Dienstag,20.Januar 2026
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Moody’s senkt Frankreichs Ausblick – Nach S&P und Fitch wächst der Druck

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Nach mehreren Abstufungen durch S&P und Fitch hat nun auch Moody’s Frankreichs Kredit-Ausblick auf negativ gesetzt – wegen hoher Schulden und politischer Instabilität.

Frankreich gerät zunehmend in den Fokus der Ratingagenturen: Nach den jüngsten Abstufungen durch S&P, Fitch und DBRS hat nun auch Moody’s den Kredit-Ausblick von stabil auf negativ gesenkt. Die Agentur begründete den Schritt laut Bloomberg mit politischer Zersplitterung, blockierten Reformen und einem wachsenden Haushaltsdefizit. Premier Sébastien Lecornu kämpft mit einem zerstrittenen Parlament und musste die Rentenreform aussetzen. Moody’s warnt vor steigender Verschuldung und schwächerem Wachstum.

Goldreporter-Kommentar: Die anhaltende Schwächung der Bonität Frankreichs kann die Risikoaufschläge im Euroraum erhöhen und den Euro unter Druck setzen. Ein steigender Goldpreis ist letztlich Ausdruck einer steigenden Schuldenproblematik und einer sytematischen Geldentwertung.

Mehr dazu: Geldpolitik & Zinsen und ihr Einfluss auf den Goldpreis

US-Wirtschaft: Inflation schwächer als erwartet, Stimmung trübt sich ein

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Inflation und Wachstum in den USA entwickeln sich uneinheitlich: Preise steigen langsamer als erwartet, Industrie und Dienstleistungen überraschen positiv. Der Goldpreis konsolidiert.

Die jüngsten US-Daten zeichnen ein gemischtes Konjunkturbild. Die Inflationsrate stieg im September leicht auf 3 Prozent und blieb damit unter den Prognosen von 3,1 Prozent. Energie verteuerte sich merklich, während die Kerninflation sogar auf 3 Prozent fiel – ebenfalls schwächer als erwartet. Der monatliche Anstieg des Verbraucherpreisindex lag mit 0,3 Prozent unter der Prognose von 0,4 Prozent. Damit verliert der Preisauftrieb an Tempo. Überraschend stark zeigten sich dagegen die Einkaufsmanagerindizes, was für eine robuste US-Wirtschaft spricht: Der Dienstleistungs-PMI kletterte im Oktober auf 55,2 Punkte (erwartet: 53,5), der Industrie-PMI auf 52,2 (Prognose: 52,0). Das deutet auf robuste Nachfrage und steigende Beschäftigung hin. Doch die Konsumenten bleiben zurückhaltend: Das Michigan-Stimmungsbarometer fiel auf 53,6 Punkte – den tiefsten Wert seit fünf Monaten. Die einjährige Inflationserwartung sank leicht auf 4,6 Prozent, während die Fünfjahreserwartung auf 3,9 Prozent stieg.

Goldreporter-Kommentar: Die US-Notenbank steckt weiter in der Zwickmühle. Die Inflation bleibt auf hohem Niveau, gleichzeitig gibt es Signale für eine  stabilere US-Wirtschaft. Noch gehen die Märkte von zwei Zinssenkungen in diesem Jahr aus. Der Goldpreis hat vieles davon in den vergangenen Wochen vorweggenommen und konsolidiert nun – am Freitag mit einem erneuten Kursrückgang um 0,4 Prozent auf 4.111 USD bzw. 3.536 EUR.

Mehr dazu: Goldpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten

Goldpreis stark gefallen – Aufgelder im Edelmetall-Handel steigen deutlich

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Jetzt Gold kaufen oder verkaufen? Nach dem Goldpreis-Rückgang steigen die Aufgelder im Edelmetall-Handel deutlich. Händler melden weiter hohe Nachfrage.

Goldpreis stark gefallen

Der Goldpreis befindet sich auf Konsolidierungskurs. Am Freitagmittag um 12 Uhr kostete die Feinunze Gold auf dem europäischen Spotmarkt 4.060 US-Dollar pro Unze, was 3.496 Euro entsprach. Das war der Zeitpunkt unserer wöchentlichen Preisanalyse mit Daten aus dem Edelmetall-Handel. Damit sank der Goldpreis gegenüber der Vorwoche um 6,4 Prozent (in USD) bzw. 5,7 Prozent (in EUR). Währenddessen verbilligte sich Silber im gleichen Zeitraum um 11,2 Prozent (in USD) bzw. 10,5 Prozent (in EUR) auf 48,05 US-Dollar bzw. 41,37 Euro pro Unze. 

Goldpreis gefallen – Aufgelder im Edelmetall-Handel steigen
Jetzt Gold kaufen? Händler berichten trotz des Kursrückgangs über eine weiterhin hohe Edelmetall-Nachfrage. Die Preise im Handel vollzogen den starken Kursrückgang bei Gold und Silber aber nicht vollständig mit.

Lage im Edelmetall-Handel

Wie haben sich die Geschäfte im Edelmetall-Handel nach dem Kursrückgang entwickelt? „Die Nachfrage ist durch den Kurssturz etwas zurückgegangen aber immer noch auf einem sehr hohen Niveau. Gekauft wird weiterhin alles was wir anbieten, auch die nicht so populären Münzen und auch Sammlermünzen“, sagte Henry Schwarz, Geschäftsführer der GfM GmbH (Anlagegold24) am Freitagvormittag gegenüber Goldreporter. Für sein Unternehmen sei der Oktober der bei weitem erfolgreichste Monat des Jahres gewesen und man habe jetzt schon das Vorjahresergebnis übertroffen.

Befragt haben wir auch Dominik Lochmann, Geschäftsführer ESG Edelmetall-Service. Er sagt: „Der Kursrücksetzer hat auf Verkaufseite das hohe Niveau kaum beeinflusst. Es wird weiterhin viel gekauft. Im Rückkauf ist es wie immer bei Kursrücksetzern. Die, die unbedingt den Höchstpreis abwarten wollen, bekommen Panik und möchten dann schnell ihren Verkauf tätigen, bevor es eventuell doch noch weiter runter geht.“

Markteinschätzung

Er ordnet die jüngste Entwicklung ins Gesamtbild ein. „Das Gerede von einer Kursexplosion ist erst einmal vom Tisch und der erwartete langsame und gesunde Anstieg des Weltwährungsbarometers Gold kann sich in Ruhe fortsetzen. Investoren sollten bei physischen Goldkäufen immer den langfristig geglätteten Kurs betrachten und sich von kurzen Ausschlägen nach oben oder unten weder in Panik noch in Champagnerlaune versetzen lassen“, empfiehlt Lochmann.

Verfügbarkeit teilweise kritisch

Wie ist die Lage auf der Angebotsseite? Die Verfügbarkeit ist laut Henry Schwarz schwieriger geworden. „Über den Zweitmarkt kommt kaum etwas zurück, weshalb wir auch sehr gut Neuware verkaufen. Die Lager der Prägestätten sind mittlerweile leer und es ist mit Wartezeit zu rechnen, da die Münzen des neuen Jahrgangs 2026 vielfach erst im November oder noch später herausgegeben werden. Auch haben fast alle Prägestätten die Premiums speziell für Silber erhöht, weshalb von höheren Preisen ausgegangen werden muss.“ Er rechnet mit einer weiterhin stabilen Nachfrage und steigenden Kursen in den nächsten beiden Monaten.

Jetzt Gold kaufen oder verkaufen?

Wie haben sich unter diesen Umständen die Preise und Aufgelder im Handel entwickelt? Dazu betrachten wir die aktuellen Ergebnisse unserer Preiserhebung bei fünf deutschen Anbietern.

Wer am Vormittag in Form prägefrischer Krügerrand-Münzen Gold kaufen wollte (aktueller Jahrgang), zahlte gemäß unserer Zahlen durchschnittlich 3.638 Euro – und damit 204 Euro weniger als vor einer Woche. 

