Goldpreis steigt kräftig – COMEX-Daten zeigen ungewöhnliche Marktbewegungen

Aktualisiert: 30. November 2025, 09:20 Uhr – Neue Analyse zeigt mögliche Nachbeben der COMEX-Störung im Goldmarkt.

Goldpreis über 4.200 USD – hoher physischer Abruf trifft auf stark fallenden Open Interest.

Goldbarren vor US-Flagge – Goldpreis steigt über 4.200 USD nach COMEX-Daten
Goldbarren vor US-Flagge: Der Goldpreis steigt über 4.200 USD, während die COMEX-Daten fallenden Open Interest und hohe Auslieferungen zeigen.

Der Goldpreis legt deutlich zu. Neue COMEX-Daten zeigen fallenden Open Interest und hohe physische Abrufe gleich zu Monatsbeginn.

Goldpreis stark, Silber auf Rekordhoch

Der Goldpreis hat zum Ende der verkürzten US-Handelswoche deutlich zugelegt. Am Freitag stieg der Dezember-Future um 1,5 Prozent auf 4.216 USD (3.635 EUR). Seit Wochenbeginn ergibt sich ein Plus von 3,8 Prozent beziehungsweise 3 Prozent in Euro.

Silber sprang sogar um 5 Prozent auf das neue Rekordhoch von 61,95 USD bzw. 56,37 EUR. Händler hatten nach dem COMEX-Ausfall im elektronischen Handel am Freitagmorgen mit erhöhter Volatilität gerechnet. 

Update, 30.11.2025, 09:20 Uhr: Unsere ausführliche Folgestory zur COMEX-Störung ist jetzt erschienen. Darin analysieren wir mögliche Marktverwerfungen und Auswirkungen auf den Gold-Futures-Handel: Goldpreis vor Impuls? COMEX-Störung könnte Nachbeben bringen

Mehr zum Thema: Goldpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten

CoT-Daten bleiben verzögert

Die CFTC arbeitet die Rückstände aus der Shutdown-Zeit weiter auf. Neu vorliegend sind CoT-Daten vom 7. Oktober 2025. Aufgrund des langen Wochenendes verzögert sich die Veröffentlichung zusätzlicher Daten erneut. Parallel dazu stellt die CME Group laufend aktualisierte Terminmarktdaten bereit, darunter Open Interest, COMEX-Bestände und Auslieferungsanträge.

Goldpreis und Terminmarkt: Open Interest bricht ein

Im Gold-Futures-Markt sank der Open Interest binnen einer Woche deutlich um 13 Prozent auf 420.125 Kontrakte. Viele Händler nutzten den Verfallstermin und das Feiertagswochenende, um Gold-Positionen zu reduzieren.

Im Optionshandel gingen die offenen Positionen sogar um 37 Prozent zurück. Das ist jedoch typische nach dem Verfallstermin. Gleichzeitige Signale aus der Put/Call-Ratio zeigen jedoch mehr Optimismus: Auf 100 Puts kamen 149 Calls – deutlich mehr als in der Vorwoche. Das spricht für eine steigende Erwartung an einen weiter festen Goldpreis.

COMEX-Lager schrumpfen – Deckung des Gold-Futures-Handels steigt

Die COMEX-Bestände sanken per 26. November um 410.000 Unzen auf 36,35 Millionen Unzen. Durch den fallenden Open Interest steigt die Deckung des Gold-Futures-Handels auf rund 86 Prozent. Historisch ist das ein hoher Wert – Phasen mit nur 30 Prozent gab es ebenfalls.

Physische Auslieferungen: Starker Start in den neuen Kontraktmonat

Für November wurden 12.681 Abruf-Aufträge verzeichnet (rund 39 Tonnen). Für den Dezember-Kontrakt liegen bereits zu Monatsbeginn außergewöhnlich hohe 23.970 Anträge vor (etwa 74 Tonnen). Nach den 182 Tonnen im Oktober bleibt der Januar-Rekord von 238 Tonnen unberührt.




Goldpreis-Verlauf: ruhige Tage, starker Freitagsschub

Trotz Thanksgiving zeigt der Wochenchart einen stetigen Anstieg. Erst am Freitag setzte ein deutlicher Schub ein. Das gleichzeitige Fallen des Open Interest bei steigendem Goldpreis ist ein klassisches Warnsignal – typischerweise ein Indiz für eine mögliche Top-Bildung oder nachlassende Marktstärke.

COMEX-Goldpreis: Daten vom 29. November 2025
Aktuelle COMEX-Chartbewegungen: Daten vom 29. November 2025 zeigen ungewöhnliche Handelsmuster.

