Gold aktuell am 13. Oktober 2025: Kurs steigt auf 4.065 USD (3.496 EUR). Silber mit Short-Squeeze über 51 USD. US-Börsen feiertagsbedingt teilweise geschlossen.
Der Goldpreis startete am Montag mit deutlichen Gewinnen in den Handel. Um 8:15 Uhr notierte der Spotkurs bei 4.065 USD pro Unze bzw. 3.496 EUR jeweils rund 1 % über Vortag. Seit Jahresbeginn ergibt sich noch ein Plus von 55 % in US-Dollar und 39 % in Euro. Bei Silber ereignet sich offensichtlich einen Short-Squeeze mit 51,40 USD bzw. 44,23 EUR und einem Anstieg um 2,4 PRozent.
Vortag: Am Freitag zeigte der Goldpreis einen volatilen Tagesverlauf, während die Aktienmärkte deutlich nachgaben. Gold ging am Spotmarkt mit 4.017 USD(+1 %) bzw. 3.458 EUR (+0,6 %) ins Wochenende. Das geschah im Umfeld einer neuen Eskalation im Handelskonflikt zwischen den USA und China und Anzeichen von einer Schieflage auf dem Silbermarkt, nachdem am Spotmarkt höhere Preise gezahlt wurden als im Terminhandel.
Heute: Am heutigen Montag haben die Banken und Anleihenmärkte in den USA aufgrund eines Feiertags geschlossen (Columbus Day). An den Aktien- und Futuresmärkten wird dagegen gehandelt.
In Chinas Provinz Hunan wurde laut Behörden ein großes Goldvorkommen entdeckt. Es soll über 1.000 Tonnen umfassen.
Goldfund in China: In der Provinz Hunan haben Prospektoren laut Angaben der Geologischen Behörde ein außergewöhnlich großes Goldvorkommen entdeckt. Unter dem Wangu-Goldfeld könnten demnach mehr als 1.000 Tonnen Gold lagern, wovon rund 300 Tonnen angeblich bereits in oberflächennahen Schichten nachgewiesen wurden. Den Wert beziffern die Geologen mit etwa 600 Milliarden Yuan, umgerechnet rund 83 Milliarden Euro. Fachleute betonen jedoch, dass es sich um frühe Ressourcenschätzungen handelt, die weitere Exploration erfordern. Die jüngsten Artikel greifen zwar die Xinhua-Meldung von 2024 auf, erwähnen jedoch zusätzlich Modellierungen bis 3.000 Meter Tiefe und mögliche weitere Vorkommen in Randzonen.
Goldreporter-Kommentar: Solche Meldungen sorgen regelmäßig für Aufsehen auf dem Goldmarkt. Doch erst detaillierte Untersuchungen zeigen, ob daraus förderbare Reserven entstehen. Für China wäre es ein echter Gold- und Geldsegen. Aber wie heißt es so schön: Nirgendwo wird so viel gelogen wie vor Wahlen, im Krieg und beim Bergbau. Spektakuläres Beispiel der jüngsten Vergangenheit: der angeblich riesige Goldfund in Uganda, von dem man nie wieder was hörte.
Goldpreis und Silberpreis zeigen starke Schwankungen. Markt reagiert nervös auf Handelskrieg. Wir analysieren die jüngsten COMEX-Daten.
Goldpreis und Silberpreis
An den Märkten steigt die Nervosität. Die Volatilität beim Silber- und Goldpreis ist gestiegen und am Freitag sind neben den Aktienindizes auch die Kurse der Kryptowährungen stark gefallen. Wir befinden uns in einer Phase in der viele Anlageklassen Rekordstände erreichten.
Vor allem der steile Silberpreis-Anstieg, der dem dramatischen Kursverlauf im Jahr 1980 ähnelt, ist aufsehenerregend. In solch überhitzten Märkten reicht manchmal ein Funke, um starke Korrekturbewegungen auszulösen. Hinzu kommt, dass der Silber-Spotpreis am Freitag über den Preisen für eine zukünftige Lieferung lag. Dieses als Backwardation bezeichnete Marktverhalten deutet auf Spannungen auf dem amerikanischen Silbermarkt hin – womöglich auf einen Engpass bei physischem Metall.
Silberpreis-Chart 20 Jahre, US-Futures am 10. Oktober 2025: Wie weit kann der Silbermarkt noch eskalieren? Kommt die Korrektur?
Marktunsicherheiten
Am Freitag verstärkte die Meldung um eine erneute Eskalation im Handelskrieg zwischen den USA und China die Verunsicherung an den Märkten. Durch den US-Shutdown werden wichtige Wirtschafts- und Marktdaten aus den USA nicht veröffentlicht. Dazu gehören weiterhin auch die wöchentlichen CoT-Daten mit den Positionen der größten Händlergruppe im Geschäft mit Gold-Futures am US-Terminmarkt. Um die aktuelle Lage auf dem Goldmarkt einzuordnen analysieren wir die verfügbaren Daten des COMEX-Betreibers CME Group.
Daten vom US-Futures-Handel
Verfügbar sind die Zahlen zum Open Interest, also der Summe aller offenen Gold-Kontrakte im US-Futures-Handel. Per Handelsschluss am vergangenen Freitag lag dieser bei 489.848 Kontrakten. Damit sank der Open Interest innerhalb einer Woche um weitere 4,8 Prozent.
Währenddessen stieg der Open Interest im Gold-Optionshandel um weitere 15 Prozent auf 1.028.547 Optionen. Auffällig ist, dass vor allem die Put-Optionen (Wetten auf einen sinkenden Goldpreis) zuletzt stark gestiegen sind.
Gold-Optionen: Open Interest und Put-/Call-Ratio steigen => Goldpreis-Optimismus weiter gesunken.
Dabei nahm das Put/Call-Verhältnis zu 0,849. Das bedeutet, dass auf 100 Put-Optionen zuletzt nur noch 118 Call-Optionen kamen – nach 125 in der Vorwoche. Das heißt, der überwiegende Optimismus im Goldpreis-Optionshandel ist gegenüber der Vorwoche noch einmal zurückgegangen.
COMEX-Goldlager
Werfen wir einen Blick auf die Goldlagerbestände an der COMEX per 10. Oktober 2025. Alle Zahlen sind gerundet. Hier nahm das Inventar gegenüber der Vorwoche um 170.000 Unzen ab auf 39,94 Millionen Unzen (Vorwoche: -170.000 Unzen).
Dabei stiegen die zur sofortigen Auslieferung verfügbaren Gold-Bestände der Kategorie „eligible“ um 270.000 Unzen auf 18,29 Millionen Unzen. Dieses Gold gehört Händlern, nicht den Bullion-Banken. Das bedeutet, es kann jederzeit von Kunden abgezogen werden.
