Der Goldpreis notierte am Dienstmorgen unverändert gegenüber Vortag. Am Nachmittag erscheinen neue US-Inflationsdaten.
Der Goldpreis gab am Montag um 1,7 % auf 3.341 US-Dollar nach (2.877 Euro = -1,5 %). Eine steigende Risikofreude an den Märkten wirkte sich zuletzt zugunsten der Aktienmärkte aus und wirkt als Belastung für Gold. US-Präsident Donald Trump erklärte am Montag, dass Goldimporte zollfrei bleiben.
Am Dienstagmorgen um 9:30 Uhr kostete die Feinunze Gold am europäischen Spotmarkt mit 3.345 US-Dollar (2.879 Euro). Damit notierte der Goldpreis knapp über dem Vortagsniveau. Am Nachmittag um 14:30 Uhr wird in den USA die Inflationsrate für den Monat Juli bekanntgegeben. Alle Blicke richten sich nun darauf.
Die Perth Mint verzeichnet im Juli deutlich schwächere Gold- und Silberverkäufe. Hoher Goldpreis federt Erlösrückgang ab.
Gold-Absatz der Perth Mint
Die Perth Mint meldet für den Monat Juli einen erneuten Rückgang beim Gold-Absatz. So lieferte die australische Prägeanstalt im vergangenen Monat 21.891 Unzen Gold in Form von Münzen und Barren. Damit sanken die Verkäufe gegenüber dem Vormonat um ein Drittel und im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 14 Prozent. Währenddessen liegen die Siebenmonatszahlen mit 210.938 Unzen immerhin noch 9 Prozent über dem Vorjahr.
Goldbarren der Perth Mint. Die australische Prägeanstalt verkaufte im Juli deutlich weniger Gold- und Silbermünzen als im Vormonat.
Bewertet man den Goldabsatz mit dem Durchschnittspreis des Juli auf Basis des Londoner Referenzkurses (3.338 US-Dollar pro Unze), dann kommt man auf einen Erlös von 73 Millionen US-Dollar. Dieser Wert liegt 33 Prozent über dem des Vormonats, aber 20 Prozent über Vorjahr. Denn immerhin ist der Goldpreis innerhalb eines Jahres um 39 Prozent gestiegen.
Silber-Absatz
Auch der Silberabsatz ist rückläufig. So meldet die Perth Mint für Juli den Verkauf von 452.132 Unzen Anlagesilber. Damit war das Silbergeschäft gegenüber Vormonat um 3 Prozent zurückläufig und sank gegenüber dem Vorjahresmonat sogar um 52 Prozent. Im Zeitraum von Januar bis Juli ergibt sich mit 3.747.409 Unzen ein Rückgang um 32 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Monatlicher Gold- und Silber-Absatz der Perth Mint in Unzen seit Juli 2022: Es zeigt sich ein dramatischer Rückgang seit den Höchstwerten von 2022. Allerdings stieg der Goldpreis innerhalb eines Jahres um fast 40 Prozent und Silber verteuerte sich um 28 Prozent (Quelle: Perthmint).
Auch hier setzen wir den Absatz ins Verhältnis zur Kursentwicklung. So lag der Durchschnittspreis für eine Feinunze Silber im vergangenen Juli bei 37,67 US-Dollar pro Unze – ein Anstieg um 28 Prozent gegenüber Vorjahr. Daraus ergibt sich auf Basis des reinen Metallwerts ein Erlös von 17 Millionen US-Dollar. Damit liegt dieser Betrag 36 Prozent unter dem Vorjahr und 2 Prozent über dem Vormonat.
Edelmetall aus Australien
Neil Vance, General Manager Minted Products bei The Perth Mint, erklärt in einem Statement, dass der Rückgang der Nachfrage erwartet worden sei. „Die Goldverkäufe im Juli waren zwar im Vergleich zu den Vormonaten schwächer, dies entspricht jedoch den typischen saisonalen Mustern, insbesondere da die Handelsaktivitäten in der nördlichen Hemisphäre im Sommer zurückgehen“.
Die Perth Mint ist Hersteller zahlreicher bekannter und beliebter Anlageprodukte in Gold, Silber und Platin. Dazu gehören unter anderem Münzen wie Känguru, Koala und Kookaburra, zahlreiche weitere Anlageprodukte, meist mit Motiven aus dem australischen Tierreich sowie die Lunar-Serie mit jährlich wechselnden Motiven des chinesischen Mondkalenders.
Die im US-Handel mit Gold-Futures tätigen Banken verkaufen derzeit Rekordpositionen an Gold auf Termin. Was bedeutet das für den Goldpreis?
Goldpreis-Entwicklung
Der Goldpreis verzeichnete im vergangenen Monat auf Basis des LBMA-Kurses mit 3.298,85 US-Dollar pro Unze einen Anstieg um 0,4 Prozent. Im Monatsdurchschnitt wurden 3.338 US-Dollar erreicht. Seit Jahresbeginn hat sich Gold Ende Juli um 26 Prozent verteuert. Die Londoner Bestmarke steht weiter bei 3.391,45 US-Dollar (2.988 Euro) vom 6. Mai 2025.
Banken verkaufen Gold am US-Terminmarkt mit Rekord-Positionen. Der Goldpreis droht, seit Wochen über das Rekordhoch auszubrechen – das ist nicht im Interesse dieser Finanzinstitute. Ist der Goldpreis in Gefahr? Oder die Banken?
Gold-Futures-Handel in den USA
Am vergangenen Freitag haben wir im Zuge des Zoll-Chaos aus den USA festgestellt, dass mit der Furcht vor hohen Beschaffungskosten eine große Anzahl an Short-Positionen glattgestellt wurde. Das befeuerte kurzzeitig der Goldpreis an der COMEX. Dazu dürften auch Banken auf dem Goldmarkt gehört haben, denn diese spielen derzeit auf der Short-Seite eine ausgesprochen dominante Rolle. Dazu werfen wir einen Blick auf den jüngsten Bank Particpiation Report der US-Aufsichtsbehörde CFTC.
Er zeigt die Positionen der im US-Gold-Futures-Handel involvierten Banken – unterschieden in US-Banken und Nicht-US-Banken. Die aktuellen Zahlen zeigen die Lage vom 5. August 2025, also vom vergangenem Dienstag.
Und diese Daten zeigen, dass es im amerikanischen Gold-Futures-Handel eine beispiellose Konzentration der Banken auf der Short-Seite gibt. Wir analysieren die Daten im Einzelnen.
Die Netto-Short-Position der Banken im US-Gold-Futures-Handel befindet sich auf Rekordhoch – der Goldpreis steht kurz davor. Auch die Konzentration des Bankensektors auf der Verkaufsseite erreichte einen Extremwert.
Banken bei Gold massiv short-positioniert
Gegenüber dem Vormonat stieg die Netto-Short-Position der (fünf nicht namentlich genannten) US-Banken auf dem US-Goldmarkt um 5 Prozent auf 103.093 Kontrakte. Dies entspricht einer Verkaufsposition von umgerechnet 320 Tonnen Gold – dem höchsten Wert seit Februar.
Doch richtig explodiert sind die Netto-Verkäufe der Nicht-US-Banken. Denn diese nahmen gegenüber Vormonat um 28 Prozent zu auf 149.283 Kontrakte (464 Tonnen). Dabei handelt es sich um einen neuen Rekordwert – zumindest seit Goldreporter die Daten analysiert (seit 09/2008). Damit erreichte auch die Netto-Short-Position aller 33 Banken mit 247.569 Kontrakten (770 Tonnen) ein Rekordhoch.
Und die Extremwerte gehen noch weiter. Denn interessant ist auch, dass die gesamten Short-Positionen aller Banken Anfang August einen rechnerischen Anteil am gesamten Open Interest von 60,9 Prozent hatten. Der Rekord lag bislang bei 54,6 Prozent vom vergangenen Juni.
Extreme Marktkonzentration: Der Anteil der von Banken gehaltenen Short-Positionen am Open Interest im amerikanischen Gold-Futures-Handel ist Anfang August auf den Rekordwert von 60 Prozent gestiegen.
Banken, Goldmarkt und Goldpreis
Zwar lassen sich aus den Veränderungen der Bankenpositionen keine unmittelbaren Schlüsse auf Ursachen und Wirkungen für den Goldpreis ableiten. Banken agieren als Market Maker, handeln Gold aber auch auf eigene Rechnung.
In der Vergangenheit bauten die Banken bei steigendem Goldpreis regelmäßig parallel zu den Long-Positionen der Spekulanten ihre Netto-Short-Position auf, während sie bei fallenden Kursen Terminverkäufe glattstellten.
Mit dem Abbau ihrer Short-Positionen reduzieren die Banken auch finanzielle Risiken im Zusammenhang mit einem stark steigenden Goldpreis. Aktuell besteht im amerikanischen Bankensektor daher ein deutliches Interesse an einer Gold-Korrektur.
