Gold unter Druck, Marktzinsen und Inflationserwartungen steigen

Der Goldpreis kann von der Eskalation im Nahen Osten kurzfristig nicht mehr profitieren. Renditen steigen, Zinssenkungshoffnungen verschieben sich deutlich.

Goldpreis unter Druck: fallende Prozentanzeige und Goldbarren vor Krisenkulisse
Der Goldpreis fällt trotz geopolitischer Eskalation. Steigende Renditen und Marktverluste belasten.

Goldpreis profitiert kaum von Marktunsicherheit

Der Iran-Krieg hält die Finanzmärkte in Atem. Öl verteuert sich, der US-Dollar wertet auf, Aktien geraten unter Druck. Gleichzeitig fließt Kapital aus zuvor stark gelaufenen Anlageklassen – auch aus dem Edelmetall-Sektor.

Steigende Renditen und Dollar-Stärke bremsen den Goldpreis – der klassische Fluchtreflex in sichere Häfen greift derzeit nur eingeschränkt.

Am Dienstagnachmittag um 14:30 Uhr notierte der Goldpreis am europäischen Spotmarkt bei 5.170 USD je Unze. Das entsprach einem Rückgang von 2,8 Prozent gegenüber dem Vortag. Silber verlor noch deutlicher und fiel um knapp 8 Prozent auf 82,40 USD.

Auf Eurobasis zeigt sich ein differenziertes Bild: Aufgrund der Dollar-Stärke lagen die Notierungen der Edelmetalle 0,7 Prozent höher als auf Dollar-Basis.

Mehr zum laufenden Kursgeschehen: Goldpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten

Marktzinsen steigen – Inflationssorgen dominieren

Bemerkenswert ist, dass nicht nur Gold, sondern auch Staatsanleihen kurzfristig ihre klassische Funktion als sicherer Hafen kaum erfüllen. Die Renditen steigen stattdessen auf breiter Front.

Die Verzinsung zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte am Dienstag auf 4,10 Prozent, nach 4,04 Prozent in der Vorwoche. In Deutschland zog die Rendite von 2,70 Prozent auf 2,79 Prozent an. Auch andere europäische Staatsanleihen folgten diesem Trend.

Hintergrund sind wachsende Inflationsängste. Ein möglicher Energiepreisschock – ausgelöst durch geopolitische Risiken – verstärkt diese Befürchtungen zusätzlich. Dabei zeigten US-Erzeugerpreise zuletzt bereits ein Anziehen der Inflation.

Parallel dazu haben sich die Erwartungen an baldige Zinssenkungen deutlich verschoben. Laut FedWatch-Tool sinken die Wahrscheinlichkeiten für eine frühe Senkung der US-Leitzinsen spürbar. Während zuvor ein Zinsschritt im Juli eingepreist war, gilt nun eher der September als realistischer Termin. Dagegen wird in der Eurozone bereits über eine Zinsanhebung spekuliert.

Anleiherenditen in den USA und Europa – Übersicht am 3. März 2026
Renditen in den USA und Europa – Übersicht am 3. März 2026

Zinsmechanik verliert an Aussagekraft

Steigende Renditen gelten traditionell als Belastung für den Goldpreis, sinkende Zinsen dagegen als unterstützend. Dieses Muster greift derzeit jedoch nur eingeschränkt.

Die Anleiherenditen spiegeln nicht mehr ausschließlich Konjunkturerwartungen oder Inflationsprognosen wider. Strukturelle Faktoren gewinnen an Einfluss. Dazu zählen hohe Emissionsvolumina vieler Staaten, steigender Finanzierungsbedarf sowie veränderte Nachfrageprofile institutioneller Investoren.

Zudem können in Phasen erhöhter Unsicherheit Gold und Staatsanleihen gleichzeitig gesucht sein. In solchen Konstellationen steigen Goldpreise bei fallenden Renditen. Der klassische Zinsmechanismus tritt dann in den Hintergrund.