Physische Deckung des COMEX-Goldhandels
Bei einem Open Interest von 489.848 Kontrakten handelten Futures-Trader Ende der vergangenen Woche insgesamt 48,98 Millionen Unzen Gold in Form von Standard-Futures (100 Unzen pro Vertrag). Das heißt, der Gold-Futures-Handel an der COMEX war zu 82 Prozent durch Lagerbestände gedeckt (Vorwoche: 79 Prozent). Der Rekordstand betrug am 10. April 2025 ganze 98 Prozent. Damals hatten Händler Zölle auf Goldimporte befürchtet und tonnenweise Gold in die USA eingeführt. Zum Vergleich: Bei den Silber-Futures war der Handel zuletzt mit 61 Prozent physisch gedeckt.
In den vergangenen Jahren war die physische Deckung des US-Gold-Futures-Handels deutlich geringer – teilweise nur 30 Prozent. Vom Börsenbetreiber wird diese Unterdeckung damit gerechtfertigt, dass nur ein Bruchteil der Futures-Verträge tatsächlich physisch abgewickelt wird. Das heißt, am Ende des Kontraktmonats schließen die Parteien ihre Positionen hauptsächlich per Barausgleich. Diesen Anteil kann man ebenfalls den wöchentlichen Pflichtmitteilungen entnehmen.
Auslieferungsanträge im Oktober
So meldet die Börsenaufsicht CFTC für den laufenden Kontraktmonat mittlerweile 39.249 Anträge auf physische Lieferung von Gold (entspricht rund 122 Tonnen Gold). Im August waren es insgesamt 34.565 Anträge (107 Tonnen). Dagegen liegt der bisherige Rekordmonat im Januar 2025 mit insgesamt 238 Tonnen an abgerufenem Gold (76.567 Anträge).
Goldpreis-Entwicklung
Der Goldpreis in US-Futures-Handel (meistgehandelter = Dezember-Kontrakt) schloss am Freitag mit 4.035,50 US-Dollar pro Unze. Damit ergibt sich gegenüber der Vorwoche ein Kursanstieg von 3 Prozent. Der Abstand zum Spotkurs betrug 19 US-Dollar.
Goldpreis-Chart 06.10 bis 10.01.2025, US-Futures (Dezember-Kontrakt): Einbruch um 2 % am Donnerstag, hohe Volatilität aber Erholung am Freitag.
Silber ging mit 47,52 US-Dollar pro Unze aus dem Futurs-Handel. Dagegen schloss der Spotpreis bei 50,28 US-Dollar. Das heißt, die eingangs beschriebene Backwardation zeigt sich hier mit einem Kursunterschied von 5,5 Prozent.
Ausblick / Vorschau
Am US-Terminmarkt setzt sich der Trend der Vorwoche fort. Der gestiegen Open Interest wird begleitet durch einen abnehmenden Open Interest. Dies kann zweierlei bedeuten:
Vermehrte Glattstellung von Short-Positionen
Gewinnmitnahmen unter Long-Tradern
In beiden Fällen kann das auf eine mögliche Top-Bildung beim Goldpreis hinweisen. Hinzu kommt die weiter steigende Anzahl an Short-Wetten im Gold-Optionshandel.
Am Montag haben die Banken und Anleihenmärkte aufgrund eines Feiertags geschlossen (Columbus Day). An den Aktien- und Futuresmärkten wird dagegen gehandelt. Es könnte aufgrund der eingangs geschilderten Spannungen eine interessante Handelswoche werden.
Handelskrieg USA-China eskaliert: Trump drohte am Freitag mit 100 % Zöllen, China konterte mit Exportkontrollen. Märkte reagierten heftig.
Der Handelskonflikt zwischen den USA und China verschärft sich erneut. Peking verhängte am Freitag neue Exportkontrollen auf seltene Erden, worauf US-Präsident Trump mit der Drohung von 100 % Zöllen ab 1. November reagierte. Zudem kündigte er Exportkontrollen für Software an. Ein geplantes Gipfeltreffen zwischen Trumo und Xi Jinping steht laut Bloomberg auf der Kippe. Die Eskalation belastete die US-Börsen, der S&P 500 erlitt den größten Tagesverlust seit sechs Monaten. Silber- und Goldpreis schwankten stark, schlossen am Freitag aber im Plus. Neue Höchstkurse bei den Edelmetallen wurden aber nicht erreicht.
Goldreporter-Kommentar: Die Finanzmärkte sind zuletzt an vielen Stellen heißgelaufen, womöglich reif für eine Korrektur. Schon der US-Shutdown sorgte für Unruhe und die Aussetzung bedeutender Wirtschaftszahlen trägt zur Verunsicherung bei. Die Nachricht über einen eskalierenden Handelskrieg hat die Nervosität und die Volatilität an den Märkten nun weiter gesteigert. Die kommende Woche dürfte spannend werden. Im besten Fall beruhigt der US-Feiertag am Montag (US-Aktienmärkte zwar geöffnet, aber Banken und Anleihenmärkte geschlossen) die Lage vorübergehend.
Jetzt Gold kaufen? Unsere Freitagsanalyse aus dem Edelmetall-Handel zeigt neue Rekordpreise für Gold und Silber und einen starken Anstieg der Aufgelder.
Goldpreis und Silberpreis weiter gestiegen
Der Goldpreis notierte am Freitagnachmittag etwas unter den jüngsten Rekordständen. Allerings wurden in unserer wöchentlichen Preisanalyse mit Daten aus dem Edelmetall-Handel neue Höchstwerte erreicht.
Um 12:00 Uhr kostete die Feinunze Gold am Spotmarkt 3.996 US-Dollar. Das entsprach 3.452 Euro. Damit stieg der Goldpreis innerhalb einer Woche um 3,5 Prozent (in USD) bzw. 4,9 Prozent (in EUR). Währenddessen verteuerte sich Silber gegenüber der Vorwoche um 5,2 Prozent bzw. 6,9 Prozent auf 50 US-Dollar bzw. 43,30 Euro pro Unze.
Jetzt Gold kaufen oder verkaufen? Die Preise für Goldanlageprodukte erreichten in unserer Freitagsanalyse neue Rekordstände. Das gilt auch für Silbermünzen. Die Aufgelder sind deutlich gestiegen.
Lage im Edelmetall-Handel
Edelmetall-Händler berichten nach der Goldpreis-Sprung über die 4.000-Dollar-Marke und dem neuen Allzeithoch bei Silber über einen wahren Run auf Edelmetalle. Dabei werden jetzt bereits Engpässe bei diversen Münz- und Barrenprodukten gemeldet. Das Problem: Die Prägeanstalten fuhren in den vergangenen beiden Jahren ihre Herstellung deutlich zurück. Auch deshalb, weil ein Großteil der Gold- und Silbernachfrage mit Sekundärware bedient wurde. Nun ist das Aufgeld im Edelmetall-Handel über alle Gattungen deutlich gestiegen.
