Trotz gedeckelter Goldimporte zeigt die Türkei im Oktober einen massiven Sprung bei Silber – ein klarer Nachfrageimpuls aus Industrie und Transit.

Die Goldimporte der Türkei blieben im Oktober unter 15 Tonnen gedeckelt. Dagegen springen die türkischen Silberimporte auf 182 Tonnen.
Gold in die Türkei: Deckel bleibt drauf
Die Türkei führte laut Borsa Istanbul im Oktober rund 13 Tonnen Gold ein. Damit hält sich das monatliche Importvolumen seit fast zwei Jahren unter der inoffiziellen Grenze von 15 Tonnen.
Zwar lagen die Lieferungen 42 Prozent über dem September und 39 Prozent über Vorjahr, doch das strukturell niedrige Niveau bleibt bestehen. Auf Sicht der ersten zehn Monate ergibt sich mit 101 Tonnen ein leichtes Plus von 4 Prozent. Zu berücksichtigen gilt allerdings der stark gestiegene Goldpreis. In Lira legte er innerhalb eines Jahres um 90 Prozent zu.

Silber: Nachfrage schießt nach oben
Beim Silber zeigt sich ein völlig anderes Bild. Nach bereits kräftigen 116 Tonnen im September meldet die Börse für Oktober Importe von 182 Tonnen – ein Sprung um 56 Prozent gegenüber dem Vormonat und fast eine Verfünffachung innerhalb eines Jahres. Der Rekord vom November 2024 wurde nur knapp verfehlt.
Die starke Bewegung hängt mit dem hohen Goldpreis zusammen: In der türkischen Schmuckindustrie gewinnt Silber als kostengünstigere Alternative an Bedeutung. Zugleich fungiert die Türkei immer stärker als Transitknoten für Lieferungen Richtung Asien, insbesondere nach Indien. Allerdings verteuerte sich auch Silber stark – innerhalb eines Jahres um 100 Prozent in Lira.
Wirtschaftlicher Hintergrund
Türkische Verbraucher zählen traditionell zu den wichtigsten Edelmetallkäufern weltweit – besonders im Schmucksegment, das jedoch äußerst preissensibel ist. In Lira gerechnet erreichten Goldpreis und Silberpreis zuletzt wiederholt neue Höchststände.
Die Inflation bleibt trotz Rückgangs problematisch: Zwar fiel sie von 85 Prozent im Oktober 2022 auf aktuell knapp 33 Prozent, doch die hohe Teuerung belastet weiterhin die Kaufkraft. Parallel verlor die Türkische Lira in den vergangenen zwölf Monaten rund 18 Prozent gegenüber dem US-Dollar.


Der Goldpreis in türkischer Lira hat sich innerhalb von 10 Jahren etwa ver-46-facht (in Worten: versechundvierzigfacht), also ein Plus in Lira von 4.700% seit 2015.
https://www.goldseiten.de/kurse/Goldcharts-TRY.php
Und das bei einem GDP-Ratio (Staatsverschuldung zum BIP) von nur 35 % (Germany = 75%, USA=97%, JPN=295%).
Man kann also auch eine schöne schnelle Expo auch bei gereinger Verschuldungsqote zeichnen. Dennoch findet auch in dieser Binnenwährung noch keine Währungsreform statt, allerdings ist das schon der Beginn einer Hyperinflation. Man sieht, das System ist sehr zäh und es dauert immer länger als man denkt.
Grüße vom Commander
Da bin ich ihrer Meinung, der der denkt das System hat fertig der irrt sich evtl.
Ich habe die Lage in der Türkei auch beobachtet und habe etliche türkische Freunde.
Es gibt da weder Aufstände gegen die Politik noch gegen die Inflation.
90 % der Bürger leben schlecht und können sich kaum etwas leisten.
Sind aber zufriedener als in BRD