Dollar-Schwäche und Terminmarkt-Signale stabilisieren den Goldpreis, während Silber stark volatil ist und die Marktzinsen uneinheitlich tendieren.

Erholungsansätze bei Gold, Silber weiter unter Druck
Nach dem US-Börsenstart am Dienstagnachmittag zeigte sich Gold fester. Am europäischen Spotmarkt kostete die Feinunze 5.040 USD beziehungsweise 4.235 EUR. Silber notierte zeitgleich bei 82,10 USD bzw. 68,83 EUR.
Damit legte Gold nach dem Kursrutsch zu Monatsbeginn innerhalb einer Woche um 2,8 Prozent zu. Auf Eurobasis betrug das Plus 1,8 Prozent. Silber entwickelte sich deutlich schwächer und verlor im gleichen Zeitraum 5,5 Prozent. Seit Jahresanfang liegt Gold weiterhin rund 17 Prozent im Plus. Silber hält noch einen Vorsprung von etwa 15 Prozent, nachdem das Metall am Rekordhoch Ende Januar zeitweise fast 70 Prozent vorne gelegen hatte.
Der Goldpreis stabilisiert sich dank Dollar-Schwäche und Terminmarkt-Signalen, während Silber volatil bleibt und die Zinsmärkte kein klares Bild liefern.
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Terminmarkt-Signale und Währungseffekte
Die jüngste Stabilisierung bei Gold wurde vor allem von technischen Faktoren getragen. Bodenbildungs-Signale am US-Terminmarkt sowie ein schwächerer US-Dollar wirkten unterstützend. Zusätzliche Impulse kamen aus China.
Dort haben Aufsichtsbehörden Finanzinstitute angewiesen, ihre Bestände an US-Staatsanleihen zu überprüfen und teilweise zu reduzieren. In der Folge wertete der chinesische Yuan gegenüber dem US-Dollar auf und erreichte den höchsten Stand seit Mai 2023. Neue Goldpreis-Impulse aus der Geldpolitik, der Geopolitik oder von der Konjunkturseite blieben dagegen zuletzt aus.
Uneinheitliche Zinsentwicklung
Am Rentenmarkt gaben die Renditen in den USA nach. Die Verzinsung zehnjähriger US-Staatsanleihen fiel auf 4,19 Prozent, nach 4,30 Prozent in der Vorwoche. Auch deutsche Bundesanleihen rentierten niedriger bei 2,83 Prozent. In Frankreich sanken die Renditen ebenfalls, während Italien und Griechenland die höchsten Niveaus im Euroraum aufwiesen.

Warum der Zinseffekt auf Gold derzeit begrenzt ist
Steigende Renditen gelten klassisch als Belastungsfaktor für Gold, sinkende Zinsen als Unterstützung. Dieses Wirkungsmodell greift derzeit jedoch nur eingeschränkt.
Zum einen haben Anleiherenditen einen Teil ihrer Signalwirkung eingebüßt. Zum anderen reagieren sie zunehmend auf hohe Emissionsvolumina, den staatlichen Finanzierungsbedarf und taktische Nachfrage. Kurzfristige Konjunktur- oder Inflationsdaten spielen eine geringere Rolle. Entsprechend tritt der direkte Zinseinfluss auf den Goldpreis aktuell in den Hintergrund.
Einordnung & Hintergrund: Geldpolitik & Zinsen – Auswirkungen auf den Goldpreis