Dazu betrachten wir die aktuellen Ergebnisse unserer Preiserhebung bei fünf deutschen Anbietern.
Jetzt Gold kaufen oder verkaufen?
Wer am Mittag in Form prägefrischer Krügerrand-Münzen Gold kaufen wollte (aktueller Jahrgang), zahlte gemäß unserer Zahlen durchschnittlich 3.571 Euro – und damit 170 Euro mehr als vor einer Woche. Gleichzeitig ist das ein neuer „Freitags-Rekord“.
Dabei stieg das von uns ermittelte Aufgeld für Krügerrand-Neuware leicht auf 3,44 Prozent (Vorwoche: 3,33 Prozent). Die Abschläge für ältere Jahrgänge sanken in unserer Erhebung auf rund 50 Euro (Vorwoche: 75 Euro).
Auch das Aufgeld für 100-Gramm-Goldbarren stieg deutlicher auf 1,98 Prozent (Vorwoche: 1,81 %). Ein Exemplar kostete am Freitag durchschnittlich 11.320 Euro. Damit waren es 546 Euro mehr als vor einer Woche.
Wie entwickelten sich die Preise für die von uns beobachteten Silber-Produkte? Eine Unze der Anlagemünze Maple Leaf des aktuellen Jahrgangs kostete am Freitag durchschnittlich 59,55 Euro (neuer Rekord). Dabei stieg das Aufgeld für neue Silber-Maples auf 37,5 Prozent (Vorwoche: 31 Prozent). Parallel zeigte sich bei 1-Kilogramm-Silberbarren eine Zunahme der Aufschläge auf durchschnittlich 29 Prozent.
Preise, Aufgeld und Spreads für gängige Goldmünzen und Goldbarren im deutschen Edelmetall-Handel am 10. Oktober 2025 (Durchschnittswerte gemäß Datenerhebung von Goldreporter).
Aufgelder eignen sich als Indikator für physische Nachfrage im deutschsprachigen Handel. Regionale Schwankungen sind üblich.
Tipp zum Weiterlesen: Altersvorsorge mit Gold Wer sich intensiver mit der strategischen Rolle von Gold im Vermögensaufbau beschäftigen möchte, findet im Spezial-Report „Altersvorsorge mit Gold“ fundierte Antworten. Der Report zeigt, wie Gold als langfristiger Vermögensbaustein genutzt werden kann – inklusive steuerlicher Aspekte, Produktvergleichen und Fallbeispielen.Jetzt erhältlich im Goldreporter-Shop
Die neuen Kursrekorde bei Gold und Silber haben zu einem Run auf Münzen und Barren im deutschen Edelmetall-Handel geführt. Händler sprechen von ähnlichen Verhältnissen wie in der Corona-Krise.
Goldpreis schwankt um 4.000 US-Dollar
Der Goldpreis schwankte am Freitag um die Marke von 4.000 US-Dollar pro Unze. Um 12 Uhr kostete die Feinunze Gold am Spotmarkt 3.996 US-Dollar, was 3.452 Euro entsprach. Der Silberpreis notierte bei 50 US-Dollar bzw. 43,30 Euro.
Am Mittwoch hatten Silber- und Goldpreis neue Allzeithochs erreicht, Silber erstmals seit 1980. Gestern kamen die Kurse dann stärker zurück und auch am Vormittag notierten die Kurse unter Vortag. Im Verlauf des Freitags zogen die Edelmetallpreise wieder etwas an.
Großer Kundenandrang im Edelmetall-Handel (Symbolbild) – Die starke Nachfrage nach den Silber- und Goldpreis-Rekorden für zu Angebotsengpässen.
Kundenansturm im Edelmetall-Handel
Derweil melden Händler einen Run auf Gold- und Silberprodukte. Henry Schwarz, Geschäftsführer der GfM GmbH (Anlagegold24) vergleicht die Situation mit der Corona-Krise im Jahr 2020. Damals rissen wegen der Lockdowns weltweit die Lieferketten ab, und es war kaum Ware verfügbar.
„Die Lage am Edelmetallmarkt hat sich dramatisch verändert. Im Moment wird so ziemlich alles an Edelmetallen gekauft, was gerade verfügbar ist. Die Nachfrage hat enorm zugenommen. Teilweise sind Positionen, die am Markt über Monate immer verfügbar waren, jetzt restlos ausverkauft. Das sind derzeit gebrauchte Silberunzen, die mit Differenzbesteuerung verkauft werden können, aber auch gebrauchte Goldunzen wie Krügerrand, Maple Leaf, Philharmoniker. Die Kunden greifen jetzt vielfach zur teureren Neuware“, so Schwarz.
Umsatzexplosion im September
Aber die Geschäfte im Edelmetall-Handel zogen schon vor dem Sprung über der 4.000er-Schwelle an. Das verdeutlichen die Aussagen von Bars Özdemir, Head of Trade bei der SOLIT Management GmbH (GoldSilberShop.de): „Der September war für uns der stärkste Monat in der Unternehmensgeschichte, und das mit deutlichem Abstand. Das bekannte Phänomen, dass Kunden bei steigenden Kursen verstärkt kaufen, zeigt sich erneut sehr deutlich. Im Vergleich zum Vormonat konnten wir eine Umsatzsteigerung von über 140 Prozent verzeichnen. Dieser Trend hält in diesem Monat weiter an, und die Nachfrage steigt und steigt. Grund dafür ist unter anderem die magische 4.000-USD-Grenze“.
Rückverkäufe nehmen zu und Logistik am Limit
Auch die Zahl der Ankäufe sei deutlich gestiegen. „Bei den aktuellen Kursniveaus haben viele Kunden keine Scheu, kurzfristige Gewinne mitzunehmen. Besonders interessant ist, dass wir vermehrt Rückverkäufe von Artikeln erhalten, die erst dieses Jahr bei uns gekauft wurden. Teilweise erkennen wir die Kunden wieder, in anderen Fällen legen sie sogar ihre Originalrechnungen von vor ein paar Monaten dem Versand bei“, so Özdemir. Und er sagt, SOLIT stoße an die logistischen Grenzen. „Unsere Disponenten arbeiten am Limit, und die Auslieferung ist aktuell der Flaschenhals. Systemseitig sind wir gut aufgestellt, aber physisch können wir schlicht nicht so versenden, wie wir uns das wünschen würden. Deshalb bitten wir unsere Kunden um Verständnis, was zum Glück die meisten auch haben und gelassen reagieren.“
Warenverfügbarkeit im Edelmetall-Handel
Wie ist die aktuelle Warenverfügbarkeit? Laut Henry Schwarz sind die Lager der Prägestätten schon so gut wie leer. Im Goldbereich sähe es etwas besser aus.
