Goldpreis steigt am Montag leicht über 4.200 USD. Die Märkte bleiben stabil, während der Fokus klar auf der Fed-Sitzung am Mittwoch liegt.
Gold aktuell – leichte Gewinne über 4.200 USD
Gold startete am Montag mit kleinen Aufschlägen in die Woche. Um 8:15 Uhr lag der Preis bei 4.214 USD (+0,4 %) beziehungsweise 3.611 EUR (+0,2 %). Außerdem tendierten die Aktienmärkte freundlich, die Indizes zeigten eine stabile Entwicklung.
Gold behauptet sich über 4.200 USD, während Händler vor der Fed-Sitzung auf neue Impulse warten.
Rückblick – Kursrutsch am Freitag
Am Freitag fiel der Goldpreis abrupt und rutschte innerhalb weniger Minuten um rund 50 USD ab. Einen klaren Auslöser gab es nicht, auch der Gesamtmarkt ging zurück. Schließlich ging Gold mit 4.198 USD beziehungsweise 3.605 EUR leicht schwächer ins Wochenende.
Ausblick – Fokus auf die Fed-Sitzung
Dabei stehen heute nur wenige US-Konjunkturdaten an, darunter die aktuellen Inflationserwartungen der Verbraucher. Zusätzlich veröffentlicht Deutschland am Vormittag die Industrieproduktion für Oktober. Deshalb richten sich die Blicke bereits auf die Fed-Sitzung am Mittwochabend, die dem Markt neue Impulse geben könnte.
China erhöht im November seine Goldreserven. Erstmals steigt der Goldwert über 300 Milliarden USD – ein Signal für Chinas Strategie im globalen Goldpreis-Umfeld.
Goldbarren vor der chinesischen Nationalflagge: Die PBOC meldet im November erneut leichte Goldkäufe von 30.000 Unzen, der Goldwert steigt auf über 300 Milliarden USD.
China setzt Kaufserie fort
China hat im November erneut Gold zugekauft und damit seine Serie an monatlichen Aufstockungen fortgesetzt. Laut der Devisenbehörde SAFE stiegen die Bestände um lediglich 30.000 Unzen auf 74,12 Millionen Unzen. Das entspricht rund 0,9 Tonnen neuen Goldes. Damit erhöhten sich die offiziellen Reserven der People’s Bank of China auf umgerechnet 2.305,39 Tonnen – der dreizehnte Anstieg in Folge, jedoch mit erkennbar nachlassender Dynamik.
China setzt seine Goldkäufe fort und erreicht mit über 300 Milliarden USD Goldwert einen neuen Meilenstein – trotz minimaler Zukäufe.
Goldreserven – Langfristige Reservepolitik
China veröffentlicht traditionell unregelmäßig Daten zu seinen Goldbeständen. Auf längere Pausen folgen häufig Phasen mit monatlichen Anpassungen. Zwischen November 2022 und April 2024 kamen so rund 316 Tonnen hinzu, bevor es mehrere Monate keine Updates gab. Erst seit Herbst 2024 meldet die PBOC wieder regelmäßige Käufe.
Chinesische Goldreserven
Die Tabelle zeigt monatliche Goldzukäufe der chinesischen Zentralbank seit 2022. Datenquelle: SAFE / PBOC.
