Marktzinsen steigen deutlich. Wie sich höhere Renditen auf Gold auswirken und warum der Zusammenhang derzeit nicht eindeutig ist.
Steigende Inflationserwartungen und Renditen verändern das Umfeld für Gold und andere Anlageklassen.
Marktzinsen ziehen deutlich an
Die kriegerische Auseinandersetzung im Nahen Osten wirkten sich in den vergangenen Wochen dramatisch auf die Entwicklungen an den Finanzmärkten aus. Nach der Blockade der Straße von Hormus, der Zerstörung bedeutender Energie-Infrastruktur und den andauernd widersprüchlichen Signalen aus Washington dominieren Unsicherheit und Volatilität. Die Entwicklungen sind begleitet von Sorgen um steigende Inflation, zerschlagenen Hoffnungen auf weitere Zinssenkungen und geschwächten Konjunkturaussichten. Der Drang nach Liquidität belastete zuletzt auch Gold und Silber. Im gleichen Zuge zogen die Marktzinsen deutlich an.
Steigende Zinsen sind ein wichtiger Faktor – doch ihr Einfluss auf Gold bleibt ambivalent.
Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen lag am Dienstag bei 4,32 Prozent. Damit stieg der Wert auf den höchsten Stand seit August 2025. Noch stärker zogen zuletzt die europäischen Marktzinsen an. Dabei nähern sich die Renditen in Italien und Griechenland nun wieder der 4-Prozent-Marke. Währenddessen rentierten Bundesanleihen erstmals in der von Goldreporter seit 2011 wöchentlichen Analyse über 3 Prozent.
Renditen in den USA und Europa – Übersicht am 31. März 2026
Einordnung – Zinsen und Gold
Steigende Zinsen (besser Realzinsen) wirken traditionell belastend für Gold. Dieser Aspekt spielt im aktuellen Umfeld aber nur eine untergeordnete Rolle. Mittel- und langfristig können stark anziehende Renditen sogar den Goldpreis stützen. Dann nämlich, wenn es im Umfeld ausufernder Staatsdefizite und öffentlicher Schulden zu einer systematischen Geldwertvernichtung (Inflation) kommt oder Staaten gar um ihre Zahlungsfähigkeit fürchten müssen. In der Eurokrise von 2010 bis 2012 wurde das mehr als deutlich.
Goldpreis steigt auf 4.556 USD. Iran-Konflikt, Öltanker-Angriff und Konjunkturdaten halten die Märkte am Dienstag in Bewegung.
Goldpreis am Montag
Der Goldpreis startet am Dienstag erneut fester in den Handel. Mit 4.556 USD bzw. 3.974 EUR pro Unze notierte Gold um 8:15 Uhr 1 Prozent über Vortag. Der Silberpreis legt um 2,5 Prozent zu auf 71,87 USD bzw. 62,69 EUR. startet moderat fester in die neue Woche. Das Barrel Brent-Öl liegt mit 110 USD leicht unter Vortag. Die Aktienfutures sind im moderat im Plus. Trump erwägt laut Wall Street Journal ein Kriegsende ohne Öffnung der Straße von Hormus, während Iran einen Öltanker nahe Dubai angreift und zugleich Drohungen eskalieren.
Gold zieht erneut an, während geopolitische Risiken und widersprüchliche Signale aus dem Nahen Osten die Märkte treiben.
Vortag
Gold und Silber gaben nach dem US-Börsenstart einen Großteil ihrer anfänglichen, teils technisch bedingten Gewinne wieder ab. Die Abschläge verliefen parallel zu den US-Aktienmärkten. Der Goldpreis beendete die Sitzung deshalb nur noch 0,4 Prozent über Vortag bei 4.510 US-Dollar. Weil der US-Dollar gleichzeitig anzog, schloss Gold in Euro dennoch 0,8 Prozent höher bei 3.935 Euro. Silber legte auf Dollarbasis um 0,6 Prozent zu und gewann in Euro 1 Prozent auf 61,18 Euro. Damit bleibt das Marktumfeld von hoher Unsicherheit geprägt. Vor allem die unklaren wirtschaftlichen und geopolitischen Perspektiven sorgen weiter für Liquidationen und kurzfristige Kapitalumschichtungen, von denen auch die Edelmetalle erfasst werden.
Ausblick
Zum Monatsende rücken in Deutschland neue Konjunkturdaten in den Fokus. Dabei könnten Zahlen zum Arbeitsmarkt, zu den Einzelhandelsumsätzen sowie zu den Export- und Importpreisen die Marktstimmung beeinflussen. Bereits die erste Schätzung zur März-Inflation hatte einen deutlichen Preisauftrieb signalisiert. In den USA stehen unterdessen die JOLTS-Daten zu den offenen Stellen, das Verbrauchervertrauen des Conference Board sowie der Chicago PMI auf der Agenda.
Deutschland senkt den Silbergehalt neuer Euro-Sammlermünzen. Ähnliche Maßnahmen gab es bereits 2010 bei den 10-Euro-Silbermünzen.
Weniger Silber in neuen Sammlermünzen
Die Bundesregierung hat beschlossen, den Silberanteil deutscher Euro-Sammlermünzen deutlich zu senken. Die Änderung betrifft sowohl 35-Euro- als auch 50-Euro-Ausgaben in Stempelglanzqualität.
Die 35-Euro-Münzen enthalten künftig statt Sterlingsilber (Ag 925) nur noch eine Legierung von Ag 500. Zudem sinkt das Gewicht von 18 auf 17 Gramm.
Auch die 50-Euro-Münzen sind betroffen. Hier fällt der Silbergehalt von Feinsilber (Ag 999) auf Ag 625. Außerdem wird das Gewicht von 22 auf 21 Gramm reduziert.
Weniger Edelmetall, höhere Nominale: Die Politik greift doppelt ins Sammelmünzsystem ein.
In der Erklärung des Bundesfinanzministeriums heißt es: „Die Anpassung gilt für alle Münzen, die ab diesem Jahr herausgegeben werden – auch für die zum Thema ‚Heilige Drei Könige‘.“
Einordnung Silberwert
Gemessen am aktuellen Silberpreis von rund 2 Euro pro Gramm liegt der Materialwert einer 50-Euro-Silbermünze in der neuen Stempelglanz-Ausführung derzeit bei etwa 26,25 Euro. In der ursprünglichen Variante hätte der Edelmetallwert rund 43,70 Euro erreicht – und damit nur noch etwa 13 Prozent unter dem Nominalwert gelegen.
Bei der ursprünglichen 50-Euro-Silbermünze hätte bereits ein Silberpreis von rund 2,27 Euro pro Gramm ausgereicht, um den Materialwert auf den Nominalwert anzuheben – ein Anstieg von lediglich rund 14 Prozent.
Bei der neuen Legierung liegt diese Schwelle dagegen erst bei etwa 3,81 Euro pro Gramm. Ausgehend vom aktuellen Preisniveau entspricht dies einem erforderlichen Anstieg von rund 90 Prozent.
Hintergrund: Silberpreis und Haushaltsregeln
werden, dass die Münzen zum Spekulationsobjekt auf die Edelmetall-Preisentwicklung werden. Außerdem will man vermeiden, dass die Ausgabe aus haushaltsrechtlichen Gründen unzulässig wird.
Währenddessen bleiben die technischen Parameter der Münzen in Spiegelglanzqualität unverändert.
Blick zurück: Bereits 2010 ähnliche Maßnahme
Damals noch kleineres Nominal: 10-Euro-Silbermünzen mit höherem Silberanteil vor der Reduzierung im Jahr 2010.
Ein vergleichbarer Schritt erfolgte bereits vor rund 15 Jahren. Goldreporter berichtete bereits 2010 über die Reduzierung des Silbergehalts bei den damaligen 10-Euro-Münzen. Der Feingehalt sank damals von 925 auf 625 Tausendteile. Gleichzeitig wurde das Gewicht von 18 auf 16 Gramm reduziert.
Schon damals zeichnete sich ab, dass steigende Silberpreise eine Anpassung notwendig machen. Denn der Materialwert soll den Nominalwert der Münzen nicht übersteigen.
Sammlerinteresse als Nebeneffekt
Die Entscheidung führte dazu, dass die letzten Münzen mit höherem Silberanteil besonders gefragt waren. Vor allem die finalen 925er-Ausgaben rückten stärker in den Fokus von Sammlern und Anlegern.
Nominale parallel angehoben
Das Bundesfinanzministerium reagierte schon zuvor auf den starken Silberpreis-Anstieg. 2025 hatte das BMF eine Anhebung der Nominale beschlossen. Ab 2026 gilt das neue System regulär: Jährlich erscheinen die Silbersammelmünzen mit Nominalen von 25 Euro und 35 Euro.
