Die US-Marktzinsen ziehen weiter an, weil der Iran-Krieg den Ölpreis hoch hält und damit die Inflationserwartungen antreibt. Für Gold ist das kurzfristig Gegenwind, mittel- und langfristig kann derselbe Zinstrend aber auch Unterstützung liefern.

Geopolitik hält die Märkte unter Spannung
Der Iran-Krieg bleibt im Fokus der Investoren. Dabei droht direkt nach Ostern mit dem Ende des US-Ultimatums eine erneute Eskalation im Nahen Osten.
Im gleichen Zuge steigen die Inflationsewartungen, nachdem sich der Ölpreis (Brent) über 110 USD pro Barrel gefestigt hat.
Die Folge sind erhöhte Volatilität, anhaltende Kapitalumschichtungen an den Aktienmärkten, erhöhte Cash-Nachfrage und eine gedämpfte Kursentwicklung bei Gold und Silber.
In diesem Umfeld sind auch weiter steigende Marktzinsen zu beobachten.
Zinsen steigen – Gold schwächelt. Doch das ist nur die halbe Wahrheit.
Mehr dazu: Geldpolitik & Zinsen und ihr Einfluss auf den Goldpreis
Anleihenrenditen mit Mehrjahreshochs
Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen lag am Dienstag bei 4,382 Prozent. Im Rahmen der wöchentlichen Goldreporter-Analyse entspricht dies dem höchsten Wert seit August 2025. Auch die europäischen Marktzinsen zogen noch einmal an. Italien hat erstmals seit Juli 2024 wieder die 4-Prozent-Marke erreicht.
Bundesanleihen rentierten schon vor einer Woche über 3 Prozent, erstmals seit 2011. Die Rendite ist weiter angestiegen auf 3,09 Prozent.

Warum steigende Zinsen Gold kurzfristig bremsen
Steigende Zinsen gelten traditionell als Belastungsfaktor für Gold. Entscheidend sind dabei vor allem die Realzinsen, also die um Inflation bereinigten Renditen.
Kurzfristig wirkt das Umfeld deshalb eher negativ. Höhere Marktzinsen erhöhen die Attraktivität festverzinslicher Anlagen. Gleichzeitig wächst in volatilen Marktphasen oft der Bedarf an Liquidität. Das kann Kapitalabflüsse aus Gold und Silber begünstigen.
Hinzu kommt: Wenn Aktienmärkte und Rohstoffe stark schwanken, sichern Investoren Positionen oft durch Verkäufe in liquiden Anlageklassen ab. Auch das kann Edelmetalle zwischenzeitlich belasten.