„Wir gehen davon aus, dass der Kauf von Edelmetallen mit immer längeren Wartezeiten verbunden ist, deswegen stürzten sich Kunden auf das gerade noch Verfügbare, denn wenn die Prägestätten in absehbarer Zeit nicht liefern können, dann nehmen sie auch keine Orders mehr an. Diese Situation hatten wir zuletzt in der Corona-Zeit. Unsere Empfehlung daher an unsere Kunden: lieber heute etwas kaufen, anstatt morgen leer auszugehen.“
Gold aktuell: Der Preis fiel am 10. Oktober 2025 auf 3.970 USD. Die Margin-Erhöhung an der COMEX könnte weitere Gewinnmitnahmen auslösen.
Der Goldpreis startete am Freitag mit Verlusten in den Handel. Um 8:15 Uhr notierte der Spotkurs bei 3.970 US-Dollar pro Unze bzw. 3.432 Euro jeweils rund 0,1 % unter Vortag. Im asiatischen Handel war Gold bereits um 0,8 % gefallen. Seit Jahresbeginn ergibt sich noch ein Plus von 51 % in US-Dollar und 37 % in Euro.
Vortag: Am Donnerstag kam es zu dem von uns erwarteten technischen Rücksetzer. Denn die Goldpreis-Rally war kurzfristig heißgelaufen. Der Kurs kam gestern bis zu 2 Prozent zurück, erholte sich am Abend leicht. Schlusskurs am Spotmarkt: 3.976 USD (-1,6 %) bzw. 3.428 EUR (-1 %). Der Silberpreis kam von seinem Rekordhoch zurück unter die Marke von 50 US-Dollar. Die CME Group gab nun bekannt, dass die Gold- und Silber-Margins im US-Futures-Handel ab Montag angehoben werden. Das kann weitere Gewinnmitnahmen begünstigen.
Heute: Am Nachmittag erscheint das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan und weitere Fed-Mitglieder (Goolsbee, Musalem) melden sich öffentlich zu Wort.
Ab Montag gelten höhere Margins auf der COMEX: Futures-Händler müssen bis zu 9 Prozent höhere Sicherheiten im Gold- und Futures-Handel hinterlegen. Das kann Gewinnmitnahmen begünstigen.
Rücksetzer nach Gold- und Silberpreis-Rekorden
Der Goldpreis ist am Donnerstag deutlicher zurückgekommen. Zeitweise rutschte Gold um 2 Prozent ins Minus. Im späteren Handelsverlauf erholte sich der Kurs leicht. Um 23 Uhr notierte der Goldpreis am europäischen Spotmarkt bei 3.975 US-Dollar und damit 1,6 Prozent unter Vortag. Am Mittwoch markierte Gold ein neues Rekordhoch bei 4.040 US-Dollar.
Der Silberpreis stieg am Donnerstag erstmals über die Marke 50 US-Dollar und am London Bullion Market wurde mit 49,70 US-Dollar die aus dem Jahr 1980 stammende Bestmarke überquert. Am Abend waren es am Spotmarkt noch 49,12 US-Dollar (+1 %). Ist das der Beginn einer stärkeren Konsolidierung oder nur ein kleiner technischer Rücksetzer?
Margin-Erhöhung am Freitag
Der Betreiber der US-Warenterminbörse COMEX, die CME Group, reagiert auf die erhöhte Volatilität und den starken Kursanstieg. Sie kündigt für Freitag nach Börsenschluss eine erneute Margin-Erhöhung an. Erst vor zwei Wochen waren die Sicherheitserfordernisse im Handel mit Gold- und Silber-Futures erhöht worden. Das heißt: Ab Montag müssen Händler noch höhere Rücklagen auf ihrem Brokerkonto nachweisen.
Goldpreis schwächer – ab Montag höhere Margins für Gold- und Silber-Futures – das könnte die Preise belasten.
Wer einen Standard-Gold-Futures-Vertrag à 100 Unzen abschließt oder Kontrakte länger als einen Tag hält, muss künftig 18.000 US-Dollar pro Kontrakt hinterlegen (vorher 17.000 USD). Damit steigen die Margins erneut um rund 6 Prozent.
Auch bei Silber werden die Margins angehoben: Für einen Standard-Kontrakt à 5.000 Unzen sind ab Montag 17.500 US-Dollar (Initial und Maintenance) zu hinterlegen – statt bisher 16.000 US-Dollar (+9 %).
Mögliche Auswirkungen auf den Goldpreis
Alle Händler, die derzeit eine Position halten, müssen Kapital nachschießen. Dies könnte im aktuellen Marktumfeld Gewinnmitnahmen begünstigen und den Goldpreis noch einmal unter Druck bringen. Das Gleiche gilt für Silber, wo die Erhöhung ebenfalls zusätzliche Liquidität erfordert.
Hintergrund
Margins werden typischerweise angehoben, wenn die Volatilität zunimmt oder ein Basiswert stark gestiegen ist. Die Börse will dadurch das Risiko im Futures-Handel abfedern. Investoren müssen daher mehr Liquidität vorhalten, was mitunter zur Auflösung von Verträgen führt, wenn Händler nicht bereit oder nicht in der Lage sind, zusätzliche Mittel einzuschießen.
Dies könnte gerade im aktuellen Umfeld Gewinnmitnahmen forcieren, nachdem die Edelmetallpreise im Jahresverlauf kräftig gestiegen sind.
Die Bank of Ghana hat ihre Goldreserven im September 2025 auf 37,06 Tonnen erhöht – ein Zuwachs von 21 Prozent seit Jahresbeginn.
Die Bank of Ghana hat ihre Goldreserven im September 2025 um eine Tonne auf 37,06 Tonnen ausgebaut. Laut Zentralbankdaten entspricht dies einem Anstieg von 21 Prozent seit Jahresbeginn. Das Land profitierte vom Domestic Gold Purchase Programme, das die Devisenreserven stärken, die Währung stabilisieren und Investorenvertrauen fördern soll. Im August hatte Ghana noch 36,02 Tonnen Gold gehalten. Die Zentralbank betonte, das Programm helfe, die Abhängigkeit von externen Schuldenmärkten zu reduzieren und günstigeres Kapital zu sichern.
Goldreporter-Kommentar: Ghana bleibt eines der aktivsten Länder Afrikas beim Goldaufbau. Das Land gehört auch zu den größten Goldexporteuren und taucht immer wieder prominent in der monatlichen Schweizer Außenhandelsstatisik auf. Der Trend zu mehr staatlichem Gold spiegelt das weltweite Bestreben vieler Zentralbanken wider, sich gegen Dollar-Risiken abzusichern.