Monat
Zugang in t
Zugang in Uz
November 2022
32,03
1.030.000
Dezember 2022
30,17
970.000
Gesamt 2022
62,20
2.000.000
Januar 2023
14,93
480.000
Februar 2023
24,88
800.000
März 2023
18,04
580.000
April 2023
8,08
260.000
Mai 2023
16,86
510.000
Juni 2023
21,15
680.000
Juli 2023
23,02
740.000
August 2023
28,93
930.000
September 2023
26,13
840.000
Oktober 2023
23,02
740.000
November 2023
11,82
380.000
Dezember 2023
9,02
290.000
Gesamt 2023
225,98
7.230.000
Januar 2024
9,95
320.000
Februar 2024
12,13
390.000
März 2024
4,97
160.000
April 2024
1,87
60.000
November 2024
4,97
160.000
Dezember 2024
10,26
330.000
Gesamt 2024
44,15
1.420.000
Januar 2025
4,97
160.000
Februar 2025
4,97
160.000
März 2025
2,80
90.000
April 2025
2,17
70.000
Mai 2025
1,90
60.000
Juni 2025
2,15
70.000
Juli 2025
1,90
60.000
August 2025
1,90
60.000
September 2025
1,24
40.000
Oktober 2025
0,90
30.000
November 2025
0,90
30.000
Dezember 2025
0,90
30.000
Gesamt 2025
25,87
860.000
Gesamt seit 2022
358,06
11.510.000
Währungsreserven wachsen – Goldanteil steigt
Parallel zu den Goldkäufen legten auch die gesamten chinesischen Währungsreserven zu. Sie erhöhten sich im November um 0,4 Prozent beziehungsweise 16,8 Milliarden US-Dollar auf 3.723,65 Milliarden US-Dollar. Der Goldanteil stieg leicht von acht auf 8,3 Prozent. Mit einem Wert von 310,65 Milliarden US-Dollar erreichten die Goldreserven der PBOC zudem ein neues Rekordniveau.
Einordnung – Strategische Bedeutung
Die anhaltenden, wenn auch moderaten Zukäufe gelten als Hinweis auf Chinas langfristige Reservepolitik. Peking verfolgt das Ziel, die Abhängigkeit vom US-Dollar schrittweise zu reduzieren und Gold stärker im nationalen Reservegefüge zu verankern. Vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen signalisiert jeder, selbst kleine, monatliche Zuwachs, dass Gold für China weiterhin eine zentrale stabilisierende Funktion besitzt.
Gold bleibt nahe 4.200 USD, Silber steigt. CoT-Daten fehlen noch, doch die Nachfrage nach physischer Auslieferung nimmt am Terminmarkt deutlich zu.
Symbolbild: Übergabe von Goldbarren als Hinweis auf steigende physische Auslieferungsanträge im Terminmarkt. Das Motiv verdeutlicht die aktuelle Nachfrage nach handfestem Gold.
Goldmarkt – ruhige Woche, unterschiedliche Trends
Der Goldpreis bewegte sich in der vergangenen Woche erneut eng um die Marken von 4.200 USD und 3.600 EUR. Größere Impulse blieben aus, was vor allem der abwartenden Haltung vor der Fed-Sitzung geschuldet war.
Auch ohne Preisschub fordern Händler mehr physisches Gold – ein Hinweis auf stabile reale Nachfrage.
Am Freitag schloss der Dezember-Future bei 4.196 USD (3.604 EUR). Damit ergibt sich auf Wochensicht ein Minus von 0,5 Prozent in USD und 0,9 Prozent in EUR. Silber hingegen setzte seinen Aufwärtstrend fort und verteuerte sich um 3,3 Prozent bzw. 3,8 Prozent auf 58,28 USD bzw. 50,05 EUR.
CoT-Daten – Aufarbeitung der Rückstände verzögert Analyse
Die CFTC arbeitet weiterhin die technischen Rückstände aus dem Shutdown auf. Neu zur Verfügung stehen Daten vom 21. Oktober 2025. Zu diesem Zeitpunkt lag der Open Interest rund 10 Prozent höher als heute – die Lagebeurteilung erfolgt daher mit zeitlicher Verzögerung.
Netto-Positionen von Commercials und großen Spekulanten sowie Open Interest im Gold-Futures-Markt (Datenstand: 21. Oktober 2025; Quelle: CME Group).
Open Interest – leichter Anstieg trotz Goldpeis-Rückgang
Aktuell summiert sich die Zahl offener Gold-Futures auf 430.456 Kontrakte, ein Plus von 2,5 Prozent gegenüber der Vorwoche.
Im Optionshandel erhöhten sich die offenen Positionen auf 756.960 (+6 Prozent). Die Put/Call-Ratio fiel auf 0,7, was auf einen leicht stärkeren Optimismus im kurzfristigen Handelsumfeld hindeutet.