Einordnung & Hintergrund: Geldpolitik & Zinsen – Auswirkungen auf den Goldpreis

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7 Kommentare

  1. Oje, oje. Sieht stark danach aus als sei dies gerade der Anfang einer neuerlichen Finanzkrise.

    Die nächsten Tage werden spannend. Vermutlich wird der steigende Ölpreis eine Kreditausfalllawine lostreten, die alle anderen Bereiche mit in den Abgrund zieht.

      • @Katharina Reiche
        Das sind und waren alles Spekulative Preisr.
        Über Jahrzehnte esr die Öl Gold Relation in etwa 15.
        Für eine Unze Gold bekam man 15 Barrel Brent.
        Heute kostet das Barrel 80 Dollar
        15 Barrel wären 1.200 Dollar und somit der Goldpreis. Nur der ist heute 4-5 mal so hoch.
        Bei 5.100 Dollar müsste der Ölpreis also bei 340 Dollar liegen. Das ist noch ein Stück dahin, entweder Gold runter auf 1200 Dollar oder Öl rauf auf 340 Dollar. Je nach Gusto.
        Vielleicht trifft man sich in der Mitte.

      • Ja, damals war vielleicht auch die Unternehmensverschuldung geringer. Da machten höhere Zinsen keine Existenzpanik. Denn man konnte sich im allmählich sinkenden Zinsumfeld günstiger refinanzieren. Das Jubeln der Zombiefirmen.
        Steigt aber die Inflation, steigen die Zinsen, steigen die Unternehmensausfälle.
        Nun, die weiteren Folgen für das Dorf können andere thematisieren…

  2. Nja, man musste wohl Tonnen von physischem Gold abstossen um mit den Aktienmärkten einigermassen Schritt halten zu können.
    Der kleine Unterschied ist, dass Aktien und Anleihen wertlos werden können, aber Gold niemals.
    Zudem der Goldbesitz an der Börse ohnehin nur ein Stück Papier ist und damit unter die Domäne von Zockern fällt.

  3. Durch die Panik an den Börsen könnten auch FED und die Zentralbanken aktiv werden, um die Märkte zu stützen.Powell wird froh sein,dass seine Amtszeit im Mai endet! Trotz Verschuldung usw. hängen an den Börsen die Altersrücklagen der Amerikaner.Es wird noch spannend!Ich nehme jetzt diese kleinen Rücksetzer von Gold als Delle mit.Tendenziell wird nach der Beruhigung Gold weiter seinen Weg machen.Wer über Jahre Gold erworben hat,dem tun nicht einmal 2000€ Rückschlag weh ,wenn man einen EK von unter 1500€ hat für Gold…aber so billig wird es nicht werden, zuviele Krisenherde militärisch,finanziell und wirtschaftlich…

    • @Bastei
      Dem stimme ich voll zu.
      Es sieht momentan so aus, als würden spekulative Anleger schnell auf den Öl und Gasmarkt springen und andere Assets verkaufen. Das meiste wohl über ETFs, wie die Studenten mit ihren Discount Brokern :)
      Und dabei wie immer zu spät dran sein und auf dem falschen Fuss erwischt.
      Wenn alles in ein Asset reinläuft, sollte man nicht unbedingt mitmachen. Das gilt vor allem für die extrem gefährlichen Rohstoffe.
      Letztendlich ist es nur Papiergold, welches verkauft wurde.
      Käufer dagegen hätten danach die Wahl, physisch liefern zu lassen, so es im Vertrag steht. Und genau da liegt der Hund begraben. Bekommt man als Rendite nur Papier (Geldscheine, Punkte oder weiters Papier) oder bekommt man Materielles.
      Ich persönlich würde, so ich diese hätte, nur die ETFs auf Gold verkaufen, niemals jedoch die Münzen und Barren.
      Wer jedoch ans Papiergeld glaubt, mag anderer Ansicht sein. Jedoch die Ausrede, sich dann Physisches Gold zuzulegen, zieht nicht. Man tut es dann doch nicht und es ist so, wie mit der Absicht, mit dem Rauchen aufzuhören.:)
      Ulli Höness sagte mal, beides ist eine Sucht, die Börse und das Rauchen.

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