Der Silberpreis erreicht erstmals 50 US-Dollar, während Gold über 4.000 US-Dollar bleibt. Die Gold-Silber-Ratio ist auf 79 gesunken.
Silber zieht nach 45 Jahren mit Gold gleich und erreicht erstmals seit 1980 wieder ein Rekordhoch. Dabei überschritt der Silberpreis am Donnerstag erstmals die Marke von 50 US-Dollar pro Unze – mit einem Tagesplus von 3,5 Prozent. Der LBMA-Preis erreichte mit 49,705 US-Dollar einen neuen Höchststand (bisher: 49,45 USD am 18. Januar 1980).
Am Nachmittag um 15 Uhr kostete die Feinunze Silber am Spotmarkt 50,90 US-Dollar. Das entsprach 43,75 Euro. Auf Eurobasis erreichte der Kurs bereits vor einigen Wochen neue Rekorde. Seit Jahresbeginn hat sich Silber um stattliche 76 Prozent verteuert. Die Gold-Silber-Ratio liegt nun bei 79. Ende Juni betrug das Kursverhältnis noch 90:1 (siehe: Gold-Silber-Ratio bei 90:1 – Ist jetzt der Moment für Silber?). Der Goldpreis notierte heute am Spotmarkt bei 4.051 US-Dollar (3.489 Euro). Gold hatte erst Mittwoch neue Rekordstände verzeichnet.
Goldman Sachs hebt ihre Goldpreis-Prognose auf 4.900 US-Dollar bis Ende 2026 an – nur Tage, nachdem man 4.000-Dollar prognostizierte.
Geht die rasante Gold-Rally weiter und weiter? Banken beginnen bereits, ihre Kursziele erneut zu erhöhen. So erwartet Goldman Sachs nun laut Reuters4.900 US-Dollar je Unze bis Dezember 2026. Erst vor einer Woche hatte die Bank im gleichen Zeitraum 4.000 US-Dollar aufgerufen. Nun hat die Realität die Annahmen bereits eingeholt, nachdem Gold mitterweile auf 4.040 US-Dollar angestiegen ist. Als Gründe nennt das Institut weiterhin starke ETF-Zuflüsse im Westen, anhaltende Zentralbankkäufe und erwartete Zinssenkungen der US-Notenbank.
Goldreporter-Kommentar: Wir können uns nur wiederholen: Banken zeichnen den Goldpreis-Trend mit ihren Prognosen fort. Die fundamentalen Faktoren haben sich nicht verändert. Dennoch bleibt die Frage, ob die Gold-Rally kurzfristig in eine korrekturbedüftige spekulative Übertreibung mündet. Gewinnmitnahmen im ETF-Bereich haben sich bereits ereignet.
Pause in der Goldpreis-Rally? SPDR Gold Shares mit 800 Millionen USD an Abflüssen. Gewinnmitnahmen auch beim größten Silber-ETF.
Goldpreis auf Rekord-Rally
Der Goldpreis hat zuletzt an acht von neun zurückliegenden Tagen ein neues Rekordhoch erreicht. Im US-Futures-Handel (Oktober-Kontrakt) schloss Gold am Mittwoch mit 4.036 US-Dollar, was 3.470 Euro entsprach.
Innerhalb einer Woche stieg der Goldpreis um 4,5 Prozent (in USD) bzw. 5,4 Prozent (in EUR). Parallel stieg der Silberpreis im Vorwochenvergleich um 3,0 Prozent auf 48,74 US-Dollar bzw. um 3,9 Prozent auf 41,91 Euro pro Unze – bei neuem Rekordhoch in Euro.
Kurze Pause in der Goldpreis-Rally? GLD-Abflüsse von 800 Mio. USD, auch SLV auf Wochensicht mit Minus.
Milliarden-Zuflüsse beim größten Gold-ETF
Doch im Zuge der starken Rally gab es vergangene Woche Gewinnmitnahmen im ETF-Sektor. Denn der SPDR Gold Shares (GLD) verzeichnete unseren Berechnungen zufolge innerhalb einer Woche einen Netto-Kapitalabfluss von 810 Millionen US-Dollar (Vorwoche: +1,8 Mrd. USD). Am Donnerstag und Freitag zogen Investoren insgesamt 1,4 Milliarden US-Dollar aus diesem größten Gold-ETF ab. Die folgende Grafik zeigt die Netto-Flüsse der vergangenen fünf Handelstage.
Nettokapitalflüsse SPDR Gold Shares (GLD) GLD vom 2. bis 8 Oktober 2025
Die Mittelabflüsse führten innerhalb einer Woche zu einem Rückgang des gemeldeten Goldinventars um 4,3 Tonnen auf Gesamtbestände von 1.014,58 Tonnen (Stand: 8. Oktober 2025). Vergangene Woche hatten die GLD-Goldbestände erstmals seit August 2022 wieder die 1.000-Tonnen-Grenze überschritten.
Hinweis: Pro ausgegebenem Anteilsschein muss der Betreiber dieses ETFs eine Zehntel Unze Gold physisch einlagern. Aber bei der Meldung von Kapitalflüssen und Fondsbeständen gibt es in der Regel eine zeitliche Verzögerung. Denn auf dem Goldmarkt besteht üblicherweise eine Zwei-Tage-Frist, innerhalb derer physische Bestände nach Vertragsabschluss geliefert werden.
Abflüsse auch beim Silber-ETF
Auch der größte Silber-ETF, der iShares Silber Trust (SLV), verzeichnete Bestandsabgänge. Denn das gemeldete SLV-Inventar sank innerhalb einer Woche um 227,22 Tonnen auf 15.415,53 Tonnen. Dabei ergibt sich aus den Fondsberichten ein Netto-Kapitalabfluss von 362 Millionen US-Dollar. Pro ausgegebenem Anteilsschein ist dieser ETF offiziell mit einer Unze Silber physisch gedeckt.
Fonds-Entwicklung seit Jahresbeginn
Die Bestände der beiden großen Edelmetall-ETFs sind auch seit Jahresbeginn deutlich angestiegen. Das Goldinventar des SPDR Gold Shares stieg um rund 142 Tonnen. Dabei flossen netto 15,1 Milliarden US-Dollar an Kapital in den Fonds. Währenddessen stieg die Silberlagermenge des iShares Silber Trust um 1.039 Tonnen bei Nettozuflüssen in Höhe von etwa 1,4 Milliarden US-Dollar.
Gold- und Silberbestände des GLD und SLV per 8. Oktober 2025
Edelmetall-ETFs und Goldpreis
Bullenmärkte bei Silber und Gold werden regelmäßig von deutlich steigenden Beständen in den entsprechenden Edelmetall-ETFs begleitet. Generell gelten die Fondsbestände aber als Nachläufer, denen steigende Edelmetallpreise mit wachsendem Inventar vorausgehen. Dann nämlich, wenn sich vor allem institutionelle Investoren über dieses Instrument („Papiergold“) auf dem Edelmetallmarkt positionieren. In den vergangenen Jahren stieg die Beliebtheit dieser ETFs bei jungen US-Anlegern, die sie zunehmend über Discount-Broker erwerben.