COMEX-Bestände – leichte Abflüsse, hohe Deckung
Die COMEX-Lager schrumpften per 4. Dezember 2025 um weitere 40.000 Unzen auf nun 36,31 Millionen Unzen.
Mit dem parallelen Rückgang des Open Interest sank die rechnerische Deckung des Futures-Handels auf rund 84 Prozent.
Historisch ist das weiterhin ein hoher Wert – die Spanne reichte in den vergangenen Jahren von Phasen mit nur 30 Prozent bis zu über 80 Prozent.
Physische Auslieferungen – Mehr Gold gefragt
Für den Dezember liegen bereits 27.151 Anträge auf physische Auslieferung vor, entsprechend rund 84 Tonnen. Das sind 3.181 zusätzliche Anträge innerhalb einer Woche.
Der November wurde mit 39 Tonnen beliefert; der Januar-Rekord von 238 Tonnen bleibt davon weit entfernt.
Futures-Handel – erneute technische Probleme
Die Wochencharts der einzelnen Kontraktmonate waren am Samstag auf den CME-Servern nicht abrufbar („Bad Gateway“). Bereits eine Woche zuvor war der elektronische Handel im frühen US-Handelsfenster ausgefallen. Diese Störungen hatten international Aufmerksamkeit erzeugt und Zweifel an der technischen Zuverlässigkeit des Papiergoldhandels verstärkt.
Update, 07.12.2025, 11 Uhr: Gold-Charts wieder abrufbar Die Kurscharts des US-Gold-Futures-Handels stehen seit Sonntagmorgen wieder zur Verfügung, nachdem zuvor ein Serverfehler beim Anbieter aufgetreten war. Der Wochenchart des Februar-Kontrakts (meistgehandelter Termin) zeigt deutlich den abrupten Kurseinbruch am Freitag nach 16 Uhr (50 USD in Minuten). Zu diesem Zeitpunkt kam es zu breiten Rücksetzern über zahlreiche Anlageklassen hinweg. Details dazu finden Sie im Goldreporter-Tagesbericht vom Freitag.
Goldpreis in US-Futures-Handel (Februar-Kontrakt) im Zeitraum vom 1. bis 5. Dezember 2025
Goldpreis-Ausblick – Fed entscheidet über Wochenstimmung
Steigender Open Interest bei fallendem Preis signalisiert kurzfristige Schwäche am Terminmarkt. In der neuen Woche richtet sich der Blick klar auf die Federal Reserve: Eine Zinssenkung gilt als eingepreist – entscheidend wird daher der begleitende Ausblick der US-Notenbank.
Goldpreis behauptet die 4.200-USD-Marke. Silber erreicht neue Rekorde, der Handel spürt vor Weihnachten teils knappe Bestände und höhere Ankaufpreise.
Gold bleibt stabil über 4.200 USD, Silber setzt neue Rekordmarken. Der Handel spürt vor Weihnachten zunehmende Engpässe.
Goldpreis stabil, Silber setzt neue Marken
Der Goldmarkt bleibt freundlich. Immer wieder verteidigt Gold die Zone um 4.200 US-Dollar. Gleichzeitig sorgt Silber für die dynamischeren Akzente. Die Aussicht auf eine US-Zinssenkung in der kommenden Woche und robuste charttechnische Signale geben dem Markt zusätzlichen Halt.
Silber steigt stark, der Goldpreis bleibt stabil – knappe Ware sorgt für höhere Ankaufpreise.
Gold und Silber: Fester Wochenausklang
Am Freitag um 11:30 Uhr wurde Gold auf dem europäischen Spotmarkt bei 4.224 US-Dollar bzw. 3.625 Euro gehandelt. Auf Wochensicht entspricht das einem Plus von 1,5 Prozent in USD und 0,7 Prozent in EUR. Silber legte dagegen deutlich stärker zu: 58,10 US-Dollar (+7,8 Prozent) bzw. 49,88 Euro (+7 Prozent) – neue Rekordstände.
