Russland verkauft Gold – Droht Gegenwind für den Goldpreis?

Die Goldreserven der russischen Zentralbank sind im Januar um 9 Tonnen gesunken. Wert des Goldes: rund 1,5 Milliarden US-Dollar. 

Die russische Zentralbank meldet einen stärkeren Rückgang der Goldreserven.
Goldbarren auf der Waage: Die russische Zentralbank meldet einen stärkeren Rückgang der Goldreserven.

Russland verringert Goldreserven

Die russische Zentralbank hat erstmals seit April 2024 eine größere Veränderung ihrer physischen Goldreserven gemeldet. Demnach beliefen sich die Bestände per Ende Januar 2026 auf 74,5 Millionen Unzen Gold. Damit verringerte sich das Inventar innerhalb eines Monats um 300.000 Unzen bzw. 9,33 Tonnen.

Zum Bilanzierungszeitpunkt betrug der Wert des ausgebuchten Goldes 1,46 Milliarden US-Dollar. Das verbliebene Metall hat einen Wert von 402,7 Milliarden US-Dollar.

Russlands Goldbewegung bleibt für den Weltmarkt überschaubar – erst deutlich größere Verkäufe wären preisrelevant.

Mehr zur Kursentwicklung: Goldpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten

Die gesamten Währungsreserven Russlands werden mit 833,57 Milliarden US-Dollar angegeben. Demnach beträgt der Goldanteil an den gesamten Währungsreserven Russlands 48 Prozent.

Russisches Gold

Im März 2023 hatte Russland erstmals seit dem Einmarsch in die Ukraine (vor vier Jahren) wieder Angaben zu den eigenen Goldreserven gemacht. Demnach waren die Bestände der Bank of Russia innerhalb eines Jahres um rund 31 Tonnen angestiegen. In den vergangenen Monaten blieben die offiziellen russischen Goldbestände relativ konstant, während das Inventar zwischenzeitlich immer wieder um 100.000 Unzen schwankte.

Im vergangenen Juli hatte Russlands Finanzministerium angekündigt, man wolle wegen sinkender Energieeinnahmen und höherem Haushaltsbedarf Devisen und Gold verkaufen. Aber die offiziellen Goldreserven hatten sich bislang nicht substanziell verändert. 

Auswirkungen auf den Goldpreis

Selbst wenn Russland größere Goldmengen veräußern sollte, wären unmittelbare Effekte auf den Goldpreis begrenzt. Die Transaktionen dürften überwiegend außerhalb der etablierten Börsenplätze stattfinden. Zudem bleiben westliche Handelspartner aufgrund der Sanktionen weitgehend ausgeschlossen. Entsprechende Ströme würden sich daher eher in Richtung Asien oder Nahost verlagern, etwa nach China, Indien oder in die Türkei.

Ein Verkaufsvolumen im Bereich von rund 1,5 Milliarden US-Dollar besitzt für den globalen Goldmarkt nur geringe Relevanz. Spürbarer Druck auf den Goldpreis entstünde erst bei deutlich größeren Beträgen. Marktbewegend wären vor allem strukturelle Entwicklungen, beispielsweise Verkäufe in einer anderen Größenordnung oder ein breiter Trend staatlicher Goldabgaben zur Haushaltsfinanzierung.

Mehr dazu: Goldreserven weltweit: Aktuelle Zahlen, Länder-Ranking und Entwicklungen

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