Ölpreis-Schock vor Fed- und EZB-Sitzung: Inflation rückt wieder in den Fokus

Der Ölpreis über 100 Dollar erhöht den Inflationsdruck. Gleichzeitig stehen Fed- und EZB-Sitzungen an – Zinssenkungen werden damit immer unwahrscheinlicher.

Goldbarren vor Notenbankgebäuden und steigendem Ölpreischart als Symbol für Inflation und geldpolitischen Druck
Steigende Ölpreise und geldpolitische Unsicherheit rücken Gold erneut in den Fokus der Anleger.

Fed-Sitzung im Mittelpunkt

In dieser Woche richtet sich der Blick der Finanzmärkte zunächst auf die Sitzung der US-Notenbank. Die Entscheidung der Federal Reserve fällt am Mittwoch. Investoren hoffen auf Hinweise von Fed-Chef Jerome Powell, wie die Notenbank die geopolitischen Risiken und den jüngsten Anstieg der Energiepreise einschätzt.

Ölpreis über 100 Dollar, steigende Inflation und zögerliche Zentralbanken: Goldpreis bleibt im Spannungsfeld zwischen Zinsdruck und Krisenprämie.

Gerade die Frage, ob steigende Ölpreise den Inflationsdruck erneut verstärken könnten, dürfte eine zentrale Rolle spielen.

EZB folgt am Donnerstag

Nur einen Tag später entscheidet auch die Europäische Zentralbank über ihren Leitzins. Der EZB-Leitzins liegt derzeit bei 2,15 Prozent. Eine Änderung wird von Ökonomen allerdings nicht erwartet. Dennoch dürfte die Pressekonferenz der EZB genau verfolgt werden, denn zuletzt gab es überraschende Signale von der Inflationsseite.

Die Verbraucherpreise im Euroraum lagen zuletzt über den Erwartungen. Die Gesamtinflation stieg auf 1,9 Prozent, während zuvor nur 1,7 Prozent erwartet worden waren. Die Kerninflation lag bei 2,4 Prozent, gegenüber einer Prognose von 2,2 Prozent.

Damit zeigt sich, dass der Preisdruck nicht erschwunden ist.

Mehr dazu: Geldpolitik & Zinsen und ihr Einfluss auf den Goldpreis

Ölpreis verschärft Inflationsrisiko

Gleichzeitig hat der Iran-Krieg einen neuen Unsicherheitsfaktor geschaffen. Der Konflikt dauert inzwischen drei Wochen an und belastet zunehmend den globalen Energiemarkt. Der Ölpreis (Brent) hielt sich zuletzt über der Marke von 100 US-Dollar pro Barrel.

Im Mittelpunkt steht dabei weiterhin die Straße von Hormus, durch die normalerweise rund 14 Millionen Barrel Rohöl pro Tag transportiert werden. Solange der Schiffsverkehr dort eingeschränkt bleibt, könnten die Energiepreise weiter steigen.

Zinssenkungen werden schwieriger

Damit geraten die Erwartungen an eine lockerere Geldpolitik zunehmend unter Druck. Steigende Energiepreise wirken direkt auf die Inflation und erschweren es den Zentralbanken, die Zinsen zu senken.

Sollte sich der Ölpreisschock verfestigen, könnte sich der Zeitraum bis zu möglichen Zinssenkungen weiter nach hinten verschieben.

Konsequenzen für den Goldpreis

Für den Goldpreis ergibt sich daraus ein gemischtes Bild. Einerseits erhöhen geopolitische Risiken und steigende Energiepreise traditionell die Nachfrage nach sicheren Häfen. Der anhaltende Konflikt im Nahen Osten und die Gefahr eines längerfristig hohen Ölpreises könnten daher grundsätzlich unterstützend für Gold wirken.

Andererseits erschwert ein neuer Inflationsimpuls durch teurere Energie mögliche Zinssenkungen der Zentralbanken. Bleiben die Leitzinsen in den USA und Europa länger hoch, könnte dies den Dollar stärken und den Goldpreis zeitweise belasten.

Entscheidend dürfte deshalb sein, wie die Notenbanken auf den Ölpreisschock reagieren. Sollten Fed und EZB eine längere Phase hoher Zinsen signalisieren, könnte Gold kurzfristig unter Druck geraten. Gleichzeitig stützen ein Umfeld aus geopolitischen Risiken, Inflationssorgen und fragiler Konjunktur die strategische Nachfrage nach Gold langfristig.

