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Goldpreis unter Druck: Experten erklären Abverkauf

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Starker Abverkauf bei Gold und Silber: Auf dem ZukunftsForum Edelmetalle lieferten Branchenexperten Erklärungen für die jüngsten Kursausschläge.

Auf der Branchenkonferenz ZukunftsForum Edelmetalle in Frankfurt war auch der Goldpreis-Crash Thema.
Auf der Branchenkonferenz ZukunftsForum Edelmetalle in Frankfurt wurde auch der Goldpreis-Crash thematisiert.

Goldpreis extrem volatil

Der Goldpreis ist mit einem deutlichen Rückschlag in die neue Woche gestartet. Am Montagmorgen fiel die Feinunze zeitweise unter 4.200 US-Dollar (-6,5 %). Auch Silber geriet massiv unter Druck. Im Tagesverlauf kam es jedoch zu einer Gegenbewegung, nachdem sich die geopolitische Lage im Nahe Osten zeitweise wieder entspannte.

Der Goldpreis fällt – aber die Experten sehen keinen Bruch des Trends, sondern einen marktgetriebenen Stresstest.

Der Kurseinbruch jüngsten Kurseinbruch bei den Edelmetalle wurde am Montag auf dem ZukunftsForum Edelmetalle (ZFE) in Frankfurt intensiv diskutiert.

Philipp Vorndran von Flossbach und Storch auf dem ZukunftsForum Edelmetalle in Frankfurt
Philipp Vorndran von Flossbach und Storch auf dem ZukunftsForum Edelmetalle in Frankfurt.

Vorndran: Rebalancing und Verkaufsdruck großer Akteure

Philipp Vorndran, Partner beim Vermögensberater Flossbach von Storch, sieht unter anderem klassische Portfolioeffekte als Treiber für die Goldpreis-Schwäche der vergangenen Wochen:

  • Fonds hätten nach den Rekordständen Goldpositionen reduziert.
  • Ziel sei es, strategische Gold-Quoten (z. B. 10 %) wiederherzustellen.
  • Auch große staatliche Akteure könnten zu den Verkäufern gehören. Womöglich sogar der Iran, um kurzfristigen Liquiditätsbedarf zu decken.

Damit wird ein Teil des Abverkaufs durch systematisches Rebalancing erklärt – nicht zwingend durch eine fundamentale Trendwende.

Reade: Investmentströme dominieren – Volatilität bleibt

John Reade, World Gold Council
John Reade vom World Gold Council erläuterte die Strukturen und Preistreiber auf dem Goldmarkt.

Auch John Reade, Senior Market Strategist beim World Gold Council betonte die Rolle der Kapitalströme:

  • Investmentnachfrage, nicht die Zentrakbank-Naxchfrage sei der wichtigste Preistreiber in der Rally gewesen.
  • Gewinnmitnahmen und Momentum-Verkäufe verstärkten die Bewegung.
  • Teilweise könnten auch Zentralbanken opportunistisch verkaufen.

Seine zentrale Einschätzung: Die Phase extremer Ausschläge sei noch nicht vorbei.

Zudem verwies er auf die hohe Profitabilität der Minen: Bei Förderkosten von rund 1.600–1.700 USD je Unze arbeiteten viele Produzenten aktuell auf Rekordniveau.

Kuhltbrodt: Liquiditätsschocks und Margin Calls

Sven Kuhltbrodt von Baker Steel Capital Managers ordnete den Einbruch in das Gesamtmarktgeschehen ein:

  • Steigende Inflations- und Zinserwartungen durch geopolitische Risiken.
  • Verkäufe bei Risikoanlagen führten zu breiter Marktbelastung.
  • Margin Calls hätten Anleger gezwungen, auch Gold zu liquidieren.

Damit erscheine der Rückgang weniger als isoliertes Edelmetall-Phänomen, sondern als Teil eines liquiditätsgetriebenen Marktschocks.

Strukturelle Faktoren bleiben intakt

Trotz der aktuellen Turbulenzen verwiesen mehrere Referenten auf langfristige Trends bei den Edelmetallen:

  • Silber bleibe strukturell im Defizit, so Junlu Liang, von Marktforscher Metals Focus.
    Neue Nachfrage aus Solar, E-Mobilität und KI treibe den Markt. Gleichzeitig könnten Substitutionseffekte bei hohen Preisen entstehen.
  • Auch Themen wie Tokenisierung von Gold (Dr. Reisert) oder alternative Sachwerte (z. B. Waldinvestments von Sal-Salm-Vermögensvewaltung) zeigten, dass Kapital weiterhin nach realen Assets sucht.

Fazit: Goldpreis-Rückgang als Mischung aus Technik, Liquidität und Geopolitik

Der Kursrutsch bei Gold und Silber lässt sich laut den ZFE-Teilnehmern nicht auf eine einzelne Ursache reduzieren. Vielmehr wirken mehrere Faktoren zusammen:

  • Rebalancing großer Portfolios
  • Gewinnmitnahmen nach Rekordständen
  • Liquiditätsdruck und Margin Calls
  • Geopolitische Eskalation im Iran-Konflikt wirkt auf Zinserwartungen
  • Kurzfristig dürfte die Volatilität hoch bleiben.

Langfristig sehen viele Marktteilnehmer jedoch weiterhin ein unterstützendes Umfeld für Edelmetalle.

Schweizer Gold geht tonnenweise nach China und Indien

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Mehr als 100 Tonnen Gold verließen im Februar die Schweiz. China, Großbritannien und Indien führen die Liste der Abnehmer an.

Goldhandel weltweit: Schweiz als Drehscheibe für globale Goldströme
Die Schweiz fungiert als zentrale Drehscheibe im internationalen Goldhandel.

Gold weltweit in Bewegung 

Auch im Februar wurden weltweit große Mengen an Gold über die Schweiz transferiert. Laut der Eidgenössischen Zollverwaltung und der monatlichen Goldreporter-Analyse hat die Schweiz im Februar 186 Tonnen Gold importiert und 105 Tonnen Gold ins Ausland geliefert. Handelspartner waren die großen internationalen Goldhubs.

Gold wird nicht nur gekauft – es wird weltweit immer wieder neu verteilt, und die Schweiz ist das zentrale Drehkreuz dieser Bewegung.

So kamen im vergangenen Monat 51 Tonnen aus den USA. Am US-Terminmarkt flossen in den vergangenen Monaten erhebliche Bestände ab. Somit dürfte ein Teil dieses Metalls in die Schweiz abgewandert sein. Außerdem lieferten die Vereinigten Arabischen Emirate 29 Tonnen Gold. In Dubai befindet sich einer der größten Goldumschlagplätze Vorderasiens.

Hinzu kamen größere Mengen an Gold aus Peru (15 t) und Chile (11 t) mit geringerem Feingehalt, mutmaßlich aus der Minenproduktion.

Größte Goldempfänger in Asien

Wer waren international die größten Goldabnehmer? Die Schweiz lieferte im Februar 31,9 Tonnen nach China und 12,6 Tonnen nach Indien, was die starke Nachfrage in Fernost dokumentiert. Außerdem wurden fast 20 Tonnen nach Großbritannien verschifft. Der London Bullion Market ist der größte Handelsplatz für physisches Gold.

Goldimporte und -exporte der Schweiz im Februar 2026 mit den größten Handelspartnern.
Goldimporte und -exporte der Schweiz im Februar 2026 mit den größten Handelspartnern.

Globale Goldflüsse: Schweiz als zentrale Drehscheibe

Die aktuellen Verschiebungen im physischen Goldhandel unterstreichen erneut die herausragende Rolle der Schweiz im internationalen Markt. Denn das Land fungiert als zentraler Knotenpunkt für Lagerung, Umschlag und insbesondere die Weiterverarbeitung von Gold. Dabei durchläuft ein großer Teil des weltweit gehandelten Edelmetalls Schweizer Raffinerien, die eine entscheidende Funktion bei der Anpassung an unterschiedliche Marktstandards übernehmen.

Denn während im Londoner Handel vor allem 400-Unzen-Barren dominieren, setzt die Terminbörse COMEX auf 100-Unzen-Einheiten. Dagegen haben sich in Asien Kilobarren als Standard im Großhandel etabliert.

Mehr dazu: Goldmarkt international – Nachfrage, Förderung, Marktanalyse

Goldpreis rauscht 6 % nach unten – Jahresgewinne ausgelöscht

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Goldpreis heute erneut stark unter Druck: Die Feinunze fällt auf 4.207 USD. Iran-Eskalation und Marktdruck ziehen Edelmetalle zum Wochenstart kräftig ins Minus.

Goldpreis heute

Der Goldpreis startet mit einem heftigen Rückschlag in die neue Woche. Am Montagmorgen um 8 Uhr notierte die Feinunze am europäischen Spotmarkt bei 4.207 US-Dollar beziehungsweise 3.648 Euro. Das entsprach einem Minus von 6,5 Prozent gegenüber Vortag (-6,1 % in EUR). Auch Silber geriet erneut massiv unter Druck und fiel um 7,8 Prozent auf 62,65 US-Dollar beziehungsweise 54,30 Euro.