Der kräftige Silberanstieg zieht wieder deutlich mehr Käufer an. Die Folge: Die Produktverfügbarkeit ist angespannt. Denn viele Händler melden leere Regale bei Silbermünzen des aktuellen Jahrgangs sowie Engpässe bei 1-kg-Barren. Auch gebrauchte Silberware kommt kaum auf den Markt. Prägestätten arbeiten an Rückständen; Lieferzeiten verlängern sich vor Weihnachten spürbar.
Gold kaufen: Aufgelder unverändert, Spreads enger
Die Goldreporter-Abfrage unter fünf großen Händlern zeigt stabile Aufgelder – trotz leichter Preisanstiege:
Krügerrand (neu): Ø 3.766 Euro (+25 Euro zur Vorwoche), Aufgeld unverändert bei 3,89 %. Ältere Jahrgänge bleiben rund 90 Euro günstiger.
100-g-Goldbarren: Ø 11.840 Euro (+70 Euro), Aufgeld leicht gesunken auf 2,17 %.
Die Spreads ziehen im Goldbereich leicht an – vor allem, weil Händler höhere Ankaufpreise bieten.
Die Spreads sind im Goldbereich leicht gefallen, durch eine Anhebung des Ankaufpreisniveaus.
Der Silberhandel zeigt kleinere Veränderungen – trotz des Preissprungs:
Maple Leaf (neu): Ø 66,53 Euro (+4,27 Euro), Aufgeld weiter 33 %. Ältere Jahrgänge bleiben bis zu 4,8 Euro günstiger.
1-kg-Silberbarren: Ø 2.069 Euro (+133 Euro), Aufgeld konstant bei 29 %.
Die Spreads bei Silber sind leicht gefallen.
Preisdaten vom 5. Dezember 2025: Durchschnittswerte deutscher Edelmetallhändler für Krügerrand, Maple Leaf, Silberbarren und Goldbarren.
Einordnung: Händler zahlen mehr für knappe Ware
Die höheren Anlaufpreise spiegeln die Lage im Edelmetall-Handel deutlich wider. Besonders im Silbersegment ist Gebrauchtware knapp, was Händler zu höheren Ankaufpreisen zwingt. Die Aufgelder bleiben weitgehend konstant; Abschläge auf Sekundärware bestehen, sofern überhaupt verfügbar. Präzise Preisvergleiche bleiben daher essenziell.
Tipps zum Nachschlagen: Altersvorsorge mit Gold Der Spezial-Report „Altersvorsorge mit Gold“ liefert kompakte Informationen für den Vermögensaufbau mit Gold – inklusive steuerlicher Hinweise, Produktvergleich und Fallbeispielen. Erhältlich im Goldreporter-Shop.
Der Goldpreis bleibt am Freitag stabil über 4.200 USD. US-Inflationsdaten und Verbrauchervertrauen setzen die Akzente vor der Fed-Sitzung.
Gold heute – 4.200 USD gehalten
Gold startete am Freitag mit leichten Gewinnen in den Handel. Um 8:30 Uhr kostete die Unze 4.228 USD bzw. 3.623 EUR. Damit lag Gold 0,4 Prozent (USD) bzw. 0,3 Prozent (EUR) über dem Vortag. Auch die Aktienmärkte eröffneten freundlich.
Händler warten auf US-Daten – Gold behauptet die 4.200-USD-Zone.
Update, 05.12.205, 22:00 Uhr: Gewinnmitnahmen zum Wochenende
Die Kurse der Edelmetalle kamen am Nachmittag mit den Aktienindizes zurück. Der Handel war geprägt von leichten Gewinnmitnahmen vor dem Wochenende und der Fed-Sitzungswoche. Gold schloss an der Schwelle von 4.200 USD / 3.600 EUR (-0,2 %).