Frankreich steht weiter im politischen Sturm. Präsident Macron will bis Freitag einen neuen Premier ernennen, um Neuwahlen zu vermeiden.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will bis Freitagabend einen neuen Premierminister ernennen und damit vorerst Neuwahlen verhindern. Der scheidende Regierungschef Sébastien Lecornu sprach laut Bloomberg von „Möglichkeiten für einen Kompromiss“ im zersplitterten Parlament. Frankreichs Anleihemärkte reagierten erleichtert, während Macrons Zustimmungswerte auf ein Rekordtief von 14 Prozent fielen. Oppositionsführerin Marine Le Pen kündigte an, jede neue Regierung stürzen zu wollen.
Goldreporter-Kommentar: Politische Stabilität in Frankreich dürfte kurzfristig den Euro stützen, nachdem dieser zuletzt Schwäche zeigte. Damit könnte der Euro-Goldpreis unter Druck geraten und die europäischen Renditen sinken. Die Marktrisiken einer neuen Euroschuldenkrise bleiben dennoch bestehen.
Nach dem Rekordhoch am Mittwoch zeigt sich der Goldpreis am Donnerstagmorgen etwas schwächer. Anleger warten auf Aussagen von Fed-Chef Jerome Powell.
Der Goldpreis startete am Donnerstag zunächst schwächer. Um 8:15 Uhr notierte der Spotkurs bei 4.037 US-Dollar pro Unze bzw. 3.471 Euro jeweils rund 0,1 % unter Vortag. Im asiatischen Handel war Gold bereits um 0,8 % gefallen. Seit Jahresbeginn ergibt sich ein Plus von 54 % in US-Dollar und 38 % in Euro.
Vortag: Am Mittwoch hatte der Goldpreis am Spotmarkt erstmals die Marke von 4.000 US-Dollar passiert und die Gewinne im Laufe des Tages weiter ausgebaut. Mit einem Schlusskurs von 4.040 US-Dollar (+1,4 %) bzw. 3.475 Euro (+1,7 %) wurden neue Rekorde aufgestellt. Technisch ist Gold nun kurzfristig stark überkauft. Auf Euro-Basis ist der RSI mittlerweile auf 91 angestiegen. Die am Mittwochabend veröffentlichten Fed Minutes stützen die Erwartungen an weitere US-Zinssenkungen. Der Euro zeigte zuletzt Schwäche, auch wegen der Frankreich-Krise und schwachen deutschen Konjunkturdaten.
Heute: Mehrere Fed-Mitglieder, darunter Fed-Präsident Jerome Powell, halten am Nachmittag (14:30 h MEZ) Reden auf der Community Bank Conference in Washington D.C. Aufgrund des US-Shutdown gibt es keine wöchentlichen Arbeitsmarktdaten. An den chinesischen Märkten wird nach der „Golden Week“ wieder gehandelt.
Das am Mittwochabend veröffentlichte Fed-Protokoll bestätigt die Zinssenkung im September und zeigt zunehmende Sorgen über den US-Arbeitsmarkt.
Die am Mittwochabend veröffentlichten Minutes der US-Notenbank zeigen, dass die Federal Reserve ihre Zinssenkung Mitte September vor allem mit einem schwächeren Arbeitsmarkt begründet hat. Die Mitglieder des FOMC sahen steigende Risiken für Beschäftigung und Wachstum. Die Leitzinsen wurden um 0,25 Prozentpunkte auf 4,00 bis 4,25 Prozent gesenkt. Die Inflation lag mit 2,7 Prozent leicht über dem Ziel. Weitere Zinsschritte gelten laut Protokoll als möglich – ein grundsätzlich positives Signal für den Goldpreis.
Goldreporter-Kommentar: Das Fed-Protokoll deutet auf eine wachsende Unsicherheit in der US-Notenbank hin. Die Priorität verschiebt sich klar vom Inflationskampf zur Konjunkturstützung – ein Umfeld, das traditionell den Goldpreis begünstigt. Die aktuelle Gold-Rally ist auch eine Reaktion auf die expansive Geldpolitik der vergangenen Jahre.
Der Goldpreis setzt seine dynamische Rekord-Rally fort. Unsere Charttechnik-Analyse zeigt, wie stark das Korrektur-Risiko gestiegen ist.
Goldpreis-Rally wird exponentiell
Der Goldpreis erreichte an den vergangenen Handelstagen erneut neue Bestmarken. Am Dienstag schloss Gold im US-Futures-Handel (Oktober-Kontrakt) mit 3.985 US-Dollar pro Unze. Das entsprach einem Wert von 3.420 Euro.
Damit stieg der Goldpreis innerhalb einer Woche um weitere 3,3 Prozent (in USD) bzw. 4 Prozent (in EUR). Seit Jahresbeginn hat sich Gold in US-Futures-Handel um 52 Prozent (in USD) bzw. 37 Prozent verteuert. Wir analysieren die aktuelle charttechnische Lage per 7. Oktober 2025.
Charttechnik Gold
Der Goldchart verläuft seit Mitte August in einem steilen Aufwärtstrend. Das heißt, innerhalb von nur sechs Wochen hat der Goldpreis rund 20 Prozent zugelegt. Dieser Trend setzte sich zuletzt nach einer kurzen Verschnaufpause auf der Höhe von 3.855 US-Dollar weiter fort. Mit dem starken Kursanstieg hat sich auch das Sentiment weiter verschärft.
Denn mit einem RSI (Relative-Stärke-Index) von 85 (Vochwoche: 80) liegt der Goldpreis klar im überkauften Bereich. Dies ist definitionsgemäß ab Werten von 70 der Fall. In solch ausgeprägten Bullenmärkten, können Werte in diesem Bereich auch längere Zeit bestehen. Doch spätestens bei Werten von 90 folgte in der Vergangenheit regelmäßig eine Kurskonsolidierung.
Goldpreis in US-Dollar, 6 Monate, Basis: US-Futures, Tagesschlusskurse (Continuous Contract*) per 7. Oktober 2025.
Der Abstand zur 200-Tage-Linie ist auf hohe 25 Prozent angestiegen. Zudem liegt der Goldpreis 12 Prozent über dem 50-Tage-Schnitt, was das ausgeprägte bullische Momentum unterstreicht.
Mit einem deutlicheren Rücksetzer muss man beim Bruch des geschilderten Trends rechnen. Dies könnte bei Schlusskursen unter 3.850 US-Dollar der Fall sein. Das heißt auch: Erst ein Rücksetzer von mehr als 3,5 Prozent vom aktuellen Niveau aus würde den laufenden Aufwärtsmechanismus unterbrechen.