Der Goldpreis startet mit einem massiven Wochenverlust in den Montag und gerät im Sog geopolitischer Eskalation und allgemeiner Marktschwäche weiter unter Druck.

Damit sind die zuvor im laufenden Jahr aufgebauten Kursgewinne komplett aufgebraucht. Gold rutschte seit Jahresbeginn auf minus 3,7 Prozent. Silber lag zuletzt sogar rund 16 Prozent unter dem Jahresschlusskurs von 2025.

Update, 23. März 2026, 13 Uhr: Kursrebound nach Trump-Aussagen
Der Goldpreis reduziert seine Verluste deutlich und notiert am Mittag nur noch rund 2 Prozent im Minus bei rund 4.400 USD. Der Silberpreis tendiert nach den schweren Verlusten am Vormittag nur noch minimal unter Vortag bei 67,65 USD. Auch der DAX dreht 1 Prozent ins Plus bei 22.650 Punkten. Auslöser ist die Verschiebung des US-Ultimatums an den Iran vom Wochenende und Trump-Aussagen, man sei in „guten Gesprächen“.

Im Mittelpunkt der neuen Verkaufswelle steht die verschärfte Lage im Iran-Krieg. Dabei sorgten neue Drohungen von Donald Trump gegen wichtige Energie-Infrastruktur am Wochenende für zusätzliche Verunsicherung an den Märkten.

Vortag

Hinter Gold und Silber liegt bereits eine verlustreiche Woche. Der Goldpreis rutschte insgesamt um 10 Prozent ab (-12 % in EUR) – am Freitag um 3,3 Prozent auf 4.497 USD (3.886 EUR). Silber geriet noch stärker unter Druck und verbilligte sich binnen einer Woche um 16 Prozent – auf zuletzt um 6,7 Prozent auf 67,91 USD (58,69 Euro).

Damit standen die Edelmetalle unter dem Eindruck der allgemeinen Marktschwäche. Zudem sorgten liquiditätsbedingte Verkäufe für zusätzlichen Druck. Auch die angeschlagene charttechnische Lage sowie restriktive Signale der US-Notenbank beschleunigten zuletzt den Kursrückgang.

Ausblick

Für die neue Woche gibt es am US-Terminmarkt erste Hinweise auf eine mögliche kurzfristige Bodenbildung im Gold-Futures-Handel. Allerdings stehen an der COMEX bereits am Donnerstag und Freitag wichtige Verfallstermine bei Gold und Silber an. Deshalb dürfte die Kursentwicklung weiter eng mit der Lage an den Aktien- und Anleihemärkten verknüpft bleiben.

Außerdem bleibt die geopolitische Komponente wichtig. Denn eine weitere Eskalation im Iran-Krieg könnte die Unsicherheit an den Märkten erneut verschärfen. Auf Konjunkturseite stehen zum Wochenauftakt das Verbrauchervertrauen in der Eurozone sowie der Chicago Fed National Activity Index im Fokus.

Mehr dazu: Goldpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten

Rückschlag bei Gold: Das verraten die aktuellen Terminmarktdaten

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Der Goldpreis knickt in einer Woche um 10 Prozent ein. Trotz der kräftigen Verluste kann der gesunkene Open Interest im US-Gold-Futures-Handel auf eine kurzfristige Bodenbildung hindeuten.

Goldpreis unter Druck: Goldbarren und Münzen vor Kurschart
Der Goldpreis korrigiert deutlich. Terminmarktdaten liefern Hinweise auf die weitere Entwicklung.

Goldpreis im Rückwärtsgang

Die vergangene Woche bescherte dem Goldpreis kräftige Verluste. Am Freitag schloss der Spotpreis bei 4.497 USD pro Unze (3.886 EUR). Damit verbilligte sich Gold innerhalb einer Woche um 10 Prozent (-12 Prozent in EUR). Die liquiditätsgetriebenen Verkäufe, gepaart mit dem Unterschreiten wichtiger charttechnischer Marken und Gegenwind bei den Zinserwartungen trieben den Abverkauf.

Der Goldpreis gerät unter Druck – doch sinkender Open Interest könnte eine Bodenbildung vorbereiten.

Mehr zu den Tagesbewegungen: Goldpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten

Update, 23. März 2026, 8:45 Uhr: Massive Verluste zum Wochenstart
Die neue Woche startet mit heftigen Verlusten bei Gold und Silber. Der Goldpreis verlor zeitweise 8 Prozent und büßte bei Kursen um 4.200 USD seinen gesamten Jahresgewinn ein. Die erneute Eskalation im Iran-Krieg und eine andauernde Liquidierungswelle drücken die Kurse weiter nach unten.

CoT-Daten 

Wie wirkte sich das auf den Handel am US-Terminmarkt aus? Dazu betrachten wir die aktuellen CoT-Daten per 17. März 2026, mit den Positionen der wichtigsten Händlergruppen im Geschäft mit Gold-Futures an der COMEX. Hier tat sich bis zum vergangenen Dienstag zunächst nicht viel – wie schon in den beiden Wochen zuvor.

Die Netto-Short-Position der Commercials sank um 2 Prozent auf 198.648 Kontrakte, während die Netto-Long-Position der Großen Spekulanten ebenfalls um 2 Prozent abnahm auf 159.869 Kontrakte.

CoT-Daten Gold vom 17. März 2026 und Gold-Optionen
CoT-Daten Gold vom 17. März 2026 und Gold-Optionen

 

CoT-Daten Gold, Netto-Positionen Commercials und Große Spekulanten sowie Open Interest; Verlauf seit 2020. Stand: 17. März 2026.
CoT-Daten Gold, Netto-Positionen Commercials und Große Spekulanten sowie Open Interest; Verlauf seit 2020. Stand: 17. März 2026.

Open Interest nimmt ab

Währenddessen ging der Open Interest gegenüber der Vorwoche nur 0,6 Prozent zurück auf 411.388 Kontrakte. Aber bis zum gestrigen Freitag nahm die Summe aller offenen Gold-Kontrakte dann um 2,7 Prozent ab auf 400.317 Kontrakte. Von Freitag zu Freitag ergibt sich ein Minus von 5,6 Prozent.

Dabei sank der Anteil der spekulativen Positionen am Open Interest leicht auf 48 Prozent. Anfang Dezember lag er noch bei 61 Prozent.

Im Optionshandel stieg der Open Interest um 9 Prozent auf 931.405 Optionen. Dabei sank die Put/Call-Ratio auf 0,633. Das heißt, auf 100 Put-Optionen kamen zuletzt 158 Call-Optionen (Vorwoche: 154). Somit stieg der überwiegende Goldpreis-Optimismus in diesem Handelssegment zum Freitag etwas an.

Goldbestände an der COMEX weiter gesunken

Die in den COMEX-Tresoren gelagerten Goldbestände nahmen gegenüber der Vorwoche um 500.000 Unzen ab auf 32,05 Millionen Unzen (Vorwoche: -530.000). Dabei sanken die Bestände der Kategorie „registered“ (sofort lieferbar) um 180.000 Unzen auf 16,51 Millionen Unzen (Vorwoche: -200.000 Unzen). Ihr Anteil an den Gesamtbeständen blieb konstant bei 51 Prozent.

Mit diesen Veränderungen stieg die physische Deckung im Gold-Futures-Handel auf 80 Prozent (Vorwoche: 77 Prozent). Aus historischer Sicht bleibt dies ein hoher Wert. Denn in den vergangenen Jahren war der Gold-Futures-Handel teilweise nur mit 30 Prozent gedeckt.




Mehr Auslieferungsanträge

Für eine physische Gold-Auslieferung Ende März liegen der COMEX nun 12.532 Anträge vor – 2.834 mehr als vor einer Woche. Das heißt, derzeit müssen rund 39 Tonnen geliefert werden. Zum Vergleich: Im Februar wurden 40.711 Anträge gestellt (126 Tonnen). Das bisherige Rekordhoch stammt vom Februar 2025 mit 76.567 Anträgen (238 Tonnen).

Zur Einordnung: CoT-Daten Gold – Wöchentliche Auswertung

Goldpreis-Ausblick

In der vergangenen Woche zeigten die Daten vom US-Gold-Futures-Handel eine fragile Gemengelage, worauf die deutliche Goldpreis-Korrektur einsetzte. Mit dem jüngsten Kursrückgang ist aber auch der Open Interest deutlich gesunken. Das heißt, der Abverkauf lockte bislang kaum neue Short-Seller an. Dies eröffnet – unabhängig von den übrigen Rahmenbedingungen (Liquiditätsschock) – Chancen auf eine kurzfristige Bodenbildung. 

Tipps für Anleger: Gold kaufen – Wie man sicher und günstig Edelmetall erwirbt

Goldpreis unter Druck durch starken Dollar? Warum diese Regel oft nicht aufgeht

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Starker Dollar, schwacher Goldpreis? Dieses einfache Marktgesetz gerät immer wieder ins Wanken. Die entscheidenden Treiber liegen tiefer.

