Die CME Group reduziert die Margin-Anforderungen für wichtige Edelmetall-Futures. Besonders betroffen sind die Standardkontrakte auf Gold und Silber.

CME reduziert Margins bei Gold- und Silber-Futures
Die CME Group hat eine Senkung der sogenannten Performance Bond Requirements angekündigt. Dabei handelt es sich um die Sicherheitsleistungen (Initial- und Maintenance-Margins), die Händler zur Absicherung ihrer Terminmarktpositionen hinterlegen müssen. Die neuen Vorgaben treten nach Handelsschluss am heutigen Freitag in Kraft. Die Änderung kann Einfluss auf Silber- und Goldpreis haben.
Sinkende Margins reduzieren den Kapitaleinsatz im Terminhandel – und erleichtern damit den Einsatz von Hebel bei Gold und Silber.
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Besonders relevant für den Markt ist die Anpassung beim Standardkontrakt COMEX Gold Futures (GC). Dieser umfasst 100 Feinunzen Gold und gilt als Referenzinstrument des internationalen Gold-Terminhandels. Denn hier reduziert die CME die Initial-Margin für Standardkonten (Non-HRP) von 9 Prozent auf 7 Prozent des Kontraktwerts. Bei Konten mit erhöhtem Risikoprofil (HRP) sinkt der Wert von 9,9 Prozent auf 7,7 Prozent.
Bei einem angenommenen Goldpreis von 5.000 USD pro Unze entspricht ein Gold-Futures-Kontrakt einem Nominalwert von rund 500.000 USD. Die erforderliche Sicherheitsleistung reduziert sich damit näherungsweise von etwa 45.000 USD auf rund 35.000 USD pro Kontrakt.
Auch Silber-Futures werden günstiger
Eine ähnliche Anpassung erfolgt beim Standardkontrakt COMEX Silber Futures (SI), der 5.000 Feinunzen Silber umfasst. Denn hier sinkt die Initial-Margin für Standardkonten von 18 Prozent auf 14 Prozent. Für HRP-Konten reduziert sich der Satz von 19,8 Prozent auf 15,4 Prozent.
Bei einem beispielhaften Silberpreis von 80 USD pro Unze entspricht ein Silber-Futures-Kontrakt einem Nominalwert von rund 400.000 USD. Die erforderliche Sicherheitsleistung sinkt damit von etwa 72.000 USD auf rund 56.000 USD.
Reaktion auf veränderte Marktbedingungen
Margin-Anpassungen erfolgen typischerweise als Reaktion auf Veränderungen der Marktvolatilität. Steigen die Kursschwankungen stark an, erhöhen Clearingstellen die Sicherheitsanforderungen, um das Ausfallrisiko im Handelssystem zu begrenzen. Umgekehrt können Margins wieder gesenkt werden, wenn sich die Marktbedingungen stabilisieren.
Sinkende Margins reduzieren den Kapitaleinsatz für Händler und erleichtern damit den Einsatz von Hebel im Terminmarkt. Dadurch kann die Handelsaktivität steigen und bestehende Positionen lassen sich günstiger halten.
Mitt Februar hatte der COMEX-Betreiber CME Group die Sicherheitsleistungen noch kräftig angehoben, in diesem Umfeld waren Silber- und Goldpreis stark eingebrochen. Zuvor hatte man die Regeln von festen Margins auf prozentuale umgestellt. Mehr dazu: Goldpreis unter Spannung: CME erhöht Margin-Anforderungen