Mehr dazu: Goldpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten

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13 Kommentare

    • @Maruti
      Moin Maruti, jetzt mal ganz ehrlich unter uns: haben wir das nicht genauso erwartet, daß komplett unfähige Politiker das Geld verplempern und sinnlos aus allen Fenstern ihrer viel zu großen Regierungspaläste werfen ?
      Aber es gibt doch einen Unterschied: die Mafia hat einen Ehrenkodex: man vergreift sich nicht an unschuldigen Kindern und alten Leuten.
      Das ist in manchen Ländern/bei manchen Politikern anders.
      Da vergreift man sich besonders gerne an den Wehrlosen (Zerstörung Bildungssystem, Renten- und Pflegekatastrophe, kaputtes Gesundheitssystem mit Terminen in Monaten für Normalos).

      Satire, natürlich !

  1. Man wird bei einer Deflation die Zinsen nicht lange halten können und sogar zu einem neuen QE schreiten müssen. All das war seit dem Jahre 2008 so vorausgesagt. Wirtschaftseinbruch, Geld drucken, Inflation, Strohfeuer und danach noch schlimmer im Wechsel. Gold macht mir keine Bange. es wird weiter steigen und die Inflation abbilden. Vielleicht verzögert, so dass einer meinen könnte, Gold wäre kein Inflations Schutz (Das ist von den Banken auch so gewollt), aber es ist sehr wohl ein Inflations Schutz und zwar ein trefflicher, wie seit tausenden von Jahren. Man kann sich ja mal die Jahres Charts seit 1970 Gold /Dollar und umgerechnet in Euro ansehen. Dann erkennt das sogar ein Kind.
    Letztendlich haben die Zentralbanken auch gar keine andere Wahl, als zu inflationieren bis der Arzt kommt.
    Alle anderen Möglichkeiten hat man verspielt, es ist ein Weg ohne return.
    Wie ich schon heute schrieb, das sog. Sondervermögen über 100 Mrd Euro, vorgesehen für die Infrastruktur und die Bautätigkeit, hat man zu 80% schon verpulvert um Haushaltslöcher zu stopfen, sprich Altschulden zu bedienen. Und es wird weiter gehen, Schulden über Schulden und nochmals Schulden, bis sogar die Putzfrauen sich grausend vom Staat abwenden und ihr eigenes Ding machen.
    Es wird schnell neues Schuldengeld gedruckt, denn ich höre schon wieder die Stimmen vom Todsparen aus gewissen Politiker Kreisen (Es sind immer die selben).
    Der Tod wird allerdings kommen, aber sicher nicht vom Sparen, sondern von den Schulden.

  2. Gerade habe ich einen interessanten Artikel in „Focus online“ gelesen. Hier ein Auszug:

    „… Unabhängig von der Haltefrist-Debatte verändert eine andere Regelung das Spielfeld grundlegend. Seit Januar 2026 gilt in der EU die Richtlinie DAC-8. Sie verpflichtet Krypto-Börsen und Broker, sämtliche Transaktionsdaten ihrer Nutzer an die Finanzbehörden zu melden. Die ersten Datensätze müssen bis Mitte 2027 beim Bundeszentralamt für Steuern eingehen….“

    Wenn die Haltefristregelung bei Krypto abgeschafft wird, dann aus Gleichheitsgrundsätzen auch bei Gold. Linksgrün arbeitet daran und hat im November bereits entsprechende Anträge bezüglich der Haltefristregelung im Bundestag eingebracht, die aber (vorläufig?) abgelehnt wurden.
    Die Uhr tickt…

    • @Rookie
      Die Finzbehörden wissen seit langer Zeit, wer, wo und wieviel Cryotos einer gebunkert hat. Man sammelt Daten und eines Tages flattert dann der Bescheid ins Haus.
      Die Haltefristen werden beim Crypto sicher abgeschafft, bei Gold bringt das wenig, denn niemand weiss genau, wo, wann und wieviel jemand Gold gebunkert hat.
      Man müsste dann schon eine Verkaufs-Meldung erschaffen, sollte jemand sein Gold verkaufen.
      Das aber geht ohnehin nur bei kommerziellen Ankäufern und sicher nicht im privaten Sektor.
      Und wie ich meine links grünen Freunde kenne, tun die sich beim Denken ohnehin schwer und werden Gesetze schaffen, welche voller Hintertüren sind.
      Wie sagte mir ein Steuerberater mal: Diese Fraktionen erschaffen Gesetze, die sind eine einzige Hintertür zu den bisher bestehenden Bestimmungen.
      Es kann also nur besser werden, ausnahmsweise.