Der Zusammenhang zwischen Dollar und Gold sorgt aktuell wieder für Diskussionen. Als gesetzt gilt: Steigt der US-Dollar, gerät der Goldpreis unter Druck. Doch genau dieses Muster funktioniert in der Praxis längst nicht immer so eindeutig. Zwar wird Gold in US-Dollar gehandelt, weshalb ein stärkerer Greenback das Metall für Käufer außerhalb der USA verteuert und tendenziell die Nachfrage dämpft . Dennoch greift diese einfache Erklärung oft zu kurz.

Nicht der Dollar bewegt den Goldpreis – beide reagieren auf Zinsen, Kapitalströme und Erwartungen.

Mehr als nur ein Wechselkurs-Effekt

In vielen Marktphasen zeigt sich, dass Gold und Dollar nicht strikt gegensätzlich verlaufen. Der Grund: Hinter beiden stehen dieselben Treiber. Zinsen, Kapitalströme und Erwartungen bestimmen die Richtung an den Finanzmärkten deutlich stärker als der Wechselkurs allein. Steigende Zinsen etwa stärken häufig den Dollar, während sie gleichzeitig die Attraktivität von Gold als zinslose Anlage mindern

Mehr dazu: Geldpolitik & Zinsen und ihr Einfluss auf den Goldpreis

Goldpreis und Dollar – Der eigentliche Zusammenhang

Der oft zitierte Zusammenhang „Dollar schwach, Gold stark“ ist deshalb häufig nur ein Nebenprodukt dieser Mechanismen. Entscheidend sind vor allem die Realzinsen – also die Verzinsung nach Abzug der Inflation. Sie gelten seit Jahrzehnten als einer der wichtigsten Einflussfaktoren für den Goldpreis

Lesen Sie die vollständige Analyse im Goldreporter-Gastbeitrag bei Gold & Co.: Warum der Goldpreis nicht einfach dem Dollar folgt

Gold kaufen nach Preissturz? Aufgelder und Spreads bleiben hoch

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Gold- und Silberpreise brechen ein. Doch im Edelmetall-Handel steigen Aufgelder und Spreads weiter – Käufer nutzen den Rücksetzer.

Goldmünzen und Euro-Scheine im Edelmetall-Handel – Preise für Gold und Silber gefallen
Krügerrand-Goldmünzen neben Euro-Scheinen: Trotz fallender Kurse bleiben Aufgelder im Edelmetall-Handel erhöht.

Silber und Gold eingebrochen

Die Edelmetalle befinden sich in einer Korrektur. Am Freitagnachmittag um 14 Uhr kostete die Feinunze Gold am europäischen Spotmarkt 4.673 USD bzw. 4.041 EUR. Damit sank der Goldpreis innerhalb einer Woche um 9 Prozent. Der Silberpreis brach sogar um 15 Prozent ein auf 71,82 USD bzw. 62,25 EUR. Das war der Zeitpunkt der wöchentlichen Goldreporter-Analyse der Preisdaten aus dem deutschen Edelmetall-Handel.

Mehr dazu: Livecharts und tagesaktuelle Berichte finden Sie unter Goldpreis aktuell

Langsame Entspannung im Handel

„Die Lage auf der An- und Verkaufseite beruhigt sich nach Wochen langsam, wobei der deutliche Kursrückgang gestern natürlich wieder Käufer animiert hat, die auf sinkende Preise gewartet hatten, um jetzt Investmentkäufe zu tätigen“, erklärte Dominik Lochmann, Geschäftsführer ESG Edelmetall-Service, am Donnerstag gegenüber Goldreporter.

Dabei seien die Hersteller aufgrund einer normalisierten Nachfrage wieder fast komplett lieferfähig. Die Hersteller arbeiteten auch nach einer Marktnormalisierung immer noch etwas länger in Vollauslastung, da die leergekauften Lager erst einmal wieder auf den Sollbestand aufgefüllt werden müssen.

In den vergangenen Monaten war die Nachfrage nach Anlagemetallen stark gestiegen. So berichtet Walter Hell-Höflinger vom Wiener Edelmetall-Händler Gold & Co: „Besonders stark war der Andrang im Dezember 2025 und im Februar 2026 – in diesen Monaten verzeichneten wir teilweise doppelt so viele Kundenkontakte wie üblich.“ Im Silberbereich sei es aufgrund der stark gestiegenen Nachfrage relativ rasch zu Engpässen gekommen. Er berichtete zuletzt von Lieferzeiten, die noch bis in den April hineinreichen.




Gold kaufen: Aufgeld und Spreads gestiegen

Der Blick auf die aktuellen Daten offenbart einen weiteren Anstieg von Aufgeld und Spreads für die gängigsten Goldanlageprodukte. Hier die Übersicht der Datenauswertung mit Durchschnittspreisen, die aus den Angeboten von sechs Händlern zusammengeführt wurden (Vergleichswerte jeweils zum 13. März 2026):

  • Krügerrand (neu): Ø 4.198 Euro (-423 Euro), Aufgeld 3,89 Prozent nach zuvor 3,67 Prozent. Ältere Jahrgänge sind durchschnittlich 86 Euro günstiger.
  • 100-g-Goldbarren: Ø 13.314 Euro (-1.342 Euro), Aufgeld steigt auf 2,46 Prozent nach zuvor 2,26 Prozent.

In diesem Zuge stiegen die Spreads bei Krügerrand-Münzen auf ein 6-Wochen-Hoch – mit Ø 7,25 Prozent. Bei 100-g-Goldbarren ergibt sich ein Anstieg auf 6,1 Prozent beim Abstand zwischen Verkaufs- und Ankaufspreisen.

Mehr dazu: Die besten Goldmünzen zur Kapitalanlage

Preisdaten vom 20. März 2026: Durchschnittswerte deutscher Edelmetallhändler für Krügerrand, Maple Leaf, Silberbarren und Goldbarren.
Preisdaten vom 20. März 2026: Durchschnittswerte deutscher Edelmetallhändler für Krügerrand, Maple Leaf, Silberbarren und Goldbarren.

Silber kaufen: Aufgeld gestiegen und Münzen-Spreads gefallen

Auch im Silberhandel sind die Preise nicht in vollem Umfang mit dem Kursverfall zurückgekommen:

  • Maple Leaf (neu): Ø 85,90 Euro (-14,48 Euro), Aufgeld steigt auf 38 Prozent (Vorwoche: 37 Prozent). Ältere Jahrgänge durchschnittlich 6,13 Euro günstiger.
  • 1-kg-Silberbarren: Ø 2.659 Euro (-429 Euro), Aufgeld bei 33 Prozent, nach 31 Prozent in der Vorwoche.

Gesunken sind die Spreads bei Silbermünzen (37 %), aufgrund eines leicht erhöhten Ankaufspreisniveaus. Dagegen ergab sich bei Silberbarren ein Anstieg auf 41,5 Prozent.

Gold kaufen – Fazit

Für Edelmetall-Käufer lautet die Devise weiterhin: Preise und Angebote gut vergleichen. Denn die starken Kursschwankungen bei den Edelmetallen stellen Anleger und Händler weiter vor besondere Herausforderungen. Dabei spielt im Rahmen steigender Aufgelder und Spreads auch die Risikoabsicherung eine Rolle. 

Mehr dazu auch im Goldreporter-Experten-Interview zur Lage auf dem Silbermarkt: „Niemand will Risiken eingehen“

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Silber-Boom: Türkei importiert erneut Rekordmenge

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Die Silberimporte der Türkei sind mit Februar auf einen neuen Rekordwert von mehr als 350 Tonnen gestiegen – trotz hohem Silberpreis. 

Silber-Importe der Türkei erreichen Rekordniveau – Edelmetallhandel mit physischem Silberbarren
Die Türkei importiert so viel Silber wie nie zuvor und stärkt ihre Rolle als internationaler Umschlagplatz für Edelmetalle.

Silberimporte der Türkei mit neuem Rekord

Die Türkei hat im Februar erneut eine Rekordmenge an Silber eingeführt. Nach Angaben der Borsa Istanbul beliefen sich die Importe auf 359,19 Tonnen. Schon im Vormonat war mit 273 Tonnen ein neuer Höchstwert erreicht worden. Diese Liefermenge wurde jetzt noch einmal um 29 Prozent übertroffen.

Gegenüber dem Vorjahresmonat haben sich die Silberimporte der Türkei versiebenfacht – und das trotz des starken Silberpreis-Anstiegs. Der Durchschnittspreis im Februar (CME Spot) lag bei 82,25 USD pro Unze. Innerhalb eines Jahres hat sich Silber um 165 Prozent verteuert.

Türkische Silberimporte explodieren auf Rekordniveau – ein Großteil dürfte in internationale Märkte weiterfließen.

Mehr dazu: Silber- und Goldpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten

Naheliegend ist, dass diese außergewöhnlich große Silbermenge nicht vollständig für den inländischen Bedarf oder die Verarbeitung – etwa im Schmucksektor – vorgesehen war. Die Türkei gilt seit Jahren als zentraler Umschlagplatz für Edelmetalle, insbesondere mit Blick auf wichtige Absatzmärkte in Asien.




