Montag,05.Dezember 2022
Anzeige

Gold-Fund aus Uganda eine Riesen-Ente?

Gold, Uganda, Fund, Goldvorkommen
Als hohe Gold-Mineralisierung gilt Erz bereits mit einem Gehalt von wenigen Gramm pro Tonne. Die Gold-Vorkommen in Uganda sollen 10 Kilo pro Tonne enthalten – das ist utopisch (Foto/Symbolbild: Dominique Dumont – Fotolia)

Angeblich wurden in Uganda riesige Gold-Vorkommen entdeckt, die alle bisher geförderten Mengen an Edelmetall in den Schatten stellen sollen.  

Gold-Fund in Uganda

In der vergangenen Woche meldete der Nachrichtendienst Reuters, in Uganda seien riesige Gold-Vorkommen entdeckt worden. Die Rede war von 31 Millionen Tonnen an Golderz, aus dem man sage und schreibe 320.158 Tonnen (!) Feingold extrahieren wolle. Dabei wurde Solomon Muyita zitiert, Sprecher des Ministeriums für Energie und mineralische Entwicklung von Uganda. Zahlreiche deutsche Medien übernahmen die Meldung.

Gold-Markt-Realität

Aber wer sich intensiv mit dem Goldmarkt und Themen des Bergbaus beschäftigt, ahnt, dass an der Story etwas nicht stimmen kann. Zunächst einmal überträfe die genannte Goldmenge das geschätzte Volumen allen jemals in der Menschheitsgeschichte geförderten Goldes. Der World Gold Council beziffert es mit derzeit 187.200 Tonnen.

Außerdem klingt der errechnete Feingold-Gehalt im Erz utopisch. Denn dieser läge nach den Angaben von Herrn Muyita bei einem Prozent oder 10 Kilogramm pro Tonne. Dabei stuft man heutzutage schon Erz mit einem Goldgehalt von mehr als 1,5 Gramm (!) im Tagebau und ab rund 8 bis 10 Gramm im Untertagebau als hohe Mineralisierung ein. Als „Bonanza“ (echter Glücksfund) wird ein Gehalt von 31,1 Gramm (eine Unze) pro Tonne bezeichnet. Im Jahr 2015 sorgte eine Goldader mit 44,1 Gramm pro Tonnen in der Fire Creek Mine in Nevada für ein Raunen unter Goldschürfern.

Zweifel an den Angaben

Ungewöhnlich ist zudem die Tatsache, dass der gemeldete Goldfund so plötzlich in Erscheinung tritt und sich auch noch praktisch auf das gesamte Land erstrecken soll. Denn eine einzige Bohrung mit einem solchen Goldgehalt hätte schon für Aufsehen sorgen müssen.

Was bleibt also? Hat man Tonnen mit Unzen verwechselt? Hat man sich beim Goldgehalt vertan? Eine Anfrage von Goldreporter beim Ministeriumssprecher blieb bislang unbeantwortet. Auch auf der Internetseite des Ministry of Energy & Mineral Development findet man keine Informationen zu diesem potenziellen Jahrtausend-Ereignis. Und auch die  Social Media Accounts der Regierung spiegeln die Nachricht nicht wirklich wider.

Und was jetzt?

Dabei müsste es nach einer Woche Latenzzeit eigentlich auch Recherche-Ergebnisse anderer großer Medien geben. Es sind bislang auch keinerlei Zusatzinformationen verfügbar, wie das Gold entdeckt und nach welchen Standards die angeblichen Ressourcen nachgewiesen wurden.

Letztlich hat auch der Goldpreis nicht auf diese Nachricht reagiert. Denn ein solch gigantischer, wirklich nachgewiesener Fund ließe die weltweite Goldindustrie und die Goldkurse nicht unberührt.

Goldreporter-Ratgeber

Genial einfach, sicher und günstig: Gold vergraben, aber richtig!

