Iridium, Gallium & Co: Strategische Metalle als Anlage für Privatanleger

Iridium, Gallium & Co: Strategische Metalle gelten als Zukunftsanlage. Doch wie funktioniert das Investment für Privatanleger? Ein Experten-Interview. 

Maximilian Vogler von Tradium mit Iridium- und Metallbarren – strategische Metalle als Anlage (Foto: Goldreporter)
Maximilian Vogler (Tradium) im Gespräch über strategische Metalle wie Iridium oder Ruthenium als Anlage für Privatinvestoren.

Strategische Metalle als Anlage für Privatanleger

Strategische Metalle rücken zunehmend in den Fokus von Anlegern. Doch das Investment unterscheidet sich deutlich von Gold und Silber. Denn hier entscheidet weniger der Kauf – sondern vor allem der Verkauf.

Goldreporter-Chefredakteur Jürgen Fröhlich sprach auf dem ZukunftsForum Edelmetalle in Frankfurt mit Maximilian Vogler, Senior Commercial Manager der Tradium GmbH. Im Fokus: Chancen, Risiken und Besonderheiten von Technologiemetallen als Anlage für Privatanleger.

Hintergrund: ZukunftsForum Edelmetalle – Trends und Konflikte am Rohstoffmarkt

Was macht Tradium – und wie funktioniert das Geschäftsmodell?

Tradium ist ein Rohstoffhändler für Industriemetalle wie Gallium, Indium oder Seltene Erden. Wir kaufen physisches Material weltweit ein, lagern es und beliefern Industriekunden. Seit rund 15 Jahren bieten wir diese strategischen Metalle auch Privatkunden an – als physischer Sachwert innerhalb unserer Lieferkette.

Kein Einstiegsinvestment: Strategische Metalle als Ergänzung

Wie funktioniert das Investment konkret?

Der private Käufer erwirbt physisches Material, das bei uns eingelagert wird und später wieder über uns an die Industrie verkauft werden kann. Entscheidend ist dabei nicht der Kauf, sondern der Exit. Denn Privatpersonen können solche Metalle in den wenigsten Fällen einfach selbst am Markt liquidieren. Dafür braucht es einen etablierten Händler.

Welche Metalle sind aktuell für Anleger interessant?

Klassische Technologiemetalle wie Gallium oder Germanium waren lange gefragt, sind aktuell aber wegen Exportbeschränkungen schwer verfügbar.

Stärker im Fokus stehen derzeit Seltene Erden wie Neodym oder Praseodym sowie Nischenmärkte wie Rhenium, Indium oder Iridium und Ruthenium. Auch Silber kann in Industrieform interessant sein.




Gibt es einen Online-Shop?

Nein, ein klassischer Online-Shop ist aktuell nicht vorgesehen. Der Vertrieb erfolgt überwiegend über Partner. Wir arbeiten aber an einer Plattform („MyTradium“), über die Kunden künftig ihre Bestände und Werte jederzeit einsehen können.

Der Exit entscheidet über den Anlageerfolg

Mit welchem Betrag kann man einsteigen?

Über Partner sind Einstiege ab etwa 25 Euro monatlich möglich, etwa über Sparpläne.

Direkt bei Tradium liegt die Mindestinvestition im mittleren fünfstelligen Bereich. Das richtet sich eher an größere Anleger.

Was raten Sie Privatanlegern grundsätzlich?

Zeit und Ruhe sind entscheidend. Der Einstieg in strategische Metalle fällt erfahrungsgemäß leichter, wenn bereits Erfahrung mit Gold und Silber vorhanden ist und ein grundlegendes Verständnis für Sachwerte besteht. Strategische Metalle sehen wir als Ergänzung – nicht als Erstinvestment. Wichtig ist zudem:

  • nur Kapital einsetzen, das für eine bestimmte Zeit gebunden werden kann
  • langfristig denken (5 bis 10 Jahre)

Sind Sie Ansprechpartner für Privatanleger?

Ja, grundsätzlich schon. Wir prüfen im Einzelfall und im persönlichen Gespräch, ob eine direkte Abwicklung sinnvoll ist oder der Weg über einen Partner besser passt.

Vitrine mit Technologiemetallen und Seltenen Erden – strategische Rohstoffe für Anleger
Vitrine mit Technologiemetallen wie Tellur, Bismut, Indium und Gallium sowie Seltenen Erden, darunter Neodym. (Foto: Goldreporter)

Was unterscheidet diese Metalle von Gold und Silber?

Es sind reine Industriemetalle mit konkretem Nutzen. Sie werden tatsächlich verbraucht. Gleichzeitig sind die Märkte kleiner, weniger liquide und oft geopolitisch sensibel. Das führt zu:

  • stärkeren Preisschwankungen
  • höheren Chancen, aber auch Risiken

Ein Vorteil ist die strategische Bedeutung: Viele dieser Rohstoffe stehen im Zentrum globaler Machtpolitik und Industriepolitik.

Höhere Spreads – aber auch größere Kurschancen

Wie hoch sind die Spreads?

Typischerweise liegen sie höher als bei Gold. Das liegt am physischen Handel, an Logistik und daran, dass kein kontinuierlicher Markt existiert. Verkäufe erfolgen meist an Industriekunden und benötigen Zeit.

Gibt es steuerliche Vorteile?

Unter bestimmten Bedingungen kann der Handel aus dem Zollfreilager mehrwertsteuerfrei erfolgen. Das heißt Stand jetzt: Die 19 Prozent entfallen beim Kauf und Verkauf. Auch eine Abgeltungssteuer fällt in diesem Modell derzeit nicht an.

Wie erfährt der Anleger den aktuellen Preis?

Aktuell über Abrechnungen sowie Charts zur relativen Preisentwicklung auf unserer Website. Künftig aber auch über die Plattform „MyTradium“ mit 24/7-Zugriff auf Bestände und Notierungen.

Was Staaten sichern, wird auch für Anleger interessant

Welche Rolle spielt Geopolitik?

Eine sehr große. Handelskonflikte, Exportbeschränkungen und politische Entscheidungen beeinflussen Verfügbarkeit und Preise massiv.

Einige Rohstoffe sind heute deutlich schwerer zu beschaffen als noch vor wenigen Jahren. Gleichzeitig steigt die Nachfrage – sowohl von Industrie als auch von Anlegern.

Teilweise können wir bestimmte Metalle deshalb gar nicht mehr für Privatanleger anbieten.

Und Europa – hat es eigene Rohstoffe?

Ja, aber deren Förderung ist schwierig. Hohe Kosten, Umweltauflagen und fehlende Bergbau-Strukturen bremsen die Entwicklung.

Europa bleibt deshalb stark von Importen abhängig, während andere Länder – etwa die USA – strategische Rohstoffpolitik aktiv vorantreiben.

Herr Vogler, vielen Dank für das Gespräch.

Unternehmens-Info
Die Tradium GmbH ist ein familiengeführter Rohstoffhändler aus Frankfurt am Main und seit rund 26 Jahren aktiv. Am Standort Neu-Isenburg arbeiten mehr als 50 Mitarbeiter. Das Unternehmen handelt mit Technologiemetallen wie Gallium, Indium und Germanium sowie Seltenen Erden. Die Rohstoffe werden weltweit – häufig aus China – beschafft und im eigenen Zollfreilager gelagert. Tradium beliefert internationale Industriekunden, unter anderem in den USA und Asien.

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