Goldeinfuhr bleibt gedeckelt

Währenddessen stieg die Goldeinfuhr der Türkei im Februar gegenüber dem Vormonat um 29 Prozent auf 10,07 Tonnen. Allerdings blieb die Liefermenge damit auf dem 12-Monats-Mittel von 10 Tonnen gedeckelt. Gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnete man einen Rückgang der Goldimporte um 13 Prozent.

 

Monatliche Gold-Importe der Türkei seit 2017 in Kilogramm, Stand: Februar 2026
Monatliche Gold-Importe der Türkei seit 2017 in Kilogramm, seit Jahren gedeckelt. 12-Monats-Schnitt bei 10 Tonnen (Quelle: Borsa Istanbul)

Hintergrund – Goldtradition, hohe Inflation

Die Türkei zählt traditionell zu den Ländern mit ausgeprägter privater Nachfrage nach Gold und Silber – insbesondere im Schmuckbereich. Diese Nachfrage war in den vergangenen Jahren deutlich preissensibel. Umso mehr überraschen die Rekordzahlen im Silberbereich. 

Gold wird in der Türkei von Privatleuten auch zum Schutz vor der permanent hohen Inflation gekauft. Die offizielle Inflationsrate lag im Februar laut TCMB bei 31 Prozent. Seit ihrem Höchststand im Oktober 2022 (85 Prozent) ist sie zwar deutlich gesunken, zuletzt zog die Teuerung im Land aber wieder an.

Mehr dazu: Goldmarkt international – Nachfrage, Förderung, Marktanalyse

Deutsche Goldreserven: Lagerdebatte im Bundestag – die Positionen der Parteien

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Im Bundestag ist über die Lagerung deutscher Goldreserven gestritten worden. Während die AfD die Heimholung fordert, verteidigen andere Parteien die Strategie – und die Linke geht noch weiter.

Bundestag debattiert über deutsche Goldreserven und deren Lagerung im Ausland
Im Bundestag wurde über die Lagerung deutscher Goldreserven und eine mögliche Rückholung diskutiert.

Streit um Lagerung deutscher Goldreserven

Der Bundestag hat über die Lagerung deutscher Goldreserven debattiert. Anlass war ein Antrag der AfD, sämtliche Bestände aus dem Ausland nach Deutschland zurückzuholen. Die übrigen Fraktionen lehnten dies ab und verteidigten die bisherige Strategie der Bundesbank.

Im Kern geht es um die Frage: Ist die Lagerung in New York und London ein Risiko – oder ein strategischer Vorteil? Während die AfD auf maximale Kontrolle im Inland setzt, sehen CDU/CSU, SPD und Grüne gerade in der internationalen Verteilung einen entscheidenden Vorteil für Krisenzeiten. 

Beim deutschen Staatsgold prallen im politischen Streit Sicherheitsdenken, Marktlogik und politische Grundsatzfragen aufeinander.

AfD fordert vollständige Heimholung

Die AfD argumentiert, Gold sei ein zentraler Stabilitätsanker und müsse vollständig in Deutschland lagern. Die Auslandsbestände seien ein unnötiges Risiko, insbesondere in geopolitisch unsicheren Zeiten.

Zudem stellte sie die Kontrollpraxis der Bundesbank infrage. Eine vollständige physische Prüfung der im Ausland gelagerten Bestände habe es nach ihrer Darstellung nie gegeben. Auch das Argument, Gold müsse für Krisenfälle in New York verfügbar sein, wies die AfD zurück. In einer echten Währungskrise sei physisches Gold wichtiger als schneller Zugang zu Devisen.

Mehr zum Thema: Warum immer mehr Staaten Gold statt Dollar wählen – und was das für Anleger bedeutet

Union, SPD und Grüne verteidigen Verteilung

CDU/CSU, SPD und Grüne widersprachen geschlossen. Sie betonten, dass bereits mehr als die Hälfte der Goldreserven in Deutschland liege. Die übrigen Bestände seien bewusst in New York und London positioniert.

Die Argumentation: Im Krisenfall müsse Gold schnell gegen Devisen getauscht werden können. Gerade New York sei dafür entscheidend, weil dort der Zugang zum Dollarraum gewährleistet sei. London wiederum gilt als wichtigster Handelsplatz für Gold.

Zudem wurde betont, dass die Verwaltung der Goldreserven Aufgabe der unabhängigen Bundesbank sei. Politische Eingriffe könnten das Vertrauen in zentrale Institutionen schwächen.

SPD: Gold muss im Ernstfall schnell verfügbar sein

Die SPD hob besonders die Krisenlogik hervor. Gold werde nicht nur als Vermögenswert gehalten, sondern als strategische Reserve. Im Extremfall müsse es schnell mobilisiert werden können.

Wäre das Gold ausschließlich in Deutschland gelagert, müsste es im Krisenfall erst aufwendig transportiert werden. Das könne wertvolle Zeit kosten. Die derzeitige Lagerung ermögliche dagegen unmittelbare Reaktionen an den wichtigsten Finanzplätzen.

Grüne sehen „Scheindebatte“

Die Grünen bezeichneten die Diskussion als überzogen. Sie sehen keinen Anlass, an der Sicherheit der Lagerung in den USA zu zweifeln. Eine breite internationale Streuung erhöhe vielmehr die Handlungsoptionen.

Zudem argumentierten sie: Sollte es tatsächlich zu einem Bruch internationaler Eigentumsrechte kommen, wären die wirtschaftlichen Folgen ohnehin weit gravierender als die Frage des Goldstandorts.

Linke bringt Verkauf von Goldreserven ins Spiel

Die Linke lehnte den AfD-Antrag zwar ab, setzte aber einen eigenen Akzent. Sie stellte grundsätzlich infrage, ob Deutschland überhaupt so hohe Goldreserven halten müsse.

Angesichts der hohen Bewertung brachte sie ins Spiel, einen Teil der Bestände zu verkaufen. Damit ging die Linke über die eigentliche Lagerdebatte hinaus und stellte die Rolle von Gold als staatliche Reserve insgesamt zur Diskussion.

Fazit: Grundsatzfrage zu Goldreserven bleibt offen

Das vollständige Sitzungsprotokoll (Plenarprotokoll 21/64) lässt sich auf den INternetseite des Bundestages abrufen. Die Debatte zeigt: Beim deutschen Staatsgold geht es nicht nur um Lagerorte, sondern um grundlegende Fragen der Finanzstrategie.

Die AfD fordert maximale Kontrolle im Inland. Die Regierungs- und Oppositionsfraktionen setzen auf internationale Verfügbarkeit und Vertrauen in die Bundesbank. Die Linke stellt sogar den Bestand selbst infrage. 

Eine politische Mehrheit für eine vollständige Rückholung ist derzeit nicht in Sicht – die grundsätzliche Debatte über Rolle und Nutzung der Goldreserven dürfte jedoch weitergehen. 

Mehr dazu: Goldreserven weltweit: Aktuelle Zahlen, Länder-Ranking und Entwicklungen

Goldpreis unter 4.700 USD leicht stabilisiert – Markt verdaut den Abverkauf

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Goldpreis aktuell: Leichte Erholung auf 4.671 USD zum Wochenschluss. Nach dem Abverkauf bleiben Zinsausblick und Iran-Konflikt im Fokus.

Goldpreis heute

Der Goldpreis startet am Freitag mit leichten Gewinnen in den Handel. Um 8:00 Uhr kostete die Feinunze am europäischen Spotmarkt 4.671 US-Dollar beziehungsweise 4.042 Euro. Damit lag Gold 0,5 Prozent über Vortag, in Euro gerechnet betrug das Plus 0,7 Prozent.

Der Goldpreis stabilisiert sich zum Wochenschluss leicht, bleibt nach dem jüngsten Abverkauf aber klar im Korrekturmodus.

Dagegen blieb Silber unter Druck. Der Silberpreis gab um 1,7 Prozent nach auf 71,54 US-Dollar beziehungsweise 61,90 Euro. In Euro entsprach das einem Minus von 1,5 Prozent.

Dabei befinden sich die Edelmetalle weiter in einer Konsolidierungsphase. Der Goldpreis liegt inzwischen bereits 14 Prozent unter seinem Rekordhoch. In Euro beträgt der Abstand rund 11 Prozent. 

Vortag

Am Donnerstag gerieten Gold und Silber gemeinsam mit dem Gesamtmarkt deutlich unter Druck. Vieles sprach für einen technisch und liquiditätsgetriebenen Abverkauf. Belastet wurde das Marktumfeld durch den anhaltenden Iran-Konflikt und die nach der Fed-Sitzung weiter gestiegenen Zinsängste. Für 2026 wird derzeit keine Zinssenkung mehr eingepreist. Im ETF-Bereich kam es zu deutlichen Gewinnmitnahmen.

Dabei fiel der US-Dollar gegenüber dem Euro deutlich zurück. Das bremste den Rückgang bei Gold in Euro etwas ab, änderte aber nichts am schwachen Gesamtbild.