Was tun bei Goldverbot oder Goldengpass? Notfallplan für Goldanleger

Abonnieren Sie den kostenlosen Goldreporter-Newsletter und erhalten Sie den Spezial-Report "Vermögenssicherung mit Gold" (PDF) kostenlos! Weitere Informationen?

12 Kommentare

  1. Hatte nicht letztens @Maruti schon vorausgesagt und angemeldet, dass es dringends Zeit für Gerüchte wird, mit dem Inhalt, man habe eine utopische Menge AU ausfindig gemacht? Leicht förderbar, also eigentlich schon im Tressor abholbereit für den werten Interessenten? Ach falsch, man soll ja sofort darauf spekulieren können: Prädikat „eligible“ für alle Papierfreunde?
    Diesesmal hat man es mit der angepassten Wahrheit wohl ganz leicht übertrieben…

  2. Vorstellbar ist in diesen biblischen Zeiten alles. Habe neulich zweimal UFOs gesehen und fotografiert, das erste Mal im Leben, und klar und eindeutig, dabei glaube ich eigentlich gar nicht daran.

    Diese exorbitante Goldexplorationsmeldung allerdings scheint eher eine Finte wider künftige (bald!) goldgedeckte Währungen zu sein. Da sind wohl der Goldrubel und andere Währungen in Planungen (bis hin zu GESARA) und würden den inflationär gedruckten Fiat-Währungen rasch den Gar ausmachen.

  3. @„Experten sprechen von Verdummung

    Bevor sich die ganzen Trolle und Wochenend-Goldsammler nach
    Uganda auf den Weg machen, müssen natürlich noch die ~ 200 t
    Gold der gesunkenen „San Jose“ aus nur 95 m Tiefe gehoben
    werden ( unser Hobby-Taucher @Anaconda macht das locker
    ohne Sauerstoff-Flaschen; ein paar Kilo Blei-Gewichte um die
    Hüftrollen reichen, um das alte Zeugs zu bergen.)

    https://www.dw.com/de/goldschatz-im-meer-neue-bilder-von-galeone-san-josé/a-62059818

    (◌˘◡˘◌). ʕ ͡° ʖ̯ ͡°ʔ ✌

    • @klapperschlange
      Anaconda nimmt natürlich kein Blei als Tariergewicht, sondern pures Gold. Das trägt weniger auf.
      95 Meter ist schon ein Ding. Das ist bereits weit in der taucherischen Todeszone. Was heisst, Mischgas und lange Dekompressionszeiten. Mehr als 15 Minuten da unten und der technische Aufwand steigt gewaltig.
      M.E sinnvoll nur mit Rebreather, will man nicht Unmengen an Flaschen mitnehmen.
      AMV an der Oberfläche 25 Liter ( Atemminutenvolumen).
      In 95 Meter herrscht ein Druck von 10.5 bar ( Autoreifen: 1.8 bar). Man braucht also die 10.5 fache Menge an Luft.
      Bedeutet über 260 Liter Luft pro minute. Bei körperlicher Arbeit ein Vielfaches. Eine Tauchflasche fasst etwa 2.000
      Liter. Da man aber wieder auftauchen und Dekompressionieren muss bedeutet das eine Tauchzeit von durchaus 3-4 Stunden, je nachdem. In Kälte, Finsternis und den Gevatter immer in der Nähe.
      Ich bin sicher, dass anaconda und sein Team ( alleine geht das nicht), wissen, was sie tun.

      • @Maruti

        Na, bitte – da haben wir die technischen Details aus
        berufenem Munde. – da ist also doch noch ein
        größerer Aufwand nötig, um das „gelbe Zeug „
        nach oben zu holen.

