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Krise kostet Deutsche heimlich bis zu 30 Mrd. Euro pro Jahr

Kreditgeld  - (tiero - Fotolia.com)

Schleichende Vermögensabgabe: Geringere Zinseinkünfte, negativer Realzins.

Gerne wird behauptet, die Bewältigung der Finanzkrise und die Euro-Rettung hätte den deutschen Steuerzahler bisher kaum etwas gekostet. Ein fatales Fehlurteil.

Da war die Weltfinanzkrise, in der 2008/2009 diverse deutsche Institute vor dem Untergang gerettet werden mussten. Die folgende Wirtschaftskrise erfasste das exportabhängige Deutschland wie kein anderes Land in der Welt. Abwrackprämie, Kurzarbeit, Teilverstaatlichung von Finanzinstituten, Bürgschaften für Banken und Länder, Einrichtung von zeitlich begrenzten Rettungsfonds, permanenter Rettungsmechanismus. Es wurde von der Politik Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, um den Kollaps zu vermeiden. Insbesondere das Bankensystem, deren Vertreter wesentlich zur Krise beigetragen hatten, durfte nicht untergehen.

Schäuble strahlt
Dennoch soll der deutsche Staatshaushalt nun erstmals einen ausgeglichenen Haushalt aufweisen. Die Wirtschaft brummt, die Steuereinnahmen und die Regierung erhält Kredite zu historisch niedrigen Zinsen. Alles gut also. Es wird gerne behauptet, dass uns die Krise bislang nichts gekostet hat, außer ein paar Verlusten aus Bankenbeteiligungen, die Abgabe von Bürgschaften und ein „bisschen“ Cash zur Grundfinanzierung des Europäischen Rettungsmechanismus ESM  – 21,7 Mrd. Euro, verteilt auf mehrere Jahre. Aber das holt der deutsche Staat ja durch Einsparungen von rund 20 Milliarden Euro wieder herein, die sich durch die niedrigen Refinanzierungskosten ergeben. Und genau hier liegt das Problem.

Die Europäische Zentralbank hat der Euro-Leitzins im Zuge der Krise von 4,0 % im Januar 2008 schrittweise auf aktuell 0,25 % herabgesetzt. So angenehm, wie diese Entwicklung für den Staat erscheint, der seinen Gläubigern auch weniger Zinsen anbieten muss, die Rechnung zahlt der Bürger, und zwar unmittelbar. Wenn die EZB den Leitzins herabsetzt, sinken die Zinsen am Kapitalmarkt – und die Habenzins meist stärker als der Sollzins.

Die deutschen Sparguthaben
Während der durchschnittliche Tagesgeldsatz für eine Einlage von 5.000 Euro am 1. Januar 2008 noch bei 3,82 % lag, erhielten Sparer am 1. März 2014 nur noch durchschnittlich 0,67 Prozent. Daraus ergibt sich ganz erheblicher Vermögensverlust innerhalb der vergangenen sechs Jahre. Die Bundesbank bezifferte das Geldvermögen der Deutschen im 3. Quartal 2013 auf 2,05 Billionen Euro. Darin enthalten sind Bargeld und Sichteinlagen (€ 1,13 Bill.), Termingelder (€ 261,6 Mrd.), Spareinlagen (€ 599,6 Mrd.) und Sparbriefe (€ 61,1 Mrd.).

Demgegenüber stehen Kredite von 1,56 Billionen Euro. Der größte Teil davon entfällt auf Hypotheken, die in der Regel einen auf mindestens 10 Jahre angelegten Festzinssatz enthalten.

Gehen wir also vereinfacht einmal von 1 Billion Euro an verzinslichem Geldvermögen aus, das auf (gegenüber Giro- oder Spareinlagen leicht höher verzinslichen) Tagesgeldkonten angelegt ist. 2008 hätte dieses Geldvermögen alleine einen Zinsertrag von 38,2 Milliarden Euro erzielt. 2013 waren es bei einem durchschnittlichen Tageszinssatz von 0,67 Prozent lediglich 6,7 Milliarden Euro. Daraus ergibt sich für ein einziges Jahr ein Betrag von 31,5 Milliarden Euro an Zinsausfällen für den deutschen Sparer!

Jetzt kann man argumentieren, dass deutsche Immobilienkäufer niedrigere Hypotheken- und Kreditzinsen zahlen. Die Frage ist jedoch, wie viele Häuslebauer sich den Immobilienkauf bei höheren Zinsen überhaupt hätten leisten könnten. Zudem hat sich für viele Hypothekenschuldner aufgrund langfristiger Kreditverträge an den aktuellen Finanzierungskosten nicht viel geändert. Hinzu kommt, dass deutsche Investoren im Zuge höherer Leitzinsen auch höhere Renditen (bei niedrigerem Risiko) auf andere festverzinsliche Anlagen erzielt hätten (Staatsanleihen, Kapitallebensversicherungen etc.).