Der Goldpreis beendete den Tag rund 3,5 Prozent tiefer bei 4.650 US-Dollar. In Euro entsprach das 4.013 Euro und einem Minus von 4,6 Prozent. Silber verlor 3,4 Prozent auf 72,80 US-Dollar beziehungsweise 62,81 Euro. Im Tagesverlauf hatte Silber zwischenzeitlich sogar rund 11 Prozent im Minus gelegen. Gold notierte am Mittag zeitweise bis zu 6 Prozent unter Vortag.

Ausblick

Heute rücken die deutschen Erzeugerpreise für Februar sowie die Handelsbilanz der Eurozone für Januar in den Blick. Aus den USA stehen am Freitag keine bedeutenden Konjunkturtermine an.

Deshalb dürfte der Goldpreis zunächst vor allem von der allgemeinen Marktstimmung, der Entwicklung des Älpreises und möglichen neuen Signalen aus dem geopolitischen Umfeld beeinflusst werden. Nach dem heftigen Rücksetzer bleibt eine technische Gegenbewegung zwar möglich. Aber erst eine klare Stabilisierung über dem Bereich von 4.700 US-Dollar würde das Bild zum Wochenschluss etwas aufhellen.

Mehr dazu: Goldpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten

Goldpreis knickt ein – Milliardenabflüsse aus größtem Gold-ETF

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Gold und Silber geraten stark unter Druck: Parallel ziehen Investoren erhebliches Kapital aus den großen Edelmetall-ETFs ab. 

Goldpreis knickt ein – Milliardenabflüsse aus größtem Gold-ETF belasten den Markt
Der Goldpreis gibt deutlich nach, während Investoren Milliarden aus dem größten Gold-ETF abziehen.

Gold und Silber geben deutlich nach

Der Goldpreis hat zuletzt spürbar nachgegeben. Belastend wirken vor allem sinkende Erwartungen an Zinssenkungen sowie eine schwächere charttechnische Verfassung. Am Mittwoch schloss die Feinunze am Spotmarkt bei 4.828 US-Dollar (4.212 Euro). Auf Wochensicht ergibt sich damit ein Minus von 6,7 Prozent (Euro: -6,0 Prozent).

Zinsfantasie schwindet – Kapitalabflüsse aus ETFs verstärken den Druck auf Gold und Silber.

Auch Silber geriet stärker unter Druck. Der Preis fiel auf 75,53 US-Dollar beziehungsweise 65,88 Euro je Unze. Gegenüber der Vorwoche entspricht das einem Rückgang von rund 12 Prozent.

Mehr dazu: Tagesaktuelle Kursentwicklung unter Goldpreis aktuell

Deutliche Abflüsse aus Gold-ETFs

Parallel zur Preisschwäche ziehen Investoren Kapital aus den großen Edelmetallfonds ab. Beim weltweit größten Gold-ETF, SPDR Gold Shares (GLD), sank der Bestand bis zum 18. März 2026 auf 1.066,99 Tonnen. Das entspricht einem Wochenrückgang von 10,29 Tonnen.

Im Zeitraum vom 12. bis 18. März summierten sich die Nettoabflüsse auf rund 1,2 Milliarden US-Dollar.

Hintergrund: Der ETF-Mechanismus im Detail – Wie der Handel mit SPDR Gold Shares funktioniert




Silber-ETF ebenfalls unter Druck

Auch beim iShares Silver Trust zeigt sich ein ähnliches Bild. Innerhalb von fünf Handelstagen verringerte sich der Bestand um 275,66 Tonnen auf 15.264,40 Tonnen. Die damit verbundenen Kapitalabflüsse beliefen sich auf etwa 415 Millionen US-Dollar.

Gold- und Silberbestände in GLD und SLV per 18. März 2026 sowie die Veränderung gegenüber der Vorwoche.
Gold- und Silberbestände in GLD und SLV per 18. März 2026 sowie die Veränderung gegenüber der Vorwoche.

Während ein Anteil des SLV rechnerisch etwa eine Unze Silber abbildet, entspricht ein Anteil des GLD rund einem Zehntel einer Unze Gold.

ETF-Daten als Stimmungsbarometer

Die Entwicklung der ETF-Bestände gilt als wichtiger Indikator für die Positionierung institutioneller Anleger. Abflüsse sprechen häufig für Gewinnmitnahmen oder Umschichtungen, während Zuflüsse eher strategische Käufe signalisieren.

Für die kurzfristige Preisbildung dominieren jedoch weiterhin die Terminmärkte. ETF-Bewegungen wirken meist verzögert und spiegeln eher die mittelfristige Einschätzung größerer Marktteilnehmer wider.

Passend dazu: Nachrichten und Analysen zur internationalen Goldmarkt-Entwicklung

Warum Goldbarren diese Form haben – der Grund für die typische „Sargform“

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Warum sind Goldbarren trapezförmig? Die typische Form großer Goldbarren hat praktische Gründe – von der Herstellung bis zur Lagerung im internationalen Goldhandel.

Goldbarren auf einer Waage im Prüfbereich der Bundesbank (Bild: Deutsche Bundesbank)
Goldbarren im Prüfbereich der Bundesbank. Die typische trapezförmige Form erleichtert Stapelung und Handhabung großer Goldbarren im internationalen Handel.

Die typische Form von Goldbarren

Wer einmal einen großen Goldbarren gesehen hat, erkennt sofort ein auffälliges Merkmal: Die meisten Barren sind nicht rechteckig wie ein Ziegelstein, sondern besitzen eine leicht trapezförmige Form. Dabei ist die Oberseite größer als die Unterseite.

Goldbarren sehen weltweit ähnlich aus. Die charakteristische Form hat praktische Gründe – und ist ein Ergebnis jahrzehntelanger Handelsstandards.

Diese Bauweise wird gelegentlich auch als „Sargform“ bezeichnet. Sie ist kein Zufall, sondern das Ergebnis praktischer Anforderungen im internationalen Goldhandel.

Der klassische Zentralbankbarren

Die Form geht vor allem auf den sogenannten Good-Delivery-Barren zurück. Dieser Standard der London Bullion Market Association (LBMA) wird vom globalen Goldmarkt verwendet, insbesondere im Handel zwischen Zentralbanken und großen Finanzinstitutionen.

Ein solcher Barren besitzt typischerweise:

  • rund 400 Feinunzen Gewicht (etwa 12,4 Kilogramm)
  • einen Feingehalt von mindestens 995/1000 Gold
  • eine Seriennummer und Herstellerprägung

Diese Barren sind die zentrale Handelsform im internationalen Goldmarkt.

Warum Goldbarren sargförmig sind

Die charakteristische Goldbarren-Form gleicht einem Sarg – die Oberseite ist breiter als die Unterseite. Das hat mehrere praktische Gründe.

Bessere Handhabung
Ein 400-Unzen-Barren wiegt mehr als zwölf Kilogramm. Durch die schrägen Seiten konzentriert sich das Gewicht stärker im Zentrum des Barrens. Damit liegt die Masse stabiler in der Hand oder in den Fingern, wenn der Barren angehoben wird – er lässt sich generell besser greifen.

Sicheres Stapeln
Die trapezförmige Form erleichtert auch das Stapeln der Barren. Große Goldreserven werden meist in kompakten Blöcken gelagert. Dabei können die Barren versetzt oder abwechselnd gedreht gestapelt werden, sodass ihre schrägen Seiten stabil aufeinanderliegen.

Vorteile beim Gießen
Auch die Herstellung spielt eine Rolle. Gold wird bei großen Barren meist direkt in eine Form gegossen. Beim Abkühlen zieht sich das Metall leicht zusammen. Die schräge Form verhindert, dass der Barren in der Gussform festklemmt – er lässt sich besser lösen.

Gefühlssache
Auch bei kleineren Goldbarren ist diese Form beliebt. Durch die schmalere Unterseite konzentriert sich das Gewicht in der Hand auf eine kleinere Fläche. Dadurch kann das Goldstück subjektiv schwerer wirken als gleichförmige Barren.

Typische Oberfläche von Gussbarren

Bei gegossenen Goldbarren ist die Oberseite häufig leicht gewölbt oder unregelmäßig. Das liegt daran, dass das flüssige Gold in der Form von oben erstarrt und sich beim Abkühlen leicht zusammenzieht.

Auf dieser Fläche werden anschließend die wichtigsten Informationen eingeschlagen:

  • Hersteller
  • Gewicht
  • Feingehalt
  • Seriennummer

Bei kleineren Anlagebarren, die häufig geprägt werden, ist die Oberfläche dagegen meist glatt und gleichmäßig.

Eine Form, die sich weltweit durchgesetzt hat

Bis heute wird diese Bauweise auf der ganzen Welt verwendet – von Zentralbankreserven bis zu großen Handelsbeständen im Edelmetallmarkt.

Während kleinere Anlagebarren für Privatanleger bis etwa 1 Kilogramm meist rechteckig geprägt oder gegossen sind, besitzen größere Gussbarren bis heute die typische Sarg- oder Trapezform. Einige Hersteller bieten inzwischen auch kleinere Sargbarren für Privatanleger an.

Sie ist das Ergebnis von Handhabung, Produktion und jahrzehntelangen Handelsstandards.