Denn eigentlich sollte eine der ersten Ausgaben mit dem neuen Nominalwert bereits im November 2025 erscheinen: die 25-Euro-Silber-Gedenkmünze „Heilige Drei Könige“. Die Ausgabe wurde jedoch wegen des stark gestiegenen Silberpreises ausgesetzt. Silber hatte sich 2025 um 129 Prozent verteuert.
Deutschlands Inflation steigt im März auf 2,7 Prozent. Vor allem Energie verteuert sich wieder spürbar, während die Kerninflation etwas niedriger ausfällt.
Die Inflationsrate in Deutschland hat im März 2026 voraussichtlich 2,7 Prozent betragen und damit den Erwartungen entsprochen. Gegenüber dem Vormonat legten die Verbraucherpreise um 1,1 Prozent zu. Auffällig ist vor allem der Energiesektor: Hier stiegen die Preise im Jahresvergleich um 7,2 Prozent. Es ist der erste Anstieg der Energiepreise seit Dezember 2023. Die Kern-Inflation ohne Nahrung und Energie lag laut Destatis bei 2,5 Prozent.
Goldreporter-Kommentar: Steigende Energiepreise könnten den Inflationsdruck wieder breiter in die Wirtschaft tragen und damit auch Zinssenkungsfantasien dämpfen.
Der Goldpreis liegt in China wieder deutlich über dem Weltmarkt. Der gestiegene Aufschlag signalisiert eine anziehende physische Goldnachfrage im asiatischen Markt.
China-Spread: Der Goldpreis-Aufschlag an der SGE liegt aktuell wieder deutlich über dem Europa-Spotkurs.
China-Spread als Nachfrageindikator
In China werden am Spotmarkt wieder deutlich höhere Goldpreise gezahlt als in Europa. Damit signalisiert der physische Markt in Asien eine starke Nachfrage.
Entscheidend ist dabei weniger die absolute Preisbewegung als der sogenannte China-Spread. Solange Gold an der Shanghai Gold Exchange (SGE) über dem Weltmarkt gehandelt wird, spricht das für anhaltenden Kaufdruck im Inland.
Am Freitag lag der Aufschlag bei rund 39 US-Dollar je Feinunze. Eine Woche zuvor hatte er noch etwa 12 US-Dollar betragen. Der Spread hat sich damit deutlich ausgeweitet.
Der China-Spread springt deutlich an – der physische Markt sendet ein klares Nachfrage-Signal.
Preisanstieg trifft auf wachsende Nachfrage
Sowohl in China als auch international sind die Goldpreise nach der deutlichen Korrektur zuletzt wieder gestiegen. In Shanghai kletterte die Goldnotierung innerhalb einer Woche um rund 250 US-Dollar je Unze, in Europa um etwa 224 US-Dollar.
Mit dieser Differenz lag der Goldpreis in China wieder deutlicher über dem globalen Niveau. Genau das ist entscheidend: Der physische Markt in China zeigt weiterhin relative Stärke gegenüber dem globalen Handel. Das verdeutlichen auch die erhöhten Lieferströme zwischen der Schweiz und China.
Messzeit: [Fr. 27.03.26, 14:30 h Shanghai] / [08:30 h MEZ Berlin]
Aufschlag China → Europa Spot: +39 USD/oz (23.03.26: 12 USD); Δ: +27 USD
Der China-Spread gilt als sensibler Gradmesser für die physische Goldnachfrage:
Positiver Spread → Nachfrageüberhang
Negativer Spread → schwächere Nachfrage
Die jüngsten Ausschläge deuten auf einen steigenden chinesischen Einfluss auf den internationalen Goldpreis hin. Solange China mehr für Gold zahlt als der Weltmarkt, bleibt ein wichtiger Nachfrageanker bestehen.
Fazit – Bedeutung Goldmarkt China
Der deutlich gestiegene Aufschlag zeigt: Die Nachfrage im chinesischen Goldmarkt hat zuletzt wieder spürbar angezogen. Damit gewinnt China erneut an Einfluss auf die Preisbildung im globalen Goldmarkt.
Methodik:SGE-Preis in CNY/Gramm zum Zeitpunkt 26.03.26; Umrechnung über 6,897 CNY/USD (Vorwoche: 6,888 CNY/USD). Vergleich mit zeitgleichem Spot-Goldpreis (FOREX). Angaben ohne Gewähr.
Goldpreis am Montagmorgen über 4.528 USD: Technische Erholung zum Wochenstart. Nahost-Konflikt und steigender Ölpreis sorgen für andauernde Unsicherheit.
Goldpreis am Montag
Gold startet moderat fester in die neue Woche. Am Montag um 8:30 Uhr kostete die Feinunze Gold am europäischen Spotmarkt 4.528 USD (3.932 EUR). Das entspricht einem Plus von 0,8 Prozent. Der Silberpreis steigt um 1,3 Prozent auf 70,65 USD bzw. 61,36 EUR. Auch der Ölpreis legt leicht zu auf 111 USD pro Barrel (Brent). Aus dem Nahen Osten kommen Signale einer weiteren Eskalation. Die Edelmetalle vollziehen eine technische Gegenbewegung.
Der Goldpreis stabilisiert sich über 4.500 USD – Charttechnik und Eskalationsdynamik im Iran-Konflikt im Fokus.
Gold und Silber hatten sich am Freitag nach den Abgaben der Vortage stabilisiert. Der Goldpreis stand zum Wochenende bei 4.493 USD (3.903 EUR), mit einem Tagesgewinn von 2,7 Prozent. Silber legte im gleichen Umfang zu auf 69,72 USD (60,56 EUR). Dabei blieb der Ölpreis mit 110 USD pro Barrel (Brent) angesichts der anhaltenden Unsicherheiten im Nahen Osten auf hohem Niveau.
Am Wochenende wurden der Kriegseintritt der Huthi-Miliz sowie die Ankunft von US-Truppen gemeldet, was die Lage im Iran-Konflikt weiter verkomplizieren könnte. Gleichzeitig setzt man auf Entlastung im Energiesektor durch verstärkte Pipeline-Öllieferungen aus Saudi-Arabien. Zudem ließ der Iran zuletzt mehrere pakistanische Schiffe die Straße von Hormus passieren. Am Goldmarkt hielt zuletzt die Liquidierungsphase an.
Ausblick
An den Finanzmärkten richtet sich der Blick am Montag auch auf wichtige Konjunkturdaten. In Deutschland wird die erste Schätzung der März-Inflation veröffentlicht. In den USA stehen der Einkaufsmanagerindex der Dallas Fed sowie eine Rede von Jerome Powell an der Harvard University im Fokus.
CoT-Daten zeigen eine fortgesetzte Liquidationsphase am Goldmarkt. Open Interest fällt deutlich, während neue Short-Positionen bislang ausbleiben.
CoT-Daten Gold, Netto-Positionen Commercials und Große Spekulanten sowie Open Interest; Verlauf seit 2020. Stand: 24. März 2026.
CoT Daten Gold: Open Interest signalisiert Liquidationsphase
Die aktuellen CoT-Daten vom US-Terminmarkt zeigen einen weiteren deutlichen Rückgang des Open Interest. Dies deutet auf eine fortgesetzte Liquidationsphase im Gold-Futures-Handel hin. Per 24. März 2026 sank die Zahl offener Kontrakte im Wochenvergleich um 1,8 Prozent auf 403.925. Bis zum Börsenschluss am Freitag fiel der Open Interest weiter um rund 8 Prozent auf 369.845 Kontrakte. Auf Wochensicht ergibt sich damit ein Rückgang von 7,6 Prozent.
Der Goldpreis fiel in der vergangenen Woche deutlich. Die Terminmarktdaten zeigen jedoch, dass dieser Rückgang bislang nicht von einem breiten Aufbau neuer Short-Positionen begleitet wurde.
Der Rückgang des Open Interest signalisiert: Der Abverkauf wird von Liquidationen getrieben, nicht von neuen Short-Positionen.
Optionen signalisieren steigenden Optimismus
Im Handel mit Gold-Optionen zeigt sich nach dem jüngsten Verfallstermin erneut ein Aufbau von Positionen. Entscheidend ist dabei die Put/Call-Ratio: Mit aktuell 0,513 entfallen auf 100 Put-Optionen rund 195 Call-Optionen (Vorwoche: 0,633 bzw. 158 Calls je 100 Puts).
