Der Silberpreis steigt deutlich. Dennoch verzeichnet der größte Silber-ETF hohe Metallabflüsse. Beim größten Gold-ETF gibt es dagegen Zuflüsse.

Gold- und Silberpreis ziehen weiter an
Der Goldpreis setzte seine steile Aufwärtsbewegung in den vergangenen Tagen fort und erreichte am Mittwoch ein neues Rekordhoch – die siebte Bestmarke in Folge.
Am Mittwoch schloss die Feinunze Gold am Spotmarkt mit 5.477 USD bzw. 4.581 EUR. Damit stieg der Goldpreis innerhalb einer Woche um 13 Prozent (+1 % in EUR). Seit Jahresbeginn hat sich das Edelmetall um 27 Prozent verteuert (+25 % in EUR).
Der Silberpreis zieht weiter an, doch ETF-Investoren reduzieren ihre physischen Bestände – ein Signal für strukturelle Umschichtungen im Markt.
Silber schloss den gestrigen Handelstag ebenfalls auf Rekordniveau – mit 118,40 USD bzw. 99,03 EUR pro Unze. Das heißt, innerhalb einer Woche stieg der Silberpreis um 28 Prozent bzw. 26 Prozent (in EUR). Im Jahresverlauf hat sich das Edelmetall bereits um 65 Prozent (+63 % in EUR).
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Größter Silberfonds: Starke Kapital- und Metallabgänge
Allerdings zeigt sich die Entwicklung der Edelmetall-Bestände in den großen ETFs etxrem divergent. Physisches Metall sucht sich derzeit den Weg zum höchsten Preis. Diese werden aktuell im China bezahlt. Außerdem gibt es strukturelle Anpassungen in vielen Fonds, die nach dem starken Kursanstieg bei Gold und Silber neu gewichtet werden müssen. So lässt sich womöglich die Entwicklung der SLV-Bestände erklären.
Denn trotz Silberpreis-Rekorden ist das Inventar des iShares Silver Trust im Zeitraum vom 24. bis 28. Januar 2026 um 529 Tonnen geschrumpft. Dabei ergibt sich ein Netto-Kapitalabfluss von einer Milliarde US-Dollar. Offiziell istd er ETF mit einer Unze Silber pro ausgegebenem Anteil physisch gedeckt.

GLD mit Zuflüssen
Dagegen verzeichnete der größte Gold-ETF, der SPDR Gold Shares (GLD), deutliche Mittelzuflüsse. Unter dem Strich flossen dem GLD innerhalb der vergangenen fünf Handelstage 429 Millionen US-Dollar zu, was auf eine zunehmende Beteiligung institutioneller Anleger an der laufenden Gold-Rally hindeutet.
Für diesen Zeitraum werden Bestandszugänge von 12,3 Tonnen auf 1.089,96 Tonnen gemeldet. Jeder GLD-Anteil ist mit einer Zehntel Feinunze Gold physisch hinterlegt.
Hintergrund: Der ETF-Mechanismus im Detail – Wie der Handel mit SPDR Gold Shares funktioniert

Bedeutung für den Edelmetallmarkt
Edelmetall-ETFs liefern einen gut nachvollziehbaren Einblick in die Anlegerstimmung. Steigende Bestände deuten meist auf eine breite Akzeptanz des laufenden Trends hin, während Rückgänge häufiger taktische Umschichtungen oder kurzfristige Liquiditätsbedürfnisse widerspiegeln.
Für die kurzfristige Preisfindung bleibt allerdings der Terminmarkt maßgeblich. Anpassungen bei ETF-Beständen entfalten ihre Wirkung meist mit Verzögerung und zeigen vor allem, wie sich größere Investoren mittelfristig positionieren.
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