Mehr zum Thema: Gold kaufen – worauf Anleger beim Edelmetall-Kauf achten sollten

Goldpreis rutscht unter 4.800 USD: Ölpreis, Zinsen und Charttechnik belasten

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Der Goldpreis fällt am Donnerstag auf 4.780 USD. Ölpreis über 110 Dollar, Zinsängste und technische Bedingungen setzen Gold weiter unter Druck.

Gold heute

Der Goldpreis startet am Donnerstag mit neuen Verlusten in den Handel. Um 8:15 Uhr kostete die Feinunze am europäischen Spotmarkt 4.780 US-Dollar. Das entsprach 4.167 Euro. Damit lag Gold 0,8 Prozent unter Vortag. Silber verlor noch stärker und fiel um 3,7 Prozent auf 72,60 US-Dollar beziehungsweise 63,30 Euro.

Dabei kommt der Druck nicht aus nur einer Richtung. Der Ölpreis steigt weiter und Brent notiert bereits bei 114 US-Dollar je Barrel. Das schürt neue Sorgen vor anhaltend hohem Preisdruck. Deshalb schwinden an den Märkten die Hoffnungen auf weitere Zinssenkungen. Außerdem hat sich das charttechnische Bild bei Gold zuletzt klar eingetrübt.

Der Goldpreis gerät unter Druck, weil steigende Ölpreise, zähe Inflation und sinkende Zinshoffnungen den Markt gleichzeitig belasten.[/anmerkung]

Update, 19. März 2026, 15:45 Uhr: Deutlicher Kurseinbruch
Gold und Silber kamen im Tagesverlauf gemeinsam mit dem Gesamtmarkt stark unter Druck. Das spricht für einen technischen und liquiditätsgetriebenen Abverkauf, nachdem der Iran-Krieg anhält und an den Märkten nach der gestrigen Fed-Sitzung keine einzige Zinssenkung in diesem Jahr mehr erwartet wird. Eine Stunde nach US-Börsenstart notierte der Goldpreis 4 Prozent im Minus bei rund 4.600 USD, Silber gab mit 70,40 USD sogar 7 Prozent ab. Dabei hatten die Edelmetalle am frühen Nachmittag jeweils 2 Prozentpunkte stärker im Minus notiert. Der DAX büßte 2,5 Prozent ein auf 22.890 Punkte.

Vortag

Schon am Mittwoch hatten die Edelmetalle kräftig nachgegeben. Zunächst belasteten überraschend starke US-Erzeugerpreise die Aussicht auf bald sinkende Zinsen. Am Abend bestätigte die US-Notenbank den restriktiven Ton. Denn für dieses Jahr wird nun nur noch maximal ein Zinsschritt erwartet.

Dadurch sackte der Goldpreis auf 4.818 US-Dollar ab. Das entsprach 4.207 Euro. Auf Dollarbasis stand ein Minus von 3,7 Prozent zu Buche. Es war bereits der sechste Verlusttag in Folge. Silber verlor fast 5 Prozent und fiel auf 75,39 US-Dollar. Parallel zog Brent weiter an auf 111 US-Dollar je Barrel. Zudem gaben die Aktienmärkte deutlich nach. Der DAX-Future lag zuletzt 2,3 Prozent im Minus.

Ausblick

Heute rückt die EZB in den Mittelpunkt. Das Ergebnis der aktuellen Ratssitzung steht an. Der Markt achtet nun besonders darauf, wie die Notenbank die neuen Inflationsrisiken durch höhere Energiepreise einordnet. Dabei gibt es bereits erste Erwartungen, in Frankfurt könnte ein deutlich restriktiverer geldpolitischer Kurs gefahren werden.

Außerdem stehen aus den USA neue Daten zum Immobilienmarkt, die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und der Philly-Fed-Index auf dem Programm. Deshalb dürfte es am Donnerstag erneut auf die Themen Zinsen, Inflation und Konjunktur ankommen. Für Gold bleibt das Umfeld damit vorerst angespannt.

Mehr dazu: Goldpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten

Goldpreis unter Druck: Kurzfristiger Aufwärtstrend gebrochen

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Goldpreis fällt unter wichtige Marken. Der Aufwärtstrend ist gebrochen – nun entscheidet die 50-Tage-Linie über die kurzfristige Richtung.

Goldchart in US-Dollar; Basis: CME Spot, Tagesschlusskurse vom 17. März 2026, 6-Monats-Betrachtung.
Goldchart in US-Dollar; Basis: CME Spot, Tagesschlusskurse vom 17. März 2026, 6-Monats-Betrachtung.

Aufwärtstrend bricht – Goldpreis testet wichtige Marken

Der Goldpreis hielt sich am Dienstag knapp über der Marke von 5.000 US-Dollar. Der CME-Spotkurs lag bei 5.001 USD (4.334 EUR). Auf Wochensicht ergibt sich ein Minus von 3,6 Prozent. Trotz des Rücksetzers bleibt seit Jahresbeginn ein Plus von rund 16 Prozent. Kurzfristig hat sich das Chartbild jedoch eingetrübt.

Der Goldpreis verliert an Momentum – entscheidend wird nun die Stabilisierung an der 50-Tage-Linie.

Mehr dazu: Goldpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten

Rücklauf bis zur 50-Tage-Linie

Mit dem jüngsten Kursrückgang ist der dreimonatige Aufwärtstrend gebrochen. Gleichzeitig fiel der Goldpreis unter die wichtige Marke von 5.100 USD, wo sich zuvor ein Doppelboden gebildet hatte.

Der Fokus liegt nun auf der 50-Tage-Linie, die als kurzfristiger Taktgeber fungiert. Darunter rücken weitere Unterstützungen bei 4.900, 4.800 und 4.650 USD in den Blick.




Sentiment kippt – aber noch kein Extrem

Das Marktumfeld hat sich abgekühlt. Der RSI (14 Tage) liegt bei 47 und signalisiert eine neutrale Lage – mit Tendenz in Richtung überverkauft. Gleichzeitig bleibt das übergeordnete Bild stabil: Die 200-Tage-Linie liegt weiterhin rund 23 Prozent unter dem aktuellen Kursniveau.

Euro-Goldpreis verliert an Dynamik

Auch in Euro zeigt sich die Schwächephase. Der Goldpreis schloss bei 4.334 EUR und damit rund 3 Prozent unter dem Vorwochenniveau. Dabei wurde nicht nur der kurzfristige Aufwärtstrend seit Jahresbeginn gebrochen, sondern auch eine wichtige Unterstützung unterschritten.

Aus charttechnischer Sicht liegt die nächste Zone bei 4.250 EUR. Weitere Marken folgen bei 4.230 EUR (50-Tage-Linie) und 4.130 EUR. Kritisch wird es im Bereich von 4.000 EUR, wo der übergeordnete Trend verläuft. Trotzdem bleibt die Jahresperformance mit rund 18 Prozent deutlich positiv.

Goldpreis in Euro, CME Spot, 6 Monate, Schlusskurse per 17. März 2026.
Goldpreis in Euro, CME Spot, 6 Monate, Schlusskurse per 17. März 2026.

Wichtige Marken im Euro-Goldchart

Nach unten gibt es aus charttechnischer Sicht zunächst Spielraum bis 4.250 EUR. Weitere Unterstützungen liegen bei 4.230 EUR (50-Tage-Linie) und 4.130 EUR. Kritisch wird es dann im Bereich von 4.000 EUR. Dort verläuft die Kante des steigenden 6-Monats-Trends. 

Seit Anfang des Jahres lag der Goldpreis in Euro zuletzt noch 18 Prozent im Plus. Das Sentiment ist mit einem RSI von 50 weiter klar im neutralen Bereich, was im aktuellen Kontext Spielraum für weitere Angaben lässt. 

Ausblick: Entscheidungsphase am gleitenden Durchschnitt

Der Goldpreis hat kurzfristig an Momentum verloren. Entscheidend wird nun, ob sich der Kurs an der 50-Tage-Linie stabilisieren kann. Denn davon hängt ab, ob es sich nur um eine Korrektur im Aufwärtstrend handelt – oder um den Beginn einer tieferen Konsolidierung.

Weitere Einordnungen und Detailanalysen finden sich im Bereich Gold Chartechnik

US-Erzeugerpreise steigen stärker als erwartet

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Die US-Erzeugerpreise überraschen im Februar nach oben. Der Inflationsdruck nimmt zu und dämpft Zinssenkungshoffnungen. Goldpreis sinkt.

Die US-Erzeugerpreise stiegen im Februar um 0,7 Prozent und damit deutlich stärker als erwartet. Auf Jahressicht kletterte die Produzenten-Inflation auf 3,4 Prozent. Treiber waren vor allem Güterpreise (+1,1 %), insbesondere ein massiver Anstieg bei Gemüse sowie höhere Energiepreise. Dienstleistungen verteuerten sich um 0,5 Prozent. Auch die Kernrate lag über den Prognosen. Die Daten sprechen gegen schnelle Zinssenkungen und unterstreichen den anhaltenden Inflationsdruck. Mehr dazu: Der Erzeugerpreisindex (PPI) für die Endnachfrage steigt im Februar via U.S. Bureau of Labor Statistics

Goldreporter-Kommentar: Der anhaltende Preisdruck spricht gegen schnelle Zinssenkungen der Fed. Kurzfristig belastet das Gold, mittelfristig bleiben Inflationsrisiken ein Argument für das Edelmetall. Aber der Goldpreis gab am Nachmittag erst einmal kräftig nach. Um 14:30 Uhr: 4.859 USD (-2,9 %).