Der deutliche Rückgang der Ratio signalisiert einen gestiegenen Optimismus im Optionsmarkt. Dies deutet darauf hin, dass sich die Marktteilnehmer im Optionssegment bereits auf eine Stabilisierung einstellen, während der Terminmarkt noch von Liquidationen geprägt ist. Damit entsteht eine klare Divergenz zwischen Terminmarkt und Optionssegment.
CoT-Daten Gold vom 24. März 2026 und Gold-Optionen
Terminmarkt zeigt keine aggressive Short-Positionierung
Wir betrachten die Positionsveränderungen der einzelnen im CoT-Report ausgewiesenen Händlergruppen gegenüber der Vorwoche (Daten per vergangenem Dienstag).
Commercials: Die Netto-Short-Position stieg um 2,6 Prozent auf 203.828 Kontrakte. Auffällig ist der deutliche Ausbau der Absicherungen durch Produzenten und Verarbeiter. Diese sichern sich verstärkt gegen fallende Preise ab.
Große Spekulanten: Die Netto-Long-Position stieg zwar um 5,3 Prozent, gleichzeitig reduzierte das Managed Money (z.B. Hedgefonds) ihre Long-Engagements deutlich (-10 %). Dies deutet auf eine zunehmende Zurückhaltung im spekulativen Lager hin.
Weitere Erkenntnis: Die steigenden Netto-Positionen bei gleichzeitig fallendem Open Interest zeigen, dass Positionsverschiebungen vor allem innerhalb der Händlergruppen stattfanden – nicht durch frisches Kapital.
Die in den COMEX-Tresoren gelagerten Goldbestände nahmen gegenüber der Vorwoche um 340.000 Unzen ab auf 31,71 Millionen Unzen (Vorwoche: -500.000). Aber die Bestände der Kategorie „registered“ (sofort lieferbar) stiegen um 110.000 Unzen auf 16,62 Millionen Unzen (Vorwoche: -180.000 Unzen). Dabei nahm deren Anteil an den Gesamtbeständen zu auf 52 Prozent (+1 Prozentpunkt).
Mit diesen Veränderungen stieg die physische Deckung im Gold-Futures-Handel auf 85 Prozent (Vorwoche: 80 Prozent). Aus historischer Sicht bleibt dies ein hoher Wert. Denn in den vergangenen Jahren war der Gold-Futures-Handel teilweise nur mit 30 Prozent gedeckt. Die hohe physische Deckung signalisiert weiterhin eine vergleichsweise solide Absicherung des Futures-Marktes.
Mehr Auslieferungsanträge
Für eine physische Gold-Auslieferung Ende März liegen der COMEX nun 14.559 Anträge vor – 2.027 mehr als vor einer Woche. Das heißt, derzeit müssen rund 45 Tonnen geliefert werden, was im historischen Vergleich auf einem moderaten Niveau liegt. Zum Vergleich: Im Februar wurden 40.711 Anträge gestellt (126 Tonnen). Das bisherige Rekordhoch stammt vom Februar 2025 mit 76.567 Anträgen (238 Tonnen).
Terminmarkt-Ausblick
Die aktuellen Terminmarktdaten deuten darauf hin, dass der jüngste Abverkauf bislang vor allem durch Liquidationen geprägt ist. Eine nachhaltige Abwärtsdynamik würde typischerweise mit einem deutlichen Aufbau neuer Short-Positionen einhergehen – dieser ist derzeit jedoch nicht erkennbar.
Entscheidend ist nun, ob der Terminmarkt in eine Phase erneuter Positionierung übergeht oder ob die Liquidationsdynamik weiter anhält. Maßgeblich ist dabei weniger die Preisbewegung als die Entwicklung von Open Interest und Positionierung.
Gold und Silber fallen weiter, doch im Handel steigen Aufgelder und Spreads deutlich. Physisches Metall wird relativ zum Spotpreis teurer.
Trotz fallender Gold- und Silberpreise steigen im Edelmetall-Handel die Aufgelder und Spreads deutlich an.
Silber und Gold bleiben unter Druck
Silber- und Goldpreis befinden sich in einer Korrektur. Dabei bleibt die Volatilität bei den Edelmetallen hoch. Am Freitag um 13 Uhr kostete eine Feinunze Gold am Spotmarkt 4.421 USD, was 3.841 EUR entsprach. Damit sank der Goldpreis innerhalb einer Woche um weitere 5 Prozent. Im gleichen Zeitraum verbilligte sich die Silberunze um 15 Prozent auf 71,82 USD bzw. 62,25 EUR.
Gold kaufen: Sinkende Spotpreise treffen auf steigende Aufgelder im Edelmetall-Handel.
Gold kaufen: Aufgeld und Spreads weiter gestiegen
Im Edelmetall-Handel stehen Anbieter und Kunden weiter vor Herausforderungen. Vor allem im Silberbereich ist die Auswahl immer wieder stark eingeschränkt und die Preisunterschiede sind groß – sowohl innerhalb der Produktgruppen als auch zwischen den Händlern.
Der Blick auf die aktuelle Goldreporter-Analyse mit Preisdaten aus dem deutschen Edelmetall-Handel offenbart einen weiteren Anstieg von Aufgeld und Spreads für die gängigsten Goldanlageprodukte. Hier die Übersicht der Datenauswertung mit Durchschnittspreisen, die aus den Angeboten von sechs Händlern zusammengeführt wurden (Vergleichswerte jeweils zum 20. März 2026):
Krügerrand (neu): Ø 4.015 Euro (-183 Euro), das Aufgeld steigt auf 4,5 Prozent, nach zuvor 3,89 Prozent. Ältere Jahrgänge sind durchschnittlich 65 Euro günstiger.
100-g-Goldbarren: Ø 12.725 Euro (-589 Euro), Aufgeld steigt auf 3 Prozent, nach zuvor 2,56 Prozent.
In diesem Zuge steigen die Spreads bei Krügerrand-Münzen auf ein 7-Wochen-Hoch – mit Ø 7,43 Prozent. Bei 100-g-Goldbarren ergibt sich ein Anstieg auf 6,6 Prozent beim Abstand zwischen Verkaufs- und Ankaufspreisen.
Preisdaten vom 27. März 2026: Durchschnittswerte deutscher Edelmetallhändler für Krügerrand, Maple Leaf, Silberbarren und Goldbarren.
Silber kaufen
Auch im Silberhandel sind zwar die Preis gefallen, aber Aufgelder und Spreads weiter gestiegen:
Maple Leaf (neu): Ø 83,10 Euro (-2,8 Euro), Aufgeld steigt auf 40 Prozent (Vorwoche: 38 Prozent). Ältere Jahrgänge durchschnittlich 8 Euro günstiger.
1-kg-Silberbarren: Ø 2.561 Euro (-98 Euro), Aufgeld bei 35 Prozent, nach 33 Prozent in der Vorwoche.
Die Spreads liegen bei 37,5 Prozent (Silbermünzen) beziehungsweise 43,5 Prozent (Silberbarren). Das heißt, um diesen Prozentsatz müsste der Kurs steigen, damit man die Produkte theoretisch ohne Verluste wieder verkaufen kann.
Gold kaufen – Fazit
Wer Gold oder Silber kauft, sollte Preise und Angebote weiterhin genau vergleichen. Die hohe Volatilität treibt die Aufgelder und Spreads nach oben – auch als Reaktion auf steigende Risiken im Handel.
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Öl treibt die Inflation – doch der Goldpreis fällt. Der Blick in die 1970er zeigt, warum dieser Widerspruch nur kurzfristig ist.
Öl treibt die Inflation, während Gold auf Zinsen und Marktreaktionen reagiert.
Systembruch damals und heute
Mit dem Ende des Bretton-Woods-Systems begann Anfang der 1970er eine Phase tiefgreifender Unsicherheit. Als Richard Nixon die Goldbindung des Dollars aufhob, verlor das globale Finanzsystem seinen festen Anker. Wechselkurse schwankten fortan frei, Kapital bewegte sich ungebremster, und neue Risiken entstanden.
Die 1970er liefern die Blaupause – doch heute wirken steigende Ölpreise zunächst gegen Gold, weil Märkte sofort höhere Zinsen einpreisen.
Auch heute lässt sich ein struktureller Wandel erkennen. Zwar existiert kein formaler Bruch, doch steigende Staatsverschuldung, geopolitische Spannungen und eine zunehmend politisierte Geldpolitik stellen die Stabilität des Systems infrage. Der Unterschied liegt weniger im Auslöser als in der Geschwindigkeit der Anpassung.