Nach dem Zoll-Schock vom Freitag setzt sich der Goldpreis-Rrückgang fort. Aber der Abstand zum Rekordhoch bleibt gering.
Der Goldpreis startet schwächer in die Woche. Um 9:00 Uhr lag der Spotpreis in Europa bei 3.368 USD (2.884 EUR) – ein Minus von 1 % in USD und 1,2 % in EUR. Der Abstand zum Rekordhoch vom 6. Mai 2025 beträgt 1,8 % (USD) bzw. 4,4 % (EUR). Der Zoll-Schock vom Freitag hatte die Kurse kurzfristig auseinandergetrieben. Nach einer Klarstellung der US-Regierung normalisierte sich der Markt, bleibt aber in einer Seitwärtsphase auf hohem Niveau. Die jüngsten Daten vom Gold-Futures-Handel deuten darauf hin, dass Händler am Freitag erhebliche Short-Positionen eindeckten.
Mögliche US-Gold-Zölle durchwirbelten am Freitag Goldmarkt und Goldpreis. Das Kommunikations-Chaos erschütterte auch den Handel mit Gold-Futures.
Chaos auf dem Goldmarkt
Ein unerwarteter Zollbeschluss in den USA hat den Goldmarkt zum Wochenausgang kräftig durchgerüttelt. Die US-Zollbehörde stufte 1-Kilo- und 100-Unzen-Goldbarren neu ein, was Importe potenziell zollpflichtig gemacht hätte. Die London Bullion Market Association (LBMA) sah darin einen klaren Widerspruch zu früheren Regierungsplänen und suchte sofort Klärung. Händler warnten vor Störungen im US-Terminhandel, und der Preisabstand zwischen London und New York sprang zeitweise auf über 100 US-Dollar. Doch am späten Freitagabend stellte die US-Regierung klar: Goldimporte sollen zollfrei bleiben – die Lage beruhigte sich etwas.
Am Freitag kam es am Goldmarkt zu heftigen Bewegungen. Händler stellen Short-Positionen glatt, der Goldpreis sprang an der COMEX deutlich an, fiel aber in Europa.
CoT-Daten
Die Auswirkungen dieses Verordnungschaos sind auch an den jüngsten Zahlen vom US-Terminmarkt abzulesen – insbesondere am Freitag. Zunächst einmal analysieren wir die aktuellen CoT-Daten („Commitments of Traders“-Report) mit den Positionen der größten Händlergruppen im Geschäft mit Gold-Futures per 5. August 2025.
Dabei stieg die Netto-Short-Position der „Commercials“ gegenüber der Vorwoche um 4 Prozent auf 270.146 Kontrakte. Auf der Gegenseite nahm die Netto-Long-Position der „Großen Spekulanten“ um 5 Prozent zu auf 237.050 Kontrakte.
Short-Seller stellen Gold-Positionen glatt
Der Open Interest, also die Summe aller offenen Gold-Kontrakte an der COMEX, war in der Vorwoche stark eingebrochen (Goldpreis kurz vor Rally – doch wer kauft eigentlich?).
Am vergangenen Dienstag lag er wieder ein Prozent höher bei 449.647 Kontrakten. Doch bis zum Freitag ereignete sich hier ein starker Rückgang des Open Interest um 9 Prozent auf 408.142 Kontrakte. Das war laut unserer Recherche der niedrigste Wert seit dem 16. Februar 2024. Das heißt, es wurde am Freitag eine große Anzahl von Gold-Futures-Kontrakten eingedeckt. Angesichts der Goldpreis-Aussichten bei möglichen Zöllen auf europäisches Gold haben sich vor allem Short-Seller aus ihren künftigen Lieferverpflichtungen gelöst. Dieser kleine Short-Squeeze ließ den Goldpreis in New York deutlich ansteigen, während der Kurs in Europa sank. Im Vorwochenvergleich (Freitag bis Freitag) sank der Open Interest um 9 Prozent.
Gold-Optionshandel
Im Handel mit Gold-Optionen stieg der Open Interest gegenüber der Vorwoche um 5,5 Prozent auf 768.785 Optionen. Dabei stieg das Put/Call-Verhältnis auf 0,603. Das bedeutet, dass auf 100 Put-Optionen zuletzt 166 Call-Optionen kamen – nach 173 in der Vorwoche. Das heißt, der überwiegende Goldpreis-Optimismus in diesem Handelssegment ist gegenüber der Vorwoche gesunken.
Goldpreis-Entwicklung
Der Blick auf den Wochenchart im US-Gold-Futures-Handel veranschaulicht das Chaos kurz vor dem Wochenende. Während der Goldpreis im Wochenverlauf unter den bekannten Schwankungen nach oben tendierte, kam der Kurssprung am Freitag nach Bekanntwerden der Zollmeldung. Innerhalb kurzer Zeit ging es um knapp 60 US-Dollar nach oben auf 3.485 US-Dollar pro Unze (meistgehandelter Kontrakt = Oktober). Nach einem unruhigen Auf und Ab fiel der Goldpreis dann am Freitagabend wieder auf das Ausbruchsniveau zurück. Schlusskurs: 3.429 US-Dollar. Das entsprach zu diesem Zeitpunkt 2.947 Euro. Damit betrug der Abstand zu den Rekordkursen im April/Mai bei nur noch 0,2 Prozent (in USD) bzw. 1,7 Prozent (in EUR).
Goldpreis in US-Dollar, US-Futures (Oktober-Kontrakt), elektronischer Handel, Wochenchart vom 4. August bis 8. August 2025 (Quelle: CME Group).
COMEX-Goldlager
Werfen wir einen Blick auf die Goldlagerbestände an der COMEX per 8. August 2025. Hier nahm das Inventar gegenüber Vorwoche um 130.000 Unzen ab auf 38,58 Millionen Unzen (Vorwoche: +950.000 Unzen).
Dabei sanken die zur sofortigen Auslieferung an Kunden verfügbaren Gold-Bestände der Kategorie „eligible“ um 380.000 Unzen auf 17,17 Millionen Unzen. Alle Zahlen sind gerundet. Dieses Gold gehört Händlern – nicht den Bullionbanken. Das bedeutet, es kann jederzeit von Kunden abgezogen werden.
Physische Deckung des COMEX-Goldhandels
Bei einem Open Interest von 408.142 Kontrakten handelten Futures-Trader Ende der vergangenen Handelswoche insgesamt 40.814.200 Unzen Gold in Form von Standard-Futures (100 Unzen pro Vertrag). Das heißt, der Gold-Futures-Handel an der COMEX war zuletzt wieder mit hohen 94 Prozent durch Lagerbestände gedeckt (Vorwoche: 88 Prozent). Der Rekordstand betrug am 10. April 2025 ganze 98 Prozent. Damals hatten Händler Zölle auf Goldimporte befürchtet und tonnenweise Gold in die USA eingeführt.
In den vergangenen Jahren war die physische Deckung des US-Gold-Futures-Handels deutlich geringer – teilweise nur 30 Prozent. Vom Börsenbetreiber wird diese Unterdeckung damit gerechtfertigt, dass nur ein Bruchteil der Futures-Verträge tatsächlich physisch abgewickelt wird. Das heißt, am Ende des Kontraktmonats schließen die Parteien ihre Positionen hauptsächlich per Barausgleich. Diesen Anteil kann man ebenfalls einer wöchentlichen Pflichtmitteilung entnehmen.
Auslieferungsanträge
So meldet die Börsenaufsicht CFTC für den laufenden Kontraktmonat August nun 26.615 Anträge auf physische Auslieferung von Gold. Das entspricht einer Menge von etwa 83 Tonnen. Innerhalb einer Woche kamen 6.489 „Delivery Notices“ hinzu. Im Juli waren es lediglich 12.010 Anträge (37 Tonnen). Der bisherige Rekordmonat war der Januar 2025 mit insgesamt 238 Tonnen Gold an abgerufenem Gold (76.567 Anträge).
Goldpreis-Ausblick
Sollte sich die angekündigten Gold-Zölle tatsächlich als böses Missverständnis herausstellen, dann wird dies für kurzfristige Entspannung auf dem Goldmarkt führen. Ob das höhere oder niedrigere Kurse bedeutet, kann man nur schwer vorhersehen. Letztlich wird das zu einer Normalisierung der Lage führen. Das könnte bedeuten, dass der Goldpreis erst einmal sinkt und sich die Seitwärtsbewegung bei Gold fortsetzt – solange bis ein echter Impuls einen klaren Trend für die nächsten Wochen und Monate setzt.
Der Goldpreis in China lag vergangene Woche 34 US-Dollar über dem europäischen Spotkurs. Was bedeutet das für den Goldmarkt?