Mehr dazu: Goldpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten

Deutsche Goldreserven: Bundestag debattiert über komplette Rückholung

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Die AfD will das deutsche Staatsgold komplett nach Deutschland holen – doch Bundesbank und Koalition sehen dafür bislang keinen Anlass.

Bundestag berät über die Rückholung deutscher Goldreserven aus dem Ausland
Im Bundestag steht ein Antrag zur Rückholung deutscher Goldreserven zur Debatte (Foto: Deutsche Bundesbank).

Debatte über Goldreserven

Der Bundestag befasst sich am Mittwochabend erstmals mit einem AfD-Antrag zur vollständigen Rückholung der deutschen Goldreserven aus dem Ausland. Nach Angaben des Parlaments ist für die erste Lesung eine 20-minütige Debatte vorgesehen. Anschließend soll der Vorgang zur weiteren Beratung an den Finanzausschuss überwiesen werden. Die Liveübertragung war für den heutigen Mittwoch, 18. März 2026 um 19:40 Uhr angekündigt.

AfD fordert vollständige Heimholung

In dem Antrag (21/4739) argumentiert die Fraktion, Deutschland verfüge mit rund 3.350 Tonnen über eine der größten Goldreserven weltweit. Gold sei ein wichtiger psychologischer und materieller Stabilitätsgarant des Euro.

Zudem verweist die AfD auf den stark gestiegenen Bilanzwert. Die Goldreserven hätten einen Wert von rund 460 Milliarden Euro erreicht. Gefordert wird ein konkreter Zeitplan, um sämtliche im Ausland gelagerten Bestände nach Deutschland zu holen.

Großteil der Goldreserven weiterhin im Ausland

Nach Angaben im Antrag lagern derzeit rund 51 Prozent des deutschen Staatsgoldes in Deutschland. Etwa 49 Prozent befinden sich weiterhin im Ausland – vor allem bei der Federal Reserve in New York sowie bei der Bank of England in London. Diese Bestände haben einen geschätzten Wert von rund 225 Milliarden Euro.

Die Bundesbank hatte bereits zwischen 2013 und 2017 große Teile des Goldes nach Deutschland zurückgeführt. Dennoch hält sie an der Lagerung im Ausland fest. Begründung: Gold soll im Bedarfsfall schnell an wichtigen Handelsplätzen verfügbar sein. Die geografische Streuung gilt als Teil der Krisenvorsorge.

Mehr dazu: Bundesbank: Gold-Überführung aus New York abgeschlossen

Politischer Widerstand erwartet

Der Vorstoß dürfte politisch umstritten bleiben. Vertreter von SPD und Union sehen keinen Handlungsbedarf. Kritiker argumentieren, die bestehende Lagerstrategie erhöhe die Flexibilität im Ernstfall. Eine vollständige Heimholung könne dagegen operative Nachteile mit sich bringen.

Mehr zum Thema: Goldreserven: Wo Staaten ihr Gold lagern – und warum sie es heimholen

Lockerere Kapitalregeln für US-Banken – Umsetzung dauert aber noch

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Neue Basel-Entwürfe entlasten US-Banken deutlich. Doch technische Details und politische Risiken könnten die Umsetzung bis 2027 verzögern.

US-Großbanken stehen vor einer Lockerung der Kapitalanforderungen. Die neuen Basel-Entwürfe fallen deutlich milder aus als die ursprünglichen Pläne von 2023, die teils zweistellige Kapitalaufschläge vorsahen.

Künftig sollen unter anderem strengere Berechnungsmodelle entschärft und provisionsbasierte Geschäftsbereiche weniger stark belastet werden. Gleichzeitig bleiben zentrale Fragen offen – etwa zur Nutzung interner Risikomodelle oder zur Bewertung nicht börsennotierter Wertpapiere.

Die Branche erhält nun 90 Tage Zeit zur Stellungnahme. Aufgrund technischer Details und politischer Abstimmungen dürfte eine finale Umsetzung jedoch frühestens Anfang 2027 erfolgen. Mehr dazu: Lockerere Kapitalregeln für US-Banken geplant – via Reuters

Goldreporter-Kommentar: Lockerere Kapitalregeln stärken kurzfristig die Kreditvergabe. Gleichzeitig wächst das systemische Risiko – ein Umfeld, in dem Gold strukturell gefragt bleibt.

Mehr dazu: Goldpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten

Goldabsatz in Südafrika rückläufig – Platin im Januar stark gefragt

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Südafrikas Gold-Absatz sinkt im Januar deutlich. Platinmetalle legen kräftig zu und dominieren den Mineralienmarkt.

Gold-Förderung in Südafrika – Goldbarren und Platinmetall im Bergbau
Gold-Förderung schwächer, während Platinmetalle im südafrikanischen Bergbau an Bedeutung gewinnen.

Gold-Absatz im Januar rückläufig

Nach dem Rekord im Dezember sind die Goldumsätze Südafrikas im Januar zurückgegangen. Laut Stats SA lagen die Erlöse bei 19,7 Milliarden Rand (rund 1 Milliarde Euro).

Das entspricht einem Rückgang von 37 Prozent gegenüber dem Vormonat, zugleich aber einem Plus von 36 Prozent gegenüber Januar 2025. Im Dezember war mit 31,5 Milliarden Rand ein neuer Höchstwert erreicht worden. Getrieben wurde dies auch durch den starken Goldpreis-Anstieg von rund 70 Prozent binnen eines Jahres.

Nach dem Dezember-Rekord fällt der Gold-Absatz deutlich zurück – während Platinmetalle von starker Industrienachfrage profitieren..

Mehr zum laufenden Kursgeschehen: Goldpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten

Platinmetalle stark gefragt

Deutlich stärker entwickelte sich der Markt für Platinmetalle (PGM). Die Umsätze mit Platin und Palladium erreichten im Januar 25,9 Milliarden Rand (1,3 Milliarden Euro). Das waren 12 Prozent mehr als im Vormonat und 122 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Sechs-Monats-Durchschnitt lag zuletzt bei 22,8 Milliarden Rand – ein Hinweis auf anhaltend hohe industrielle Nachfrage.

Der PGM-Sektor steuerte zu Jahresbeginn 23 Prozent zum gesamten Mineralienumsatz Südafrikas bei, Gold kam auf einen Anteil von 8 Prozent.

Gold-Produktion bleibt schwach

Die Goldförderung zeigte weiterhin kaum Dynamik. Im Januar lag sie lediglich 0,7 Prozent über dem Vorjahreswert. Dagegen stieg die Produktion von Platinmetallen um 11 Prozent. Südafrika bleibt zwar der weltweit größte Platinproduzent, allerdings veröffentlicht Stats SA nur relative Veränderungen und keine absoluten Fördermengen.

Strukturelle Belastungen im Goldsektor

Südafrika verlor bereits 2006 seine Position als größter Goldproduzent der Welt. Seitdem belasten sinkende Erzgehalte, steigende Förderkosten, fehlende Großfunde sowie wiederkehrende Streiks und Stromausfälle die Branche. Zusätzlich erschwert die extreme Tiefe vieler Minen eine Ausweitung der Förderung. Zwar profitieren die Produzenten aktuell vom hohen Goldpreis, der strukturelle Abwärtstrend im Sektor bleibt jedoch bestehen.

Mehr dazu: Goldmarkt international – Nachfrage, Förderung, Marktanalyse

Goldpreis knapp über 5.000 USD – Warten auf Fed-Entscheid und Inflationsdaten

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Goldpreis aktuell am Mittwoch leicht über 5.000 USD. Vor der Fed-Entscheidung rücken Inflation, Ölpreis und Zinsausblick in den Fokus.

Gold heute

Der Goldpreis hat sich zur Wochenmitte kaum bewegt. Am Mittwoch um 8 Uhr kostete die Feinunze am Spotmarkt 5.010 US-Dollar und 4.341 Euro. Das entsprach einem Plus von 0,1 Prozent gegenüber dem Vortag. Silber zeigte sich etwas fester und stieg um 0,75 Prozent auf 79,88 US-Dollar beziehungsweise 69,21 Euro.

Auch der Ölpreis blieb erhöht. Ein Barrel Brent wurde am Morgen zu 101 US-Dollar gehandelt. Zugleich lagen die Aktienfutures im Plus. Damit richten sich die Blicke nun klar auf die geldpolitische Entscheidung der US-Notenbank am Abend.

Der Goldpreis hält vor der Fed die 5.000-Dollar-Marke, während Öl, Inflation und Zinsausblick die Nervosität an den Märkten hochhalten.

