Sonntag,15.Februar 2026
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Goldpreis: Ausverkauf vor Handelspause – folgt jetzt die Marktberuhigung?

Nach dem Flash-Crash und deutlichem Positionsabbau bleibt der Goldpreis stark schwankungsanfällig. Nun trifft der Markt auf eine Phase reduzierter Handelsaktivität.

Goldpreis nach Ausverkauf vor Handelsruhe
Goldpreis bleibt volatil. Nach dem Ausverkauf am Donenrstag rückt die Handelsruhe in den Fokus.

Goldpreis-Schwankungen bleiben ausgeprägt

Gold und Silber erlebten erneut eine volatile Handelswoche. Nach der Erholung zu Wochenbeginn kam es am Donnerstag zu einem scharfen Kurseinbruch mit Notierungen unter 5.000 USD je Unze. Am Freitag überschritt der Goldpreis diese Marke erneut und beendete die Woche (CME Spot) bei 5.041 USD beziehungsweise 4.247 EUR.

Der zuletzt deutliche Positionsabbau im Futures-Handel trifft auf eine Phase reduzierter Marktaktivität – eine klassische Konstellation für mögliche Volatilitätsberuhigung.

Mehr zu den Tagesbewegungen: Goldpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten

CoT-Daten: Händler bauen Positionen ab

Ein Blick auf die aktuellen CoT-Daten per 10. Februar 2026 zeigt deutliche Verschiebungen bei den wichtigsten Händlergruppen im Gold-Futures-Handel.

Bei den Commercials sank die Netto-Short-Position bereits in der vierten Woche in Folge. Gegenüber der Vorwoche ergab sich ein Rückgang um 4,8 Prozent auf 197.738 Kontrakte. Besonders auffällig fiel erneut der Abbau der Terminverkäufe aus. Der Netto-Short-Bestand dieser Gruppe verringerte sich um 25 Prozent.

CoT-Daten Gold vom 10. Februar 2026 und Gold-Optionen
CoT-Daten Gold vom 10. Februar 2026 und Gold-Optionen

Auch die Großen Spekulanten reduzierten ihre Engagements. Deren Netto-Long-Position ging um 3 Prozent zurück auf 160.012 Kontrakte. Damit wurde der niedrigste Stand seit dem 27. Februar 2024 erreicht.

Der Anteil spekulativer Positionen am Open Interest fiel zuletzt auf knapp 49 Prozent – der niedrigste Wert seit dem 21. Oktober 2025. Zum Vergleich: Der Höchststand lag am 2. Dezember 2025 bei 61 Prozent.

CoT-Daten Gold, Netto-Positionen Commercials und Große Spekulanten sowie Open Interest; Verlauf seit 2020. Stand: 10. Februar 2026.
CoT-Daten Gold, Netto-Positionen Commercials und Große Spekulanten sowie Open Interest; Verlauf seit 2020. Stand: 10. Februar 2026.

Open Interest

Parallel dazu verringerte sich der Open Interest im Gold-Futures-Handel zunächst weiter. Die Zahl offener Kontrakte sank im Wochenvergleich um 1,3 Prozent auf 404.391. Bis Freitag kam es jedoch zu einer Gegenbewegung. Der Wert stieg um 2 Prozent auf 412.911 Kontrakte. Von Freitag zu Freitag ergibt sich damit ein Plus von 2,4 Prozent.

Am Optionsmarkt setzte sich dagegen der Aufwärtstrend fort. Der Open Interest nahm um weitere 6 Prozent zu auf 912.397 Optionen. Gleichzeitig stieg die Put/Call-Ratio auf 0,668. Rechnerisch entfielen zuletzt 150 Call-Optionen auf 100 Puts, nach 152 in der Vorwoche. Der Optionsmarkt signalisiert damit weiterhin Optimismus, wenn auch leicht abgeschwächt.

COMEX-Bestände deutlich gesunken

Die Goldbestände an der COMEX gingen zuletzt kräftig zurück. Per 12. Februar 2026 belief sich die gesamte Lagermenge auf 34,41 Millionen Unzen. Das entspricht einem Rückgang von rund 960.000 Unzen binnen Wochenfrist.

Die sofort verfügbaren Bestände der Kategorie „registered“ sanken um 800.000 Unzen auf 17,57 Millionen Unzen. Ihr Anteil an den Gesamtbeständen verringerte sich leicht auf 51 Prozent (Vorwoche: 52 Prozent).

Physische Gold-Deckung bleibt hoch

Die physische Deckung im Gold-Futures-Handel fiel im gleichen Zeitraum von 88 Prozent auf 83 Prozent. Trotz dieses Rückgangs bewegt sich der Wert weiterhin im oberen Bereich der historischen Spanne, die in den vergangenen Jahren zwischen etwa 30 Prozent und dem Rekordniveau von 98 Prozent (April 2025) lag.




Auslieferungsanträge ziehen weiter an

Für den laufenden Februar-Kontrakt summierten sich die Anträge auf physische Auslieferung zuletzt auf 36.092. Das entspricht umgerechnet rund 112 Tonnen Gold. Innerhalb einer Woche kamen 2.476 neue Anträge hinzu.

Zum Vergleich: Im gesamten Januar wurden lediglich 11.862 Anträge beziehungsweise rund 37 Tonnen registriert. Der bisherige Rekord stammt aus dem Februar 2025 mit 76.567 Anträgen (rund 238 Tonnen).

Zur Einordnung: CoT-Daten Gold – Wöchentliche Auswertung

Flash-Crash prägt Wochenverlauf

Die Handelswoche stand im Zeichen des Flash-Crashs am Donnerstag. Um 17 Uhr MEZ brach der Goldpreis innerhalb weniger Minuten um 165 USD beziehungsweise 3,3 Prozent ein.

Der nahezu senkrechte Preisrutsch deutet auf das Auslösen automatischer Verkaufsorders und Stoppmarken hin. Solche technischen Effekte verstärken kurzfristige Bewegungen häufig erheblich.

Die zeitgleiche Dollar-Aufwertung spricht eher für ein währungsgetriebenes Marktgeschehen als für ein isoliertes Ereignis im Goldhandel. Zwar berichtete Bloomberg am Nachmittag über mögliche russische Überlegungen zur Rückkehr ins US-Dollar-System. Ein direkter Zusammenhang mit dem Abverkauf lässt sich zeitlich jedoch nicht eindeutig herstellen.

Goldkurs (April-Kontrakt) im Zeitraum vom 09.02. bis 13.02.26
Flash-Crash am Donnerstag: Gold-Futures-Kurs (April-Kontrakt) im Zeitraum vom 09.02. bis 13.02.26 (Quelle: CME Group)

Goldpreis-Ausblick

Die Volatilität am Goldmarkt bleibt hoch. Gleichzeitig ist der Anteil spekulativer Positionierungen im US-Futures-Handel zuletzt kontinuierlich gesunken. Ob sich daraus eine nachhaltige Marktberuhigung ergibt, bleibt abzuwarten.

Am Montag wird in den USA nicht gehandelt. Zudem beginnt das chinesische Neujahrsfest, sodass die Märkte dort vom 16. bis 23. Februar geschlossen bleiben.

Mehr Informationen für Anleger: Gold kaufen – Wie man sicher und günstig Edelmetall erwirbt

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