Dabei stieg das von uns ermittelte Aufgeld für Krügerrand-Neuware kräftig an auf 4,07 Prozent (Vorwoche: 3,57 %). Das bedeutet, dass die Händler den starken Kursrückgang mit ihren Preise nicht vollständig mitgegangen sind.

Unterdessen blieben die Abschläge für ältere Jahrgänge mit rund 50 Euro auf Vorwochenniveau. 




Auch das durchschnittliche Aufgeld für 100-Gramm-Goldbarren ist deutlich gestiegen auf 2,75 Prozent (Vorwoche: 2,49 %). Ein Exemplar kostete am Freitag im Schnitt 11.552 Euro, also 673 Euro weniger als vor einer Woche.

Preise gefallen und Aufgelder gestiegen

Wie entwickelten sich die Preise für die von uns beobachteten Silber-Produkte? Eine Unze der Anlagemünze Maple Leaf des aktuellen Jahrgangs kostete am Freitag durchschnittlich 56,23 Euro (Vorwoche: 61,49 Euro mit Rekord). Dabei stieg auch hier das Aufgeld deutlich auf 35,91 Prozent (Vorwoche: 33 %). Dagegen blieb es für 1-Kilogramm-Silberbarren stabil bei durchschnittlich 28 Prozent. Auch die Spreads bei Gold und Silber (Verhältnis Verkaufs-/Ankaufspreis) veränderten sich gegenüber der Vorwoche nur minimal. 

Preise, Aufgeld und Spreads für gängige Goldmünzen und Goldbarren im deutschen Edelmetall-Handel am 24. Oktober 2025 (Durchschnittswerte gemäß Datenerhebung von Goldreporter).
Preise, Aufgeld und Spreads für gängige Goldmünzen und Goldbarren im deutschen Edelmetall-Handel am 24. Oktober 2025 (Durchschnittswerte gemäß Datenerhebung von Goldreporter).

Hinweis: Aufgelder spiegeln Marktknappheit, Transportkosten und Händlerliquidität wider. Dabei müssen einzelne Preisausschläge nicht immer repräsentativ sein.

Mehr zum Thema: Gold kaufen – Was das Aufgeld ist und warum es seit Jahren sinkt

Ratgeber "Altersvorsorge mit Gold" Tipp zum Weiterlesen: Altersvorsorge mit Gold
Wer sich intensiver mit der strategischen Rolle von Gold im Vermögensaufbau beschäftigen möchte, findet im Spezial-Report „Altersvorsorge mit Gold“ fundierte Antworten. Der Report zeigt, wie Gold als langfristiger Vermögensbaustein genutzt werden kann – inklusive steuerlicher Aspekte, Produktvergleichen und Fallbeispielen. Jetzt erhältlich im Goldreporter-Shop

Türkei importierte im September mehr als 100 Tonnen Silber

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Die Türkei importierte im September 116 Tonnen Silber – höchster Wert seit März 2023. Der hohe Goldpreis lenkt die Nachfrage auf Silber.

Hohe Silber-Importe der Türkei 

Laut den Angaben der Borsa Istanbul hat die Türkei im vergangenen Monat 116 Tonnen Silber ins Land geholt. Damit stieg die Liefermenge gegenüber dem Vormonat um 88 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ergibt sich sogar eine Steigerung der türkischen Silberimporte um 164 Prozent. Gleichzeitig war es die höchste eingeführte Silbermenge seit März 2023.

Ein Grund für die große Silberimportmenge dürfte der hohe Goldpreis sein, wodurch der Schmuckmarkt mehr „günstigeres“ Silber einsetzte. Außerdem ist die Türkei ein wichtiges Drehkreuz für Edelmetalle, die nach Asien geliefert werden. Hier gehörte Indien zuletzt zu einem starken Nachfragegaranten.

Türkei importiert über 100 Tonnen Silber – Goldpreis fördert Nachfrage
Die Türkei führte im September 116 Tonnen Silber ein – der höchste Wert seit März 2023.

Gold-Importe der Türkei 

Währenddessen blieben die türkischen Goldimporte auf relativ geringem Niveau. Zwar steigerte man die Goldeinfuhr zwei Monate in Folge, dennoch liegen die gemeldeten 9,5 Tonnen im September unter dem 12-Monatsschnitt von 10,4 Tonnen.

Gegenüber dem (schwachen) Vormonat hat die Türkei aber 45 Prozent mehr Gold ins Land geholt. Im Vorjahresvergleich ergibt sich eine Steigerung um 15 Prozent.

Monatliche Goldimporte der Türkei seit 2007 mit Stand September 2025
Monatliche Gold-Importe der Türkei seit 2017 in Kilogramm (Quelle: Borsa Istanbul)

Hintergrund – Wirtschaft und Währung

Traditionell ist die Türkei ein Land mit hoher privater Gold- und Silbernachfrage – vor allem Schmuck. Diese ist aber auch preissensibel. Auch in Lira gerechnet, markierten Goldpreis und Silberpreis zuletzt mehrfach neue Rekordhochs.

Immerhin ist die türkische Inflationsrate seit dem Hoch im Oktober 2022 (85 Prozent) kontinuierlich zurückgegangen. Im August lag der jährliche Anstieg der türkischen Verbraucherpreise jedoch immer noch bei hohen 33 Prozent.

Schwache Währung, steigende Edelmetallpreise

Währenddessen wertete die Türkische Lira trotz der allgemeinen Dollar-Schwäche weiter kontinuierlich gegenüber dem US-Dollar ab. Innerhalb der vergangenen zwölf Monate gab die Landeswährung um 18 Prozent gegenüber dem Greenback nach. Währenddessen stieg der Goldpreis in türkischer Lira innerhalb eines Jahres um 82 Prozent. Der Silberpreis legte im gleichen Zeitraum um 75 Prozent zu.

Goldpreis am Freitag weiter unter Druck bei 4.092 USD

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Gold aktuell am 24. Oktober 2025: Der Goldpreis steht bei 4.092 USD. Nach Volatilität rücken Trump-Reise und US-Inflationsdaten in den Fokus.

Der Goldpreis notierte am Freitag um 9:00 Uhr bei 4.092 US-Dollar / 3.523 Euro pro Unze. Damit startete Gold am europäischen Spotmarkt mit einem Abschlag von 0,8 Prozent in den Handel. Seit Jahresbeginn ergibt sich immer noch ein Plus von 56 Prozent (in USD) bzw. 41 Prozent (in EUR). Der Abstand zum Rekordhoch vom 20. Oktober 2025 beträgt 6 Prozent (in USD) bzw. 5,8 Prozent (in EUR).

Goldpreis am Vortag: Gold verbuchte nach zwei Verlusttagen wieder einen Kursgewinn. Mit 4.125 US-Dollar bzw. 3.547 Euro pro Unze schloss der Goldpreis am Spotmarkt 0,7 Prozent über Vortag. Die Kurse gaben damit rund 1 Prozentpunkt vom Tageshoch ab. Nach heftigen Goldpreis-Schwankungen in dieser Woche zeigten sich auch beim größten Gold-ETF GLD extreme Kapitalbewegungen. Milliarden flossen ein – und wieder ab.

Ausblick – Goldpreis am Freitag: US-Präsident Donald Trump wird laut Weißem Haus nächste Woche im Rahmen einer Asienreise in Südkorea Chinas Präsident Xi Jinping treffen. Trotz des Government Shutdown soll in den USA verspätet die Inflationsrate für den Monat September erscheinen. Erwartet wird ein Anstieg auf 3,1 Prozent, was die Fed kritisch sehen dürfte. Außerdem wird das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan erwartet.