Finanzielle Repression
Der deutsche Staat könnte seine niedrigeren Finanzierungskosten an den Steuerzahler weitergeben. Das tut er natürlich nicht. Hinzu kommt, dass die Spareinlagen nicht nur niedriger verzinst werden. Da die offizielle Inflation (zuletzt 0,7 Prozent in Deutschland) nach wie vor höher ist, als der Habenzins, erleiden die Sparer sogar real einen Vermögensverlust, wenn sie das Geld auf dem Konto belassen. Wer dies vermeiden will, ist gezwungen, ein höheres Risiko einzugehen. Beispielsweise in dem er in  Staatsanleihen von Ländern wie Spanien, Italien oder Griechenland investiert (3 % bis 6 % Rendite p.a.) oder in beispielsweise in Aktien. Beim nächsten Börsencrash drohen dann erneut herbe Verluste. Beim nächsten Schuldenschnitt in Griechenland auch.

Fazit
Gerne werden bei der Diskussion um die Kosten der Krise die indirekten Kosten für den Sparer unterschlagen. Alleine durch Zinsausfälle entgehen ihm unserer Schätzung nach pro Jahr aber bis zu 30 Milliarden Euro. Der negative Realzins raubt ihm zudem schleichend sein Geldvermögen. Wer behauptet, die Krise habe Deutschland bislang kaum Geld gekostet, ist auf einem Auge blind.

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Eingetragen von am 31. Mrz. 2014. gespeichert unter Deutschland, EZB, News, Politik. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

14 Kommentare für “Krise kostet Deutsche heimlich bis zu 30 Mrd. Euro pro Jahr”

  1. Den Deutschen geht es gut!Man sollte nicht alles schwarz wie Milch sehen!

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    • @Heiko
      Den Deutschen geht es gut, weil immer noch auf Pump gelebt wird.Doch die Abrechnung wird kommen,denn irgend jemand wird bezahlen müssen.Und ich glaube nicht,dass es die Edelmetall Liebhaber sein werden.Die Regierung hat schon mal von einem ausgeglichen Haushalt gefaselt, war es nicht der vorherige Finanzminister ?.Leider,leider kam da für alle überraschend und unvorhergesehen (hä ?) die Finanzkrise samt Euro- und Bankenkrise.Konnte man aber auch nicht vorhersehen,nicht wahr ?

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      • So ist es @anaconda,aber derzeit ärgert sich der Michel noch über die Warteschlange an der Aldikasse.Heute noch ein Gewerkschaftler einem jungem Mädel eine Versicherung aufschwatzen gesehen!Dynamische ….wasweißich,ich dachte armes Kind und wollte sie danach (Vertrag noch nicht unterschrieben)aufklären.Die war fast am weinen,wollte aber noch mit der Mama reden,naja!Ich glaube ich ziehe die Menschen runter,ich sollte mich mehr zurückhalten!Aber dem Deutschen geht es zu gut,bloß nicht eigenständig denken und handeln!

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        • @Heiko
          Das Mädchen geht mit der Unterschfrift eine Schuldverschreibung ein.Jedenfalls erst mal.Denn sie muss die Prämien bezahlen,genauso wie die raten für das Handy.Erst wenn genügend angespart, dreht sich das Ding um.Dann schuldet die Versicherung dem Mädchen einen Teil des eingezahlten Geldes.Die Abschlussprämie ist aber weg.
          Ein Versicherungsvertreter erhält einen Bonus von etwa 5% der Versicherungssumme ! Klar dass die anhänglich sind wie die Kletten.Und bei einer Dynamisierung wird jedes Jahr ein neuer, zusätzlicher Vertrag fällig, wovon es wieder jeweils 5% Bonus gibt.
          Dynamisierung ist Betrug !

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    • @Heiko
      Nach einer Forsa-Umfrage glauben 87,89% der Juendlichen unter 14 Jahren, die in einer Großstadt leben, daß Kühe weiß-lila aussehen, eben wie in der Milka-Reklame.
      Dann kann die Milch unmöglich schwarz aussehen; das halte ich für einen gut getarnten Aprilscherz.

      „Brüssel plant noch in diesem Sommer EU-weit alle Schließfächer gewaltsam öffnen zu lassen. Grund: Steuerhinterziehung. Neben Bargeld suchen Fahnder auch nach Edelmetallen.“
      http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/17680-eu-schliess
      Da bleiben ja noch gute 3 Monate Zeit für diejenigen, die ein Schließfach haben, sich im Baumarkt ein paar Mausefallen zu besorgen und diese in’s Schließfach zu legen, oder ein paar saftige „Harzer Roller“.
      Ja – ist denn schon wieder 1. April, oder was?

