Goldpreis profitiert von wachsender Marktunsicherheit. Die Iran-Eskalation treibt Gold kurzfristig an. CoT-Daten zeigen Stabilität.

Marktunsicherheit stützt Goldpreis
Gestützt durch günstige Markttechnik und Kapitalumschichtungen in defensivere Anlageklassen legte der Goldpreis vergangene Woche substanziell zu. Zur Verunsicherung an den Märkten trugen teils starke Kursverluste bei Tech-/KI-Aktien sowie der militärische Aufmarsch der USA vor dem Iran bei.
Goldpreis-Indikationen springen deutlich an: Marktunsicherheit und Nahost-Eskalation treiben kurzfristig, während CoT-Daten an der COMEX Stabilität signalisieren.
Am Freitag ging die Feinunze Gold bei 5.278 USD (CME Spot) aus dem Handel – umgerechnet 4.465 EUR. Damit verteuerte sich das Edelmetall innerhalb einer Woche um 3,3 Prozent (+3,0 % in EUR). Der Abstand zum Rekordhoch verringerte sich auf knapp 6 Prozent (4,5 % in EUR).
Mehr zu den Tagesbewegungen: Goldpreis aktuell – Übersicht und Live-Daten
CoT-Daten: Beruhigung an der COMEX
Ein Blick auf die aktuellen CoT-Daten per 24. Februar 2026 zeigt, dass sich die Positionen der wichtigsten Händlergruppen im US-Gold-Futures-Handel nach dem Verfallstermin zu Wochenbeginn stabilisiert haben.
Bei den Commercials stieg die Netto-Short-Position in der fünften Woche in Folge, zuletzt um 2 Prozent auf 200.806 Kontrakte. Besonders aktiv war einmal mehr das „Smart Money“ (Goldverarbeiter, Goldverwender), die Absicherungspositionen abbauten, mit einem Rückgang der Netto-Short-Position um 7 Prozent.

Dagegen blieb die Netto-Long-Position der Großen Spekulanten wie in der Vorwoche fast unverändert mit 159.177 Kontrakten. Damit befinden sich deren Netto-Käufe weiterhin auf dem niedrigsten Stand seit zwei Jahren.
Dabei sank der Anteil spekulativer Positionen am Open Interest noch einmal leicht auf 47 Prozent und bleibt damit auf dem niedrigsten Wert seit dem 21. Oktober 2025. Zum Vergleich: Der Höchststand lag am 2. Dezember 2025 bei 61 Prozent.

Open Interest
Der Open Interest stieg im Rahmen der CoT-Daten um 3 Prozent auf 420.182 Kontrakte (Dienstag). Bis zum gestrigen Freitag sank die Summe aller offenen Gold-Kontrakte wieder um 1 Prozent auf 416.168 Kontrakte. Von Freitag zu Freitag ergibt sich damit ein Minus von 1,9 Prozent.
Nach dem Verfallstermin am Dienstag kam der Open Interest im Optionshandel um 19 Prozent zurück – eine übliche Entwicklung, weil Optionen im neuen Handelsmonat typischerweise nach und nach aufgebaut werden. Die auf 0,6 gefallene Put/Call-Ratio weist auf einen stärkeren Anstieg der Long-Wetten hin. Den zuletzt kamen auf 100 Put-Optionen 166 Call-Optionen (Vorwoche: 149).
COMEX-Bestände weiter gesunken
Die an der COMEX gelagerten Goldbestände sind weiter gesunken. Per 26. Februar 2026 belief sich die gesamte Lagermenge auf 33,32 Millionen Unzen. Das entspricht einem Rückgang von rund 600.000 Unzen binnen einer Woche (Vorwoche: minus 490.000 Unzen).
Die sofort verfügbaren Bestände der Kategorie „registered“ sanken um 70.000 Unzen auf 17,10 Millionen Unzen (Vorwoche: minus 400.000 Unzen). Ihr Anteil an den Gesamtbeständen stieg leicht auf 51 Prozent (Vorwoche: 50 Prozent).
Physische Gold-Deckung konstant
Die physische Deckung im Gold-Futures-Handel bleibt konstant bei 80 Prozent. Damit bewegt sich der Wert weiterhin im oberen Bereich der historischen Spanne, die in den vergangenen Jahren zwischen rund 30 Prozent und dem Rekordniveau von 98 Prozent lag.
Auslieferungsanträge noch moderat
Für den März-Kontrakt summierten sich die Anträge auf physische Auslieferung in der ersten Handelswoche auf 2.407. Damit stehen aktuell rund 7,5 Tonnen zur Auslieferung an.
Zum Vergleich: Im vergangenen Monat wurden 40.711 Anträge gestellt, damit standen rund 126 Tonnen Gold zur Auslieferung an. Der bisherige Rekord stammt aus dem Februar 2025 mit 76.567 Anträgen (238 Tonnen).
Zur Einordnung: CoT-Daten Gold – Wöchentliche Auswertung
Goldpreis bleibt volatil
Im Wochenverlauf zeigte der Goldpreis einmal mehr erhöhte Volatilität. Der Futures-Kurs (Juni-Kontrakt) hatte am Montag bereits die Marke von 5.300 USD überquert. Im Umfeld der Verfallstermine und im Rahmen eines kurzfristigen Handelsstopps am Mittwoch kam der Goldpreis bis auf 5.160 USD zurück. Am Freitag schloss die Notierung dann auf Wochenhoch.

Ausblick: Geopolitik im Fokus
Steigender Goldpreis bei sinkendem Open Interest ist eigentlich ein Zeichen nachlassender Marktstärke, weil dies auf kurzfristige Gewinnmitnahmen hindeutet. Die Kursentwicklung dürfte weiter von Volatilität geprägt sein, auch angesichts der schwankenden Stimmung an den Aktienmärkten.
Ob der am Samstag gestartete militärische Angriff auf den Iran prägende Auswirkungen auf Gold haben wird, bleibt abzuwarten. Im Derivate-Handel schnellten die Gold-Indikationen zu Beginn des Wochenendes zwar bereits über 5.500 USD. Aber geopolitische Eskalationen führten in der Vergangenheit meist nur kurzfristig zu korrespondierenden Goldpreis-Bewegungen. Anders sieht es womöglich aus, wenn sich aus dem Konflikt direkte wirtschaftliche Folgen ergeben – etwa über eine Blockade der Straße von Hormus und einen stark steigenden Ölpreis.
Mehr dazu: Der Goldpreis in geopolitischen Krisen