Goldpreis in China
Welche Impulse gingen zuletzt von China aus? Wir betrachten die Goldpreis-Entwicklung an der Shanghai Gold Exchange (SGE) und vergleichen sie mit dem europäischen Spotmarkt.
Zuletzt notierte Gold laut unserer Analyse 34 US-Dollar über dem Marktpreis in Europa (Spotkurs). In der Vorwoche hatte der Aufschlag 31 US-Dollar pro Unze betragen.
Messzeit: Do. 14:30 h Shanghai / 08:30 h MEZ Aufschlag China → Europa (Spotkurs): 34 USD/Unze (Vorwoche: 31 USD; Δ: +3 USD)
Goldpreis in China am 07.08.2025: SGE mit Aufschlag von 34 US-Dollar je Unze gegenüber dem europäischen Spotkurs.Damit wird der Goldpreis an der Shanghai Gold Exchange in der sechsundzwanzigsten Woche in Folge über dem internationalen Kurs gehandelt.
Markt / Kennzahl
Aktuell
Vorwoche
Δ Woche
SGE Fix (CNY/Gramm)
781,41
766,68
+1,90 %
SGE (USD/Gramm)
109,76
107,17
+2,4 %
SGE (USD/oz)
3.414
3.333
+81 USD
Spot international (USD/oz)
3.380
3.302
+2,4 %
Aufschlag SGE → Spot (USD/oz)
+34
+31
+3
Einordnung
Kurz: Je höher der Aufschlag, desto stärker ist Chinas zeitnaher Einfluss auf den internationalen Goldpreis.
Der aktuelle Aufschlag beim Goldpreis in China deutet auf eine robuste Inlandnachfrage und/oder eingeschränkte Importe hin. Hinweis: Mit hohen Aufschlägen in China steigen die internationalen Arbitragegeschäfte. Das heißt, Gold wird im Westen gekauft, um das Edelmetall zu einem höheren Preis in China zu verkaufen. Das hat in der Regel positiven Einfluss auf den internationalen Goldpreis.
Aktuell bewegt sich der Aufschlag mit 34 US-Dollar im moderaten Bereich. Dagegen lagen die Spreads in den Hochphasen 2024 und im April 2025 zeitweise bei bis zu 90 US-Dollar.
Die Methodik: SGE-Preis in CNY/Gramm zum Zeitpunkt 07.08.25 Mittagspreis; Umrechnung über 7,119 CNY/USD. Vergleich mit zeitgleichem Spotpreis in Europa (FOREX). Alle Angaben ohne Gewähr.
Gold kann man nicht essen – aber es hilft durch jede Krise. Was das Edelmetall im Ernstfall wirklich leisten kann, zeigt dieser Artikel.
Gold in der Krise
Gold gilt als Wertspeicher für den Ernstfall. Doch Kritiker werfen ein: „Man kann Gold nicht essen.“ Der Satz ist weit verbreitet – und dennoch ein Trugschluss, wenn man sich reale Krisen der Geschichte ansieht. Denn von Bargeld, Aktien oder digitalen Werten wie Bitcoin wird man in extremen Situationen auch nicht satt. Wer dagegen Gold oder Silber besitzt, hat oft bessere Chancen, sich nach einem Zusammenbruch neu zu orientieren und sogar Wohlstand wieder aufzubauen.
Gold als Krisenwährung: Gold und Silber inmitten von Überlebensausrüstung – ein Sinnbild für Wertbeständigkeit in Zeiten wirtschaftlicher oder gesellschaftlicher Umbrüche.
Gold und Silber inmitten von Überlebensausrüstung – ein Sinnbild für Wertbeständigkeit in Zeiten wirtschaftlicher oder gesellschaftlicher Umbrüche.
Gold rettet Vermögen – auch durch den totalen Zusammenbruch
In zahlreichen historischen Krisen war Gold nicht nur eine Absicherung, sondern eine existenzielle Rettungsleine:
Nach dem Zweiten Weltkrieg sicherten Goldmünzen und Schmuck die Flucht, Versorgung oder den Wiederaufbau.
Währungsreformen, wie 1948 in Deutschland, entwerteten Bargeld – Gold blieb wertvoll.
In Ländern mit Hyperinflation, wie Simbabwe oder Venezuela, konnten Menschen mit Gold noch einkaufen, als Papiergeld bedeutungslos wurde.
Goldmünzen in Flieger-Notfallausrüstung
Besonders aufschlussreich ist ein oft übersehener Fakt:
US-Piloten führten im Zweiten Weltkrieg Goldmünzen in ihren Fluchtkits mit – zur Bestechung oder als Tauschmittel in Feindesland.
US-amerikanische Kampfpiloten führten im Zweiten Weltkrieg Goldmünzen mit sich, um sich bei einem Absturz hinter feindlichen Linien freikaufen oder Lebensmittel ertauschen zu können. Diese Diese Flucht- und Überlebensausrüstungen („Escape and Evasion Kits“) enthielten häufig britische Gold-Sovereigns oder französische Goldfrancs und waren fester Bestandteil der Notfallausstattung von Navy- und Air-Force-Einheiten.
Die Praxis zeigt: Gold ist mobil, unabhängig und weltweit anerkannt – auch ohne funktionierende Institutionen.
Gold in der Krise – Was wird wirklich zum Tauschmittel?
In der unmittelbaren Überlebensphase zählen vor allem praktische Güter:
Lebensmittel, Wasser, Medikamente
Benzin, Kleidung, Hygieneartikel
In Kriegen: Zigaretten, Alkohol
Doch diese Güter sind verderblich oder endlich. Wer die erste Phase überlebt, braucht etwas von dauerhaftem Wert, das später beim Wiederaufbau hilft – etwa Gold oder Silbermünzen, die weltweit bekannt, begrenzt und wertstabil sind.
Silber: Das kleine Tauschmetall mit großer Wirkung
Silber ist gerade in Krisenszenarien eine praktischere Einheit als Gold:
Geringerer Wert je Einheit – ideal für kleinere Alltagsgeschäfte
Ebenfalls bekannt, knapp und anerkannt
Auch für Einsteiger erschwinglich
Wer sich auf Krisen vorbereiten will, fährt oft gut mit einem Mischbestand aus Gold (für große Reserven) und Silber (für potenzielle Alltagsgeschäfte).
Der Satz „Gold kann man nicht essen“ – und warum er ins Leere läuft
Kritiker behaupten: Man könne sich im Ernstfall von Gold nichts kaufen. Aber: Auch Aktien, ETFs, Bargeld oder Bitcoin helfen im Ausnahmezustand nicht weiter. Wenn keine Supermärkte offen sind, kein Strom fließt und keine Märkte funktionieren, ist kein Geldsystem verlässlich.
Gold hat sich dagegen über Jahrhunderte hinweg als überstaatliches Tauschmittel bewährt – gerade dann, wenn staatliche Systeme versagen.
Gold-Kritik Immer wieder wird kritisch hinterfragt, ob Gold in einer echten Apokalypse tatsächlich nützlich wäre – wie etwa in diesem Beitrag von Marketplace, der typische Prepper-Argumente analysiert.
Die Diskussion ist wichtig – doch sie darf nicht losgelöst von realen Krisenerfahrungen geführt werden.
Gold übersteht jede Wende – und sichert den Neustart
Krisen enden. Was bleibt, ist die Frage: Wer hat überlebt – und wer hat noch Vermögen?
Gold erfüllt in dieser zweiten Phase eine entscheidende Rolle:
Es kann schnell mobilisiert oder getauscht werden.
Es ist in jeder neuen Währungseinheit konvertierbar.
Es schafft Zugang zu Chancen, Kapital, Besitz.
Wer seinen Goldschatz durch eine Krise bringen kann, hat nach dem Chaos ganz andere Möglichkeiten, sich selbst und seine Familie zu versorgen und neu aufzubauen.
Fazit: Gold ist kein Luxus – sondern Krisenschutz mit Geschichte
Gold ersetzt keine Vorräte. Es ist kein Allheilmittel. Aber es ist ein Elementarer Bestandteil jeder umfassenden Krisenvorsorge. Es hilft nicht beim Überleben der ersten Woche – aber vielleicht beim Überleben der nächsten Jahre.
Denn: Gold kann man nicht essen – aber vielleicht das Leben neu kaufen, wenn andere alles verloren haben.