Mehr dazu: Goldpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten

Goldpreis-Turbulenzen: Exteme Volatilität auch beim größten Gold-ETF

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Nach heftigen Goldpreis-Schwankungen zeigen sich auch beim größten Gold-ETF GLD extreme Kapitalbewegungen. Milliarden flossen ein – und wieder ab.

Goldpreis auf Rekord-Rally

Nach der Rekord-Rally in der vergangenen Woche und dem historischen Goldpreis-Absturz am Dienstag kam es auch zu turbulenten Bewegungen beim größten Gold-ETF, dem SPDR Gold Shares (US-Börsenkürzel GLD).

Zunächst einmal schloss der Goldpreis im US-Futures-Handel am Mittwoch mit 4.107 US-Dollar bzw. 3.538 Euro pro Unze (Oktober-Kontrakt). Damit kam der Kurs gegenüber der Vorwoche um 2,5 Prozent (in USD) bzw. 2,1 Prozent (in EUR) nach. Währenddessen sank der Silberpreis innerhalb der vergangenen fünf Handelstage um 8,5 Prozent bzw. 8,1 Prozent auf 48,57 US-Dollar oder 41,84 Euro pro Unze.

Rekord-Kapitalbewegungen beim größten Gold-ETF

Wir blicken auf die Kapitalbewegungen im GLD während der vergangenen fünf Handelstage. Vor dem Kurseinbruch gab es noch einmal große Zuflüsse in den Fonds, so dass innerhalb einer Woche netto 3,09 Milliarden US-Dollar in den SPDR Gold Shares investiert wurden. Allerdings war die Volatilität groß. Denn während am 21.10. noch Rekordzuflüsse von 4,8 Milliarden US-Dollar gemeldet wurden, lassen sich für den 22.10. Entnahmen von 4 Milliarden US-Dollar feststellen. Die folgende Grafik veranschaulicht die Netto-Kapitalflüsse.

Nettokapitalflüsse SPDR Gold Shares (GLD) vom 16. bis 22. Oktober 2025

Unter dem Strich führten die Kapitalbewegungen innerhalb einer Woche zu einem Anstieg des gemeldeten Goldinventars um 30,13 Tonnen auf Gesamtbestände von 1.052,73 Tonnen (Stand: 22. Oktober 2025). Das entspricht im Rahmen unserer wöchentlichen Analyse einem neuen Jahreshoch. 




Hinweis: Pro ausgegebenem Anteilsschein muss der Betreiber dieses ETFs eine Zehntel Unze Gold physisch einlagern. Aber bei der Meldung von Kapitalflüssen und Fondsbeständen gibt es in der Regel eine zeitliche Verzögerung. Denn auf dem Goldmarkt besteht üblicherweise eine Zwei-Tage-Frist, innerhalb derer physische Bestände nach Vertragsabschluss geliefert werden müssen.

Größter Silber-ETF

Auch der größte Silber-ETF, der iShares Silber Trust (SLV), verzeichnete Bestandszugänge. Denn das gemeldete SLV-Inventar stieg innerhalb einer Woche um 175 Tonnen auf 15.597,61 Tonnen. Dabei ergibt sich aus den Fondsberichten ein Netto-Kapitalzufluss von 446 Millionen US-Dollar. Pro ausgegebenem Anteilsschein ist dieser ETF offiziell mit einer Unze Silber physisch gedeckt.

Fonds-Entwicklung seit Jahresbeginn

Die Bestände der beiden großen Edelmetall-ETFs sind auch seit Jahresbeginn deutlich angestiegen. Das Goldinventar des SPDR Gold Shares nahm um 180 Tonnen zu. Dabei flossen netto 21 Milliarden US-Dollar an Kapital in den Fonds. Währenddessen stieg die Silberlagermenge des iShares Silber Trust um 1.221 Tonnen bei Nettozuflüssen in Höhe von etwa 1,9 Milliarden US-Dollar.

Gold- und Silberbestände GLD und SLV per 22. Oktober 2025 und Veränderung gegenüber Vorwoche.
Gold- und Silberbestände GLD und SLV per 22. Oktober 2025 und Veränderung gegenüber Vorwoche.

Edelmetall-ETFs und Goldpreis

Bullenmärkte bei Silber und Gold werden regelmäßig von deutlich steigenden Beständen in den entsprechenden Edelmetall-ETFs begleitet. Generell gelten die Fondsbestände aber als Nachläufer, denen steigende Edelmetallpreise mit wachsendem Inventar vorausgehen. Dann nämlich, wenn sich vor allem institutionelle Investoren über dieses Instrument („Papiergold“) auf dem Edelmetallmarkt positionieren. In den vergangenen Jahren stieg die Beliebtheit dieser ETFs bei jungen US-Anlegern, die sie zunehmend über Discount-Broker erwerben. 

Mehr dazu: Goldpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten

Goldpreis nach Einbruch leicht erholt bei 4.118 USD (Donnerstag)

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Gold aktuell am 23. Oktober 2025: Nach dem Kurseinbruch zeigt sich der Goldpreis am Donnerstag leicht erholt bei 4.118 USD. Geopolitik und Handelsgespräche im Fokus.

Der Goldpreis notierte am Donnerstag um 9:00 Uhr bei 4.118 US-Dollar / 3.551 Euro pro Unze. Damit startete Gold am europäischen Spotmarkt nach den Verlusten der beiden Vortag leicht erholt in den Handel (+0,5 %). Seit Jahresbeginn ergibt sich immer noch ein Plus von 57 Prozent (in USD) bzw. 42 Prozent (in EUR). Der Silberpreis notierte jeweils rund 1,6 % höher bei 49,22 US-Dollar bzw. 42,44 Euro pro Unze. 

Goldpreis am Vortag: Gold verbuchte nach dem historischen Rücksetzer am Dienstag weitere Verluste von bis zu 1,5 Prozent. Bis zum Handelsschluss reduzierte der Goldpreis seine Verluste aber und beendete den Tag mit 4.098 USD bzw. 3.529 EUR lediglich rund 0,6 Prozent unter Vortag. Geopolitik: Russland hat nach Angaben des Kreml eine großangelegte Atomübung durchgeführt. Parallel kündigte US-Finanzminister Scott Bessent neue Sanktionen gegen Moskau an, während die EU ein weiteres Sanktionspaket inklusive LNG-Verbot beschloss.

Ausblick – Goldpreis am Donnerstag: Amtliche Konjunkturzahlen aus den USA fehlen weiterhin wegen des Shutdowns. Womöglich können aber der Chicago Fed National Activity Index, der Kansas-City-Fed-Index und Zahlen zu den Verkäufen bestehender Häuser (September) Hinweise auf die aktuelle US-Wirtschaftslage geben. China bestätigt für Freitag Handels-Gespräche mit den USA in Malaysia.

Mehr dazu: Goldpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten

Gold wandert ab nach Asien – jeweils 30 Tonnen nach Indien und China

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Die Schweiz lieferte im September rund 60 Tonnen Gold nach China und Indien. Auch Importe stiegen stark – Analyse des globalen Goldhandels.

Gold tonnenweise nach Fernost

Aktuelle Zahlen vom Goldmarkt: Im vergangenen Monat lieferte die Schweiz große Mengen an Gold nach Fernost. Das zeigen die aktuellen Exportdaten der Eidgenössischen Zollverwaltung.

Demnach wanderten im September jeweils rund 30 Tonnen nach Indien und China. Aber auch nach Großbritannien (knapp 29 Tonnen) und Frankreich (26,5 Tonnen) gingen zuletzt große Mengen des Edelmetalls.

Schon im Vormonat hatte die Schweiz 35 Tonnen nach China und 15 Tonnen nach Indien geliefert. Die großen Gold-Vaults in London (LBMA, Bank of England) müssen ihre Lager auffüllen, nachdem im Zollkonflikt große Mengen in die USA verschifft wurden. Der jüngste Short-Squeeze bei Gold und Silber war auch eine Folge der ausgetrockneten Verfügbarkeit und Liquidität auf dem britischen Goldmarkt.