Kursentwicklung von Nasdaq, Euro/USD, Gold und Bitcoin im Tagesverlauf am 05.12.2025
Rückblick – Wenig Bewegung
Am Donnerstag pendelte der Goldpreis eng um die Marke von 4.200 USD. Neue Impulse aus den USA blieben aus, sodass die Erwartung einer Zinssenkung in der kommenden Woche stabil blieb. Die Fed-Watch-Wahrscheinlichkeit lag wenig verändert bei 87 Prozent.
Ausblick – Inflationsdaten aus den USA
Heute stehen die PCE-Inflationsdaten, Konsumausgaben und Einkommen aus dem September auf der Agenda – dazu das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan. Die Märkte richten den Blick jedoch bereits klar auf die Fed-Sitzung in der kommenden Woche.
Viele Staaten reduzieren ihre Dollar-Abhängigkeit. Zentralbanken kaufen so viel Gold wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Was treibt die Entwicklung und was können Anleger daraus lernen?
Goldbarren auf Dollar-Noten: Immer mehr Zentralbanken setzen auf Gold statt Dollar.
Warum der Dollar an Dominanz verliert
Der US-Dollar bleibt zwar die wichtigste Reservewährung. Dennoch mehren sich Signale, dass sein Anteil am globalen Währungssystem langfristig sinken könnte. Gründe dafür sind die wachsende geopolitische Unsicherheit, der Einsatz des Dollars als politisches Druckmittel sowie strukturelle Faktoren wie die stark gestiegene US-Staatsverschuldung.
Dabei verfolgen viele Staaten das gleiche Ziel: die eigene Verwundbarkeit gegenüber Dollar-Schwankungen und US-Sanktionspolitik zu verringern.
Die weltweite Goldnachfrage der Zentralbanken steigt weiter. Was Staaten vormachen, wird auch für Anleger zur strategischen Leitlinie.
Zentralbanken greifen verstärkt zu Gold
Zentralbanken weltweit haben in den vergangenen Jahren so viel Gold gekauft wie seit den 1970ern nicht mehr. Gold gilt ihnen als neutraler Vermögenswert ohne Gegenparteirisiko. Es ist unabhängig von politischen Entscheidungen und weltweit liquide.
Besonders aktiv sind Schwellenländer wie China, Indien, die Türkei und viele Staaten im Nahen Osten. Sie alle erhöhen ihre Bestände stetig und oft ohne detaillierte öffentliche Ankündigungen. Diese Käufe bilden eine strukturelle Nachfrageposition, die den Goldpreis nachhaltig stützen.
Geopolitische Spannungen beschleunigen die Entwicklung
Sanktionen gegen Russland im Zuge des Ukraine-Kriegs haben vielen Staaten vor Augen geführt, wie verletzlich Devisenreserven im Dollarraum sein können. Wenn Konten eingefroren werden können, steigt der Anreiz, einen größeren Teil der nationalen Reserven in physische Werte umzuschichten.
Gold erfüllt hier eine zentrale Rolle: Es lässt sich im eigenen Land lagern, kann international verliehen oder gehandelt werden und ist historisch ein bewährtes Mittel zur Stabilisierung nationaler Währungen.
Währungsrisiken: Schutz vor Volatilität und Inflation
Auch geldpolitische Unsicherheiten spielen eine Rolle. Die jahrelangen Zinsschritte der Federal Reserve, Inflationsschübe und die schwankende Stärke des Dollars sorgen dafür, dass Staaten ihre Portfolio-Struktur überdenken.
Gold bietet Stabilität, besonders in Phasen, in denen Währungen unter Druck stehen. Für viele Notenbanken ist der Metallkauf damit ein Mittel zur Risikostreuung.
Ein weiterer Treiber ist die stärkere wirtschaftliche Zusammenarbeit der BRICS-Staaten. Sie experimentieren mit Alternativen zu Dollar-basierten Zahlungssystemen und diskutieren Modelle für neue Reserveinstrumente. Gold könnte dabei zum Anker werden – als gemeinsame, politisch neutrale Grundlage für multilaterale Abrechnungen.
Damit steigt die Bedeutung des Metalls für Länder, die ihren finanziellen Handlungsspielraum erweitern wollen.