Tipp zum Weiterlesen: Gold strategisch nutzen – auch in der Krise Wer sich intensiver mit dem gezielten Einsatz von Gold in unterschiedlichen Lebensphasen und Marktsituationen befassen möchte, findet im Spezial-Report „Strategien für Goldbesitzer“ fundierte Antworten. Der Report enthält ein eigenes Kapitel zu „Gold in der Krise“ sowie praxisnahe Hinweise zu Verkaufsstrategien, Vermögensübertragung und der Frage, wie sich Gold im Alter sinnvoll nutzen lässt. Jetzt erhältlich im Goldreporter-Shop
Der US-Zoll stuft Goldbarren neu ein. Die LBMA sieht die Gold-Zölle im Widerspruch zu den Regierungsplänen und sucht jetzt Klärung. Update: US-Regierung bestätigt: „Gold ist zollfrei“
US-Zölle auf Gold sorgen für Verwirrung am Goldmarkt
Die US-Zoll- und Grenzschutzbehörde (CBP) hat am 31. Juli 2025 eine Einstufung veröffentlicht, wonach Gold-Kilobarren und 100-Unzen-Barren unter der Warennummer 7108.13.5500 des Harmonisierten Zolltarifs (HTSUS) fallen sollen. Diese Klassifizierung könnte Importe in die USA zollpflichtig machen (Goldreporter berichtete). Nun hat sich die London Bullion Market Association (LBMA) kritisch zu dieser Angelegenheit geäußert.
Die LBMA will die Auswirkungen der neuen US-Zolleinstufung für Goldbarren mit den Behörden klären. Offensichtlich hofft man in London noch auf ein böses Missverständnis.
Abweichung von Regierungsankündigung im April
Im April 2025 habe die US-Regierung noch erklärt, dass Anlagegold von reziproken Zöllen ausgenommen werde. Die damalige Bekanntmachung im „White House Fact Sheet“ zu Executive Order 14257 habe Goldbarren unter HTSUS 7108.12.10 ausdrücklich in Anhang II als von Zöllen befreit gelistet. Die neue Zollentscheidung stehe somit im Widerspruch zu den bisherigen öffentlichen Aussagen.
LBMA sucht Klärung mit Behörden
Die LBMA betont, man stehe in engem Austausch mit Mitgliedern, Marktplattformen sowie Behörden in Großbritannien, Europa und den USA. Ziel sei es, die genaue Anwendung der neuen Einstufung zu klären und deren Vereinbarkeit mit den früheren Regierungsplänen zu prüfen.
Unterstützung für betroffene Marktteilnehmer
Die LBMA ruft Händler und andere Marktteilnehmer dazu auf, bei erwarteten oder bereits eingetretenen Problemen Kontakt aufzunehmen. Man wolle die Anliegen bündeln und gemeinsam an die zuständigen Stellen herantragen.
US-Regierung dementiert
Update, 08.08.2025, 22:30 h: Die Trump-Regierung will per Erlass klarstellen, dass Goldimporte nicht von Zöllen betroffen sind. Zuvor hatte ein Beschluss der US-Zollbehörde für 1-Kilo- und 100-Unzen-Barren heftige Marktreaktionen ausgelöst. Die Nachricht ließ den Preisabstand zwischen London und New York kurzzeitig auf über 100 US-Dollar pro Unze steigen, bevor er nach der Stellungnahme aus Washington unter 60 Dollar fiel. Händler warnten vor Störungen im US-Terminhandel. Auch Goldminenwerte wie Newmont, Agnico Eagle und der VanEck Gold Miners ETF gaben Gewinne ab. Offizielle betonten, dass Trumps zweite Amtszeit grundsätzlich ohne Zollausnahmen geplant sei.
Jetzt Gold kaufen? Der Goldpreis nähert sich dem Allzeithoch. Trotz Ferienzeit sprechen Edelmetall-Händler von einem regen Geschäft bei An- und Verkauf.
Goldpreis nahe Rekordhoch
Der Goldpreis steht weiter vor dem großen Sprung. Am Freitagmittag um 12 Uhr kostete die Goldunze am Spotmarkt 3.400 US-Dollar, was 2.920 Euro entsprach. Zu diesem Zeitpunkt erfolgte unsere wöchentliche Preisanalyse im deutschen Edelmetall-Handel.
Damit stieg der Goldpreis gegenüber der Vorwoche um 3 Prozent (in USD) bzw. knapp 1 Prozent (in EUR). Währenddessen verteuerte sich Silber um rund 5 Prozent bzw. 3 Prozent auf 38,36 US-Dollar oder 32,95 Euro.
Jetzt Gold kaufen oder verkaufen? Der hohe Goldpreis lockt weiterhin Goldbesitzer in den Edelmetall-Handel um Goldmünzen zu verkaufen.
Gutes Goldgeschäft trotz Urlaubszeit
Trotz des Schwebezustands und der kurzfristig ungewissen Goldpreis-Richtung berichten Goldhändler von guten Geschäften – in Deutschland und Österreich gleichermaßen. So sprach Walter Hell-Höflinger, Inhaber von Gold & Co in Wien von einem regen Ver- und Ankaufsgeschäft – vor allem, weil sich saisonbedingt 40 Prozent der Kunden im Einzugsgebiet im Urlaub befänden. „Daheimgebliebene nutzten die Kursschwankungen, um ein Extra-Urlaubsgeld zu generieren oder ihre Reserven bei Rücksetzern nachzudecken“, so der Händler.
Ähnlich positiv äußerte sich Henry Schwarz, Geschäftsführer der GfM GmbH (Anlagegold24) am Freitag gegenüber Goldreporter. „Angesichts der steigenden Kurse ist von einem Sommerloch nichts zu spüren. Gekauft werden vor allem gebrauchte Goldunzen und Silberunzen mit Differenzbesteuerung. Auch kleinere Goldbarren werden gekauft. Was noch schleppend läuft, sind Goldbarren über 50 Gramm. Dafür werden die kleineren Einheiten deutlich stärker nachgefragt. Wo es fast keine Nachfrage im Moment gibt, sind kleinere Stückelungen wie 1/10 Unze, 1/4 Unze und 1/2 Unze. Das liegt sicher auch an dem geringen Angebot“, so Schwarz.
Umsatz 20 Prozent über Vorjahr
Auch die Ankaufsseite bewertet er sehr positiv. Viele Kunden nutzten die hohen Kurse, um ihre Bestände zu Geld zu machen. „Während wir im letzten Monat eine zunehmende Kaufzurückhaltung beobachten, hat sich diese nun fast vollständig abgebaut. Insgesamt gehen wir sehr positiv in den Herbst. Bisher verlief das Jahr mit rund 20 Prozent höheren Umsätzen über Vorjahr“, sagt Henry Schwarz.
Jetzt Gold kaufen oder verkaufen?
Wer am Freitagmittag in Form prägefrischer Krügerrand-Münzen Gold kaufen wollte (aktueller Jahrgang), zahlte gemäß unserer Zahlen durchschnittlich 3.022 Euro – und damit 26 Euro mehr als vor einer Woche. Dabei sank das von uns ermittelte Aufgeld für Krügerrand-Neuware auf 3,48 Prozent (Vorwoche: 3,56 Prozent). Dabei stiegen die Abschläge für ältere Jahrgänge auf durchschnittlich 75 Euro (Vorwoche: 70 Euro).
Währenddessen stieg das Aufgeld für 100-Gramm-Goldbarren in unserer Analyse geringfügig auf 1,97 Prozent. Ein Exemplar kostete in unserer Erhebung durchschnittlich 9.576 Euro. Damit waren es 91 Euro mehr als vor einer Woche.
Silber kaufen
Wie entwickelten sich die Preise für die von uns beobachteten Silber-Produkte? Eine Unze der Anlagemünze Maple Leaf des aktuellen Jahrgangs kostete am Freitag durchschnittlich 44,19 Euro. Dabei sank das Aufgeld für Silber-Maples leicht auf 34,10 Prozent. Dagegen zeigte sich bei 1-Kilogramm-Silberbarren ein weiterer Anstieg der Aufschläge auf durchschnittlich 29,07 Prozent – nach 27,55 Prozent am vergangenen Freitag. Zugleich stiegen auch die durchschnittlichen Abschläge für angekaufte Silbermünzen auf 4,20 Euro pro Unze (Vorwoche: 4,00 Euro).
Silber und Gold kaufen
Beachten Sie: Mit den von uns erhobenen Daten beobachten wir die allgemeine Marktpreis-Entwicklung und sondieren Hinweise auf die Veränderung von Angebot und Nachfrage im deutschen Edelmetall-Handel. Allerdings können die Preisangaben bei einzelnen Händlern deutlich variieren. Unsere wöchentlichen Durchschnittspreise erheben wir bereits seit dem Jahr 2010.
Wer Silber oder Gold kaufen möchte, sollte beachten: Kleinere Veränderungen beim Aufgeld sind keine geeignete Grundlage für kurzfristige Kaufentscheidungen, da Silber- und Goldpreis ohnehin ständigen Schwankungen unterliegen. Aber das von uns berechnete durchschnittliche Aufgeld gibt einen Anhaltspunkt über das Preisniveau bei verschiedenen Anbietern und Hinweise auf die allgemeine Marktlage.