  3. Ganz einfach:
    Es gibt nur 6 Assets, die eine Finanzkrise überleben:
    1.) Land (Ackerland, Bodenschätze drunter, Wasser)
    2.) Unternehmen , die lebensnotwendige Dinge produzieren (Lebensmittel, Pharma/Gesundheit, Energie….)
    3.) Immos (Wohnraum)
    4.) Gold , Silber
    5.) Eigene Fähigkeiten.
    6.) Schöne Erinnerungen an ein gutes Leben (nicht an Überstunden und hohe Steuerzahlungen).

    Nr. 1 – 3 kann der Staat besteuern und/oder stehlen.
    Nr. 4 – 6 kann man mitnehmen, wenn man vor den Dieben flieht.

  4. Für viele hier im Lande ist der Ölpreis kein Schock, sondern
    ein Geschenk Gottes. So werden politische Ideologien
    war: Wärmepumpe statt Gasheizung und Elektroauto
    statt Verbrenner. Natürlich nur für die, welche es sich noch
    leisten können.
    Und ein paar Kriege weiter wird die Welt nur noch mit Aktien, CBDC
    und US Anleihen funktionieren. Wozu braucht man dann
    eigentlich noch Gold.

  5. Rookie:
    Das habe ich auch gelesen. M.E. ist es eine Frage der Zeit, bis die Haltefrist bei EM fällt und der Staat sich bedienen wird. Letzte Woche konnte der Bund neue Anleihen nicht mehr in vollem Umfang an den Mann bringen. Die Finanzierung ist für den Staat also nicht mehr so einfach, wie es bislang der Fall war. Wenn die Sondervermögen verjubelt sind, ohne dass hiermit Substantielles erzeugt werden wird, wird man sich neue Finanzquellen erschließen müssen. Der Druck wird durch fallende Steuereinnahmen zunehmen.
    Blackwood hatte jüngst geschrieben, dass die Privatleute ihre Guthaben entsprechend sichern sollten. Damit hat er den Nagel auf den Kopf getroffen.

    • @RACEW:
      Die Marktteilnehmer rechnen mit höheren Zinsen. Somit waren die Anleihen mit den aktuellen niedrigen Zinsen Ladenhüter. Die kommen halt nochmal auf den Markt. Wenn dann aber die Straße von Hormuz immer noch geschlossen ist, dann drehen die Emissionen vielleicht noch eine Runde (weil ja angeblich die Höhe des Ölpreises und damit die Infaltion linear mit der Blockade-Dauer korreliert)

      Ich denke, Ähnliches wird bei den bei den US-Papieren passieren.
      Aber da wartet man vielleicht nicht höhere Zinsen ab, sondern legt eine gewisse Ignoranz an den Tag.
      Die Araber,, sofern sie wieder Geld übrig haben (kein Öl, kein Tourismus, kein Dünger), werden sich bestimmt allmählich vom Petrodollar entfernen. Aus Groll, daß die USA die im Stich gelassen haben. Wie langen haben die denn noch Lebensmittel und Wasser? Mal schauen wie weit Goldlockes Empathie geht? Anstelle von Lazarettschiffen vor Grönland, besser mal Trinkwasserlieferungen auf die arab. Halbinsel.

      • Wasabi-San:
        Natürlich ist der Zins das tragende Element. Vielleicht haben internationale Anleger aber auch eine andere Sicht auf die Dinge.
        Wenn man uns hierzulande beispielsweise die Migration und die Energiewende als alternativlose, fortschrittliche und moralisch überlegene Errungenschaften verkauft, dann mag das bei deutschen Betrachtern vielleicht auf Zustimmung stoßen. Im Ausland nennt man diese Dinge allerdings unverblümt beim Namen und stellt sie als das dar, was sie sind: selbstmörderischer Irrsinn.
        Anders ausgedrückt: würden Sie Ihr Geld jemandem leihen, der alles für seinen eigenen Untergang tut?

  6. Ich verstehe die ganzen Unruhen nicht. Mit all den tollen Gesetzen die wir hier im Land haben sind wir für alle Krisen vorbereiten. Den eine Tag sah ich einen Polizisten mit dem Zollstock unter einem Auto kriechen. Er hat die Bodenfreiheit gemessen, die zwingend 7cm betragen muss. Dabei fiel dem Polizisten noch auf, dass das KFZ eine falsche Standlichlampe verbaut hat. Das macht eine Strafzahlung. Ich bin mir sicher mit solcher Justiz für alle erdenklichen Krisen gewappnet zu sein. Nichts kann Deutschland etwas anhaben. Wir haben für alles Gesetze.
    Ironie OFF

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