Charttechnik Euro-Goldpreis
Auf Euro-Basis verzeichnete der Goldpreis einen noch stärkeren Schub. Hier sehen wir bereits einen fast exponentiellen Kursanstieg. Ein Rücksetzer ist vorprogrammiert. Denn der RSI hat mittlerweile den Wert von 89 angenommen (Vorwoche: 84). Die wichtigste kurzfristige Unterstützung liegt bei 3.290 Euro. Weitere Supports findet man auf der Höhe von 3.220 und 3.180 Euro. Die erste Anlaufstation bei einer größeren Korrektur wäre die 50-Tage-Linie, die aktuell im Bereich von 3.040 Euro zu finden ist.
Goldpreis in Euro, 6 Monate, Basis: US-Futures, Tagesschlusskurse (Continuous Contract*) per 7. Oktober 2025.
Ausblick – Korrektur-Szenario
Die Goldpreis-Rally weist eine ungewöhnlich starke Dynamik auf. Gerade der Euro-Goldchart ist stark überhitzt. Von einem gesunden Anstieg kann keine Rede mehr sein. Mit kleinen Rücksetzern wurde die starke Überhitzung kurzfristig immer wieder abgemildert. Aber die große Gefahr besteht jetzt in einem Überschießen und einem folgenden Abverkauf (Stichwort: Fahnenstange). Spekulative Übertreibungen werden früher oder später korrigiert. „Diesmal ist alles anders“ gilt als einer der teuerste Sprüche im Börsenhandel.
Hinweis Chartanalyse
Die obige Darstellung stellt eine rein spekulative Betrachtung im Hinblick auf die Geldanlage in Gold dar. Dabei gilt wie immer der Hinweis: Die auf Goldreporter.de bereitgestellten Informationen stellen weder eine Anlageberatung noch eine Anlagevermittlung dar.
*kontinuierliche Kursreihe: Die Kursdarstellung auf Basis von „Continuous Contract“ ist ein synthetisch zusammengesetzter Chart, der laufend aus den aufeinanderfolgenden Futures-Kontrakten erstellt wird – typischerweise durch Aneinanderreihung der Frontmonate (nächstfällige Kontrakte). Er stellt also eine kontinuierliche Kursreihe dar, obwohl echte Futures-Kontrakte jeweils ein Verfallsdatum haben. Dabei können frühere Kurse rückwirkend angepasst werden, um Preislücken beim „Roll-over“ zu vermeiden.
China hat seine Goldreserven im September weiter aufgestockt. Wie viel Gold hält die Zentralbank jetzt? Die aktuellen Zahlen im Überblick.
China kauft erneut Gold
Die chinesische Zentralbank hat den elften Monat in Folge wieder Gold gekauft. Allerdings fielen die Zugänge auch im September erneut relativ gering aus. Denn die offiziellen Goldreserven des Landes stiegen im vergangenen Monat lediglich um 20.000 Unzen auf 74,04 Millionen Unzen. Das geht aus dem aktuellen Bericht der State Administration of Foreign Exchange (SAFE) hervor, der am Dienstag veröffentlicht wurde.
China erhöhte im September 2025 seine Goldreserven auf 2.302,9 Tonnen – damit stiegen die Goldbestände des Landes elf Monate in Folge – zuletzt aber nur mit kleinen Käufen.
Das heißt, die gesamten Bestände der People’s Bank of China (PBOC) belaufen sich nun auf umgerechnet 2.302,90 Tonnen – also 0,6 Tonnen mehr als Ende August.
Chinesische Goldreserven
Dabei gab es in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder Phasen, in denen die chinesische Zentralbank über Monate und Jahre hinweg keine Bestandsmeldungen ihrer Gold-Bestände bekannt gab. Aber darauf folgten oft Zeiträume, in denen regelmäßig monatliche Aufstockungen gemeldet wurden.
Denn die PBOC hatte zwischen November 2022 und April 2024 rund 316 Tonnen Gold zugekauft. Dagegen erfolgten im Zeitraum bis Oktober 2024 sechs Monate lang keine Anpassungen der Bestände. Gold der PBOC
Hier eine Übersicht über die Entwicklung der chinesischen Goldreserven innerhalb der vergangenen zwei Jahre (Quelle: SAFE):
Chinesische Goldreserven
Die Tabelle zeigt monatliche Goldzukäufe der chinesischen Zentralbank seit 2022. Datenquelle: SAFE / PBOC.
Monat
Zugang in t
Zugang in Uz
November 2022
32,03
1.030.000
Dezember 2022
30,17
970.000
Gesamt 2022
62,20
2.000.000
Januar 2023
14,93
480.000
Februar 2023
24,88
800.000
März 2023
18,04
580.000
April 2023
8,08
260.000
Mai 2023
16,86
510.000
Juni 2023
21,15
680.000
Juli 2023
23,02
740.000
August 2023
28,93
930.000
September 2023
26,13
840.000
Oktober 2023
23,02
740.000
November 2023
11,82
380.000
Dezember 2023
9,02
290.000
Gesamt 2023
225,98
7.230.000
Januar 2024
9,95
320.000
Februar 2024
12,13
390.000
März 2024
4,97
160.000
April 2024
1,87
60.000
November 2024
4,97
160.000
Dezember 2024
10,26
330.000
Gesamt 2024
44,15
1.420.000
Januar 2025
4,97
160.000
Februar 2025
4,97
160.000
März 2025
2,80
90.000
April 2025
2,17
70.000
Mai 2025
1,90
60.000
Juni 2025
2,15
70.000
Juli 2025
1,90
60.000
August 2025
1,90
60.000
September 2025
1,24
40.000
Oktober 2025
0,90
30.000
November 2025
0,90
30.000
Dezember 2025
0,90
30.000
Gesamt 2025
25,87
860.000
Gesamt seit 2022
358,06
11.510.000
Währungsreserven und Gold-Anteil
Währenddessen stieg der Wert der gesamten chinesischen Währungsreserven gegenüber dem Vormonat um 1,3 Prozent oder 46 Milliarden US-Dollar auf 3.688,94 Milliarden US-Dollar.
Dabei wird der Wert der Goldreserven per Ende September mit 283,29 angegeben. Das sind 29,45 Milliarden US-Dollar oder 11,6 Prozent mehr als im August und ein neuer Rekord. Der Goldpreis stieg vergangenen Monat um 11 Prozent.
Der Goldanteil an den Gesamtreserven beträgt jetzt 7,7 Prozent (Vormonat: 6,9 %).
Dollar-Reserven gefallen
Unterdessen ist der Wert der von China gehaltenen US-Staatspapiere im vergangenen Juli um 25,7 Milliarden US-Dollar gesunken auf 730,7 Milliarden US-Dollar gestiegen. Dies geht aus dem jüngsten Report des US-Finanzministeriums hervor.