Öl als Krisenbeschleuniger
In den 1970er-Jahren war Öl der zentrale Auslöser wirtschaftlicher Verwerfungen. Die OPEC nutzte ihre Marktmacht gezielt. Das Embargo im Zuge des Jom-Kippur-Krieg ließ die Preise explodieren. Wenige Jahre später folgte mit der Iranischen Revolution der nächste Angebotsschock.
Auch heute wirkt Öl wieder als externer Treiber. Konflikte im Nahen Osten und geopolitische Blockbildungen führen zu starken Preissprüngen. Energiepreise wirken erneut als Inflationsmotor – allerdings in einem Umfeld, das deutlich schneller auf solche Impulse reagiert.
Der entscheidende Unterschied: Geschwindigkeit
Hier liegt der zentrale Bruch zur Vergangenheit. In den 1970ern lief Inflation den Zentralbanken davon. Realzinsen waren häufig negativ, die Geldpolitik reagierte verzögert. Gold konnte davon direkt profitieren und stieg über Jahre hinweg massiv an.
Heute hingegen reagieren Märkte nahezu in Echtzeit. Steigende Ölpreise führen sofort zu höheren Inflationserwartungen. Diese schlagen unmittelbar auf Zinserwartungen durch.
Der Effekt:
Öl steigt
Inflationserwartungen steigen
Zinsen bleiben hoch oder steigen
Und genau das belastet Gold kurzfristig.
Warum der Goldpreis trotz Krise fallen kann
Gold reagiert weniger auf geopolitische Ereignisse als auf deren monetäre Folgen. Steigende Zinsen erhöhen die Opportunitätskosten der Goldhaltung. Gleichzeitig gewinnt der US-Dollar an Stärke, da Kapital in verzinsliche Anlagen fließt.
Kurzfristig kann sich daher ein scheinbarer Widerspruch ergeben: Während Öl als unmittelbarer Krisenprofiteur steigt, gerät Gold unter Druck.
Diese Phase ist jedoch häufig nicht von Dauer.
Zwei Phasen – ein Muster
Sowohl damals als auch heute lässt sich ein wiederkehrender Ablauf erkennen:
In den 1970ern dominierte Phase 2 über viele Jahre. Heute erleben Märkte Phase 1 deutlich schneller – Phase 2 kann jedoch folgen, wenn sich der Inflationsdruck verfestigt.
Kursvergleich Goldpreis (blau) vs. Öl (rot) seit 1999 (indexiert): Gold hat Öl langfristig deutlich outperformt – trotz zwischenzeitlicher Stärkephasen des Ölpreises. Die Beziehung zwischen Gold und Öl ist nicht stabil – sie kippt je nach Zinsumfeld zwischen Gleichlauf und Gegenbewegung.
Goldpreis als Spiegel des Vertrauens
Der historische Vergleich zeigt: Entscheidend für den Goldpreis ist nicht allein die Inflation, sondern das Vertrauen in das System. In den 1970ern führte die Kombination aus Inflation, Währungsunsicherheit und negativen Realzinsen zu einer historischen Rally.
Auch heute gewinnt Gold immer dann an Attraktivität, wenn reale Renditen unter Druck geraten und Zweifel an der Stab.
Fazit: Die Geschichte reimt sich – aber schneller
Die Parallelen zwischen den 1970ern und heute sind unverkennbar. Öl bleibt ein zentraler Auslöser für Inflation und wirtschaftliche Verwerfungen. Gold bleibt ein Gradmesser für Vertrauen.
Doch der Ablauf hat sich verändert. Märkte reagieren schneller, Zinsen wirken unmittelbarer, und kurzfristige Gegenbewegungen sind ausgeprägter.
Langfristig bleibt der Mechanismus jedoch intakt: Wenn Inflation anhält und reale Renditen unter Druck geraten, gewinnt Gold an Bedeutung – auch wenn der Weg dorthin heute volatiler verläuft.
Goldpreis steigt auf 4.454 USD. Erholung nach Abverkauf, Märkte reagieren sensibel auf Iran-Signale und die Ansagen aus Washington.
Goldpreis heute
Der Goldpreis startet mit einer Gegenbewegung in den Freitag. Um 8:15 Uhr notiert die Feinunze bei 4.454 USD bzw. 3.863 EUR. Das entspricht einem Plus von 1,7 Prozent. Auch Silber legt deutlich zu auf 69,76 USD (+2,6 %). Gleichzeitig steigt der Ölpreis weiter und erreicht 106 USD je Barrel (Brent).
Schon kleine Iran-Signale bewegen den Goldpreis – die Märkte bleiben nervös und reaktiv.
Vortag
Am Donnerstag dominierte Risikoaversion. Anleger suchten Liquidität. Dadurch gerieten Gold, Silber und Aktien gleichzeitig unter Druck. Der Goldpreis fiel um 2,8 Prozent auf 4.378 USD. Silber verlor 4,6 Prozent. Auslöser war die Eskalationsangst im Iran-Konflikt. Dann kam ein erneuter Impuls aus Washington: Kurz nach US-Börsenschluss verlängerte Donald Trump sein Ultimatum gegenüber Teheran auf den 6. April 2026.
Ausblick
Die Märkte bleiben extrem nachrichtengetrieben. Jede neue Aussage aus Washington bewegt die Kurse sofort. Dabei reagieren Gold und Silber besonders sensibel. Konjunkturdaten spielen aktuell nur eine Nebenrolle. Heute stehen das Verbrauchervertrauen der Universität Michigan und US-Großhandelsdaten an. Entscheidend bleibt aber die geopolitische Lage.
Gold und Silber bleiben unter Druck. ETF-Abflüsse bei Gold und Zuflüsse bei Silber zeigen eine klare Verschiebung im Anlegerverhalten.
Kapital verlässt Gold-ETFs – physisches Gold bleibt im Fokus der Anleger.
Gold und Silber weiter unter Druck
Die Goldpreis-Entwicklung steht weiter unter dem Einfluss des starken Kursrückgangs im März. Dabei wirkte sich neben dem charttechnischen Druck auch die allgemeine Liquidierungswelle an den Märkten negativ auf die Edelmetalle aus.
Am Mittwoch schloss der Goldpreis am Spotmarkt mit 4.513 USD bzw. 3.902 EUR pro Unze. Damit sanken die Notierungen im Vorwochenvergleich um 6,5 Prozent bzw. 7,4 Prozent (in EUR). Silber gab um 5,9 Prozent (6,6 %) nach auf 71,09 USD bzw. 61,49 EUR.
Der Verkaufsdruck hält an: Während Kapital aus Gold-ETFs abfließt, stützt starke Silber-Nachfrage den Markt nur teilweise.
Die Verkaufstendenzen bei Gold und Silber spiegeln sich auch in den jüngsten Zahlen aus dem ETF-Sektor wider. Der weltweit größte Gold-ETF, SPDR Gold Shares (GLD), meldet per 25. März 2026 Goldbestände in Höhe von 1.052,42 Tonnen. Damit wanderten innerhalb einer Woche 14,57 Tonnen ab.
Die Bestandminderung wurde begleitet von einem Netto-Kapitalabfluss von 2,1 Milliarden US-Dollar. Der Fonds ist offiziell mit einer Zehntel Unze Gold physisch gedeckt.
Anders sieht es beim iShares Silver Trust (SLV) aus. Denn der größte Silber-ETF verzeichnete im Zeitraum vom 19. bis 25. März 2026 eine Bestandzunahme von 249,16 Tonnen auf Gesamtbestände von 15.513,67 Tonnen. Dabei ergeben sich für diese Periode Netto-Investments von 559 Millionen US-Dollar. Pro ausgegebenem Anteilsschein muss der Betreiber eine Unze Silber einlagern.
Gold- und Silberbestände in GLD und SLV per 25. März 2026 sowie die Veränderung gegenüber der Vorwoche.
Gold-ETFs zeigen Anlegerstimmung
Die Bestandsentwicklung bei Gold-ETFs liefert wichtige Hinweise auf das Verhalten institutioneller Anleger. Abflüsse deuten oft auf Gewinnmitnahmen oder Umschichtungen hin. Zuflüsse sprechen dagegen eher für längerfristig orientierte Käufe.
Für die kurzfristige Preisbildung bleibt aber vor allem der Terminmarkt entscheidend. Denn ETF-Bewegungen laufen meist nachgelagert und bilden eher die mittelfristige Einschätzung großer Marktteilnehmer ab.
Goldpreis aktuell: Rückgang auf 4.447 USD am Donnerstag – technische Nachwirkungen des Kurseinbruchs und der Iran-Konflikt belasten die Kurse.
