Gold-Abzug aus New York: 14 Tonnen weniger im Fed-Tresor

Der Fed-Tresor an der Liberty Street meldet erneut eine Abwanderung von Gold. Im Dezember wurden umgerechnet 14,6 Tonnen einer Nation ausgebucht.

Fed-Tresor in New York verliert weiter Gold – 14 Tonnen abgezogen
Der Fed-Tresor an der Liberty Street meldet erneut sinkende Bestände beim „Earmarked Gold“.

Weiteres Gold aus New Yorker Fed-Tresor abgezogen

Die Federal Reserve Bank of New York meldet für Januar 2025 erneut sinkende Goldbestände in ihren Tresoren an der Liberty Street. Damit läuft die Abzugsserie inzwischen seit sechs Monaten. Das dort gelagerte Gold gehört ausländischen Eigentümern, überwiegend Zentralbanken, und ist Teil staatlicher Währungsreserven („Earmarked Gold“).

Sechs Monate Abzug in New York: Aus dem Fed-Tresor wanderten seit August rund 129 Tonnen Gold ab.

Zum Monatsende beziffert die Fed den bilanzierten Wert dieser Bestände auf 7.879 Millionen US-Dollar. Im Dezember waren es noch 7.899 Millionen US-Dollar.

Aktuelle Kurse & Live-Charts: Goldpreis aktuell 

Bilanzierung mit Fixpreis: 42,22 Dollar je Unze

Die Fed bewertet das verwahrte Gold weiterhin mit 42,22 US-Dollar je Feinunze. Dieser Fixpreis stammt aus den frühen 1970er-Jahren und dient ausschließlich bilanztechnischen Zwecken – er hat nichts mit dem aktuellen Marktpreis zu tun.

Auf Basis dieses Ansatzes lagerten im Dezember rechnerisch 186,62 Millionen Unzen Gold in New York. Das entspricht rund 5.804,46 Tonnen. Gegenüber dem Vormonat ergibt sich ein Rückgang um 470.000 Unzen oder etwa 14,6 Tonnen. Seit August 2025 summieren sich die Abgänge damit auf rund 129 Tonnen.




Warum Gold-Abflüsse beobachtet werden

Solche physischen Abgänge wirken sich in der Regel nicht direkt auf den Goldpreis aus. Trotzdem sind sie wichtig: Sie betreffen die Struktur internationaler Reserven, die Liquidität zwischen Zentralbanken und das Vertrauen in bestimmte Lagerorte.

Größere Bewegungen werden häufig als geopolitisch motivierte Umschichtungen gelesen. Kurzfristig zeigen sich mögliche Effekte eher indirekt, etwa über Vertrauen und Marktstimmung. In unsicheren Phasen können solche Signale bestehende Trends verstärken.

Auch währungspolitisch ist das Thema relevant: Wenn das Vertrauen in den Lagerort USA sinkt, kann das den US-Dollar belasten. Zuletzt standen vor allem Zentralbankkäufe in Asien und den Schwellenländern im Fokus – oft im Zusammenhang mit der fortschreitenden Dedollarisierung.

Welche Staaten aktuell die größten Goldreserven halten und wer zuletzt zu- oder verkauft hat, zeigt der Hub Goldreserven weltweit.

Vorgeschichte: erst Anstieg, jetzt wieder Abzug

Die aktuelle Serie ist auch deshalb auffällig, weil die Bestände im New Yorker Fed-Tresor seit März 2023 zunächst wieder gestiegen waren. Davor hatte es bereits über längere Zeit einen Trend gegeben, staatliche Goldreserven aus den USA zurückzuführen.

So transferierten unter anderem Deutschland, Österreich und die Niederlande beträchtliche Mengen Gold aus New York in ihre Heimatländer.

Lesetipp: Goldreporter besuchte den Fed-Tresor 2014 vor Ort. Die Reportage Der Fed-Report (12,95 Euro) erläutert unter anderem, wie Teile der Anlage von Privatpersonen besichtigt werden können.

Was die Daten zeigen – und was offen bleibt

Der monatliche Bericht der New York Fed bezieht sich ausschließlich auf „Earmarked Gold“, also auf Goldbestände ausländischer Eigentümer, die dort verwahrt werden. Die Goldreserven der USA werden getrennt ausgewiesen und lagern nicht in Manhattan.

Wer hinter den jüngsten Abzügen steht, ist nicht ersichtlich. Die Fed nennt grundsätzlich keine Eigentümer. Wenn Namen auftauchen, dann – falls überhaupt – nur über Mitteilungen der jeweiligen Staaten selbst.

Mehr dazu: Goldreserven: Wo Staaten ihr Gold lagern – und warum sie es heimholen

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4 Kommentare

  1. Das sind für mich gute Nachrichten: jede physische Unze die aus der Hand und dem Einfluss der US abwandert, kann nicht genutzt werden um den Markt zu manipulieren. Mal sehn b in Zukunft nach und nach noch mehr Länder ihr Gold abziehen..?

  2. Trotz Kurskapriolen ( politische Börsen haben kurze Beine), kostet das Silberunzerl immer noch über 100 Euro und drr Krügerand 4.650 Euro.
    Schlimmer hat es die Papier Börsianer erwischt, der DAX über 1.000 Punkte runter. Da kommt Freude bei den Anlegern auf, derweil sich die Energiekosten auch noch verdreifachen und die Exporte weiter schrumpfen.
    Und es ist im Bereich des Möglichen, dass dies dem Exportweltmeister das Genick bricht.
    Teures Öl, teures Gas, weniger Export, hohe Zölle, weniger Produktion ist wohl keine sehr gesunde Mischung.
    Ich wäre vorsichtig bei DAX ind Co.

    • @Bastei
      Die größte und mächtigste Industrie, in etwa vergleichbar in Deutschland mit der Automobilindustrie als Zwerg, ist in den USA das Militär. Ich glaube jeder 5. Arbeitsplatz hängt am Militär, das istz eine riesige Binnenwirtschaft. Angefangen vom Bäcker über Wäsche und Reinigung hin zur wartung und Service und Produktion von Kriegsgerät und Waffen. Trump macht ein Riesengeschäft in diesem Konflikt. Er verkauft Waffen, Öl, Gas und Sicherheiten (Geleitschutz, Abwehtrwaffen und ähnliches) gegen gute Dollars.
      From the Halls of Montezuma to the shores of Tripoli …… you find the streets are guarded by United States marine
      https://youtu.be/ZYPkbzza6NY?t=4

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