Warum die Entwicklung den Goldmarkt langfristig beeinflusst
Der Trend zur Dedollarisierung verläuft schrittweise, aber stetig. Zentralbanken handeln nicht kurzfristig, sondern verfolgen langfristige strategische Ziele.
Dass sie trotz hoher Preise weiter Gold kaufen, signalisiert strukturelle Unterstützung für den Markt. Diese Nachfragequelle unterscheidet sich von Investorenströmen, die stark auf Stimmungen reagieren.
Analysten gehen davon aus, dass dieser Trend noch Jahre anhalten könnte – getrieben von geopolitischen Spannungen, Währungsrisiken und dem Bedürfnis vieler Staaten nach größerer Unabhängigkeit.
Fazit: Gold wird zur strategischen Reserve einer unsicheren Welt
Die jüngste Umschichtung vieler Staaten zeigt: Gold gewinnt wieder den Stellenwert einer geopolitischen Versicherung. Je unberechenbarer die Weltwirtschaft, desto stärker wächst die Bedeutung eines Vermögenswertes, der keiner Regierung und keiner Währungshoheit untersteht. Für Zentralbanken bleibt Gold damit ein Instrument zur Stabilisierung – und ein Signal an die Märkte, sich unabhängiger vom Dollar zu machen.
Prognose: Die globale Goldnachfrage dürfte strukturell hoch bleiben
Vieles deutet darauf hin, dass der Trend noch nicht am Ende ist. Solange geopolitische Spannungen anhalten und viele Schwellenländer ihre Dollar-Abhängigkeit reduzieren wollen, könnte die Goldnachfrage der Zentralbanken weiter stark bleiben. Auch für Anleger gewinnt Gold wieder an Bedeutung: weniger als kurzfristiges Spekulationsobjekt, sondern zunehmend als Baustein langfristiger Sicherheitsstrategien.
Erkenntnis für Anleger
Die jüngsten Entwicklungen zeigen: Zentralbanken handeln nicht aus Tradition, sondern aus Notwendigkeit. Sie sichern sich gegen Währungsverfall, geopolitische Risiken und den Verlust von Kaufkraft ab. Wer als privater Anleger ähnlich denkt, kann daraus ebenso profitieren. Regelmäßige Goldkäufe glätten Kursschwankungen, stärken die eigene finanzielle Unabhängigkeit und schaffen ein widerstandsfähiges Polster für unsichere Zeiten. Gold bleibt damit nicht nur für Staaten, sondern auch für private Haushalte eine der zuverlässigsten Formen langfristiger Vermögenssicherung.
Der Goldpreis ringt um die 4.200er-Marke. Während der Gold-ETF GLD nur moderate Zuflüsse zeigt, erlebt der größte Silber-ETF deutliche Kapitalströme.
Goldpreis ringt um 4.200 USD – ETF-Daten zeigen moderate Zuflüsse bei Gold und deutliche Käufe im Silber-Segment.
Goldpreis schwankt um 4.200 USD
Der Goldpreis pendelte zuletzt eng um 4.200 USD bzw. 3.600 EUR. Klare Impulse blieben vor der Fed-Sitzung aus. Die technische Struktur wirkt robust, solange 4.150 USD und 3.500 EUR halten.
Die Daten der großen Edelmetall-ETFs zeigen ein gemischtes Bild – Gold leicht positive, Silber auffallend starke Kapitalströme.
Am Mittwoch schloss Gold an der COMEX bei 4.206 USD / 3.605 EUR. Auf Wochensicht ergibt sich ein Plus von 1,0 Prozent (USD) und 0,4 Prozent (EUR). Silber entwickelte sich deutlich dynamischer: plus 9,5 Prozent (USD) und 8,9 Prozent (EUR) auf 58,46 USD / 50,11 EUR – neue Rekordhochs.