Goldpreis heute
Der Goldpreis startet schwächer in den Donnerstagshandel. Um 8:15 Uhr notiert die Feinunze bei 4.447 USD (3.847 EUR). Das entspricht einem Minus von 1,3 Prozent. Auch Silber gibt deutlich nach und fällt um 2,8 Prozent auf 69,25 USD. Hier prägen technische Nachwirkungen des jüngsten Kurseinbruchs weiterhin das Bild.
Die Märkte bleiben nervös – Gold reagiert empfindlich auf geopolitische Schlagzeilen und Zinssignale.
Vortag
Am Mittwoch konnte Gold zunächst deutlich zulegen, gab aber einenr Teil seiner Tagesgewinne wieder ab. Der Goldpreis schloss 0,7 Prozent fester bei 4.506 USD (3.898 EUR; +1,2 %). Silber beendete den Handelstag praktisch unverändert bei 71,24 USD (61,64 EUR; +0,5 %). Die Unsicherheiten über den Fortgang des Iran-Krieges hält an. Auch, weil es widersprüchliche Meldungen über tatsächliche Verhandlungen gibt und die USA Truppen in die Region schicken. Daneben stiegen die Importpreise (+1,5 %) und Exportpreise (+1,3 %) in den USA im Februar deutlich stärker als erwartet. Der Anstieg lag auf einem 4-Jahres-Hoch.
Ausblick
Heute rückt der Terminmarkt in den Fokus. Denn an der COMEX endet der Optionshandel für April. Der Futures-Verfall folgt am Freitag. Zudem stehen US-Arbeitsmarktdaten an.
Und am Abend äußern sich mehrere Fed-Vertreter. Damit bleiben die Impulse klar: Zinsen, Markttechnik und Geopolitik geben den Takt vor.
Zum Abschluss des ZukunftsForum Edelmetalle rückt das große Bild in den Fokus: Der globale Rohstoffkonflikt verschärft sich – mit klaren Folgen für den Goldpreis.
ZukunftsForum Edelmetalle 2026, Vortrag von Dr. Karsten Stromborn (Deutsche Bundesbank). Am ersten Konferenztag stand Gold im Fokus. Tag 2 war vor allem den Weißmetallen und den Rohstoffmärkten gewidmet (Bild: ZFE).
Vom Marktschock zum Systemblick
Zum Abschluss des zweiten und letzten Tages des ZukunftsForum Edelmetalle in Frankfurt verlagerte sich der Fokus. Nachdem am Montag vor allem der Status des Goldmarktes und die Ursachen des jüngsten Goldpreis-Einbruchs diskutiert wurden, rückte nun das übergeordnete Bild in den Mittelpunkt.
Die zentrale Frage lautete: Wie verändert der globale Wettbewerb um Rohstoffe die Perspektiven für Edelmetalle – insbesondere für Gold?
Der globale Rohstoffkonflikt verschärft sich – und stärkt die Rolle von Gold als strategischen Wertspeicher im geopolitischen Spannungsfeld.
Deutschland im Hintertreffen
Stefan Müller, DGWA GmbH (Bild: ZFE)
Stefan Müller von der Deutschen Gesellschaft für Wertpapieranalyse (DGWA) zeichnete ein kritisches Bild der deutschen Rohstoffstrategie.
Deutschland habe den internationalen Wettbewerb um Ressourcen weitgehend verschlafen. Während andere Staaten gezielt Projekte sichern und finanzieren, werde hierzulande zu stark auf die Industrie vertraut.
Zudem wirkten Bürokratie und langsame Prozesse als strukturelle Bremse.
Müllers Warnung: Als hochindustrialisierte Volkswirtschaft sei Deutschland extrem verwundbar gegenüber Versorgungsunterbrechungen – selbst bei kleinen Mengen kritischer Metalle.
Erik Kirschbaum, US-Journalist und Auslandskorrespondent (Bild: ZFE).
USA und Rohstoffe als Machtinstrument
Journalist und US-Korrespondent Erik Kirschbaum betonte den geopolitischen Kurs der USA unter Donald Trump.
Rohstoffe würden zunehmend als strategisches Druckmittel eingesetzt. Gleichzeitig wirke die aggressive Zollpolitik inflationär und könne die eigene Wirtschaft belasten.
Für den Goldmarkt entscheidend: Kirschbaum sieht die Rally der vergangenen Jahre vor allem als Ausdruck wachsender Unsicherheit – auch durch Zweifel an der Unabhängigkeit der US-Notenbank.
China baut seine Dominanz aus
Dr. Christoph Hein (FAZ) richtete den Blick auf China und dessen langfristige Strategie. Durch gezielte Investitionen, Infrastrukturprojekte und Landkäufe sichere sich China globalen Zugriff auf Rohstoffe. Besonders in Afrika sei das Land bereits stark präsent.
Zugleich sei China zentraler Treiber der industriellen Nachfrage – etwa bei Silber für die Solarindustrie. Für Gold besonders relevant: Die physische Nachfrage werde zunehmend von der asiatischen Mittelschicht getragen. Damit verschiebe sich das Machtzentrum des Goldmarktes weiter nach Osten.
Konsens auf dem Podium: Rohstoffknappheit bleibt
In der Podiumsdiskussion verdichteten sich die Einschätzungen:
Der Wettbewerb um Rohstoffe wird härter und politischer
Knappheit dürfte ein dauerhafter Inflationstreiber sein
Europa muss strategisch enger zusammenarbeiten
Der Zugriff auf Ressourcen erfolgt zunehmend machtpolitisch
Ein zentraler Punkt: Rohstoffsicherung erfordert langfristige Planung über viele Jahre – deutlich länger als politische Zyklen.
Angebot unter Druck – Mining, Recycling und neue Quellen
Auch die Angebotsseite liefert keine kurzfristige Entspannung.
Peter Tallman (Klondike Gold) verwies auf Kanada als stabile Förderregion mit weiterem Potenzial für neue Goldvorkommen.
Lukas Braun (Solar Materials) zeigte, dass Recycling – insbesondere von Photovoltaik-Modulen – künftig eine wichtige Silberquelle darstellt. Allerdings bleibt die Skalierung eine Herausforderung.
Prof. Dr. Carsten Drebenstedt (TU Freiberg) machte deutlich, dass Space Mining zwar langfristig relevant sei, aber keine kurzfristige Lösung für die Versorgungslage darstellt.
Tim Schwerdtfeger, Volkswagen AG: Man baue eigene Bestände auf, um die Abhängigkeit von globalen Lieferketten zu senken (Bild: ZFE).
Industrie priorisiert Versorgungssicherheit
Tim Schwerdtfeger, Rohstoff- und Devisenhändler bei der Volkswagen AG, gab einen Einblick in die Praxis eines Industriekonzerns.
Für Volkswagen steht nicht mehr die Preisoptimierung im Vordergrund, sondern die physische Verfügbarkeit von Edelmetallen.
Der Aufbau eigener Bestände und strategisches Hedging seien zentrale Instrumente.
Damit wird deutlich: Rohstoffe sind längst ein operatives Risiko geworden.
Marktstruktur im Wandel – Handel, ESG und neue Gold-Trends
Weitere Beiträge ergänzten das Bild:
Walter Hell-Höflinger, Gold & Co. (rechts) vermittelte Fachwissen zum Thema Goldfälschungen (Bild: Goldreporter).
Joachim Dünkelmann (BVJ) beschrieb eine Spaltung im Schmuckmarkt zwischen wachsendem Luxussegment und schwächelnder Mitte.
Hans-Werner Grunow (Capmarcon GmbH) betonte die zunehmende Bedeutung von ESG als Risikofaktor in Lieferketten.
Im Handel wurde von starken Nachfrageschwankungen, steigenden Logistikkosten und begrenzten Kapazitäten berichtet. Darüber referierte York A. Tetzlaff – Geschäftsführer, Fachvereinigung Edelmetalle.
Walter Hell-Höflinger (Gold & Co.) warnte als Sachverständiger vor den anhaltenden Risiken gefälschter Gold- und Silberprodukte in Europa.
Zudem gewinnt ein Trend an Bedeutung: Digital handelbares, physisch hinterlegtes Gold könnte die Marktstruktur langfristig verändern.
Fazit der Veranstaltung: Gold als strategischer Anker
Nach zwei intensiven Konferenztagen ergibt sich ein klares Gesamtbild:
Am ersten Tag stand der Goldpreis als kurzfristiges Marktphänomen im Fokus – geprägt von Liquidität, Technik und Kapitalströmen.
Am zweiten Tag wurde deutlich: Die eigentlichen Treiber liegen tiefer.
