontrakten netto-short positioniert. Das heißt, sie verkauften umgerechnet 797 Tonnen Silber auf Termin. Der mit Abstand größte Akteur auf dem Silbermarkt ist die US-Investmentbank JP Morgan.
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Bankenpositionen, Edelmetalle, Goldpreis
Zwar lassen sich aus den Veränderungen der Bankenpositionen keine unmittelbaren Schlüsse auf Ursachen und Wirkungen für den Goldpreis ableiten. Banken agieren als Market Maker, handeln Gold aber auch auf eigene Rechnung. Sie stellen die wichtigsten Kontrahenten für die long-positionierten Gold-Spekulanten dar.
In der Vergangenheit bauten die Banken bei steigendem Goldpreis regelmäßig parallel zu den Long-Positionen der Spekulanten ihre Netto-Short-Position auf, während sie bei fallenden Kursen Terminverkäufe glattstellten. Das ist im Zuge des starken Goldpreis-Rückgangs auch diesmal geschehen.
Mit der Gold-Korrektur und dem Abbau von Short-Positionen haben sich die Institute auch ein Stück weit von finanziellen Risiken einer fortgesetzten Gold- und Silber-Rally befreit.
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