In der Thanksgiving-Woche blieb der Handel mit Gold-ETFs weitgehend verhalten. Beim SPDR Gold Shares (GLD) gab es bis zum Monatswechsel kaum Bewegungen. Vom 01. bis 03. Dezember 2025 flossen dem Fonds netto 15 Millionen US-Dollar zu – nach vorherigen Abflüssen von insgesamt 42 Millionen US-Dollar.
Das physische Inventar stieg um 1,15 Tonnen auf 1.046,58 Tonnen und liegt damit nur knapp unter Jahreshoch. Ein Anteil entspricht weiterhin 0,1 Feinunze Gold.
GLD-Kapitalströme vom 27. November bis 3. Dezember 2025: ein starker Zufluss zum Monatswechsel, gefolgt von moderaten Abflüssen.
Silberfonds mit massiven Kapitalzuflüssen
Deutlich stärker fiel die Bewegung beim iShares Silver Trust (SLV) aus. Das Inventar stieg binnen fünf Tagen um 416,22 Tonnen auf das neue Jahreshoch von 15.998,55 Tonnen. Der Kapitalzufluss von rund 502 Millionen US-Dollar spiegelt das steigende Momentum am Silbermarkt wider. Ein Anteil entspricht weiterhin einer Feinunze Silber.
Die SLV-Bestände kletterten auf 15.999 Tonnen und erreichten damit ein neues Jahreshoch. Die Grafik zeigt die wöchentliche Entwicklung der vergangenen zwölf Monate.
Jahresbilanz: Gold- und Silber-ETFs mit kräftigen Zuwächsen
Seit Jahresbeginn zeigen beide ETFs kräftige Zuwächse:
GLD: +174 Tonnen / +19,9 Mrd. USD
SLV: +1.622 Tonnen / +2,2 Mrd. USD
Diese Entwicklungen unterstreichen die strukturell hohe Nachfrage nach Edelmetallen – sowohl institutionell als auch privat.
Gold- und Silberbestände in GLD und SLV per 3. Dezember 2025 sowie die Veränderung gegenüber der Vorwoche.
Bedeutung für den Goldkurs
ETF-Bestände gelten als wichtiger Indikator für Anlegerstimmung. Zuflüsse verstärken häufig bestehende Trends, während Abflüsse eher Liquiditätsbedarf anzeigen. Für die kurzfristige Preisbildung bleibt allerdings der Terminmarkt maßgeblich. ETFs reagieren meist mit Verzögerung und spiegeln mittelfristige Erwartungen größerer Marktteilnehmer wider.
Die weltweiten Goldreserven steigen deutlich. Neue WGC-Daten zeigen starke Goldkäufe mehrerer Schwellenländer wie Polen, Brasilien und Indonesien.
Die Goldreserven vieler Länder sind stark gestiegen – besonders Polen, Brasilien und Indonesien kauften im Oktober größere Mengen hinzu.
Goldreserven: Viele Länder kaufen weiter zu
Die weltweiten Goldreserven sind im Oktober deutlich gestiegen. Neue Daten des World Gold Council (WGC) zeigen, dass zahlreiche Zentralbanken ihre Bestände weiter ausbauen – angeführt von mehreren Schwellenländern, die mit kräftigen Käufen überraschen.
Viele Zentralbanken stocken ihre Goldbeständedeutlich auf – und vor allem Schwellenländer setzen mit großen Käufen ein Signal für den Goldmarkt.
Schwellenländer treiben den Aufbau
Besonders aktiv waren Brasilien, Polen und Indonesien.
Brasilien erhöhte seine Reserven um 16 Tonnen auf 161,1 Tonnen, nach ebenfalls starken Zuflüssen im Vormonat.
Polen kaufte 15,6 Tonnen hinzu und hält nun 530,9 Tonnen.
Indonesien stockte um 3,9 Tonnen auf 84,3 Tonnen auf.
Daneben meldeten auch Tschechien (+2,4 t) und Usbekistan (+9,3 t) spürbare Zuwächse. Die Türkei vergrößerte ihre rein staatlichen Reserven um 3 Tonnen auf 644,3 Tonnen; inklusive hinterlegter Bankbestände ergibt sich ein Gesamtinventar von 802,7 Tonnen.
