Der Goldpreis lag in China zuletzt deutlich über dem europäischen Spotkurs. Nach dem extremen Freitag mehren sich nun jedoch Anzeichen für eine Abschwächung des China-Spreads.

Goldpreis-Aufschlag in China
Der Goldpreis wurde am vergangenen Freitag in China erneut über dem europäischen Spotkurs gehandelt. Am Vormittag (MEZ) lag der Preis an der Shanghai Gold Exchange rund 17 US-Dollar je Feinunze über dem zeitgleichen Kurs in Europa. Damit weitete sich der sogenannte China-Spread trotz des jüngsten Goldpreis-Rücksetzers zunächst weiter aus.
Extremphase mit Fragezeichen: Der China-Spread sprang am Freitag deutlich an. Inzwischen mehren sich Hinweise, dass sich der Preisabstand wieder schließt.
Im Umfeld des Gold- und Silberpreis-Crashs erhält der China-Spread eine neue Bedeutung. Der starke Aufschlag vom Freitag fiel in eine extreme Marktphase, die auch in China von spekulativen Übertreibungen geprägt war. Inzwischen gibt es jedoch erste Anzeichen für eine Gegenbewegung, bei der sich der Preisabstand wieder verringern oder sogar ins Negative drehen könnte.
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Messzeit: [Fr. 30.01.26, 14:30 h Shanghai] / [08:30 h MEZ Berlin]
Aufschlag China → Europa Spot: +17 USD/oz (23.01.25: +14 USD); Δ: +3 USD
Silber-Aufschlag zuletzt weiter erhöht
Noch ausgeprägter zeigte sich die Entwicklung am Silbermarkt. Nach Berechnungen von Goldreporter lag der Preis an der Shanghai Gold Exchange am Freitag bei 19,5 US-Dollar je Unze beziehungsweise rund 18 Prozent über dem internationalen Spotpreis. In der Vorwoche hatte der Aufschlag noch bei etwa 13 US-Dollar beziehungsweise 13 Prozent gelegen.
| Markt / Kennzahl | 30.01.26 | 23.01.26 | Δ |
|---|---|---|---|
| Gold China SGE Fix (CNY/Gramm) | 1.160,68 | 1.110,56 | +4,5 % |
| Gold China SGE (USD/Gramm) | 166,76 | 159,01 | +4,9 % |
| Goldpreis China SGE (USD/oz) |
5.187 | 4.946 | +241 |
| Goldpreis Europa (USD/oz) |
5.170 | 4.932 | +238 |
| Aufschlag/Abschlag China → Europa (USD/oz) |
+17 | +14 | +3 |
Bedeutung für den physischen Markt
Der wachsende Preisabstand erhöht die Attraktivität von Arbitragegeschäften und lenkt physisches Gold und Silber verstärkt nach Asien. Denn anhaltende Aufschläge sprechen für reale Warenströme, die den Weltmarkt unmittelbar beeinflussen und die internationalen Edelmetall-Kurse stützen.
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China-Spread im Umfeld des Preisrückgangs
Aber sollte sich der Spread nachhaltig schließen, würde dies auf eine abkühlende Inlandsnachfrage hindeuten. In diesem Fall verlöre China kurzfristig an preislicher Führungsrolle. Umgekehrt bliebe ein stabil positiver Spread ein Hinweis auf weiterhin aktive physische Nachfrage. Der China-Spread ist damit weniger Trendgeber als Frühindikator für kurzfristige Marktumschichtungen.

