Die Perth Mint meldet im März geringere Verkäufe. Doch steigende Umsätze und ein belastender Zweitmarkt sprechen für eine stabile Edelmetall-Nachfrage.

Absatz fällt deutlich zurück
Die Perth Mint hat im März 2026 deutlich weniger Gold und Silber verkauft als im Vormonat. Mit 43.656 Unzen Gold und 976.450 Unzen Silber ging der Absatz spürbar zurück. Gegenüber Februar entspricht dies einem Minus von rund 35 Prozent bei Gold und knapp 49 Prozent bei Silber.
Weniger verkauft, mehr umgesetzt: Die März-Zahlen der Perth Mint sprechen gegen einen echten Nachfrageeinbruch.
Damit wirkt der März auf den ersten Blick wie ein klarer Nachfrageeinbruch.
Saisoneffekt verzerrt den Vergleich
Bei genauerem Hinsehen relativiert sich dieser Eindruck jedoch. Denn der Februar war außergewöhnlich stark. Neben zwischenzeitlich niedrigeren Preisen spielte vor allem die Ausgabe neuer Münzjahrgänge eine Rolle.
Solche saisonalen Effekte führen regelmäßig zu kurzfristigen Absatzspitzen. Der März stellt daher weniger eine abrupte Schwäche dar als vielmehr eine Rückkehr zum zuvor niedrigeren Niveau.
Perth Mint verweist auf kurzfristige Effekte
Auch die Perth Mint selbst ordnet die Entwicklung entsprechend ein. Laut General Manager Neil Vance spiegele das schwächere Ergebnis im März vor allem kurzfristige Marktbewegungen wider.
Gleichzeitig betont das Unternehmen, dass die Verkaufszahlen im Drei- und Zwölfmonatsvergleich weiterhin deutlich höher liegen und damit das anhaltende Interesse an physischen Edelmetallen unterstreichen.
Edelmetall-Umsatz steigt trotz geringerer Menge
Entscheidend ist jedoch die Umsatzentwicklung.
Denn obwohl im März weniger Edelmetall verkauft wurde, liegt der Erlös im Jahresvergleich deutlich höher. Auf Basis eines durchschnittlichen Goldpreises von rund 4.856 US-Dollar pro Unze ergibt sich ein Umsatz von etwa 212 Millionen US-Dollar – ein Plus von rund 75 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Auch im Silbersegment zeigt sich dieses Muster. Bei einem Durchschnittspreis von etwa 78,20 US-Dollar pro Unze ergibt sich ein theoretischer Umsatz von rund 76 Millionen US-Dollar, was einem Anstieg von mehr als 220 Prozent entspricht.
Damit wird deutlich: Anleger kaufen weniger Edelmetall in physischer Form, zahlen aber insgesamt deutlich mehr. Das spricht gegen eine schwache Nachfrage – und für einen Preiseffekt.
Zweitmarkt dämpft Neuabsatz
Ein zusätzlicher Faktor verändert derzeit die Dynamik im Edelmetall-Markt: der boomende Goldankauf.
In den vergangenen beiden Jahren haben Händler verstärkt Edelmetalle von Privatkunden angekauft. Diese Bestände gelangen nach Aufbereitung wieder in den Handel und können einen Teil der Nachfrage decken.
Damit verschiebt sich das Angebot zunehmend vom Primärmarkt – also neu geprägten Produkten – in den Sekundärmarkt. Für Prägeanstalten bedeutet das: Selbst bei stabiler Edelmetall-Nachfrage kann der Absatz neuer Ware zurückgehen.
Mehr dazu: Gold kaufen – Ratgeber: Münzen, Barren, Händler und Preise im Überblick
Markt passt sich an höhere Preise an
Der März zeigt somit kein tatsächliches Schwächesignal, sondern eine Anpassung.
Steigende Preise dämpfen kurzfristig die Nachfrage nach Volumen. Gleichzeitig bleibt das Interesse an Edelmetallen bestehen. Anleger agieren selektiver und greifen vermehrt auf vorhandene Bestände zurück.
Der Edelmetall-Markt bleibt damit intakt – verändert jedoch seine Struktur.
Mehr dazu: Überblick der Top-Goldmünzen zur Geldanlage
