Geopolitische Konflikte verschärfen den Wettbewerb um Ressourcen
Rohstoffe werden zunehmend politisiert
Lieferketten geraten strukturell unter Druck
Inflation bleibt ein langfristiges Thema
Für Gold ergibt sich daraus ein strukturell unterstützendes Umfeld.
Denn Gold vereint mehrere Funktionen:
Absicherung gegen geopolitische Risiken
Schutz vor Kaufkraftverlust
strategischer Wertspeicher im globalen Systembruch
Die Quintessenz des ZukunftsForum Edelmetalle: Der aktuelle Preisrückgang ist Teil eines volatilen Marktumfelds – doch die langfristigen Argumente für Gold bleiben intakt.
Der Goldpreis hat nach dem Bruch wichtiger Marken deutlich verloren. Eine erste Stabilisierung läuft – doch die Bodenbildung ist noch nicht bestätigt.
Goldchart in US-Dollar; Basis: CME Spot, Tagesschlusskurse vom 24. März 2026, 6-Monats-Betrachtung.
Goldpreis-Korrektur – Suche nach dem Boden
Der Goldpreis geriet zuletzt deutlich unter Druck. Nach dem Rutsch unter die 50-Tage-Linie beschleunigten sich die Verkäufe. Zwischenzeitlich fiel der Kurs bis auf 4.408 USD (CME Spot). Gegenüber dem Rekordhoch vom 28. Januar 2026 bei 5.419 USD entspricht das einem Minus von rund 19 Prozent.
Am Dienstag stabilisierte sich Gold etwas und schloss bei 4.484 USD. Auf Wochensicht verbleibt dennoch ein Rückgang von 12 Prozent. Seit Jahresbeginn liegt der Kurs nur noch knapp im Plus.
Nach dem Bruch zentraler Chartmarken rückt die 200-Tage-Linie in den Fokus – erste Stabilisierung, aber kein klarer Boden.
Der charttechnische Schaden ist deutlich. Der übergeordnete Aufwärtstrend wurde gebrochen, der Kurs notiert klar unter dem 50-Tage-Durchschnitt. Gleichzeitig rückt die 200-Tage-Linie näher – aktuell liegt sie nur noch rund 10 Prozent entfernt.
Immerhin: Der Goldpreis drehte oberhalb der Unterstützung von 4.340 USD nach oben. Diese Zone wird nun zur Schlüsselmarke. Ein erneuter Test ist wahrscheinlich, bevor sich ein tragfähiger Boden ausbilden kann.
Der RSI liegt bei 31 und signalisiert eine nahezu überverkaufte Marktlage. Kurzfristig spricht das für eine technische Gegenbewegung.
Auf der Oberseite liegen die nächsten Widerstände bei 4.530 USD und 4.640 USD.
Euro-Goldpreis: ähnliche Lage
Auch in Euro zeigt sich das gleiche Bild. Der Goldpreis fiel im Tief auf 3.800 EUR und schloss zuletzt bei 3.861 EUR. Gegenüber der Vorwoche entspricht das einem Minus von 11 Prozent. Vom Rekordhoch bei 4.551 EUR ergibt sich ein Rückgang von 16,5 Prozent.
Die Unterstützung liegt bei 3.700 EUR. Widerstand ist im Bereich von 3.950 EUR zu erwarten. Erst oberhalb von 4.100 EUR würde sich das Chartbild wieder deutlich aufhellen.
Mit einem RSI von 32 bewegt sich auch der Euro-Goldpreis nahe am überverkauften Bereich. Der Abstand zur 200-Tage-Linie beträgt ebenfalls nur noch rund 10 Prozent.
Goldpreis in Euro, CME Spot, 6 Monate, Schlusskurse per 24. März 2026.
Ausblick: Boden oder nächste Abwärtswelle?
Die zentrale Frage bleibt offen: Reicht die aktuelle Stabilisierung für eine Bodenbildung – oder droht eine weitere Abwärtswelle?
Das Marktumfeld bleibt angespannt. Der Iran-Konflikt sorgt weiterhin für hohe Volatilität. Aus charttechnischer Sicht besteht noch Spielraum bis zur 200-Tage-Linie. Diese verläuft derzeit bei etwa 4.080 USD beziehungsweise 3.492 EUR.
Damit bleibt der Goldpreis kurzfristig anfällig – auch wenn eine technische Erholung jederzeit einsetzen kann.
Weitere Einordnungen und Detailanalysen finden sich im Bereich Gold Chartechnik
Die russische Zentralbank hat ihre Goldreserven im Februar 2026 um weitere 6 Tonnen reduziert. Der Anteil des Edelmetalls an den Gesamtreserven bleibt auf hohem Niveau.
Russland hat seine Goldreserven im Februar leicht reduziert – der Goldanteil bleibt dennoch hoch.
Rückgang der Goldreserven
Per Ende Februar beliefen sich die offiziellen Goldreserven Russlands auf 74,3 Millionen Unzen (rund 2.311 Tonnen). Damit verringerte sich der Bestand gegenüber dem Vormonat um rund 200.000 Unzen (etwa 6,2 Tonnen). Der bilanzierte Wert der Goldreserven lag zuletzt bei 384,02 Milliarden US-Dollar (Vormonat: 402 Mrd. USD). Damit ist der Rückgang auch wertseitig sichtbar, obwohl Ende Februar ein höherer Goldpreis erreicht wurde.
Russland verkauft erneut Gold – doch die strategische Rolle des Edelmetalls in den Reserven bleibt unverändert hoch.
Die gesamten internationalen Reserven Russlands werden aktuell mit 809,30 Milliarden US-Dollar angegeben. Daraus ergibt sich ein Goldanteil von rund 47 Prozent.
Damit bleibt Gold einer der wichtigsten Bestandteile der russischen Währungsreserven – trotz der jüngsten Reduzierung. In den vergangenen Monaten hatte sich das Inventar weitgehend stabil entwickelt, mit kleineren Schwankungen im Bereich von wenigen Hunderttausend Unzen. Allerdings hatte die Bank of Russia ihre Goldreserven auch im Januar um 300.000 Unzen reduziert.
Hintergrund: Haushalt und Rohstoffeinnahmen
Im vergangenen Jahr signalisierte das russische Finanzministerium, bei Bedarf auf Devisen- und Goldbestände zurückzugreifen. Hintergrund sind schwankende Energieeinnahmen sowie ein erhöhter Finanzierungsbedarf im Staatshaushalt. Die jüngsten Zahlen deuten darauf hin, dass solche Maßnahmen nun zumindest in begrenztem Umfang umgesetzt werden.
Die aktuellen Verkäufe bleiben für den globalen Goldmarkt überschaubar. Ein Volumen im Bereich von wenigen Milliarden US-Dollar hat kaum unmittelbare Auswirkungen auf den Preis.
Entscheidend ist zudem die Struktur der Transaktionen: Russische Goldbewegungen dürften überwiegend außerhalb westlicher Handelsplätze stattfinden. Aufgrund der Sanktionen verlagern sich mögliche Verkäufe vor allem in Richtung Asien und Nahost, etwa nach China, Indien oder in die Türkei.
Erst deutlich größere Abgaben oder ein koordinierter Trend staatlicher Verkäufe hätten das Potenzial, den Goldpreis nachhaltig zu beeinflussen.
Goldpreis zieht deutlich an. Hoffnung auf Entspannung im Iran-Konflikt stabilisiert die Märkte und hebt Edelmetalle sowie Aktien.
Goldpreis heute
Der Goldpreis startet am Mittwoch mit deutlichen Gewinnen. Um 8:15 Uhr notierte die Feinunze am europäischen Spotmarkt bei 4.560 US-Dollar (3.929 Euro). Damit ergibt sich ein Plus von 1,9 Prozent gegenüber Vortag.
Auch Silber legt zu. Der Preis steigt um 2,9 Prozent auf 73,31 US-Dollar (63,19 Euro). Gleichzeitig stabilisiert sich das Umfeld: Brent-Öl notiert knapp unter 100 US-Dollar je Barrel.
Hoffnung auf diplomatische Fortschritte hellt die Marktstimmung auf – Gold und Silber profitieren.
Die Risikostimmung hellt sich auf. Wir sehen technische Gegenbewegungen. Der DAX-Future gewinnt rund 1 Prozent auf 22.845 Punkte. Auch Bitcoin steigt auf 71.080 US-Dollar.
Vortag
Bereits am Dienstag setzte eine deutliche Erholung ein. Der Goldpreis schloss bei 4.474 US-Dollar (3.854 Euro) und damit 1,5 Prozent über dem Vortag. Auch Silber zog kräftig an. Der Kurs stieg um 3 Prozent auf 71,23 US-Dollar (61,37 Euro).