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      • @Comment-0815
        Soweit hergeholt wäre das nicht mit den Schließfächer, April hin oder her.
        Man lese mal die Geschäftsbedingungen der Banken zur Schließfachmiete.
        Auf behördliche Anordnung oder auch bei einem Todesfall etc. kann der Vermieter durchaus das Fach sperren.Und da reicht auch schon der begründete Verdacht einer Straftat.(Steuerhinterziehung etc).
        Übrigens gleicht das einer Hausdurchsuchung und die ist der Steuerfahndung morgens um 7 Uhr auch möglich.

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      • @Comment-0815.Gewaltsame Schließfachöffnungen,das hatte mein Opa auch im Dritten Reich!Gottseidank sind wir heute da weiter!Von Tag zu Tag hasse ich die blöde Masse immer mehr!

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        • 0177translator

          @Heiko
          Wer trägt an der Blödheit der Masse die Hauptschuld?
          http://hinter-der-fichte.blogspot.de/
          Wer keine Lust zum Lesen hat, soll sich mal die Bilder anschauen.
          Zu Peter-Scholl-Latour und Mutti AM.

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          • @0177translator.Blöde Eltern haben blöde Kinder,der Sozialstaat züchtet sowas als „bessere“Wähler!Und dazu dann noch die Türkisierung aller deutschen und ausländischen Kinder im Westen sowie Berlin!Uns schon hast Du de Scheiße vor der Haustür!

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            • Schuldenhasser

              @Heiko
              Welch wahre Worte! Leider ….
              Ich kann das aus eigener Erfahrung nur bestätigen, die erste Elternversammlung in der Klasse meines Sohnes war eine erschreckende Erfahrung. Viele recht junge Mütter spielten nur mit ihrem Smartphone herum, quasselten dummes, pubertäres Zeug und erfassten den Vortrag der Klassenlehrerin gar nicht. Die Frau tat mir richtig leid, der Frust war ihr auch anzumerken. Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so viel falsches Deutsch gehört wie in dieser einen Stunde. Gute Nacht, wenn das der deutsche Volkskörper sein soll, war nur mein Gedanke.
              Es sollte auch ein Elternrat gegründet werden, es hat aber nur zu einer WhatsApp-Gruppe gereicht. Kein Witz!
              Das musste ich mal loswerden, wenn man Kinder hat, macht man sich halt Sorgen. Hat mit Edelmetallen zwar nix zu tun, ist aber genau so existenzbedrohend wie ein System-Crash.
              Gruß an Alle

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      • Das ist doch ein Aprilscherz oder?

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        • Ja, ein ziemlich dummer Aprilscherz sogar, es es ist nämlich journalisitischer Unfug vom knacken oder gewaltsamen öffen zu reden. Das wären Milliardenschäden und gar nicht nötig wenn die EU eine Durchsuchung doch rechtlich erlaubt hätte. Die Webseite, von der diese News kommt, meide ich sowieso, sie gängelt nämlich die Besucher, die einen Werbeblocker installiert haben, durch das ausblenden der Kommentare/Kommentarfunktion, und tschüß mmnews, es gibt noch tausende andere Newsarchive.

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          • Schuldenhasser

            MMNews wird von einem Freimaurer geführt wie man hört, da muss man die Gängelei und etwas einseitige Sichtweise schon in Kauf nehmen. ;o)
            Besondere Themen gibt’s dort schon lange nicht mehr. Die ganze Truther-Szene ist komplett unterwandert, sogar in diesem Forum findet man garantiert Trolle. Hunderttausende Schließfächer aufzuflexen ist natürlich Unsinn, die Bank hat ja einen Zweitschlüssel.
            http://de.wikipedia.org/wiki/Schlie%C3%9Ffach

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            • In den alternativen Medien tummeln sich inzwischen „Weltbank-Whistleblower“ wie Karen Hudes, die von einem Blog zum anderen weitergereicht wird und wiederholt behauptet, in der Bank von Hawaii liegen ca. 170.000 Tonnen Gold (Beutegold aus dem 2. Weltkrieg…), mit dem nach einem Finanzcrash ein neuer, durch Gold gedeckter US-Dollar etabliert werden soll.
              Hört sich gut an, ist aber eine gezielte Fehlinformation, weil dahinter die Kern-Aussage steht: „liebe Goldfreunde, verkauft Euer Gold, denn es ist im Überfluss vorhanden.
              Wenn die Hawaii-Toast-Bank die Tore oeffnet, stellen die Chinesen fest, dass sie das gelbe Metall zwar schnell, aber völlig ueberteuert eingekauft haben; der Westen hat China ausgetrickst.“
              Rein zufällig stellt sich dann in einem Blog heraus, dass der Ehemann von Karen Hudes bei der Rothschild-Bank arbeitet,…und dann zerschmelzen die 170.000 t Gold plötzlich wie ein Schokoladen-Osterhase in der Aprilsonne.
              Nicht verunsichern lassen, auch wenn ‚Osterhasi‘ nur ein neuverpackter ‚Nikolausi‘ sein sollte.

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