Schweiz exportiert tonnenweise Gold nach Asien – hohe Nachfrage in China und Indien
Schweizer Goldexporte steigen stark – 30 Tonnen nach China, 30 Tonnen nach Indien.




Wichtig zu wissen: Schweizer Raffinerien bedienen bis zu zwei Drittel der weltweiten Nachfrage nach Feingold. Das heißt, die Zahlen liefern zeitnahe Informationen über die internationale Goldnachfrage und bedeutende Goldtransfers.

Die gesamten Schweizer Goldexporte im August beliefen sich auf 143 Tonnen im Wert von 13 Milliarden CHF (14 Mrd. Euro).

Damit stieg der Exportwert des Goldes gegenüber Vormonat um 46 Prozent und im Vorjahresvergleich sogar um 126 Prozent.

Gold-Importe-Schweiz, September-2025 - Länderübersicht Gold-Exporte-Schweiz-September-2025 - Länderübersicht

Schweizer Goldimporte verdoppelt

Auf der anderen Seite gelangten im vergangenen Monat 220 Tonnen im Wert von 14,8 Milliarden CHF in die Schweiz. Damit haben sich die Goldlieferungen in die Schweiz gegenüber dem Vorjahresmonat verdoppelt. Im Vergleich zum Vormonat ergibt sich eine Steigerung um 24 Prozent.

Größter Lieferant waren die USA mit 48 Tonnen. Mit großer Wahrscheinlichkeit kamen zuletzt große Mengen an COMEX-Gold in die Schweiz. Dabei dürfte es sich zumeist um 100-Unzen-Barren handeln. In London, wo die Goldlager in den vergangenen Monaten wegen der US-Zollsorgen abschmolzen, werden dagegen 400-Unzen-Barren benötigt. So lässt sich aus den Transferdaten der mutmaßliche Umschmelzprozess ableiten.

Außerdem kamen 38 Tonnen über die Vereinigten Arabischen Emirate in die Schweiz. Dieses Gold kommt typischerweise als 1-Kilo-Barren über den Goldhub Dubai aus Asien. 

Zudem erreichten größere Lieferungen an Gold mit geringerem Feingehalt aus Peru (18 Tonnen) und Chile (21 Tonnen). Dabei handelt es sich in der Regel um Rohgold aus der Minenproduktion.

Hinweis: Bei dem oben genannten Metall handelt es sich gemäß der Eidgenössischen Zollverwaltung um „Gold, einschl. platiertes Gold, in Rohform, zu anderen als zu monetären Zwecken (ausg. als Pulver)“. 

Mehr dazu: Goldmarkt international – Nachfrage, Förderung, Marktanalyse

Goldpreis startet bei 4.128 USD nach historischem Rücksetzer (Mittwoch)

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Nach dem größten Tagesverlust seit 2013 startete der Goldpreis am Mittwoch stabil bei 4.128 US-Dollar je Unze in den Handel.

Update 22. Oktober 2025, 19:45 Uhr: Im heutigen Tagesverlauf sank der Goldpreis noch einmal um rund 1,5 Prozent. Um 19:30 Uhr kostete die Feinunze Gold am Spotmarkt 4.050 US-Dollar bzw. 3.486 Euro. Damit kam der Kurs innerhalb von zwei Tagen um 300 US-Dollar bzw. 250 Euro zurück.

Der Goldpreis notierte am Mittwoch um 8:00 Uhr bei 4.128 US-Dollar / 3.556 Euro pro Unze. Damit startete Gold am europäischen Spotmarkt nach den schweren Verlusten des Vortages nur leicht erholt in den Handel (+0,2 %). Seit Jahresbeginn ergibt sich immer noch ein Plus von 57 Prozent (in USD) bzw. 42 Prozent (in EUR). Der Silberpreis notierte jeweils rund 0,8 % höher bei 49,05 US-Dollar bzw. 42,24 Euro pro Unze. 

Goldpreis am Vortag: Gold hatte am Dienstag den prozentual größten Tagesverlust seit April 2013 erlitten. Der Schlusskurs lag mit 4.114 US-Dollar (3.540 Euro) 5 Prozent unter Vortag. Silber gab sogar 7 Prozent nach. Nach der spektakulären Rally der vergangenen Monate zeichnet sich nun die lange erwartete Konsolidierung ab.

Ausblick – Goldpreis am Mittwoch: Kommt es bei Gold zu einer technischen Gegenbewegung oder gibt es Impulse für eine weitere Abverkaufswelle bei den Edelmetallen? Bedeutende Wirtschaftstermine stehen nicht an.

Mehr dazu: Goldpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten

Goldpreis fällt über 5 Prozent – Charttechnik zeigt wichtige Marken

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Der Goldpreis erlitt am 21. Oktober 2025 den stärksten Rückgang seit 2013. Unsere Chartanalyse zeigt, welche Kursmarken jetzt entscheidend sind.

Goldpreis-Sturz am Dienstag

Nach der spektakulären Rally hat der Goldpreis am Dienstag den ersten kräftigen Dämpfer kassiert. Mit einem Tagesverlust von mehr als 5 Prozent oder 234 US-Dollar auf 4.123 US-Dollar pro Unze war dies im Handel mit Gold-Futures der prozentual größte Rücksetzer seit dem 20. Juni 2013 (-5,4 %; -73 USD). Nur der Kursrutsch vom 11. April 2013 (-8,5 %, -82 USD) fiel stärker aus. In absoluten Zahlen ist der Absturz von Dienstag historisch – kein anderer Tagesverlust fiel seit Aufzeichnung höher aus. 

Am Vortag war mit einem Kursplus von 2,5 Prozent noch ein weiteres Rekordhoch erreicht worden. Und seit Jahresbeginn stand Gold zuletzt immer noch 57 Prozent im Plus bzw. mit 41 Prozent bei 3.554 Euro. Allerdings verlor der Goldpreis gegenüber der Vorwoche jeweils 0,5 Prozent. Wir analysieren die aktuelle charttechnische Lage per 21. Oktober 2025.

Charttechnik Gold: Rally am Ende?

Der kurzfristige Aufwärtstrend bei Gold ist gebrochen. Die nächsten wichtigen Unterstützungen liegen bei 4.050 US-Dollar und vor allem im Bereich von 4.000 US-Dollar. Denn dort verläuft die Kante des achtwöchigen Aufwärtstrends.

Mit dem Rücksetzer hat sich die zuvor stark „überkaufte Lage“ entspannt. Denn der RSI (Relative-Stärke-Index) liegt nun bei 59 (Vorwoche: 82). Ab Werten von 70 gilt ein Vermögenswert als technisch „überkauft“, unter 30 als „überverkauft“. 

Goldpreis-Chart in USD 6 Monate per 21. Oktober 2025
Goldpreis in US-Dollar, 6 Monate, Basis: US-Futures, Tagesschlusskurse (Continuous Contract*) per 21. Oktober 2025.

Der Abstand zur 200-Tage-Linie liegt trotz des Kursrutschs weiterhin bei hohen 26 Prozent.. Zudem liegt der Goldpreis noch ordentliche 11 Prozent über dem 50-Tage-Schnitt, was das weiterhin bestehende bullische Momentum unterstreicht. 




Charttechnik Euro-Goldpreis

Auf Euro-Basis zeigt der Goldpreis eine ähnliche Entwicklung. Nach einem geradezu exponentiellen Kursverlauf und einem RSI von zeitweise 90 (jetzt 62), kam der kräftige Rücksetzer. Die wichtigsten kurzfristigen Unterstützungen lauten hier 3.480, 3.440 und 3.400 Euro. Sollten diese Supports nicht halten, droht der Rutsch auf 3.300 Euro, was einem Kursrückgang von 7 Prozent ausgehend vom aktuellen Niveau entspräche.  