Der Rebound verlief parallel zu den Aktienmärkten. Auslöser waren neue Hoffnungen auf eine Deeskalation im Nahen Osten.
Dabei fiel der Ölpreis am Abend unter die Marke von 100 US-Dollar. Aussagen von Donald Trump über möglichen Verhandlungswillen Irans sorgten für Entspannung. Gleichzeitig bleiben Risiken bestehen, nachdem US-Truppenbewegungen in der Region gemeldet wurden.
Ausblick
Neben der geopolitischen Lage rücken heute Konjunkturdaten in den Fokus. In Deutschland wird der ifo-Geschäftsklimaindex veröffentlicht. In den USA stehen Import- und Exportpreise für Februar an. Zudem wird am Abend eine Rede von Fed-Mitglied Stephen Miran erwartet. Er war bis Januar Wirtschaftsberater von Donald Trump.
Damit bleiben Zinserwartungen und geopolitische Entwicklungen die zentralen Taktgeber für den Goldpreis.
Die Münze Deutschland hat die Bestellphase für die deutschen Euro-Goldmünzen des Jahrgangs 2026 eröffnet. Erstmals wird eine neue Münzsignatur verwendet. Wie attraktiv sind die Stücke für Anleger und Sammler?
Goldmünzen der Bundesrepublik Deutschland
Auch im Jahr 2026 gibt das Bundesfinanzministerium wieder drei Goldmünzen mit Euro-Nominal heraus. Wie gewohnt handelt es sich um Stücke zu 20 Euro, 50 Euro und 100 Euro. Die für den Vertrieb zuständige Münze Deutschland hat nun die Bestellfrist sowie die Ausgabetermine bekanntgegeben. Auch Preise werden genannt – wie zuletzt üblich, weiz im Vorfeld der Ausgabe. Die Goldmünzen können ausschließlich während der offiziellen Bestellphase geordert werden. Diese endet am 8. April 2026.
Neue Motive und Serien 2026
Die diesjährigen Ausgaben setzen etablierte Serien fort:
„Rückkehr der Wildtiere“ (20 Euro)
„Deutsches Handwerk“ (50 Euro)
„Meisterwerke der deutschen Literatur“ (100 Euro)
Damit bleibt die Struktur der deutschen Goldmünzen unverändert. Typischerweise stammt das Material aus Beständen der Bundesbank. Wie in den vergangenen Jahren erfolgt die Preissetzung frühzeitig. Gleichzeitig behielt sich die Münze Deutschland vor, Preise bei starken Marktbewegungen noch anzupassen.
20-Euro-Goldmünze „Wisent“
20-Euro-Goldmünze 2026 „Wisent“
Name der Münzreihe: „Rückkehr der Wildtiere“– Fünftes Motiv der Serie
Ausgabetag: 5. Oktober 2026
Prägestätte: Berlin (A), München (D), Stuttgart (F), Karlsruhe (G), Hamburg (J)
Münzrand: geriffelt
Gewicht: 3,89 g (1/8 Unze)
Durchmesser: 17,5 mm
Nominal: 20 Euro
Material: Feingold (999,9/1000)
Prägequalität: Stempelglanz
Preis aktuell: 589,50 Euro (Aufgeld aktuell: ca. 24 %; bei einem Goldpreis von 3.800 EUR pro Unze)
Name der Münzreihe: „Deutsches Handwerk“ – Viertes Motiv der Serie
Ausgabetag: 10. August 2026
Prägestätte: Berlin (A), München (D), Stuttgart (F), Karlsruhe (G), Hamburg (J)
Münzrand: geriffelt
Gewicht: 7,78 g (1/4 Unze)
Durchmesser: 22 mm
Nominal: 50 Euro
Material: Feingold (999,9/1000)
Prägequalität: Stempelglanz
Preis aktuell: 1.175,95 Euro (Aufgeld aktuell: ca. 24 %)
100-Euro-Goldmünze 2026 „Die Judenbuche“
100-Euro-Goldmünze „Die Judenbuche“
Name der Münzreihe: „Meisterwerke der deutschen Literatur“– Fortsetzung der Serie
Ausgabetag: 15. Juni 2026
Prägestätte: Berlin (A), München (D), Stuttgart (F), Karlsruhe (G), Hamburg (J)
Münzrand: geriffelt
Gewicht: 15,55 g (1/2 Unze)
Durchmesser: 28 mm
Nominal: 100 Euro
Material: Feingold (999,9/1000)
Prägequalität: Stempelglanz
Aktueller Preis: 2.294,95 Euro (Aufgeld aktuell: ca. 21 %)
Neuheit 2026: Digitale Signatur für Goldmünzen
Erstmals werden die Goldmünzen mit der sogenannten AuVerIn-Reliefsignatur versehen. Der Begriff „AuVerIn“ steht für: Authentifizierung (Echtheitsnachweis), Verifizierung (Überprüfung), und Information (digitale Zusatzinhalte; in Planung).
Wie funktioniert die Technik? Die AuVerIn-Signatur wird direkt in das Münzrelief integriert. Dabei handelt es sich also nicht um ein aufgesetztes Merkmal (wie etwa ein QR-Code), sondern um eine mikrostrukturierte Prägung, die Teil des Designs ist. Diese Struktur ist:
für das bloße Auge meist kaum erkennbar
aber mit geeigneten Geräten eindeutig auslesbar
fälschungssicher, da sie während des Prägevorgangs entsteht.
Damit erhält jede Münze eine Art individuelle „Fingerabdruck“-Struktur. Das heißt, die Reliefsignatur ist mehr als ein klassisches Sicherheitsmerkmal. Sie verbindet Fälschungsschutz, Identifikation und digitale Funktionen.
Allerdings sehen Kritiker in der AuVerIn-Technologie einen möglichen Schritt hin zu „trackbarem Gold“. Zwar speichert die Münze selbst keine persönlichen Daten. Doch in Verbindung mit externen Datenbanken könnte theoretisch eine Zuordnung zum Käufer erfolgen. Damit gerät ein klassischer Vorteil von physischem Gold – die Anonymität – zumindest perspektivisch unter Druck.
Dagegen könnte die Signatur für Sammler und den langfristigen Handel interessant sein – insbesondere, wenn sich digitale Zusatzfunktionen etablieren.
Einordnung: Euro-Goldmünzen als Anlage
Bei den Goldmünzen zu 20 Euro und 50 Euro handelt es sich in erster Linie um Sammlermünzen. Denn die Aufgelder liegen in der Regel deutlich über klassischen Anlagemünzen.
Anders sieht es bei den 100-Euro-Goldmünzen aus. Denn diese haben sich in den vergangenen Jahren teilweise als relativ günstige Alternative etabliert. Ältere Jahrgänge sind im Handel mit moderaten Aufschlägen erhältlich.
Schnäppchen-Alarm?
Ob sich eine Vorbestellung lohnt, hängt stark von der Goldpreis-Entwicklung ab. Steigt der Kurs bis zum Ausgabetermin deutlicher, ohne dass die Münze Deutschland eine Preisanpassung vornimmt, kann die Zuteilung preislich attraktiv sein.
Allerdings gilt:
Die Zuteilung erfolgt bei hoher Nachfrage oft nur anteilig
Große Stückzahlen sind in der Regel nicht verfügbar
Fällt der Goldpreis, bleibt der Ausgabepreis meist stabil
Fazit: Für Anleger kann es sinnvoll sein, die Entwicklung nach der Erstausgabe abzuwarten und dann im Handel zuzugreifen.
Der Goldpreis liegt in China auch nach dem Kurseinbruch weiter über dem Weltmarkt. Der Aufschlag ist aber zuletzt gesunken.
China-Spread: Der Aufschlag/Abschlag SGE minus Europa-Spot schwankte zuletzt deutlich, blieb aber positiv.
China zahlt weiter mehr für Gold
An der Shanghai Gold Exchange (SGE) wurde Gold zuletzt weiter über dem Niveau des europäischen Spotmarktes gehandelt, auch im Umfeld des scharfen Goldpreis-Rückgangs. Am Montagvormittag lag der Preis in Shanghai laut Goldreporter-Analyse rund 12 US-Dollar je Feinunze über dem europäischen Spotkurs. Eine Woche zuvor hatte der Aufschlag aber noch 22 US-Dollar betragen. Damit hat sich der Abstand innerhalb einer Woche um 10 US-Dollar verringert.
Trotz Kursrutsch bleibt Gold in China teurer – ein Signal für anhaltende physische Nachfrage.