Tipp zum Weiterlesen: Altersvorsorge mit Gold Wer sich intensiver mit der strategischen Rolle von Gold im Vermögensaufbau beschäftigen möchte, findet im Spezial-Report „Altersvorsorge mit Gold“ fundierte Antworten. Der Report zeigt, wie Gold als langfristiger Vermögensbaustein genutzt werden kann – inklusive steuerlicher Aspekte, Produktvergleichen und Fallbeispielen.Jetzt erhältlich im Goldreporter-Shop
Die USA haben überaschend US-Zölle auf Goldbarren angekündigt. Die Goldpreis-Kluft zwischen New York und Europa steigt – Händler warnen vor Marktverwerfungen.
Gold-Zölle – überraschender Schritt aus Washington
Die US-Regierung hat überraschend Ein-Kilo- und 100-Unzen-Goldbarren mit Importzöllen belegt. Laut Bloomberg betrifft die Entscheidung vor allem Lieferungen aus der Schweiz, einem der wichtigsten Umschlagplätze für physisches Gold. Die Zollbehörde (CBP) stufte diese Formate als „halbverarbeitete“ Ware ein. Damit gelten sie nicht mehr als zollfreie Rohware – anders als bisher angenommen.
Die USA belegen Goldimporte mit Zöllen – Der New Yorker Goldpreis steigt, internationale Märkte reagieren nervös.
Goldpreis-Differenz zwischen New York und London
Die Ankündigung sorgte sofort für Turbulenzen. Gold-Futures an der COMEX in New York sprangen auf ein Rekordhoch. Am Freitagmittag wurde Gold zur Lieferung Ende August im elektronischen Handel mit 3.424 US-Dollar pro Unze gehandelt. Währenddessen kostete die Goldunze am europäischen Spotmarkt 3.387 US-Dollar.
Händler sehen die Gefahr, dass die Zölle den weltweiten Handelsfluss ins Stocken bringen.
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Gold-Zölle: Schweiz im Fokus
Die Schweiz spielt im globalen Goldhandel eine Schlüsselrolle. Dortige Raffinerien können 400-Unzen-Barren aus London zu kleineren Formaten umgießen, um sie für den US-Futuresmarkt handelbar zu machen. An der COMEX werden aber vor allem 100-Unzen-Barren (Standard-Kontrakt) sowie 1-Kilo-Goldbarren gehandelt. Doch mit den neuen Zöllen wird dieser Lieferweg teurer und weniger attraktiv.
Wie zuletzt berichtet, vergrößerten die steigenden Schweizer Goldexporte in die USA zuletzt das bilaterale Handelsdefizit. Präsidentin Karin Keller-Sutter reiste eilig nach Washington, um Druck auf das Weiße Haus auszuüben. Ein Treffen mit Donald Trump kam jedoch nicht zustande.
Ausblick: Unsicherheit bleibt hoch
Marktteilnehmer erwarten, dass die Entscheidung juristisch angefochten oder durch Lobbyarbeit revidiert wird. UBS-Strategin Joni Teves rechnet laut Bloomberg bis zu einer Klärung mit anhaltender Nervosität am Edelmetallmarkt. Unklar bleibt zudem, ob auch 400-Unzen-Barren betroffen sein könnten.
Sollten die Gold-Zölle bestehen bleiben oder gar ausgeweitet werrden, könnte sich die Preisdifferenz zwischen US- und Weltmarkt dauerhaft verfestigen und zu einem Bruch mit jahrzehntelangen Marktmechanismen führen.
Hintergrund
Schon zu Jahresbeginn hatten Händler in großem Stil Goldbarren aus Europa in die USA geholt – eben wegen der Befürchtung, die USA könnten Gold-Zölle erheben. Aus diesem Grund haben die dortigen Goldlagerbestände in den vergangenen Monaten drastisch zugenommen. Am 10. April 2025 war die Golddeckung des US-Futures-Handel auf den bisherigen Rekordwert von 98 Prozent gestiegen. Vergangene Woche war der COMEX-Goldhandel immer noch zu 88 Prozent physisch gedeckt (Goldreporter berichtete). Denn laut den Angaben der CME Group lagerten in den COMEX-Tresoren zuletzt 38,7 Millionen Unzen, was rund 1.200 Tonnen entspricht. Nun darf man gespannt sein, wie der Goldpreis in den kommenden Wochen auf die neuen Entwicklungen reagiert.
Gold profitiert am Freitagmorgen von Zinssenkungsfantasie nach schwachen US-Daten – Abstand zu den Rekorden bleibt gering.
Der Goldpreis startet mit Gewinnen in den Freitag. Um 10 Uhr kostete die Feinunze Gold am Spotmarkt 3.401 US-Dollar, was 2.916 Euro entsprach. Damit lagen die Notierungen noch 0,8 Prozent (in USD) bzw. 3,3 Prozent (in EUR) unter den Rekordhochs vom 6. Mai 2025. Schwache US-Konjunkturdaten und Aussagen von US-Notenbankern stützten zuletzt die Erwartungen an eine Zinssenkung im September und damit auch den Goldpreis. Zusätzlich berichteten Insider, das Weiße Haus bereite sich darauf vor, dass Präsident Donald Trump die Vorsitzende des Council of Economic Advisers (CEA), Miran, für einen Sitz im Fed-Direktorium nominiere. Die Ernennung wäre demnach nur für eine kurze Amtszeit vorgesehen.
China hat seine Goldreserven im Juli weiter aufgestockt. Wie viel Gold hält die Zentralbank jetzt? Die aktuellen Zahlen im Überblick.
China kauft erneut Gold
Die chinesische Zentralbank hat den neunten Monat in Folge wieder Gold gekauft. Allerdings fielen die Zugänge auch im Juli relativ gering aus. Denn die offiziellen Goldreserven des Landes stiegen im vergangenen Monat lediglich um 60.000 Unzen auf 73,96 Millionen Unzen. Das geht aus dem aktuellen Bericht der State Administration of Foreign Exchange (SAFE) hervor, der am Donnerstag veröffentlicht wurde.
Die chinesischen Goldreserven erreichen im Juli 2025 ein neues Rekordniveau von über 2.300 Tonnen. Dagegen sind die Dollar-Reserven des Landes weiter gesunken.
Das heißt, die gesamten Bestände der People’s Bank of China (PBOC) belaufen sich nun auf umgerechnet 2.300,41 Tonnen – also 1,9 Tonnen mehr als Ende Juni.
Chinesische Goldreserven
Dabei gab es in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder Phasen, in denen die chinesische Zentralbank über Monate und Jahre hinweg keine Bestandsmeldungen ihrer Gold-Bestände bekannt gab. Aber darauf folgten oft Zeiträume, in denen regelmäßig monatliche Aufstockungen gemeldet wurden.
Denn die PBOC hatte zwischen November 2022 und April 2024 rund 316 Tonnen Gold zugekauft. Dagegen erfolgten im Zeitraum bis Oktober 2024 sechs Monate lang keine Anpassungen der Bestände. Gold der PBOC
Hier eine Übersicht über die Entwicklung der chinesischen Goldreserven innerhalb der vergangenen zwei Jahre (Quelle: SAFE):
Chinesische Goldreserven
Die Tabelle zeigt monatliche Goldzukäufe der chinesischen Zentralbank seit 2022. Datenquelle: SAFE / PBOC.
Monat
Zugang in t
Zugang in Uz
November 2022
32,03
1.030.000
Dezember 2022
30,17
970.000
Gesamt 2022
62,20
2.000.000
Januar 2023
14,93
480.000
Februar 2023
24,88
800.000
März 2023
18,04
580.000
April 2023
8,08
260.000
Mai 2023
16,86
510.000
Juni 2023
21,15
680.000
Juli 2023
23,02
740.000
August 2023
28,93
930.000
September 2023
26,13
840.000
Oktober 2023
23,02
740.000
November 2023
11,82
380.000
Dezember 2023
9,02
290.000
Gesamt 2023
225,98
7.230.000
Januar 2024
9,95
320.000
Februar 2024
12,13
390.000
März 2024
4,97
160.000
April 2024
1,87
60.000
November 2024
4,97
160.000
Dezember 2024
10,26
330.000
Gesamt 2024
44,15
1.420.000
Januar 2025
4,97
160.000
Februar 2025
4,97
160.000
März 2025
2,80
90.000
April 2025
2,17
70.000
Mai 2025
1,90
60.000
Juni 2025
2,15
70.000
Juli 2025
1,90
60.000
August 2025
1,90
60.000
September 2025
1,24
40.000
Oktober 2025
0,90
30.000
November 2025
0,90
30.000
Dezember 2025
0,90
30.000
Gesamt 2025
25,87
860.000
Januar 2026
1,24
40.000
Gesamt seit 2022
358,06
11.510.000
Währungsreserven und Gold-Anteil
Währenddessen sank der Wert der gesamten chinesischen Währungsreserven gegenüber dem Vormonat um 0,7 Prozent oder 25 Milliarden US-Dollar auf 3.602,08 Milliarden US-Dollar.