Goldpreis-Chart in EUR, 6 Monate per 21. Oktober 2025
Goldpreis in Euro, 6 Monate, Basis: US-Futures, Tagesschlusskurse (Continuous Contract*) per 21. Oktober 2025.

Ausblick – Korrektur-Szenario

In der vergangenen Woche schilderten wir das nun eingetroffene Szenario. Nach einem Überschießen (+2,5 % am Vortag und neues Rekordhoch) folgte der Abverkauf. Nun werden spekulative Übertreibungen korrigiert. Und einmal mehr bewahrheitete sich die Devise: „Diesmal ist alles anders“ ist einer der teuersten Sprüche an der Börse.

Nun gilt es abzuwarten, ob es schnell eine technische Gegenbewegung gibt, wie stark die Bullen auf dem Goldmarkt noch sind – und ob zusätzliche negative Impulse weitere Anschlussverkäufe auslösen. Mittelfristig bleibt der Aufwärtstrend intakt, solange die Zone um 4.000 USD nicht klar unterschritten wird.

Hinweis zur Chartanalyse

Die obige Darstellung stellt eine rein spekulative Betrachtung im Hinblick auf die Geldanlage in Gold dar. Wie immer gilt: Die auf Goldreporter.de bereitgestellten Informationen stellen weder eine Anlageberatung noch eine Anlagevermittlung dar.

*kontinuierliche Kursreihe: Die Darstellung auf Basis von „Continuous Contract“ ist eine synthetisch zusammengesetzte Kursreihe, die laufend aus den aufeinanderfolgenden Futures-Kontrakten erstellt wird – typischerweise durch Aneinanderreihung der Frontmonate (nächstfällige Kontrakte). Er stellt also eine kontinuierliche Kursreihe dar, obwohl echte Futures-Kontrakte jeweils ein Verfallsdatum haben. Dabei können frühere Kurse rückwirkend angepasst werden, um Preislücken beim „Roll-over“ zu vermeiden.

Mehr dazu: Übersicht der aktuellen Goldkurse und Live-Daten

Charttechnik Gold: Aktuelle Analysen, Hintergrund und Wissen 

Frankreich-Staatsanleihen: Fonds umgehen Zwangsverkäufe nach Ratingabstufung

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BlackRock und State Street passen Fondsregeln an, um trotz Herabstufung weiter in französische Staatsanleihen investieren zu können.

Große Vermögensverwalter wie BlackRock und State Street haben laut Bloomberg die Regeln ihrer Fonds geändert, um französische Staatsanleihen trotz Herabstufung im Portfolio zu halten. Hintergrund ist die jüngste Senkung der Kreditwürdigkeit durch S&P, die Frankreich unter die Schwelle von Doppel-A drückte. Andere Fonds mit strikteren Vorgaben müssen Papiere nun abstoßen. Moody’s und Fitch könnten weitere Abwertungen folgen lassen.

Goldreporter-Kommentar: Die Sorge um Frankreich, eine neue Eurokrise und drohende Verluste an den Anleihemärkten spiegeln sich in dieser Initiative deutlich wider. Die neuen Regeln könnten auch die Gefahr von Short-Angriffen auf französische Staatsanleihen mindern. Denn dass könnte die Probleme bei der französischen Staatsfinanzierung verstärken und eine Krise verschärfen.

Goldpreis unter Druck und fallende Marktzinsen nach Rekordhoch

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Goldpreis nach Rekordhoch unter Druck. Sinkende Marktzinsen, US-Shutdown und geopolitische Risiken prägen die wöchentliche Analyse.

Goldpreis über 4.100 US-Dollar

Am gestrigen Montag erreichten Silber- und Goldpreis neue Rekordhochs. Allerdings steigt die Volatilität und die Edelmetalle kamen im Verlauf des Dienstags stärker unter Druck. Am Mittag notierte Gold am Spotmarkt bei 4.264 US-Dollar, was 3.670 Euro entsprach. Das bedeutete ein Minus von 2 Prozent (in USD) bzw. 1,8 Prozent gegenüber dem Vortag. Dagegen verzeichnete der Goldpreis im Vergleich zur Vorwoche einen Kursanstieg von 3 Prozent (in USD) bzw. 2,5 Prozent (in EUR).

Goldpreis fällt und Marktzinsen sinken nach Rekordhoch – Analyse
Der Goldpreis notierte am Dienstagmittag 2 Prozent tiefer, nachdem am Vortag ein neues Allzeithoch erzielt wurde. Auch die Marktzinsen sinken.

Marktzinsen sinken

Währenddessen sind die Märkte auf fallende Zinsen vorbereitet. Laut FedWatch-Tool gelten in den USA jeweils 25-Punkte-Senkungen Ende Oktober und Dezember derzeit als sicher. Auch in der Eurozone steigen hierfür die Chancen. Und das spiegeln auch die rückläufigen Marktzinsen wider. So rentierten 10-jährige US-Papiere am Dienstag mit 3,98 Prozent, nach 4,02 Prozent in der Vorwoche. Auch die französischen Zinsen sind nach dem Anstieg der Vorwochen zurückgegangen auf 3,36 Prozent. Die Zinsen in Frankreich befinden sich aber weiterhin auf dem Niveau von Italien und Griechenland, nachdem das Kreditrating des Landes mehrfach heruntergestuft wurde.

Anleiherenditen in den USA und Europa in der Übersicht am 21. Oktober 2025
Anleiherenditen in den USA und Europa in der Übersicht am 21. Oktober 2025

Derweil gibt es Hoffnungen auf ein baldiges Ende des US-Shutdowns und neue Initiativen zur Beendigung des Ukraine-Krieges. Offenbar wird ein zweites Treffen zwischen Trump und Putin vorbereitet. Im Handelsstreit zwischen den USA und China gibt es noch keine Fortschritte. Beide Länder werfen einander vor, die Lage neuerlich zu eskalieren.

Zusammenhang Gold und Zinsen

Welchen Einfluss haben Marktzinsen auf Gold? Steigende Anleiherenditen wirken oft negativ auf den Goldpreis. Generell lässt sich sagen: Wenn Staatsanleihen mit guter Bonität höhere Zinsen bringen, dann gelten sie bei defensiv ausgerichteten institutionellen Investoren als attraktiver. Dagegen wirkt das zinslose Gold als Anlageform dann in normalen Zeiten für solche Kapitalverwalter weniger lohnenswert. Auf solche Einflüsse reagieren auch automatisierte Handelssysteme.

Aber in Krisenzeiten ist diese Systematik oft ausgesetzt. Dann nämlich, wenn Staaten den Investoren Risikoaufschläge für die Schuldenaufnahme zahlen müssen.

Allerdings sind die Anleiherenditen nur einer von vielen Aspekten, die eine Rolle bei der Entwicklung von Gold-Nachfrage und Goldpreis spielen. Wenn an den Kapitalmärkten sichere Häfen gefragt sind, steigen die Edelmetalle oft, während die Anleiherenditen sinken – also die Anleihekurse steigen.

Mehr dazu: Geldpolitik & Zinsen und ihr Einfluss auf den Goldpreis

Goldpreis schwächer bei 4.330 USD – nach Vortagsrekord (Dienstag)

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Gold aktuell am 21. Oktober 2025: Der Goldpreis startete schwächer bei 4.330 USD. China-Aufschlag und US-Shutdown prägen den Markt.

Update 21.10.25, 17 Uhr: Mit Eröffnung der US-Börsen kamen die Edelmetallkurse stark unter Druck. Im Handelsverlauf gab der Goldpreis bis zu 6 Prozent oder 250 US-Dollar nach auf 4.115 USD pro Unze. Silber brach um 8 Prozent ein auf 48,20 USD.