Vortag

Am Dienstag hatte Gold den fünften Tagesverlust in Folge verbucht. Der Preis gab um 0,1 Prozent nach auf 5.001 US-Dollar je Unze beziehungsweise 4.332 Euro. Silber verlor 2 Prozent auf 79,11 US-Dollar und 68,53 Euro. Außerdem blieb die Lage am Ölmarkt angespannt. Denn Experten gehen weiter davon aus, dass sich die Blockade der Straße von Hormus nur mit einem Waffenstillstand lösen ließe. Europäische und asiatische Staaten lehnten es bislang weitgehend ab, Kriegsschiffe zu entsenden. Brent verteuerte sich am Dienstag auf 103 US-Dollar pro Barrel. Dabei zogen zuletzt auch die Anleiherenditen in den USA und Europa wieder an.

Ausblick – Fed-Sitzung

Am heutigen Mittwochabend steht nun das Ergebnis der Fed-Sitzung an. Mit einer Zinserhöhung rechnet der Markt zwar nicht. Entscheidend dürfte aber der Ausblick auf Inflation, Konjunktur und mögliche weitere Schritte sein. Bereits am Mittag werden zudem die US-Erzeugerpreise für Februar veröffentlicht. Sie könnten Hinweise darauf liefern, wie stark der Preisauftrieb auf Produzentenebene bleibt. Die heute anstehenden Quartalszahlen des Speicherchip-Herstellers Micron Technology können sich auf die Stimmung im Tech-Sektor auswirken.

Mehr dazu: Goldpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten

Goldpreis ringt um 5.000 USD – steigende Zinsen und Ölpreis im Fokus

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Goldpreis unter Druck: Trotz Nahost-Konflikt bleibt die 5.000-USD-Marke umkämpft. Steigende Zinsen und starker Dollar bremsen.

Goldpreis ringt um 5.000 USD – steigende Zinsen und hoher Ölpreis belasten den Markt
Goldpreis nahe 5.000 USD: Steigende Anleiherenditen und hoher Ölpreis setzen den Markt unter Druck.

Goldpreis ringt um 5.000 USD – Öl und Zinsen setzen Impulse

Der Konflikt im Nahen Osten hält die Märkte weiter unter Spannung. Während der Ölpreis (Brent) am Dienstag weiter über 100 US-Dollar je Barrel notierte, tat sich der Goldpreis schwer, die Marke von 5.000 US-Dollar zu verteidigen.

Steigende Zinsen und ein starker Dollar bremsen den Goldpreis – trotz geopolitischer Risiken bleibt die 5.000-USD-Marke umkämpft.

Am frühen Abend lag der Goldpreis am Spotmarkt bei 5.002 USD je Feinunze (4.339 EUR) und damit leicht unter Vortag. Innerhalb einer Woche kam Gold um 3,6 Prozent zurück, auf Eurobasis um 2,9 Prozent. Entsprechend dem Kursunterschied wertete der US-Dollar gegenüber dem Euro auf.

Mehr zum laufenden Kursgeschehen: Goldpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten

Zinsen steigen – Erwartungen verschieben sich

Im aktuellen Umfeld ziehen die Marktzinsen weiter an. Hintergrund sind gestiegene Inflationserwartungen und zugleich sinkende Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen – sowohl in den USA als auch in Europa.

Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen lag zuletzt bei 4,21 Prozent, nach 4,13 Prozent in der Vorwoche. In Europa fiel der Anstieg noch deutlicher aus: Zehnjährige Bundesanleihen rentierten bei 2,92 Prozent (Vorwoche: 2,86 Prozent). Das ist im Rahmen der wöchentlichen Goldreporter-Analyse der höchste Stand seit dem 4. Oktober 2023.

<a href="https://tradingeconomics.com/bonds" target="_blank" rel="noopener">Renditen</a> in den USA und Europa – Übersicht am 17. März 2026
Renditen in den USA und Europa – Übersicht am 17. März 2026

Gold und Zinsen: Zusammenhang brüchiger

Steigende Renditen gelten klassisch als Belastungsfaktor für Gold, während sinkende Zinsen den Preis stützen. Kurzfristig scheint dieses Muster erneut zu greifen.

Doch dieser Zusammenhang wird zunehmend überlagert. Die Renditen spiegeln längst nicht mehr nur Konjunktur- und Inflationserwartungen wider. Strukturelle Faktoren gewinnen an Gewicht: hohe Staatsverschuldung, steigende Emissionsvolumina und veränderte Anlagepräferenzen institutioneller Investoren.

Zugleich zeigt sich in geopolitischen Krisen ein paralleler Zufluss in Staatsanleihen und Gold. Beide Anlageklassen profitieren dann gleichzeitig – ein Umfeld, in dem klassische Korrelationen an Aussagekraft verlieren.

Einordnung & Hintergrund: Geldpolitik & Zinsen – Auswirkungen auf den Goldpreis

Ölpreis-Schock vor Fed- und EZB-Sitzung: Inflation rückt wieder in den Fokus

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Der Ölpreis über 100 Dollar erhöht den Inflationsdruck. Gleichzeitig stehen Fed- und EZB-Sitzungen an – Zinssenkungen werden damit immer unwahrscheinlicher.

Goldbarren vor Notenbankgebäuden und steigendem Ölpreischart als Symbol für Inflation und geldpolitischen Druck
Steigende Ölpreise und geldpolitische Unsicherheit rücken Gold erneut in den Fokus der Anleger.

Fed-Sitzung im Mittelpunkt

In dieser Woche richtet sich der Blick der Finanzmärkte zunächst auf die Sitzung der US-Notenbank. Die Entscheidung der Federal Reserve fällt am Mittwoch. Investoren hoffen auf Hinweise von Fed-Chef Jerome Powell, wie die Notenbank die geopolitischen Risiken und den jüngsten Anstieg der Energiepreise einschätzt.

Ölpreis über 100 Dollar, steigende Inflation und zögerliche Zentralbanken: Goldpreis bleibt im Spannungsfeld zwischen Zinsdruck und Krisenprämie.

Gerade die Frage, ob steigende Ölpreise den Inflationsdruck erneut verstärken könnten, dürfte eine zentrale Rolle spielen.

EZB folgt am Donnerstag

Nur einen Tag später entscheidet auch die Europäische Zentralbank über ihren Leitzins. Der EZB-Leitzins liegt derzeit bei 2,15 Prozent. Eine Änderung wird von Ökonomen allerdings nicht erwartet. Dennoch dürfte die Pressekonferenz der EZB genau verfolgt werden, denn zuletzt gab es überraschende Signale von der Inflationsseite.

Die Verbraucherpreise im Euroraum lagen zuletzt über den Erwartungen. Die Gesamtinflation stieg auf 1,9 Prozent, während zuvor nur 1,7 Prozent erwartet worden waren. Die Kerninflation lag bei 2,4 Prozent, gegenüber einer Prognose von 2,2 Prozent.

Damit zeigt sich, dass der Preisdruck nicht erschwunden ist.

Mehr dazu: Geldpolitik & Zinsen und ihr Einfluss auf den Goldpreis

Ölpreis verschärft Inflationsrisiko

Gleichzeitig hat der Iran-Krieg einen neuen Unsicherheitsfaktor geschaffen. Der Konflikt dauert inzwischen drei Wochen an und belastet zunehmend den globalen Energiemarkt. Der Ölpreis (Brent) hielt sich zuletzt über der Marke von 100 US-Dollar pro Barrel.

Im Mittelpunkt steht dabei weiterhin die Straße von Hormus, durch die normalerweise rund 14 Millionen Barrel Rohöl pro Tag transportiert werden. Solange der Schiffsverkehr dort eingeschränkt bleibt, könnten die Energiepreise weiter steigen.

Zinssenkungen werden schwieriger

Damit geraten die Erwartungen an eine lockerere Geldpolitik zunehmend unter Druck. Steigende Energiepreise wirken direkt auf die Inflation und erschweren es den Zentralbanken, die Zinsen zu senken.

Sollte sich der Ölpreisschock verfestigen, könnte sich der Zeitraum bis zu möglichen Zinssenkungen weiter nach hinten verschieben.

Konsequenzen für den Goldpreis

Für den Goldpreis ergibt sich daraus ein gemischtes Bild. Einerseits erhöhen geopolitische Risiken und steigende Energiepreise traditionell die Nachfrage nach sicheren Häfen. Der anhaltende Konflikt im Nahen Osten und die Gefahr eines längerfristig hohen Ölpreises könnten daher grundsätzlich unterstützend für Gold wirken.

Andererseits erschwert ein neuer Inflationsimpuls durch teurere Energie mögliche Zinssenkungen der Zentralbanken. Bleiben die Leitzinsen in den USA und Europa länger hoch, könnte dies den Dollar stärken und den Goldpreis zeitweise belasten.

Entscheidend dürfte deshalb sein, wie die Notenbanken auf den Ölpreisschock reagieren. Sollten Fed und EZB eine längere Phase hoher Zinsen signalisieren, könnte Gold kurzfristig unter Druck geraten. Gleichzeitig stützen ein Umfeld aus geopolitischen Risiken, Inflationssorgen und fragiler Konjunktur die strategische Nachfrage nach Gold langfristig.

Mehr dazu: Goldpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten