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„Jede Gelegenheit zu weiteren Goldkäufen nutzen“

John Embry, Chefstratege des Vermögensverwalters Sprott Asset Management, rechnet mit einem steilen Anstieg des Goldpreises, weil die physische Goldnachfrage bald nicht mehr bedient werden könne und die Zentralbankbestände gefälscht seien.

„Was vielleicht noch nicht viele begriffen haben, ist die Tatsache, dass westliche Zentralbanken nicht annähernd die Goldmenge in ihren Tresorräumen haben, wie sie vorgeben“, erklärt John Embry, Chefstratege des Vermögensverwalters Sprott Asset Management im Rahmen eines Artikels, der Ende Juli in der Ausgabe von Investor’s Digest of Canada erschienen ist.

Lügende Notenbanken
Seine Meinung: Die Notenbanken unternehmen große Anstrengungen, um diese Tatsache zu verdecken und erhielten Unterstützung von Organisationen wie dem „nutzlosen“ World Gold Council (WGC).

Das Branchensprachrohr (WGC) meldete zuletzt neue Zahlen zu den weltweiten Goldbeständen in Höhe von offiziellen 30.462,81 Tonnen. „Aufgrund ihrer erheblichen Leasing- und Swap-Aktivitäten in den vergangenen 15 Jahren, stelle ich sehr in Frage, ob die westlichen Zentralbanken heute überhaupt noch die Hälfte dieser Menge in ihren Vaults haben“, so Embry.

Die Vertuschung der echten Zahlen würde nach seiner Ansicht durch einen vom Internationalen Währungsfonds gebilligten Buchhaltungstrick ermöglicht, der es den Zentralbanken erlaube, physisches Gold und Goldforderungen in einer Bilanzposition zu führen.

Deutsche Goldreserven
Wie Goldreporter bereits vor einiger Zeit auf der Basis eigener Recherchen berichtete, enthalten die deutschen Goldreserve-Zahlen, die der World Gold Council veröffentlicht, tatsächlich nicht nur echtes Gold. Die offiziellen Bestände entsprechen faktisch der Position „Gold und Goldforderungen“ aus der Bundesbankbilanz.

„Die Rechnungslegung der Deutschen Bundesbank erfolgt unter der Berücksichtigung der Bundesbank als Bestandteil des Europäischen Systems der Zentralbanken. Gemäß der Rechnungslegungsgrundsätze des Europäischen Systems der Zentralbanken werden physisches Gold als auch nicht physisches Gold wie Goldforderungen gemeinsam in der Bilanzposition Aktiva 1 ausgewiesen. Die Goldforderungen umfassen insbesondere verliehene Goldbestände sowie Sichtguthaben bei Geschäftspartnern. Der Anteil an Goldforderungen liegt hierbei höchstens im einstelligen Prozentbereich“, teilte eine Bundesbank-Sprecherin uns im April mit.

Geheime IWF-Geschäfte
Dass auf Zentralbankebene in den vergangenen Jahren skurrile Gold-Verleihgeschäfte hinter den Kulissen durchgeführt wurden, ist immer wieder zu lesen. Bekannt geworden ist eine IWF-Transaktion kurz vor dem Jahrhundertwechsel. Zwischen Dezember 1999 und April 2000 verkaufte der IWF insgesamt 12,9 Millionen Unzen Gold in mehreren Tranchen an Brasilien und Mexiko. Marktpreis: 3,6 Milliarden US-Dollar.

Das Gold stand jedoch mit lediglich 0,6 Milliarden Dollar in den Büchern des IWF. Somit konnte man einen Gewinn von 3 Milliarden Dollar verbuchen. Einige Zeit später kaufte der IWF das Gold von beiden Ländern zum exakt gleichen Preis zurück. Der Clou: Den Zahlungsbetrag behielt der IWF ein, weil Brasilien und Mexiko gegenüber dem IWF aufgelaufene Schulden zu tilgen hatten. Die Goldbarren hatten die Tresore des IWF nie verlassen. Sie standen aber nun mit dem Marktpreis von 3,6 Milliarden Dollar in der IWF-Bilanz.

Goldknappheit
Embry sieht den IWF in einer entscheidenden Rolle bei den multiplen Goldgeschäften der Notenbanken. Wie Geschäftsbanken, die ihre Geldeinlagen dank des Mindestreservesystems mehrfach an Kunden als Kredit vergeben, hätten Zentralbanken einmal vorhandenes Gold mehrfach verliehen. Das räche sich nun.
Jetzt, wo die Weltfinanzkrise sich weiter verschärfe, seien große Teile der Reserven jetzt nicht mehr verfügbar. Man habe es in Swaps und Leasingabkommen „entsorgt“. Die Chancen es je wieder zu bekommen seien gering. „Das Gold baumelt um den Hals indischer Frauen und füllt die Tresorräume im Mittleren Osten und fließt in größeren Mengen nach Russland und in den Fernen Osten“, so Embry.

Rasanter Anstieg steht bevor
Der Vermögensmanager ist der Meinung, dass der Goldpreis am Scheitelpunkt zu einer parabolischen Aufwärtsbewegung steht, aufgrund der zunehmenden physischen Knappheit des Edelmetalls. „Die Zentralbanken können die Menge, die zum Ausgleich von Angebot und Nachfrage notwendig ist, nicht länger aufbringen und die Minenproduktion stagniert bestenfalls“, erklärt er.

Embrys Empfehlung: Die durch Marktmanipulation erzeugte Goldpreisvolatilität ignorieren und jede Gelegenheit zu nutzen, mehr physisches Gold zu kaufen.


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Gold im Grenzverkehr: Mit Gold durch den Zoll

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Eingetragen von am 9. Aug. 2010. gespeichert unter Gold, Hintergrund. Sie können alle Antworten auf diesen Eintrag verfolgen über RSS 2.0. Kommentar- und Ping-Funktion derzeit deaktiviert

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