Der Goldpreis gibt nach dem Rekordhoch etwas nach. Aber Terminmarktdaten und Kursreaktion sprechen weiter für Marktstärke.

Goldpreis: Atempause nach Rekordhoch
Gold befindet sich weiter im Aufwärtstrend. Das starke Momentum lässt auch schwächere Tage zu, wie die beiden Verlusttage Ende der vergangenen Woche. Immerhin wurde am Mittwoch ein neues Rekordhoch erreicht, mit 4.626 USD bzw. 3.972 EUR. Innerhalb einer Woche stieg der Goldpreis um 1,9 Prozent (+ 2,3 Prozent in EUR).
Der Goldpreis legt nach dem Rekordhoch eine Pause ein, während die Marktstruktur weiter robust bleibt.
Mehr zu den Tagesbewegungen: Goldpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten
CoT-Daten aktuell
Was hat sich vergangene Woche am US-Terminmarkt getan? Dazu betrachten wir die aktuellen CoT-Daten mit der Positionierung der größten Händlergruppen in Gold-Futures-Handel per 13. Januar 2026.


Commercials: Die kommerziellen Händler wiesen eine Netto-Short-Position von 297.106 Kontrakten auf – ein Anstieg um 9 Prozent gegenüber der Vorwoche. Vor allem die Swap Dealers (darunter die Banken) waren hier aktiv (Netto-Verkäufe +11 %).
Große Spekulanten: Die Netto-Long-Position der Trendfolger stieg um 10 Prozent auf 251.238 Kontrakte.
Open Interest steigt deutlich
Die Summe aller offenen Gold-Kontrakte stieg zunächst um 8 Prozent auf 527.455 Kontrakte (Dienstag), sank aber mit der Kursschwäche zum Wochenausgang um 1,6 Prozent auf 519.455 Kontrakte (Freitag). Im Wochenvergleich (Freitag bis Freitag) nahm der Open Interest um 2,6 Prozent zu. Das signalisiert eine anhaltende Zunahme der Handelsaktivität an der COMEX.
Gold-Optionen: Call-Dominanz, aber Puts nehmen zu
Auch bei den Gold-Optionen zog der Handel an. Der Open Interest stieg um weitere 7 Prozent auf 838.912 Optionen. Dabei erhöhte sich die Put/Call-Ratio auf 0,732. Damit wurden erneut mehr Put- als Call-Optionen aufgebaut, doch insgesamt liegen die Call-Wetten weiterhin vorn: Auf 100 Put-Optionen kamen 137 Call-Optionen (Vorwoche: 146) – die bullischen Erwartungen sind damit etwas rückläufig.
COMEX-Bestände und physische Deckung sinken
Die Goldbestände in den COMEX-Lagern sind gesunken. Denn für 15. Januar 2026 wird ein Gesamtinventar von 36,13 Millionen Unzen gemeldet. Das sind 180.000 Unzen weniger als vor einer Woche. Die Bestände der Kategorie „registered“ (sofort verfügbar) beliefen sich auf 18,86 Millionen Unzen (-320.000 Unzen), was 52 Prozent der Gesamtbestände entspricht.
Bezogen auf die gesamten Lagerbestände lag die physische Deckung im Gold-Futures-Handel bei 69 Prozent, nach 72 Prozent in der Vorwoche. Historisch ist das immer noch viel. Denn in den vergangenen Jahren schwankte die Spanne zwischen etwa 30 und über 80 Prozent.
Auslieferungsanträge steigen weiter
Für den Januar-Kontrakt liegen nun 8.728 Anträge auf physische Auslieferung vor – rund 27 Tonnen Gold. Damit kamen innerhalb einer Woche 2.045 (6,4 Tonnen) hinzu. Im Dezember hatten 37.098 Anträge vorgelegen. Das entsprach rund 115 Tonnen.
Der historische Rekord stammt vom Januar 2025 mit insgesamt 238 Tonnen.
Zur Übersicht: CoT-Daten Gold – Wöchentliche Auswertung
Goldpreis-Volatilität in engen Grenzen
Vergangene Woche bewegte sich der Goldpreis auf Basis des meistgehandelten Kontrakts (Februar-Auslieferung) die meiste Zeit in einer Spanne von nur rund 1 Prozent zwischen 4.650 USD und 4.590 USD. Nach dem Rücksetzer von rund 75 US-Dollar am Freitag (nach US-Industriedaten) fanden sich schnell wieder Käufer. Das zeugt von einem robusten, bullischen Momentum.

Ausblick: Marktstärke bleibt dominant
Steigender Open Interest bei steigendem Goldpreis und starkes Kaufinteresse bei zeitweilig fallendem Kurs verdeutlichen die anhaltende Marktstärke im US-Gold-Futures-Handel. Zwar sind COMEX-Bestände gesunken und Auslieferungsanträge gestiegen. Aber es gibt keine Anzeichen von Marktpanik, in Bezug auf die Nachfrage nach physischem Metall. Am Montag wird aufgrund eines Feiertags (Martin Luther King Day) nicht gehandelt.
Mehr Informationen für Anleger: Gold kaufen – Wie man sicher und günstig Edelmetall erwirbt