Ausblick

In der kommenden Woche kehren die meisten US-Händler an die Handelsplätze zurück. Dann entscheidet sich, ob der Goldpreis den Anstieg verteidigen kann. Der hohe physische Abruf im Dezember und der ungewöhnlich niedrige Open Interest könnten auf wachsende Skepsis gegenüber dem Papiergoldmarkt hindeuten.

Zur Übersicht: CoT-Daten Gold – Wöchentliche Auswertung

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13 Kommentare

  1. Das System ist am explodieren und greift zu unlauteren Mitteln. Sic: Silver spiked 9% to 58, and then CME shutdown soon after. Pure speculation of course.. until you see what CME announced few hours later.
    The issue is the reasons/excuses CME gave was that the servers overheated. Really? Each server has N+2 cooling hubs. Both cooling hubs failed at the same time?
    What if the back ups servers ? Did those fail too?
    And of at this writing , it’s down for 9 hours now? How can global futures exchange be allowed to fail for this long.

    And why did they overheat on what’s historically a low trading volume day.

    This is all very suspect indeed.

      • Sinngemäß: Silber macht eine 9% Spitze auf 58, kurz danach schaltet die CME ab. Natürlich reine Spekulation,… bis man sieht, was die CME einige Stunden später mitteilt.
        Die von der CME angegebenen Gründe waren überhitzte Server. Jeder Server hat 2 Kühlaggregate, beide fallen gleichzeitig aus? Was ist mit den Backup-Servern? Sind die auch ausgefallen?
        Und während des Schreibens sind sie bereits für 9 Stunden abgeschaltet?
        Und warum überhitzten die Anlagen überhaupt an einem Tag mit geringem Handelsvolumen? Das ist alles sehr verdächtig.

        Meine Ergänzung:
        Der Ausfall gestern Nachmittag wurde bereits Freitag morgen, vor 9:00 Uhr unserer Zeit in mehreren Publikationen beschrieben, als ein Ausfall, der am Freitag Nachmittag plötzlich stattfand (BTC-Echo, Bloomberg, WallStreetJournal, …). Also die mehrfache Meldung in der VErgangenheitsform formuliert schon Stunden, bevor der Handel in den USA losging!
        Das nenn ich mal sehr verdächtig.

        • @Mitleser
          An der Qualität der Lügen erkennt man, für wie blöd ein Lügner sein Publikum hält.

          Wer wirklich glaubt, daß so ein Laden wie die CME nicht zumindest 1 (wahrscheinlich eher 2) automatisch anspringende Backup-Systeme hat- oder besser parallel gespiegelt laufende Systeme) , der kann auch weiter 30-jährige französische oder deutsche Euro-Staatsanleihen mit 3 % „Zins“ kaufen.

          Nur so ein Gedankenspiel (wenn mir mal wieder meine Phantasie als alter Verschwörungstheoretiker durchgeht):
          1. These: In 2026 erleben wir das Abfackeln des Papiersilbermarktes.
          Wir hier wissen ja, daß es seit Jahren ein deutliches physisches Defizit bei Silber gibt (Verbrauch deutlich höher als Förderung, keine realistische Aussicht auf eine hinreichende Erhöhung der Förderung oder ein massives Nachlassen des industriellen Verbrauchs -eher das Gegenteil).
          Daneben eine Papier- zu-Metall-Relation von irgendwas bei 300.
          Das von Ihnen beschriebene Ereignis werte ich als DAS MENETEKEL.
          Das Ende ist verdammt nahe.
          Wenn man schon zu solchen Maßnahmen greifen muß, wie verzweifelt und hilflos muß man sein ?

          2. These: Wenn es den Papiersilbermarkt erwischt hat, wie lange halten dann die Papiergoldbetrüger noch durch ?
          Wohl nicht mehr viele Jahre.
          Das wird dann die grundsätzliche Systemfrage.
          Die Kleinanleger werden ja in Mehrheit wieder nichts mitbekommen, aber die hauptberuflichen Papierspekulanten dürften dann wohl wirklich kalte Füße bekommen.
          Etliche der Papiergoldspekulanten dürften (wenn es gut läuft) ja auch schon beim Ende des Papiersilbermarktes mit untergehen.

          Domino-Day !

          2026 wird extrem spannend.
          Es fängt an mit dem Ende des Ukraine-Krieges (endlich), dem Ende des Papiersilbers und von Fritz…….
          Na, wo stehen Silber und Gold im Dezember 2026 ?
          Es wird das beste Jahr seit 2000.