Dabei wird der Wert der Goldreserven per Ende Juni mit 243,98 US-Dollar angegeben. Das sind 1,05 Milliarden US-Dollar mehr als im Juni und ein neuer Rekord.
Der Goldanteil an den Gesamtreserven beträgt jetzt 6,8 Prozent. Dagegen waren es vor einem Jahr noch 5 Prozent.
Dollar-Reserven gefallen
Unterdessen ist der Wert der von China gehaltenen US-Staatspapiere im vergangenen Mai um 900 Millionen US-Dollar auf 756,3 Milliarden US-Dollar gefallen. Dies geht aus dem jüngsten Report des US-Finanzministeriums hervor.
Ein Jahr zuvor waren es 12,3 Milliarden US-Dollar mehr – während China vor fünf Jahren noch US-Staatspapiere im Wert von rund 1,1 Billionen US-Dollar hielt.
Das heißt, China trennte sich in den vergangenen Jahren sukzessive von Dollar-Reserven. Die Abnahme oder Zunahme der Dollar-Reserven steht auch im Zusammenhang mit Kapitalflüssen nach oder aus China.
Friedensgespräche, neue Sanktionen und schwache US-Arbeitsmarktdaten sorgen für Unsicherheit. Der Goldpreis steigt als sicherer Hafen.
Donald Trump plant ein Treffen mit Putin und Selenskyj, um über eine Waffenruhe zu verhandeln. Doch gleichzeitig drohen neue US-Sanktionen gegen russisches Öl und Strafzölle auf Importe aus Indien. Beobachter warnen vor zu hohen Erwartungen. Der Goldpreis reagiert mit einem Anstieg auf 3.383 US-Dollar bzw. 2.905 Euro – jeweils plus 0,5 Prozent (Do. 16 Uhr). Auch schwache US-Konjunkturdaten stützen den Goldmarkt: Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stiegen auf 226.000, Folgeanträge auf fast zwei Millionen. Die Lohnstückkosten zogen weiter an. Deutschlands Handelsüberschuss schrumpfte im Juni auf 14,9 Mrd. Euro. China meldete ein Exportplus, aber ein geringeres Handelsüberschuss als erwartet.
Goldreporter-Kommentar: Trotz Gesprächsbereitschaft bleibt die geopolitische Unsicherheit hoch. Neue Sanktionen und Inflationsrisiken könnten den Goldpreis weiter treiben. Die Erwartungen an eine US-Zinssenkung im September festigen sich.
Innerhalb einer Woche stieg der Goldpreis um 2 Prozent. Dabei zogen Investoren Kapital aus dem größten Gold-ETF ab.
Silber- und Goldpreis
Eine weitere Woche bewegt sich der Goldpreis auf hohem Niveau seitwärts. Am Mittwoch schloss der Kurs im US-Futures-Handel (August-Kontrakt) mit 3.371 US-Dollar pro Unze. Das entsprach 2.891 Euro. Damit verteuerte sich das Edelmetall innerhalb einer Woche um 2,8 Prozent (USD) bzw. 0,8 Prozent (EUR).
Der Goldpreis legte zu – doch ETF-Investoren nehmen offenbar Gewinne mit. Die Goldbestände des SPDR Gold Shares gingen in unserer Analyse erstmals seit drei Wochen zurück.
Damit zeigt sich auch, dass der US-Dollar nach einer kurzfristigen Aufwertung wieder zwei Prozent gegenüber dem Euro verloren hat, mit zuletzt 1,166 Euro pro US-Dollar.
Währenddessen stieg der Silberpreis gegenüber der Vorwoche um 2 Prozent auf 37,89 US-Dollar pro Unze, blieb aber auf Euro-Basis unverändert bei 32,49 Euro.
Die Kursentwicklung bei den Edelmetallen bleibt volatil. Und kurzfristig orientierte Investoren nehmen offensichtlich immer wieder Gewinne mit, sobald sich der Goldpreis den Rekordständen nähert. Das legen auch aktuelle Zahlen aus dem ETF-Sektor nahe.
Größter Gold-ETF mit Bestandsrückgang
Denn der größte Gold-ETF verzeichnete innerhalb der vergangenen fünf Handelstage Mittelabflüsse. So meldet der Betreiber des SPDR Gold Shares (GLD) per 6. August 2025 Lagerbestände von 952,79 Tonnen. Das entspricht einem Rückgang von 2,58 Tonnen. Dabei flossen aus diesem ETF netto 25 Millionen US-Dollar an Kapital ab.
Hinweis: Pro ausgegebenem Anteilsschein muss der Betreiber dieses ETFs eine Zehntel Unze Gold physisch einlagern. Aber bei der Meldung von Kapitalflüssen und Fondsbeständen gibt es in der Regel eine zeitliche Verzögerung. Denn auf dem Goldmarkt besteht üblicherweise eine Zwei-Tage-Frist, innerhalb derer physische Bestände nach einem Vertragsabschluss geliefert werden.
Größter Silber-ETF mit Bestandsabgang
Gleichzeitig verzeichnete auch der iShares Silver Trust (SLV) Metallabgänge. Denn die Lagerbestände des weltweit größten Silber-ETFs werden aktuell mit 15.112,28 Tonnen beziffert. Damit waren es 37,62 Tonnen weniger als vor einer Woche. Dabei ergibt sich aus den Fondsberichten ein Netto-Kapitalabfluss von 148 Millionen US-Dollar. Pro ausgegebenem Anteilsschein ist dieser ETF offiziell mit einer Unze Silber physisch gedeckt.
Seit Jahresbeginn sind die Bestände der beiden großen Edelmetall-ETFs deutlich angestiegen. Das Goldinventar des SPDR Gold Shares stieg um rund 83 Tonnen während die Silberlagermenge des iShares Silber Trust um rund 774 Tonnen zunahm.
Edelmetall-ETFs und Goldpreis
Bullenmärkte bei Silber und Gold werden regelmäßig von deutlich steigenden Beständen in den entsprechenden Edelmetall-ETFs begleitet. Generell gelten die Fondsbestände aber als Nachläufer, denen ein steigender Silber- und Goldpreis mit wachsendem Inventar vorausgeht. Dann nämlich, wenn sich vor allem institutionelle Investoren über dieses Instrument („Papiergold“) auf dem Edelmetallmarkt positionieren. In den vergangenen Jahren stieg die Beliebtheit dieser ETFs bei jungen US-Anlegern, die sie zunehmend über Discount-Broker erwerben.
Die US-Notenbank analysiert eine brisante Idee: Staaten könnten stille Goldreserven aktivieren – um neue Ausgaben zu finanzieren.
Können Goldreserven neue Haushaltsmittel freisetzen?
Die US-Notenbank hat in einem aktuellen Bericht („FEDS Notes“, 1. August 2025) untersucht, ob Staaten durch eine Neubewertung ihrer Goldreserven ihren fiskalischen Spielraum erweitern können. Denn angesichts hoher Schulden und steigender Ausgaben wird weltweit nach alternativen Finanzierungsquellen gesucht.
Die Neubewertung von Goldreserven könnte Staaten neuen Spielraum verschaffen – bleibt aber eine buchhalterische Maßnahme mit Risiken. Auch in Deutschland unternahm die Bundesregierung einmal den Versuch, mit Goldreserven den Staatshaushalt zu sanieren.
Dabei steht die Frage im Raum: Darf der Staat auf stille Bewertungsgewinne zugreifen, ohne Gold zu verkaufen oder neue Schulden zu machen? Im Fall der USA wären das rund 840 Milliarden US-Dollar – etwa drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts – wenn die offiziellen Goldreserven zum Marktpreis statt zum historischen Buchwert bilanziert würden.
Was zeigt die internationale Erfahrung?
Laut Fed-Analyse haben in den vergangenen 30 Jahren nur fünf Länder auf Bewertungsgewinne ihrer Goldreserven zurückgegriffen: Italien, Curaçao und Sint Maarten, Südafrika, Libanon und Deutschland. Dabei nutzten Zentralbanken die Gewinne zur Verlustabdeckung oder zur Stabilisierung ihrer Bilanzen. Andere Staaten setzten die Mittel zur Schuldentilgung ein.
Aber: Strukturelle Haushaltsprobleme lösten diese Schritte nie. In Libanon etwa stieg die Schuldenquote trotz zweifacher Goldverwertung weiter an.
Wie funktioniert die Neubewertung von Goldreserven?
Wenn Zentralbanken Gold zum historischen Anschaffungswert bilanzieren, können bei einer Neubewertung stille Reserven sichtbar gemacht und bilanziell aktiviert werden. Dabei bleibt das physische Gold unangetastet. Es entsteht ein reiner Buchgewinn. Deshalb erscheint die Methode politisch attraktiv – sie bringt Geld, ohne Schulden oder Steuererhöhungen.