Ein Jahr zuvor waren es knapp 46 Milliarden US-Dollar mehr – während China vor fünf Jahren noch US-Staatspapiere im Wert von rund 1,1 Billionen US-Dollar hielt.
Das heißt, China trennte sich in den vergangenen Jahren sukzessive von Dollar-Reserven und erwarb dafür Gold. Die Abnahme oder Zunahme der Dollar-Reserven steht auch im Zusammenhang mit Kapitalflüssen nach oder aus China.
Gold durchbricht die 4.000-Dollar-Marke. Momentum, US-Shutdown, Geopolitik, Frankreich und Zinsenerwartungen treiben die Rally.
Der Goldpreis startete am Mittwoch mit kräftigen Kursgewinnen und durchbrach mühelos die 4.000-Dollar-Schwelle. Um 8:15 Uhr notierte der Spotpreis bei 4.028 US-Dollar bzw. 3.468 Euro pro Unze. Damit lagen die Kurse 1,1 % (in USD) bzw. 1,5 % über Vortag. Seit Jahresbeginn ergibt sich ein Plus von 53 % in US-Dollar und 38 % in Euro.
Vortag: Bereits am Dienstag hatte der Goldpreis mit 3.984 US-Dollar bzw. 3.418 Euro pro Unze weitereRekordhochs erreicht. Gegenüber Vortag stiegen die Notierungen um 0,6 Prozent (in USD) bzw. 1,0 Prozent (in EUR). Schwache US-Daten stärkten die Zinssenkungserwartungen. Hinzu kommen zusätzliche Spannungen im Russland-Konflikt. Außerdem gibt es Sorge um die politische und finanzielle Stabilität in Frankreich, wo die Anleiherenditen gestiegen sind. Technisch ist Gold kurzfristig stark überkauft, insbesondere in Euro.
Heute: Aus Deutschland kommen die Kfz-Zulassungen im September und die Industrieproduktion im August. Am Abend erscheint das Protokoll der Fed-Sitzung vom 16./17. September und mehrere Fed-Mitglieder melden sich zu Wort. Die chinesischen Märkte sind noch bis 8. Oktober 2025 geschlossen (Golden Week).
Goldpreis näherte sich am Dienstag der Marke von 4.000 US-Dollar und überstieg bereits 3.400 Euro. Wenige schwache US-Daten stützen die Zinserwartungen.
Goldpreis nahe 4.000 US-Dollar
Nach dem neuen Rekordhoch am Montag setzte der Goldpreis am Dienstag seine Rally in Richtung der 4.000er-Marke fort. Um 17 Uhr kostete die Feinunze Gold am europäischen Spotmarkt 3.990 US-Dollar. Das entsprach 3.417 Euro.
Aus den USA kommen derzeit aufgrund des US-Shutdowns nur wenige Wirtschaftsdaten. Am Dienstg fielen die Inflationserwartungen der Verbraucher mit 3,4 Prozent höher aus als erwartet. Außerdem verschlechterten sich laut Umfrage der New Yorker Fed die Jobperspektiven in den USA.
Goldpreis am Dienstag nahe 4.000 US-Dollar, begleitet von steigenden Anleiherenditen.
Marktzinsen steigen
Der steigende Goldpreis wird begleitet von anziehenden Anleiherenditen in den USA und Europa. Das deutet auf eine schwache Nachfrage beziehungsweise auf höhere Risikoaufschläge hin. Die Rendite 10-jähriger französischer Anleihen ist am Dienstag weiter angestiegen auf 3,58 Prozent. Frankreich zahlt am Markt nun höhere Zinsen als Italien, die bereits in diesem Jahr ihr Haushaltsdefizit auf die EU-Grenze von 3 Prozent senken wollen. Günstigere Kreditkonditionen sind dabei ein wichtiger Aspekt.
Anleiherenditen in den USA und Europa in der Übersicht per 3. Oktober 2025
Eine weitere US-Zinssenkung Ende Oktober wird laut FedWatch-Tool derzeit mit knapp 95 Prozent gehandelt, eine Dezember-Senkung mit 82 Prozent.
Zusammenhang Gold und Zinsen
Welchen Einfluss haben Marktzinsen auf Gold? Steigende Anleiherenditen wirken oft negativ auf den Goldpreis. Generell lässt sich sagen: Wenn Staatsanleihen mit guter Bonität höhere Zinsen bringen, dann gelten sie bei defensiv ausgerichteten institutionellen Investoren als attraktiver. Dagegen wirkt das zinslose Gold als Anlageform dann in normalen Zeiten für solche Kapitalverwalter weniger lohnenswert. Auf solche Einflüsse reagieren auch automatisierte Handelssysteme.
Aber in Krisenzeiten ist diese Systematik oft ausgesetzt. Dann nämlich, wenn Staaten den Investoren Risikoaufschläge für die Schuldenaufnahme zahlen müssen.
Allerdings sind die Anleiherenditen nur einer von vielen Aspekten, die eine Rolle bei der Entwicklung von Gold-Nachfrage und Goldpreis spielen. Wenn an den Kapitalmärkten sichere Häfen gefragt sind, steigen die Edelmetalle oft, während die Anleiherenditen sinken – also die Anleihekurse steigen.
Laut Fed-Umfrage stiegen im September die kurzfristigen Inflationserwartungen der US-Haushalte erneut, während sich die Jobperspektiven verschlechterten.
Die Federal Reserve Bank of New York meldete, dass US-Haushalte im September höhere kurzfristige Inflationserwartungen äußerten. Die Erwartungen für ein Jahr stiegen von 3,2 auf 3,4 Prozent, jene für fünf Jahre von 2,9 auf 3,0 Prozent. Zugleich verschlechterte sich die Einschätzung des Arbeitsmarkts: Die erwartete Einkommenssteigerung fiel auf 2,4 Prozent – den niedrigsten Wert seit April 2021. Die Wahrscheinlichkeit, den Job zu verlieren, nahm laut Umfrage leicht zu, ebenso die Sorge vor höherer Arbeitslosigkeit insgesamt. Auch die Erwartungen zum künftigen Haushalts- und Schuldenwachstum stiegen.
Goldreporter-Kommentar: Die Meldung liefert nach dem US-Shutdown zumindest einige Anhaltspunkte über die aktuelle Verfassung der US-Wirtschaft. Steigende Inflationserwartungen bei zugleich schwächerem Arbeitsmarkt sind keine guten Nachrichten für die Fed (Stichwort: Stagflation). Für den Goldpreis bleibt dies ein potenziell bullisches Szenario. Der Goldpreis zog am Dienstag weiter an – auf fast 4.000 US-Dollar pro Unze.