        Jetzt warte ich nur noch darauf, daß die NASA von
        einem großen Meteoriten berichtet, der voll gestopft
        mit edlen Metallen Kurs auf Mutter Erde nimmt. Elon
        Musk tankt seine „SpaceX“-Raketen persönlich auf
        und ölt die Roboter-Greifarme persönlich ein, um
        die Metalle auf dem Meteoriten einzusammeln und
        tonnenweise zur Erde zu schicken.
        Jetzt fehlt nur noch die Nachricht in der BILD-Zeitung,
        daß es dem gallischen Physiker und Medizinmann
        „Miraculix“ gelungen ist, Gold im Labor künstlich
        herzustellen.
        Also: verkauft Euer Gold, bevor es nichts mehr wert ist!

        https://www.youtube.com/watch?v=A0bBSCpVZNI

        • Ich will ja kein Spielverderber sein, aber in dem oben verlinkten Bericht ist von 950 Metern Tiefe zum Schiffchen die Rede. Wahrscheinlich nüschts mit Tauchen, sondern „High-Tech-Ausrüstung … ferngesteuerte Tauchroboter“. Kostenpunkt der Bergung „61 Millionen Euro“ ohne Flatulenzen … Inflation

          • @dummkopf^2
            Richtig
            950 Meter ist mit Tauchern nicht zu machen.
            Da braucht es Tauchroboter oder ein bemanntes Tauchboot.
            Die max Tauchtiefe eines Menschen wurde vor zig Jahren schon erreicht. Ich glaube Hans Keller war es. Unter realen Bedingungen und nicht im Drucksimulator. 330 Meter, für 1 Minute. Dann musste das Ganze wegen unbeherrschbarem Heliumzittern abgebrochen werden.
            Danach wurden noch 334 Meter erreicht, aber der Rekordversuch war fraglich.
            Jeder Meter über 300 kommt einer Expedition gleich.Vielleicht schafft noch einer 335 Meter, bevor man sagt, nun ist Schluss mit den Selbstmord Kandidaten.

    • @Klapperschlange
      Also ich lese in Ihrem verlinkten Artikel von 950m Tiefe. Der kleine Unterschied von 850 m ist eventl. auch der Grund, warum das Zeug noch nicht geborgen wurde. Da hier nichts von Ladelisten berichtet wird, weiß man unter Umständen nicht, wie die Ladung sich tatsächlich zusammensetzte. Grundsätzlich ist es eine Sage, bei der spanischen Transportflotte von einer Goldflotte zu sprechen. Es war bereits zu Zeiten der Armada immer eine Silberflotte mit Gold und Edelsteinanteil. Das wäre schon einmal ein Unterschied von einigen Milliarden. Und bei einem Rechtsstreit über Eigentumsrechte zwischen dem Bergungsunternehmen und dem beanspruchenden Staat (wie z.B: bei dem Schatz von Keiser auf Juan-Fernández), , muss das kein Schnäppchen sein. Sofern das nicht fein geschliffene Ironie war, von mir wieder nicht erkannt , werden die Schatzsucher wohl keine 200 Tonnen Gold finden. Gönnen würde ich es ihnen allemal.

      • @Goldhase / Dummkopf^2

        Ja, sorry – das stimmt: es sind wohl eher 950 m.

        Anscheinend sind in meiner Tastatur die „Nullen“ ausgegangen, weil
        ich bei meinen Kommentaren zu den „Repo-Parksummen“ schon
        zu viele „0“ aufgebraucht habe.
        ‎【≽ܫ≼】

  4. Immer wenn es mit Gold aufwärts geht kommen die Goldfunde…Dem Heizer vom polnischen Goldzug stehen auch schon die Schweissperlen auf der Stirn und der Lokführer scharrt mir den Füssen.Man kann alle Menschen eine gewisse Zeit belügen aber niemals alle Menschen auf Dauer…

  5. Fake News sind inzwisschen allumfassend nicht nur nicht nur in der Politik verbreitet,die Witschaft ist seit Jahren genau so betroffen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie Ihren Namen ein

Anzeige

Letzte Beiträge

 

Unsere Spezialreports und Ratgeber sind erhältlich im Goldreporter-Shop!

Anzeige