Der Goldpreis notierte am Dienstag um 9:15 Uhr bei 4.330 US-Dollar / 3.726 Euro pro Unze. Damit startete Gold am europäischen Spotmarkt rund 0,5 % unter Vortag in den Handel. Seit Jahresbeginn ergibt sich immer noch ein Plus von 65 Prozent (in USD) bzw. 49 Prozent (in EUR). Der Silberpreis notierte jeweils rund 0,6 % tiefer um 0,5 Prozent bei 51,56 US-Dollar bzw. 44,32 Euro pro Unze. 

Goldpreis am Vortag: Gold war am Montag zunächst mit Verlusten in den Handel gestartet, drehte am Nachmittag aber deutlich ins Plus und stieg bis zum Abend um 2,5 % auf 4.355 US-Dollar bzw. 3.740 Euro. Damit erreichte das Edelmetall in beiden Währungen neue Rekordhochs. Der Einfluss Chinas auf den Goldmarkt scheint wieder zuzunehmen. Nachdem der Goldpreis in Shanghai vier Wochen lang unter dem europäischen Spotkurs gehandelt wurde, gibt es nun erneut einen deutlichen Aufschlag. 

Ausblick – Goldpreis am Dienstag: Es gibt Hoffnungen auf ein baldiges Ende des US-Shutdowns. Bis dahin fehlen weiterhin amtliche Konjunkturzahlen. Am Abend meldet sich Fed-Mitglied Waller zu Wort.

Mehr dazu: Goldpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten

US-Shutdown könnte bald enden – Hoffnung auf Kongress-Einigung

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Im US-Shutdown erwarten Republikaner schnelle Fortschritte, während Demokraten auf Gesundheitsausgaben pochen und Trump unter Druck steht.

Der US-Shutdown könnte laut Kevin Hassett, Direktor des National Economic Council, bald enden. Er erklärte auf CNBC, moderate Demokraten könnten schon diese Woche für eine Öffnung stimmen. Kernpunkt der Blockade bleibt die Verlängerung der Obamacare-Steuergutschriften. Während Republikaner die Verantwortung den Demokraten zuschreiben, machen Umfragen Trump und seine Partei für die Krise verantwortlich. Die Demokraten setzen auf den öffentlichen Druck nach den landesweiten Protesten gegen Trump.

Goldreporter-Kommentar: Ein möglicher Durchbruch im US-Shutdown könnte kurzfristig die Märkte beruhigen und Unsicherheiten aus dem Markt nehmen. Der Goldpreis macht allerdings keine Anstalten, zu korrigieren. Am Montag ist Gold nach einem schwachen Start deutlich ins Plus gewechselt. Am Abend notierte das Edelmetall mehr als 2 Prozent über Vortag.

Mehr dazu: Goldpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten

Türkische Goldreserven erreichen Rekordwert von 97 Milliarden US-Dollar

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Die Türkei meldet mit fast 800 Tonnen Goldreserven einen neuen Rekordwert. Das Edelmetall macht mehr als die Hälfte der Reserven aus.

Goldreserven der Türkei mit Rekordwert

Die türkischen Goldreserven haben mit 97,7 Milliarden US-Dollar einen neuen Rekordwert erreicht. Laut der Zentralbank (TCMB) beliefen sich die Goldbestände der Türkei per Ende September 2025 auf 25,683 Millionen Unzen, was 798,83 Tonnen entspricht. 

Innerhalb eines Monats nahmen die Goldreserven um 55.000 Unzen bzw. 1,71 Tonnen zu. Dabei handelt es sich um den dreizehnten monatlichen Anstieg in Folge.

Entwicklung der Goldreserven der Türkei seit 2010
Entwicklung Goldreserven Türkei seit 2010 in Tonnen (Quelle: TCMB; Grafik: Goldreporter).

Über eine Million Unzen seit Jahresbeginn

Seit Jahresbeginn sind die Bestände um 4,6 Prozent oder knapp 37 Tonnen (1,186 Mio. Unzen) gestiegen. Innerhalb von zwölf Monaten nahmen die Goldreserven der Türkei um 7 Prozent oder 55 Tonnen zu.

Die bislang größte Menge an Gold hatte die TCMB im Februar 2023 gehalten. Damals waren es umgerechnet 836,65 Tonnen – also rund 38 Tonnen mehr als zuletzt. 

Wert der türkischen Goldreserven seit 2010 in Tonnen. Neues Rekordhoch bei 98 Milliarden US-Dollar erreicht
Entwicklung Wert der türkischen Goldreserven seit 2010 in Tonnen. Neues Rekordhoch bei knapp 98 Milliarden US-Dollar erreicht (Quelle: TCMB; Grafik: Goldreporter).

Auch Währungsreserven gestiegen

Parallel stiegen die gesamten Währungsreserven des Landes — innerhalb eines Monats um 1 Prozent auf 180,1 Milliarden US-Dollar. Dabei nahmen die Fremdwährungsreserven aber um 8,7 Milliarden US-Dollar ab auf 74,6 Milliarden US-Dollar. 

Dagegen stieg der Goldanteil an den gesamten Währungsreserven der Türkei auf 54 Prozent (Vormonat: 49 Prozent).

Gold der Türkei

In den oben genannten Zahlen ist auch Gold enthalten, das von Geschäftsbanken bei der TCMB (zum Beispiel als Sicherheiten für Zentralbankgeld) hinterlegt wurde. Die rein staatlichen türkischen Goldreserven bezifferte der World Gold Council zuletzt auf 639 Tonnen.

Die Türkei verzeichnet seit Jahren einen sinkenden Außenwert ihrer Landeswährung. Hohe Goldimporte trugen dazu bei, da dafür in der Regel US-Dollar erforderlich sind. Deshalb haben die türkischen Behörden laut Medienberichten bereits vor einem Jahr Beschränkungen für die Goldeinfuhr erlassen (Goldreporter berichtete). Die Gold-Einfuhrmengen der Türkei sanken in den vergangenen Monaten, auf 6,5 Tonnen im vergangenen August.

Mehr dazu: Goldreserven weltweit – aktuelle Übersicht nach Ländern.

Frankreich: S&P stuft Kreditrating auf A+ – Staatsanleihen unter Druck

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Frankreichs Kreditrating fällt auf A+. S&P warnt vor Haushaltsrisiken. Anleger fürchten Zwangsverkäufe französischer Staatsanleihen.

S&P Global Ratings hat Frankreichs Kreditrating überraschend von AA- auf A+ herabgestuft. Die Ratingagentur verweist auf Haushaltsrisiken und die Aussetzung der Rentenreform. Damit haben zwei von drei großen Agenturen Frankreichs Doppel-A-Status aberkannt. Bloomberg befürchtet, die Herabstufung könnte einige Fonds zu Verkäufen zwingen und die Finanzierungskosten des Landes erhöhen. Französische Anleihen gaben nach, die Rendite 10-jähriger Titel stieg auf 3,39 Prozent. Am Freitag wird Moody’s sein Urteil abgeben. Mit einem negativen Votum könnte das Land sein letztes verbliebenes Doppel-A-Rating verlieren.

Goldreporter-Kommentar: Herabstufungen großer Volkswirtschaften wie Frankreich erhöhen die Risikoaufschläge im Euroraum. Bleibt abzuwarten, inwieweit die US-Ratingagenturen sich jetzt auf Frankreich einschießen, ähnlich wie im Falle von Griechenland während der Euro-Krise. Ein Umfeld steigender Kreditkosten stärkt oft die Rolle von Gold als Absicherung.

Mehr dazu: Geldpolitik & Zinsen und ihr Einfluss auf den Goldpreis

Goldpreis China steigt über Europakurs – erster Aufschlag seit fünf Wochen

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Der Goldpreis in China wies vergangene Woche wieder einen Aufschlag auf den europäischen Spotpreis auf – erstmals seit fünf Wochen.

Goldpreis China

Der Goldpreis in China notierte am 17. Oktober 2025 wieder über dem Niveau des Weltmarktes. Vor vier Wochen war der Aufschlag nach 32 Wochen in einen Abschlag gekippt. Nun werden in Shanghai wieder höhere Preise für Gold gezahlt.