Doch dieser Gewinn ist buchhalterisch. Ob er wirklich zur Haushaltsfinanzierung genutzt werden darf, ist in vielen Ländern umstritten – insbesondere mit Blick auf die Unabhängigkeit der Zentralbanken.
Fallbeispiele aus Europa und der Welt
Die Fed nennt in ihrem Papier eine Reihe von Beispielen der Vergangenheit, in denen dieser Buchungstrick versucht wurde.
In Italien deckte die Banca d’Italia 2002 Verluste aus einer Anleihenumstellung mithilfe von Bewertungsgewinnen.
Die Niederländischen Antillen aktivierten Goldreserven 2021/22 zur Stabilisierung rückläufiger Zinserträge.
Südafrika leitete 2024 rund 150 Milliarden Rand an die Regierung weiter – mit dem Ziel, Schuldenabbau und sinkende Zinslasten zu ermöglichen.
In Libanon flossen 2002 und 2007 große Teile der Goldgewinne direkt in die Tilgung von Staatsschulden – ohne nachhaltige Wirkung.
Deutschland plante 1997 eine Neubewertung der Bundesbank-Goldreserven, um das Haushaltsdefizit zu drücken und die Maastricht-Kriterien zu erfüllen. Der Plan scheiterte am Widerstand der Bundesbank.
Was sagt die US-Notenbank?
Die Fed warnt: Eine Neubewertung der Goldreserven kann kurzfristig fiskalische Entlastung bringen. Doch sie ersetzt keine strukturellen Reformen. Außerdem besteht das Risiko, dass dadurch die Unabhängigkeit der Zentralbank untergraben wird – wie im Fall Deutschland, wo der politische Druck letztlich zu einem Kompromiss führte.
Deshalb sei ein solcher Schritt nur in Ausnahmesituationen sinnvoll. Denn die langfristigen Auswirkungen auf Vertrauen, Geldpolitik und Marktstabilität sind schwer kalkulierbar.
Fazit
Die Idee, Bewertungsgewinne auf Goldreserven zu bewerten und fiskalisch zu nutzen, klingt verlockend – vor allem für hochverschuldete Staaten. Aber wie der Fed-Bericht zeigt, ist sie kein Allheilmittel. Ohne nachhaltige Reformen bleibt es ein einmaliger buchhalterischer Effekt – mit fragwürdiger Wirkung.
Der World Gold Council meldet steigende Goldreserven weltweit. Zahlreiche Zentralbanken kauften im Juni 2025 Gold – mit Überraschungen.
Goldreserven weltweit
Der World Gold Council (WGC) hat neue Angaben zu den weltweiten Goldreserven veröffentlicht. Die Rangliste der größten nationalen Goldhalter zeigt in den überwiegenden Fällen die offiziellen Goldbestände der jeweiligen Länder per Ende Juni 2025. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass erneut zahlreiche Zentralbanken Gold zugekauft haben – dabei gibt es auch Überraschungen.
Zentralbank-Goldkäufe: Der World Gold Council meldet im Juni 2025 Zukäufe zahlreicher Zentralbanken – mit Aserbaidschan als Spitzenreiter.
Größte Gold-Nationen
Zunächst einmal gab es unter den Top 5 keine Veränderungen. Die USA rangieren weiterhin auf Platz eins der offiziellen Rangliste mit 8.133,5 Tonnen, dahinter Deutschland mit 3.350,3 Tonnen. Italien (2.451,8 t), Frankreich (2.437 t) und Russland (2.329,6 t) folgen auf den weiteren Plätzen.
China erscheint nun mit 2.298,5 Tonnen in der WGC-Tabelle. Im Juni stiegen die chinesischen Goldreserven um 2,2 Tonnen. Insgesamt war das chinesische Kaufverhalten in diesem Jahr zurückhaltend – mit insgesamt 610.000 Unzen (19 Tonnen) im ersten Halbjahr. Denn 2024 hatte China seine Reserven in sechs Monaten um 1,42 Millionen Unzen (44 Tonnen) aufgestockt.
Polen setzt aus, auch Aserbaidschan überrascht
Überraschend ist auch, dass Polen im Juni kein weiteres Gold zukaufte. Denn davor waren innerhalb von fünf Monaten 67 Tonnen hinzugekommen.
Größter Goldkäufer war zuletzt der Staatsfonds von Aserbaidschan. Laut den WGC-Zahlen wuchs der Goldvorrat des Landes im Juni um 15,8 Tonnen auf 181,1 Tonnen. Das entspricht immerhin einer Aufstockung um knapp 10 Prozent.
Weitere Zentralbank-Goldkäufe
Weitere bedeutende Zugänge werden für Usbekistan (9 Tonnen) und Kasachstan (+7,4 Tonnen) gemeldet. Die Goldbestände der beiden ehemaligen Sowjetrepubliken schwanken immer wieder deutlich. Beide Länder sind in der Goldförderung aktiv.
Steigende Goldreserven der Türkei
In ständiger Bewegung sind auch die Goldbestände der Türkei. Mit zuletzt 634,8 Tonnen kamen innerhalb eines Monats 2,4 Tonnen hinzu. Dabei handelt es sich um die rein staatlichen Goldreserven.
Als Gesamtreserven meldete die türkische Zentralbank (TCMB) für Juni 788,6 Tonnen. Darin enthalten ist auch Gold, das von Geschäftsbanken bei der TCMB hinterlegt wurde.
Rangliste der weltweiten Goldreserven per Ende August 2025 (Quelle: World Gold Council)
Singapur stößt mehr Gold ab
Und schon im Vormonat war Singapur als Goldverkäufer aufgetreten. Die asiatische Finanzmetropole hatte 5,4 Tonnen Gold angestoßen und verkaufte im Juni noch einmal 5,6 Tonnen – mit nun 204,1 Tonnen an gemeldeten Goldreserven.
Weitere Gold-Bestandsmeldungen
Darüber hinaus gab es eine Reihe zusätzlicher staatlicher Aktivitäten auf dem Goldmarkt. Hier weitere Veränderungen gegenüber der WGC-Liste des Vormonats:
Tschechien: +1,6 Tonnen
Kirgisien: +1,2 t
Katar: +0,9 t
Ghana: +0,8 t
Philippinen: +0,8 t
Serbien: +0,5 t
Ägypten: +0,1 t
Indien: +0,4 t
Mongolei: +0,4 t
Währenddessen werden die gesamten weltweiten Goldbestände vom World Gold Council nun mit 36.344,5 Tonnen angegeben. Das sind 161,3 Tonnen mehr als in der Meldung des Vormonats.
Zu beachten ist: Einige Länder machen keine regelmäßigen Angaben zu ihrem nationalen Goldbesitz. Dazu zählen unter anderem Staaten wie Iran, Israel und Nordkorea. Grundsätzlich generiert der WGC die Zahlen aus den offiziellen Meldungen der Zentralbanken sowie aus den Daten des Internationalen Währungsfonds (IWF).
Trump plant Treffen mit Putin und Selenskyj – Friedensgespräche könnten bevorstehen. Gleichzeitig drohen neue Russland-Sanktionen.
Donald Trump will laut Medienberichten bereits nächste Woche mit Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj über eine Waffenruhe verhandeln. Das Weiße Haus bestätigte die Pläne. Eine Einigung über Gebietsabtretungen sei Teil der Gespräche. Gleichzeitig kündigte Trump neue Sanktionen gegen russische Ölexporte an. Auch Indien trifft es: Für Importe aus dem Land soll ein Strafzoll von 50 Prozent gelten. Beobachter warnen vor zu hohen Erwartungen an den Gipfel. Mehr dazu: Trump erhöht Druck auf Moskau und Neu-Delhi – via Bloomberg
Goldreporter-Kommentar: Ein Treffen zwischen Trump, Putin und Selenskyj wäre geopolitisch ein Paukenschlag. Doch selbst bei Annäherung dürfte der Konflikt kaum sofort enden – Unsicherheit bleibt ein Preistreiber für Gold. Die Aussicht auf neue Sanktionen gegen Russland und steigende Energiepreise könnten zudem die Inflationssorgen befeuern – ein weiteres Argument für Gold-Investoren.
Der Goldpreis bewegt sich weiter auf hohem Niveau seitwärts. Wir analysieren die charttechnische Lage am 6. August 2025.
Goldpreis stabil seitwärts
Am Dienstag schloss der Goldpreis im US-Futures-Handel mit 3.379 US-Dollar pro Unze (August-Kontrakt). Dieser Wert entsprach 2.918 Euro. Damit verteuerte sich Gold gegenüber der Vorwoche um 1,6 Prozent (in USD) bzw. 1,4 Prozent (in EUR).
Damit setzte sich die im April gestartete volatile Seitwärtsbewegung weiter fort. Wir skizzieren die aktuelle charttechnische Lage auf Basis des US-Gold-Futures-Handels per 5. August 2025.
