Goldreserven für Verteidigung? Polen erwägt Verkauf von Gold

Polens Zentralbank prüft offenbar einen Verkauf von Goldreserven, um zusätzliche Mittel für Verteidigungsausgaben bereitzustellen.

Goldbarren vor polnischer Flagge – Diskussion über Verkauf von Goldreserven
Polens Zentralbank prüft laut Bericht eine Nutzung von Goldreserven zur Finanzierung der Verteidigung.

Goldreserven als Finanzierungsquelle

Der Chef der polnischen Zentralbank hat laut Medienberichten vorgeschlagen, Teile der nationalen Goldreserven zu nutzen, um zusätzliche Mittel für Verteidigungsausgaben zu mobilisieren. Demnach könne ein Verkauf von Goldbeständen bis zu 48 Milliarden Zloty einbringen (ca. 11 Milliarden Euro). Teil der Idee ist auch, das Metall später wieder zurückzukaufen. Der Plan sei es, in diesem Jahr bis zu 60 Milliarden Zloty (13,8 Mrd. Euro) für militärische Zwecke bereitzustellen.

Wenn Staaten über Goldverkäufe diskutieren, sorgt das am Markt schnell für Unruhe. Entscheidend für den Goldpreis ist jedoch, wer das Metall am Ende übernimmt.

Allerdings würde ein solcher Schritt auf rechtliche und politische Hürden stoßen, berichtet Bloomberg. Denn die Zentralbank dürfe laut Gesetz keine direkte Staatsfinanzierung betreiben. Auch innerhalb der Regierung git es unterschiedliche Positionen zur Finanzierung zusätzlicher Verteidigungsausgaben.

Mehr zum laufenden Marktgeschehen: Goldpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten

Alternative: Neubewertung der Goldbestände

Als Alternative diskutiere man eine Neubewertung der Goldreserven, um Buchgewinne zu generieren. Diese könnten dann für staatliche Programme eingesetzt werden. Ähnliche Ideen wurden unlängst in Italien und in den USA vorgetragen. Russland veräußerte bereits staatliches Gold zur Haushaltsfinanzierung. 

Mehr dazu: Goldverkäufe im Staatsnotstand: Droht ein weltweiter Trend bei den Zentralbanken?

Polen zuletzt großer Goldkäufer

Polen zählte zuletzt zu den größten Goldkäufern unter den Zentralbanken. Die Notenbank hält offiziell 550 Tonnen Gold und äußerte die Absicht, die Bestände auf 700 Tonnen aufzustocken. Als Gründe nannte man zunehmende geopolitische Risiken und die gestiegene Bedeutung von Gold in den internationalen Währungsreserven.

Goldreporter-Kommentar: Das sind Nachrichten, die auf dem Goldmarkt für Verunsicherung sorgen können. Denn die Zentralbank-Nachfrage bildete in den vergangenen Jahren ein bedeutendes Fundament für den stetig steigenden Goldpreis. Allerdings sind zwei Dinge wichtig: (1) Zentralbanken kaufen und verkaufen ihr Gold nicht über die Börse, sondern im OTC-Handel (von Bank zu Bank) und somit nicht unmittelbar preiswirksam. (2) Außerdem gehört zu jedem Verkauf auch ein Käufer. Schon die massiven Goldverkäufe des IWF im Jahr 2010 konnten den Goldpreis-Anstieg nicht aufhalten. Damals sammelten unter anderem Indien (alleine 200 Tonnen) sowie Sri Lanka und Mauritius große Teile des Goldes ein.

Mehr dazu: Goldreserven weltweit: Aktuelle Zahlen, Länder-Ranking und Entwicklungen

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6 Kommentare

    • @Blackwood
      Zentralbanken kleinerer Länder verkaufen öfters Gold aus diversen Gründen. GR macht öfters so eine Aufstellung über Goldkäufe und Verkäufe der Länder. Den Goldpreismarkt tangiert das selten, da das Gold nur umgezettelt wird.
      Der Zettel von Polen kommt weg und der Zettel von Kachastan kommt dran. Polen erhält ein paar Dollars in Form von US Bonds, welche in einem halben Jahr sprichwörtlich verpulvert sind.

      • @Maruti
        Schon klar, daß die polnische Zentralbank auf dem weltweiten Goldmarkt irrelevant ist.
        Mir ist nur negativ aufgestoßen, daß die Menschen aus Polen, die ich kenne, echte fleißige Cleverles sind.
        Und dann müssen die mit Volli…. in der Führung leben, die Gold gegen wertlosen Schrott tauschen.

        Aber es soll ja noch mehr Länder geben, in den fleißige Menschen von Versagern, Lügnern etc. geführt werden.
        Disclaimer: Liebe bezahlte Stasi-Mitleser: nein, ich nenne jetzt kein Land !
        Überlegt doch z.B. mal, von wem ihr bezahlt werdet.

        Merke: Ganz Gallien ist von den bekloppten Römern besetzt, nur ein keines Dorf…
        Und je irrer die Welt wird, desto beruhigender ist ein fettes sicher verstecktes Sparschwein.
        Wie beim Segeln in schwerer See: schwerer Metallrumpf mit schwerem Kiel.

  1. Da wurde wohl, der von der Hochfinanz eingesetzte Zentralbankchef dazu angehalten diese Pseudonachricht rauszuhauen, um dies medienwirksam auszuschlachten. Wie immer nach dem Motto: Blos die Finger vom Gold halten. Gold fällt bald ins Bodenlose……

  2. Da die Zentralbanken die Könige der Fiatgeld-Lügenbarone sind, wäre auch denkbar, daß die polnische Zentralbank in Wahrheit noch mehr Gold kaufen will und hofft mit so einer Meldung den Kurs zu drücken, damit man günstiger an die Ware rankommt.
    Sun-Tsu

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