An der Shanghai Gold Exchange (SGE) lag der Fixpreis laut unseren Berechnungen am Freitag 24 US-Dollar über dem europäischen Spotkurs. Dagegen hatte der Goldpreis in China in der Vorwoche noch 32 US-Dollar unter dem Europakurs gelegen.

Messzeit: [Fr. 17.10.25, 14:30 h Shanghai] / [08:30 h MESZ Berlin]

Aufschlag China → Europa Spot: +24 USD/oz (10.10.25: -32 USD); Δ: +56 USD

Goldpreis in China über europäischem Spotpreis – Aufschlag im Oktober 2025
An der Shanghai Gold Exchange wurde Gold zuletzt wieder über dem Weltmarktpreis gehandelt.

Preisaufschlag im China-Goldmarkt

Markt / Kennzahl 17.10.25 10.10.25 Δ 
Gold China SGE Fix (CNY/Gramm) 998,80 898,59 +11,2 %
Gold China SGE (USD/Gramm) 140,78 126,59 +11,2 %
Goldpreis China SGE
(USD/oz)
4.379 3.937 +441
Goldpreis Europa
(USD/oz)
4.355 3.969 +9,7 %
Abschlag China
→ Europa (USD/oz)
+24 -32 +56

Goldpreis Shanghai Gold Exchange

Die Goldpreis-Aufschläge in China waren in den Wochen zuvor kontinuierlich zurückgegangen und in einen Abschlag übergegangen. Die Kursdifferenz gibt Hinweise auf die Inlandnachfrage und auf internationale Arbitragegeschäfte.

Wenn in China deutlich höhere Preise gezahlt werden als in westlichen Märkten, gelangt verstärkt physisches Gold nach China. Deshalb geben Aufschläge oder Abschläge an der Shanghai Gold Exchange auch Hinweise über den aktuellen chinesischen Einfluss auf den internationalen Goldpreis. 

Chinesische Goldnachfrage steigt wieder?

Dass die chinesische Goldnachfrage in den vergangenen Wochen schwächer ausfiel dürfte auch am Goldpreis gelegen haben. Denn asiatische Märkte gelten traditionell als preissensibel. Tritt jetzt langsam eine Gewöhnung an höhere Goldpreis ein?

Wir verfolgen den China-Aufschlag wöchentlich. In Hochphasen 2024 und im April 2025 lagen die Goldpreis-Spreads zeitweise bei bis zu 90 US-Dollar. 

Steigende Aufschläge im China-Handel zeigen, dass die internationale Goldnachfrage stärker von Asien getrieben wird. Deshalb könnte der Einfluss Chinas auf den Goldpreis kurzfristig wieder steigen.

Methodik: SGE-Preis in CNY/Gramm zum Zeitpunkt 17.10.25; Umrechnung über 7,0948 CNY/USD (Vorwoche: 7,0986 CNY/USD). Vergleich mit zeitgleichem Spotpreis (FOREX). Angaben ohne Gewähr.

Mehr dazu: Goldpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten

Goldpreis sinkt auf 4.235 USD – Konsolidierung nach Rekordrally am Montag?

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Goldpreis aktuell: Am Montag fällt der Kurs auf 4.235 USD. Experten sehen eine Konsolidierung nach der Rekordrally. 

Der Goldpreis startete am Montag schwächer beu 4.235 USD / 3.636 EUR um 9 Uhr. Damit notirte Gold am europäischen Spotmarkt jeweils 0,4 Prozent unter dem Freitagsschlusskurs. Seit Jahresbeginn ergibt sich immer noch ein Plus von 61 Prozent (in USD) bzw. 45 Prozent (in EUR). Der Silberpreis sank gegenüber Vortag ium 0,5 Prozent auf 51,50 US-Dollar bzw. 44,25 Euro pro Unze. 

Update 20.10.25, 13 Uhr: 4.272 US-Dollar (+0,5 %), 3.668 Euro (+0,6 %)

Goldpreis am Vortag: Am Freitag hatte der Goldpreis nach vier Rekordtagen tiefer geschlossen. Am europäischen Spotmarkt ging es um 1,8 Prozent bzw. 1,4 Prozent runter auf 4.250 US-Dollar bzw. 3.648 Euro. Am US-Terminmarkt sind bei die Short-Wetten im Gold-Optionshandel und die Auslieferungsanträge im Gold-Futures-Handel stark gestiegen, während der Open Interest weiter sank. 

Ausblick – Goldpreis am Montag: Die Blicke der Analysten fallen auf die deutschen Erzeugerpreise (-2,2 %) und diverse Wirtschaftsdaten aus China. Aus der Eurozone kommen die Bausausgaben und von der Bundesbank meldet sich Vorstandsmitglied Burghard Balz zu Wort. Wichtige Themen bleiben der Handelskonflikt zwischen den USA und China und ein mögliches Treffen zwischen Donald Trump und Wladimir Putin.

Mehr dazu: Goldpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten

Goldpreis fällt zum Wochenschluss – COMEX-Daten zeigen mehr Short-Wetten

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Goldpreis und Silberpreis zeigten am Freitag leichte Schwächerscheinungen. Kommt die Korrektur? Wir analysieren die aktuellen COMEX-Daten.

Goldpreis und Silberpreis

Goldpreis und Silberpreis gaben zum Wochenschluss deutlich nach. Gold schloss im US-Futures-Handel (Oktober-Kontrakt) mit 4.250 US-Dollar pro Unze. Das entsprach 3.647 Euro. Damit sanken die Notierungen gegenüber Vortag um 1,8 Prozent (in USD)  bzw. 1,4 Prozent (in EUR). Dagegen gab der Silberpreis deutlicher nach, mit einem Minus von 4,3 Prozent bzw. 3,9 Prozent auf 51,88 US-Dollar bzw. 44,52 Euro pro Unze.

Dennoch verzeichnete Gold gegenüber der Vorwoche kräftige Gewinne: +5,9 in USD und +5,6 Prozent in Euro. Währenddessen legte Silber im Vorwochenvergleich um 3,2 Prozent (in USD) bzw. 2,9 Prozent (in EUR) zu.

Märkte im Blindflug, technische Kursbewegungen

Die jüngsten Kursbewegungen bei Gold und Silber sind vor allem unter technischen Anspekten zu betrachten. Beide Metalle waren zuletzt stark überkauft. Durch den US-Shutdown werden weiter wichtige Wirtschafts- und Marktdaten aus den USA nicht veröffentlicht. Dazu gehören auch die wöchentlichen CoT-Daten mit den Positionen der größten Händlergruppe im Geschäft mit Gold-Futures am US-Terminmarkt. Um die aktuelle Lage auf dem Goldmarkt einzuordnen analysieren wir erneut die verfügbaren Daten des COMEX-Betreibers CME Group.




Daten vom US-Futures-Handel

Verfügbar sind die Zahlen zum Open Interest, also der Summe aller offenen Gold-Kontrakte im US-Futures-Handel. Per Handelsschluss am vergangenen Freitag lag dieser bei 487.299 Kontrakten. Damit sank der Open Interest innerhalb einer Woche um weitere 0,5 Prozent. 

Währenddessen stieg der Open Interest im Gold-Optionshandel um weitere 13 Prozent auf 1.165.874 Optionen. Auffällig ist, dass vor allem die Put-Optionen (Wetten auf einen sinkenden Goldpreis) zuletzt stark gestiegen sind. 

Gold-Optionen an der COMEX, Goldpreis-Optimismus stark rückläufig, Stand: 17.10.2025
Gold-Optionen: Open Interest und Put-/Call-Ratio steigen => Deutlich mehr Wetten auf fallenden Goldpreis.