Charttechnik
Der Goldpreis bewegt sich seit zwei Monaten in einer Bandbreite von rund 160 US-Dollar seitwärts. Dreimal seit Anfang April berührte der Goldchart das Rekordniveau um 3.430 US-Dollar. Dagegen sprang der Goldpreis nach Rücksetzern bis in den Bereich von 3.265 US-Dollar zweimal in den vergangenen sechs Wochen wieder nach oben.
Aktuell ist der Kurs 1,6 Prozent von der Bestmarke vom 6. Mai 2025 entfernt. Der wichtigste kurzfristige Widerstand liegt bei 3.400 US-Dollar. Hier erreichte Gold Anfang Mai ein markantes Zwischenhoch.
Goldpreis in US-Dollar, 6 Monate, Basis: US-Futures, Tagesschlusskurse (Continuous Contract*) per 6. August 2025.
Mit dem jüngsten Kurssprung ist der Goldchart in den Mitte Mai etablierten inneren Aufwärtstrend zurückgekehrt. Damit bleibt es dabei. Es fehlt der letzte Impuls für einen Anstieg über das Rekordhoch. Dagegen fanden sich auf der Höhe der Unterstützung von 3.265 US-Dollar zuletzt schnell wieder Käufer.
Auch die Marktstimmung bleibt im neutralen Bereich. Denn mit einem RSI (Relative-Stärke-Index) von 55 (Vorwoche: 47) ist Gold aus 14-Tage-Sicht technisch weder „überkauft“ noch „überverkauft“. Hier bilden Werte von 70 und 30 die definierten Grenzen.
Goldpreis in Euro
Währenddessen verzeichnete der Euro-Goldpreis zuletzt eine noch deutlich höhere Volatilität. Das Juni-Tief wurde bei 2.790 Euro erreicht. Der davon ausgehende vierwöchige Aufwärtstrends führte die Gold-Notierung zurück über die 50-Tage-Linie. Nun stößt der Euro-Goldchart bei 2.920 Euro auf einen bedeutenden kurzfristigen Widerstand. Denn an dieser Barriere scheiterte der Wert bereits einmal Mitte Juli. Gleichzeitig nähert sich von oben die Kante des dreimonatigen Abwärtstrends. Mit Schlusskursen oberhalb von 2.940 Euro könnte neue Aufwärtsdynamik entstehen. Kurzfristige Unterstützung gibt es bei 2.900 Euro und im Bereich von 2.880 Euro. Auch hier sehen wir das 14-Tage-Sentiment im neutralen Bereich.
Goldpreis in Euro, 6 Monate, Basis: US-Futures, Tagesschlusskurse (Continuous Contract*) per 6. August 2025.
Ausblick
Die volatile Richtungssuche bei Gold hält an. In beiden Währungen orientiert sich der Goldpreis wieder an der Oberseite. Solange die kritischen Unterstützungen (3.200 USD; 2.790 EUR) nicht unterschritten werden, kann sich die Seitwärtsbewegung noch länger fortsetzen. Nach Norden lautet Devise: Warten auf den großen Impuls.
Hinweis Goldpreis-Chartanalyse
Die obige Darstellung ist eine rein spekulative Betrachtung im Hinblick auf die Geldanlage in Gold. Wie immer gilt der Hinweis: Die auf Goldreporter.de bereitgestellten Informationen stellen weder eine Anlageberatung noch eine Anlagevermittlung dar.
*kontinuierliche Kursreihe: Die Kursdarstellung auf Basis von „Continuous Contract“ ist ein synthetisch zusammengesetzter Chart, der laufend aus den aufeinanderfolgenden Futures-Kontrakten erstellt wird – typischerweise durch Aneinanderreihung der Frontmonate (nächstfällige Kontrakte). Er stellt also eine kontinuierliche Kursreihe dar, obwohl echte Futures-Kontrakte jeweils ein Verfallsdatum haben. Dabei können frühere Kurse rückwirkend angepasst werden, um Preislücken beim „Roll-over“ zu vermeiden.
Deutsche Industrieaufträge sinken im Juni um 1 Prozent – erwarteter Anstieg verfehlt, Flugzeug- und Autoindustrie belasten.
Die deutschen Industrieaufträge fielen im Juni 2025 um 1,0 Prozent zum Vormonat, entgegen der Prognose eines Anstiegs. Es war der zweite Rückgang in Folge. Hauptgrund war ein Einbruch um 23,1 Prozent bei Flugzeugen, Schiffen, Zügen und Militärfahrzeugen. Auch die Autoindustrie (-7,6 Prozent) und Metallerzeugnisse (-12,9 Prozent) schwächelten. Dagegen legten Bestellungen für elektrische Ausrüstungen um 23,5 Prozent zu. Inlandsaufträge stiegen, Auslandsaufträge sanken deutlich. Mehr dazu: Aktuelle Wirtschaftsdaten aus Deutschland via Destatis.
Goldreporter-Kommentar: Schwache Industrieaufträge könnten die Konjunktursorgen in Deutschland verstärken. Sollten sich die Rezessionssignale mehren, könnte dies die Erwartungen an geldpolitische Lockerungen seitens der EZB stützen – und damit dem Goldpreis zusätzlichen Auftrieb geben.
Gesenkte Goldsteuer in Florida: Mehr US-Bundesstaaten begünstigen das Edelmetall. Bis zu diesen Grenzen kann man dort anonym Gold kaufen.
Goldsteuer in Florida
Seit dem 1. August 2025 gilt in Florida keine Mindestkaufsumme mehr für die Umsatzsteuerbefreiung von Gold-, Silber- und Platinbarren. Zuvor mussten Edelmetallkäufe mindestens 500 US-Dollar umfassen, um steuerfrei zu sein. Diese Grenze fiel nun durch House Bill 7031, unterzeichnet von Gouverneur Ron DeSantis. Ziel ist es, auch Kleinanlegern und Händlern faire Rahmenbedingungen zu bieten.
In Florida sind Goldkäufe seit August 2025 steuerfrei – und oft auch ohne Ausweis möglich.
Kleinanleger berücksichtigt
Die alte Regelung hatte zur Folge, dass Käufer kleiner Barren oder Münzen in Florida weiterhin Sales Tax zahlen mussten, während größere Käufe steuerfrei waren. Mit der Gesetzesänderung reiht sich Florida in eine wachsende Zahl von US-Bundesstaaten ein, die Edelmetalle steuerlich bevorzugen. In Texas, Utah, Arizona oder Wyoming gilt bereits vollständige Steuerfreiheit für Anlagegold und -silber, teils ergänzt durch die Streichung von Kapitalertragsteuern. Selbst Staaten ohne eigene Umsatzsteuer – wie Alaska – profitieren indirekt, da Edelmetallkäufe dort generell nicht besteuert werden.
Gold und Steuern in den USA
So ist die Regelung in anderen US-Bundesstaaten
Texas: Keine Sales Tax auf Anlagegold und -silber, staatliches Golddepot für Bürger und Institutionen.
Utah: Anerkennung von Gold und Silber als gesetzliches Zahlungsmittel, keine Umsatzsteuer auf Edelmetallkäufe.
Arizona: Aufhebung der Kapitalertragsteuer auf physische Edelmetalle, keine Sales Tax.
Wyoming: Vollständige Umsatzsteuerbefreiung auf Edelmetalle, keine Haltefristbesteuerung.
Louisiana: Sales-Tax-Befreiung, jedoch mit Einschränkungen bei Sammler- und historischen Münzen.
Alaska: Keine bundesstaatliche Sales Tax (gilt für alle Waren, also auch für Edelmetalle).
Anonym Gold kaufen: USA vs. Deutschland
Hierzulande ist Anlagegold von der Mehrwertsteuer befreit. Außerdem fällt nach einem jahr Haltedauer keine Abgeltungssteuer an. Mehr zum Thema gibt es hier: Langfristiges Gold-Investment: Darauf kommt es an
Neben der Steuerfrage ist für viele Anleger die Möglichkeit des anonymen Edelmetallkaufs entscheidend. In welchem Umfang kann man anonym Gold kaufen? In Deutschland gilt seit 2020 eine strikte Grenze: Wer mehr als 2.000 Euro in bar in Gold oder Silber investiert, muss seine Personalien angeben (Österreich: 10.000 Euro; Schweiz: 15.000 CHF).
Aber in den USA existiert keine vergleichbare landesweite Schwelle. Auf Bundesebene müssen Edelmetallhändler Bargeschäfte erst ab 10.000 US-Dollar (oder mehreren zusammenhängenden Transaktionen, die diesen Betrag erreichen) per Formular 8300 an die Steuerbehörde IRS melden. Unterhalb dieser Grenze sind Bartransaktionen in vielen Bundesstaaten ohne Ausweis möglich – es sei denn, lokale Vorschriften verlangen strengere Prüfungen.