Die Schweiz exportierte im Dezember 138 Tonnen Gold. Der weitaus größte Teil ging nach Großbritannien, während auch Importe deutlich zulegten.

Schweizer Goldströme im Dezember: 100 Tonnen nach London
Die Schweiz hat im Dezember erneut erhebliche Mengen Gold ins Ausland geliefert. Nach Angaben der Eidgenössischen Zollverwaltung gingen allein 100,82 Tonnen nach Großbritannien. London zählt zu den wichtigsten Lager- und Handelsplätzen für physisches Gold – unter anderem über die Tresore der Bank of England. Auch Frankreich (10,9 Tonnen) und die Türkei zählten wieder zu den bedeutenden Empfängerländern. Dagegen taucht China in der Dezember-Statistik nicht unter den Top-Abnehmern auf.
Die Schweizer Goldtransfers zeigen die dynamischen Verschiebungen von physischem Gold zwischen den globalen Handelszentren, zuletzt mit UK als großer Goldabnehmer.
Insgesamt exportierte die Schweiz im Dezember 138 Tonnen Gold im Wert von rund 16 Milliarden Euro. Damit lagen die Ausfuhren etwa 15 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats.


Importe legen ebenfalls deutlich zu
Parallel dazu stiegen die Goldimporte. Mit 188 Tonnen im Wert von 16,3 Milliarden Euro erhöhte sich der Importwert um 20 Prozent. Wichtigster Lieferant waren die Vereinigten Arabischen Emirate mit 59,7 Tonnen. Es folgten Chile (25 Tonnen Gold geringeren Feingehalts) sowie die USA mit 18,8 Tonnen. Auffällig ist zudem die Liefermenge aus Italien von 10,3 Tonnen.
Schweiz bleibt globales Veredelungszentrum
Die gegenläufigen Handelsströme unterstreichen die zentrale Rolle der Schweiz im internationalen Goldmarkt. Das Land fungiert als Umschlag-, Lager- und Veredelungsplatz. Schweizer Raffinerien verarbeiten Schätzungen zufolge bis zu zwei Drittel der weltweiten Goldnachfrage.
Hinter den Bewegungen stehen vor allem unterschiedliche Marktstandards. Während im Londoner Bankenverkehr überwiegend 400-Unzen-Barren gefragt sind, dominiert an der COMEX der 100-Unzen-Standard. Im asiatischen Großhandel wiederum werden primär Kilobarren gehandelt. Entsprechend wird Gold kontinuierlich umgegossen und zwischen den Handelszentren verschoben.
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