Dabei nahm das Put/Call-Verhältnis zu 0,918. Das bedeutet, dass auf 100 Put-Optionen zuletzt nur noch 109 Call-Optionen kamen – nach 118 in der Vorwoche. Das heißt, der überwiegende Optimismus im Goldpreis-Optionshandel ist gegenüber der Vorwoche noch einmal zurückgegangen. Es gibt deutlich mehr Wetten auf einen sinkenden Goldpreis.

COMEX-Goldlager

Werfen wir einen Blick auf die Goldlagerbestände an der COMEX per 17. Oktober 2025. Alle Zahlen sind gerundet. Hier nahm das Inventar gegenüber der Vorwoche um 830.000 Unzen ab auf 39,10 Millionen Unzen (Vorwoche: -170.000 Unzen).

Dabei sanken die zur sofortigen Auslieferung verfügbaren Gold-Bestände der Kategorie „eligible“ um 160.000 Unzen auf 18,13 Millionen Unzen.  Dieses Gold gehört Händlern, nicht den Bullion-Banken. Das bedeutet, es kann jederzeit von Kunden abgezogen werden.

Physische Deckung des COMEX-Goldhandels

Bei einem Open Interest von 487.299 Kontrakten handelten Futures-Trader Ende der vergangenen Woche insgesamt 48,72 Millionen Unzen Gold in Form von Standard-Futures (100 Unzen pro Vertrag). Das heißt, der Gold-Futures-Handel an der COMEX war zu 80 Prozent durch Lagerbestände gedeckt (Vorwoche: 82 Prozent). Der Rekordstand betrug am 10. April 2025 ganze 98 Prozent. Damals hatten Händler Zölle auf Goldimporte befürchtet und tonnenweise Gold in die USA eingeführt. Zum Vergleich: Bei den Silber-Futures war der Handel zuletzt mit 61 Prozent physisch gedeckt.

In den vergangenen Jahren war die physische Deckung des US-Gold-Futures-Handels deutlich geringer – teilweise nur 30 Prozent. Vom Börsenbetreiber wird diese Unterdeckung damit gerechtfertigt, dass nur ein Bruchteil der Futures-Verträge tatsächlich physisch abgewickelt wird. Das heißt, am Ende des Kontraktmonats schließen die Parteien ihre Positionen hauptsächlich per Barausgleich. Diesen Anteil kann man ebenfalls den wöchentlichen Pflichtmitteilungen entnehmen.

Auslieferungsanträge im Oktober

So meldet die Börsenaufsicht CFTC für den laufenden Kontraktmonat mittlerweile 53.544 Anträge auf physische Lieferung von Gold (entspricht rund 166 Tonnen Gold). Damit kamen innerhalb einer Woche 14.295 Anträge hinzu. Im August waren es insgesamt 34.565 Anträge (107 Tonnen). Dagegen liegt der bisherige Rekordmonat im Januar 2025 mit insgesamt 238 Tonnen an abgerufenem Gold (76.567 Anträge).

Goldpreis-Entwicklung

Der Goldpreis in US-Futures-Handel (meistgehandelter = Dezember-Kontrakt) erreichte in der vergangenen Woche vier Tage in Folge neue Rekordstände — zuletzt bei 4.328 US-Dollar (3.699 Euro) pro Unze. Am Freitag kam dann der Rücksetzer von knapp 2 Prozent.

Goldpreis-Chart 06.10 bis 10.01.2025, US-Futures (Dezember-Kontrakt): Einbruch um 2 % am Donnerstag, hohe Volatilität aber Erholung am Freitag.
Goldpreis-Chart 13.10 bis 17.10.2025, US-Futures (Dezember-Kontrakt): Vier Tage in Folge neue Rekordstände, dann der Rücksetzer um knapp 2 Prozent..

Ausblick / Vorschau

Am US-Terminmarkt setzt sich der Trend der Vorwoche fort. Der im Wochenvergleich gestiegene Goldpreis war begleitet durch einen erneut abnehmenden Open Interest. Dies kann zweierlei bedeuten:

  • Vermehrte Glattstellung von Short-Positionen
  • Gewinnmitnahmen unter Long-Tradern 

In beiden Fällen kann das auf eine mögliche Top-Bildung beim Goldpreis hinweisen. Hinzu kommt die weiter steigende Anzahl an Short-Wetten im Gold-Optionshandel.

Zur Übersicht: CoT-Daten Gold – Wöchentliche Auswertung

Mehr zum Goldpreis aktuell:Übersicht und Live-Daten

Goldpreis in Südkorea: Goldboom, Engpässe und starke Kursaufschläge

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In Seoul wird Gold fast 20 Prozent teurer gehandelt als weltweit. Starke Nachfrage trifft auf ein knappes Angebot.

Goldpreis-Aufschlag in Südkorea

In Südkorea hat sich der Goldpreis deutlich von den internationalen Notierungen entkoppelt. Am KRX Gold Market, der von der Korea Exchange betrieben wird, lag der Spotpreis für ein Kilogramm Barren zuletzt bei 227.000 Won pro Gramm. Das meldet The Korea Herald. Umgerechnet entsprach dies rund 160 US-Dollar (137 Euro). Damit wurde ein Aufschlag von über 18 Prozent gegenüber dem internationalen Referenzpreis verzeichnet. Zeitweise habe die Differenz sogar mehr als 20 Prozent erreicht.

Goldpreis Südkorea: Goldboom, Engpässe und starke Kursaufschläge
Goldboom in Südkorea: Große Goldnachfrage und Marktstruktur bei stark steigendem Goldpreis führt zu Engpässen und fast 20 Prozent Kursaufschlag.

Strukturelle Engpässe im KRX-Goldmarkt

Hintergrund des sogenannten „Kimchi-Premiums“ ist die besondere Struktur des koreanischen Goldhandels. Für den Spothandel am KRX ist eine Qualitätszertifizierung durch die staatliche Korea Minting and Security Printing Corp. sowie eine Verwahrung über die Korea Securities Depository notwendig. Diese Verfahren führen zu Verzögerungen beim Angebot. Dadurch steigt die Nachfrage stärker als die verfügbare Menge.

Fehlende Absicherung über Gold-Futures

Ein weiterer Grund ist die geringe Bedeutung des Terminhandels. Da Gold-Futures in Südkorea kaum genutzt werden, ist eine Arbitrage zwischen Spot- und Terminmarkt kaum möglich. Analysten sehen darin einen Verstärker des Preisunterschieds.

Händler melden Engpässe

Nicht nur in Deutschland hatte zuletzt ein Run auf Gold und Silber eingesetzt. In Südkorea führe die starke Nachfrage inzwischen zu spürbaren Versorgungsproblemen. Mehrere große Goldhändler stoppten laut dem Bericht zeitweise den Verkauf bestimmter Produkte. Auch die Börse selbst mahnte Anleger zur Vorsicht und warnte vor möglichen Risiken durch den überhitzten Markt.

Volatilität bleibt hoch

Bereits im Februar war das Premium auf über 20 Prozent geklettert, fiel dann aber binnen zwei Wochen fast auf null zurück, nachdem die Spotpreise kräftig nachgaben. Auch im Oktober kam es kurzfristig zu Rücksetzern, bevor die Differenz wieder deutlich zunahm.

Warnung vor Goldpreis-Schwankungen

Marktbeobachter gehen davon aus, dass die Situation für Anleger riskant bleibt. „Es ist nicht leicht, sich bei der aktuellen Hausse von Gold zu trennen“, erklärt DB-Securities-Analyst Kang Hyeon-ki. „Doch Investoren sollten bedenken, dass Goldpreise erheblichen Schwankungen unterliegen können.“

Am Freitagnachmittag gab der Goldpreis in Europa nach einer viertägigen Rekordrally rund 0,4 Prozent nach. Um 15 Uhr kostete die Feinunze am Spotmarkt 4.310 US-Dollar bzw. 3.690 Euro.

Mehr dazu: Goldmarkt international – Nachfrage, Förderung, Marktanalyse