          • BlackWood
            An der Qualität der Lügen erkennt man, für wen die Nachrichten dieser Art sind.

            Bestimmt nicht für Leser dieses Forums/Blogs.

            Eher für die 0815-Muckel…

          • Zu Ihrem Szenario,
            der große Abriss wird erst Ende dieses Jahrzehnts sein. Das wissen „Die“ und die optimieren noch etwas die Fallhöhe.
            Ich rechne noch nicht mit 2026, eher 2029 oder gar 2030 (Agenda 2030 lässt grüßen).
            Was erwartet uns dann?
            Sicherlich wird der Retter irgendwas digitales sein.

  2. Bis jetzt habe ich mich beim Silberpanda 30g 2026 dämlich angestellt!
    Ich hatte gehofft,ich bekomme diesen Jahrgang bei 55€ und wartete,wartete und nun bei 62€….
    Manchmal entscheidet man falsch,aber man gibt beim Einkauf im Supermarkt dann aber mehr aus,als man wollte…statt den Silberpanda für 58€ zu kaufen…Aber Silber hat schon einen Galopp gemacht…

  3. Nachlassende Marktstärke kann man auch so deuten, dass die Händler ( 90% handeln nur mit Papier und hatten niemals eine Unze in der Hand), beim Papier nun erhebliche Verluste gemacht hatten und weg vom Fenster sind. Die besagte Unterbrechung im Handel ist ein Indiz.
    In der kommenden Woche kehren Händler vom Truthahn Essen zurück, wenn sie den kehren.
    Das ATH bei Gold lag bei 4.380 Dollar und dahin kehrt Gold jedenfalls zurück, nach dem Truthahn Essen.
    Bei Silber ist das schon geschehen und eine Menge Spekulanten stehen jetzt Spalier um auf noch höhere Preise zu wetten.
    Liebe Shortseller, falls ihr zurückkehrt, zieht euch lieber warm an.

    • „Nachlassende Marktstärke kann man auch so deuten, dass die Händler ( 90% handeln nur mit Papier und hatten niemals eine Unze in der Hand), beim Papier nun erhebliche Verluste gemacht hatten und weg vom Fenster sind“

      Ich denke das kann man so eben nicht sagen.

      Die Futureshändler sind im Wesentlichen Hedger und Spekulanten (Long/Short). Jedem Longkontrakt muss ein Short-Kontrakt gegenüberstehen. Die Spekulanten interessieren sich meist nicht für echte Lieferungen, da sie nur „Spekulanten“ sind.

      Wenn die Preise weiter anziehen, werden die Long-Spekulanten plus machen und die Shorts (die die nicht Hedger sind) Verluste machen (ein klassischer Hedger betreibt ja „nur“ Absicherungsgeschäfte. Ein Short hat mE 2-3 Optionen wenn die Preise anziehen:

      1. Glatt stellen durch Rückkauf
      2. Rollen in die Zukunft
      3. Ausliefern

      Eine Knappheit im Markt birgt die Gefahr, dass Long-Positionen mehr und mehr echte Lieferung wollen. Dies wirft aber auch die Frage auf, ob jemand, der verlässlich sehr viel Silber kaufen will, dafür an die Comex gehen würde. Das könnte unsicher sein.

      Derweil beobachtet man scheinbar eine generelle Backwardation am phsysischen Metallmarkt (d.h., das Zeugs ist teurer als die Futures). Das hat mehrere Interpretationen und Effekte:

      1. Echtware ist gefragter und die Backwardation kennzeichnet womöglich genau diesen Vertrauenseffekt, Echtware kauft man halt an den Echtbörsen.
      2. Ein Short, der von Punkt 3 (Lieferung) Gebrauch machen will, muss diese Backwardation womöglich noch mittragen und sein Geschäft wird noch schlechter, d.h. die Alternative Glattstellung oder Rollen stehen noch im Raum. Rollen ist bei schnell steigenden Preisen meine ich ein hohes Risiko, weil man verkauft einen Futures-Kontrakt zum Preis X. An dem besagten FirstNoticeDate zum Preis Y geht das Spiel dann aber wieder los (Liefern, Glattstellen oder Rollen).

  4. Weils gerade passt:
    Die durchschn. Jahresperformance seit 1973 (Nixon-Event) von Silber liegt aktuell bei nur 6,1 % p.a. (von 2,5 bis 56 $/oz) also etwa 2,5 Prozentpunkte hinter der von Gold. Ich würde sagen, da geht noch was! Nächste Woche schon?
    Allen im Dorf einen glitzernden 1. Advent.
    Der Commander

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