Preise brechen ein – Spread bleibt positiv
Sowohl in China als auch international sind die Kurse stark gefallen. In Shanghai sank der Preis innerhalb einer Woche um rund 870 US-Dollar je Unze, in Europa um etwa 860 US-Dollar.
Trotz dieser parallelen Bewegung blieb der Preis in China über dem globalen Niveau. Genau das ist entscheidend: Der physische Markt in Fernost zeigt weiterhin relative Stärke. Das zeigen auch die zuletzt hohen Goldliefermengen zwischen der Schweiz und China.
Messzeit: [Mo. 23.03.26, 14:30 h Shanghai] / [08:30 h MEZ Berlin]
Aufschlag China → Europa Spot: +12 USD/oz (13.03.26: 22 USD); Δ: -10 USD
Der sogenannte China-Spread gilt als sensibler Gradmesser für die physische Nachfrage.
Liegt Shanghai über dem Spotpreis, spricht das für Kaufdruck im Inland,
Fällt der Spread ins Minus, signalisiert das schwächere Nachfrage.
Der aktuelle Rückgang relativiert die Dynamik, hebt den Indikator aber nicht auf. Solange China mehr zahlt als der Weltmarkt, bleibt ein wichtiger Nachfrageanker bestehen.
Methodik:SGE-Preis in CNY/Gramm zum Zeitpunkt 23.03.26; Umrechnung über 6,888 CNY/USD (Vorwoche: 6,8910 CNY/USD). Vergleich mit zeitgleichem Spot-Goldpreis (FOREX). Angaben ohne Gewähr.
Der Goldpreis stabilisiert sich am Dienstag über 4.400 USD. Nahost-Spannungen und Öl über 100 USD halten die Märkte in Alarmbereitschaft.
Goldpreis heute
Der Goldpreis zeigt sich am Dienstagmorgen leicht stabilisiert. Um 8:15 Uhr notiert die Feinunze bei 4.422 USD (3.809 EUR) und damit 0,4 Prozent über Vortag. Auch Silber legt zu und steigt um 0,9 Prozent auf 69,76 USD (60,08 EUR). Gleichzeitig bleibt der Ölpreis mit rund 101 USD je Barrel Brent erhöht.
Die Märkte bleiben nervös – Gold stabilisiert sich, während geopolitische Risiken weiter hochkochen.
Saudi-Arabien und die VAE rücken laut WSJnäher an eine Beteiligung im Iran-Konflikt heran. Riad gewährt offenbar US-Zugang zu einer Militärbasis, die Emirate schließen iranische Einrichtungen. Zudem sollen Angriffe teils von Bahrain aus erfolgt sein. Ölpreise steigen leicht, Aktienfutures geben nach. Trump setzt vorerst auf Gespräche statt weiterer Eskalation. Die Lage bleibt angespannt.
Vortag
Der Handel verlief am Montag extrem volatil. Zunächst rutschte der Goldpreis deutlich unter 4.200 USD, nachdem ein US-Ultimatum an den Iran die Märkte belastete. Danach folgte eine kräftige Gegenbewegung.
Am Ende schloss Gold bei 4.406 USD (-2,0 Prozent) beziehungsweise 3.795 EUR (-2,4 Prozent). Silber drehte sogar ins Plus und beendete den Handel bei 69,12 USD (+1,8 Prozent) respektive 59,53 EUR (+1,4 Prozent).
Ausblick
Die Lage bleibt auch bei den Edelmetallen fragil. Die weiteren Entwicklungen in Nahost sind unklar. Schwankende Zinserwartungen und die angeschlagene technische Situation sorgen für Unsicherheit bei Investoren.
Heute richten sich die Blicke der Anleger zudem auf neue US-Konjunkturdaten. Dabei stehen unter anderem der S&P Global Einkaufsmanager-Index sowie regionale Fed-Indikatoren im Fokus.
Starker Abverkauf bei Gold und Silber: Auf dem ZukunftsForum Edelmetalle lieferten Branchenexperten Erklärungen für die jüngsten Kursausschläge.
Auf der Branchenkonferenz ZukunftsForum Edelmetalle in Frankfurt wurde auch der Goldpreis-Crash thematisiert.
Goldpreis extrem volatil
Der Goldpreis ist mit einem deutlichen Rückschlag in die neue Woche gestartet. Am Montagmorgen fiel die Feinunze zeitweise unter 4.200 US-Dollar (-6,5 %). Auch Silber geriet massiv unter Druck. Im Tagesverlauf kam es jedoch zu einer Gegenbewegung, nachdem sich die geopolitische Lage im Nahe Osten zeitweise wieder entspannte.
Der Goldpreis fällt – aber die Experten sehen keinen Bruch des Trends, sondern einen marktgetriebenen Stresstest.
Der Kurseinbruch jüngsten Kurseinbruch bei den Edelmetalle wurde am Montag auf dem ZukunftsForum Edelmetalle (ZFE) in Frankfurt intensiv diskutiert.
Philipp Vorndran von Flossbach und Storch auf dem ZukunftsForum Edelmetalle in Frankfurt.
Vorndran: Rebalancing und Verkaufsdruck großer Akteure
Philipp Vorndran, Partner beim Vermögensberater Flossbach von Storch, sieht unter anderem klassische Portfolioeffekte als Treiber für die Goldpreis-Schwäche der vergangenen Wochen:
Fonds hätten nach den Rekordständen Goldpositionen reduziert.
Ziel sei es, strategische Gold-Quoten (z. B. 10 %) wiederherzustellen.
Auch große staatliche Akteure könnten zu den Verkäufern gehören. Womöglich sogar der Iran, um kurzfristigen Liquiditätsbedarf zu decken.
Damit wird ein Teil des Abverkaufs durch systematisches Rebalancing erklärt – nicht zwingend durch eine fundamentale Trendwende.
John Reade vom World Gold Council erläuterte die Strukturen und Preistreiber auf dem Goldmarkt.
Auch John Reade, Senior Market Strategist beim World Gold Council betonte die Rolle der Kapitalströme:
Investmentnachfrage, nicht die Zentrakbank-Naxchfrage sei der wichtigste Preistreiber in der Rally gewesen.
Gewinnmitnahmen und Momentum-Verkäufe verstärkten die Bewegung.
Teilweise könnten auch Zentralbanken opportunistisch verkaufen.
Seine zentrale Einschätzung: Die Phase extremer Ausschläge sei noch nicht vorbei.
Zudem verwies er auf die hohe Profitabilität der Minen: Bei Förderkosten von rund 1.600–1.700 USD je Unze arbeiteten viele Produzenten aktuell auf Rekordniveau.
Kuhltbrodt: Liquiditätsschocks und Margin Calls
Sven Kuhltbrodt von Baker Steel Capital Managers ordnete den Einbruch in das Gesamtmarktgeschehen ein:
Steigende Inflations- und Zinserwartungen durch geopolitische Risiken.
Verkäufe bei Risikoanlagen führten zu breiter Marktbelastung.
Margin Calls hätten Anleger gezwungen, auch Gold zu liquidieren.
Damit erscheine der Rückgang weniger als isoliertes Edelmetall-Phänomen, sondern als Teil eines liquiditätsgetriebenen Marktschocks.
Strukturelle Faktoren bleiben intakt
Trotz der aktuellen Turbulenzen verwiesen mehrere Referenten auf langfristige Trends bei den Edelmetallen:
Silber bleibe strukturell im Defizit, so Junlu Liang, von Marktforscher Metals Focus.
Neue Nachfrage aus Solar, E-Mobilität und KI treibe den Markt. Gleichzeitig könnten Substitutionseffekte bei hohen Preisen entstehen.
Auch Themen wie Tokenisierung von Gold (Dr. Reisert) oder alternative Sachwerte (z. B. Waldinvestments von Sal-Salm-Vermögensvewaltung) zeigten, dass Kapital weiterhin nach realen Assets sucht.
Fazit: Goldpreis-Rückgang als Mischung aus Technik, Liquidität und Geopolitik
Der Kursrutsch bei Gold und Silber lässt sich laut den ZFE-Teilnehmern nicht auf eine einzelne Ursache reduzieren. Vielmehr wirken mehrere Faktoren zusammen:
Rebalancing großer Portfolios
Gewinnmitnahmen nach Rekordständen
Liquiditätsdruck und Margin Calls
Geopolitische Eskalation im Iran-Konflikt wirkt auf Zinserwartungen
Kurzfristig dürfte die Volatilität hoch bleiben.
Langfristig sehen viele Marktteilnehmer jedoch weiterhin ein unterstützendes Umfeld für Edelmetalle.