Aktiv waren zudem kleinere Notenbanken wie Kirgisien (+1,7 t), Ghana (+1,0 t), China (+0,9 t), Kasachstan (+0,7 t), Serbien (+0,5 t), die Philippinen (+0,6 t) und Slowenien (+0,2 t).
Top-5 stabil – Russland mit Abgang
An der Spitze der größten Goldhalter bleibt das Bild unverändert: Die USA führen mit 8.133,5 Tonnen, gefolgt von Deutschland (3.350,3 t), Italien (2.451,8 t) und Frankreich (2.437 t).
Russland verzeichnet dagegen einen Rückgang um 3,1 Tonnen auf 2.326,5 Tonnen – exakt die Menge, die im Vormonat noch zugebucht worden war. Zuletzt hatte das Land Goldentnahmen aus dem Staatsfonds bestätigt. Auch China erhöhte seine Bestände nur leicht um 0,9 Tonnen auf 2.303,2 Tonnen.
Weltweit knapp 36.500 Tonnen
Insgesamt summieren sich die gemeldeten staatlichen Goldreserven laut WGC nun auf 36.457,4 Tonnen. Das sind rund 98 Tonnen mehr als im Vormonat. Allerdings veröffentlichen nicht alle Länder regelmäßig Daten. Zu den Staaten ohne laufende Berichte zählen unter anderem Iran, Israel und Nordkorea. Die WGC-Übersicht basiert auf offiziellen Angaben der Zentralbanken und ergänzenden Informationen des IWF.
Insgesamt summieren sich die gemeldeten staatlichen Goldreserven laut WGC nun auf 36.457,4 Tonnen. Das sind rund 98 Tonnen mehr als im Vormonat. Allerdings veröffentlichen nicht alle Länder regelmäßig Daten. Zu den Staaten ohne laufende Berichte zählen unter anderem Iran, Israel und Nordkorea. Die WGC-Übersicht basiert auf offiziellen Angaben der Zentralbanken und ergänzenden Informationen des IWF.
Dabei hält sich Gold erneut nur knapp über 4.200 USD und reagiert spürbar auf die steigenden Erwartungen an die Fed-Sitzung.
Gold pendelt am Donnerstag um 4.200 USD und bleibt unter Druck. Die Märkte ruhig, der Fokus richtet sich klar auf die Fed-Sitzung.
Gold heute – 4.200 USD im Fokus
Gold startete am Donnerstag knapp unter den Marken von 4.200 USD (-0,2 %) bzw. 3.600 EUR (-0,1 %). Aus technischer Sicht sind bei Gold die Marken von 4.150 USD und 3.550 EUR wichtig. Die Aktienmärkte starteten freundlich, der Euro leicht schwächer bei 1,165 US-Dollar.
Rückblick – Ruhiger Handelsverlauf
Am Mittwoch gab es kaum Bewegung beim Goldpreis. Mit Schlusskursen von 4.204 USD bzw. 3.602 EUR hielt sich Gold knapp über Schlüsselmarken. Die US-Wirtschaftsdaten (ADP-Zahlen schwach; ISM Services erwartungsgemäß) stärkten die Erwartungen an eine US-Zinssenkung in der kommenden Woche (Wahrscheinlichkeit: 89 %). Die Markttechnik bei Gold bestätigt einen stabilen Aufwärtstrend.
Ausblick – Fed-Sitzung im Blick
Die Blicke richten sich bereits auf die Fed-Sitzung am kommenden Mittwoch. Wichtige aktuelle US-Daten stehen heute nicht auf dem Programm. Fed-Mitglied Bowmann meldet sich zu Wort.
Goldpreis über 4.200 USD: Die Charttechnik zeigt weiter einen klaren Aufwärtstrend. Sowohl in USD als auch in EUR bleibt Gold technisch stark.
Goldchart in US-Dollar; Basis: US-Futures, Tagesschlusskurse vom 2. Dezember 2025, 6-Monats-Betrachtung.
Goldpreis bei 4.200 USD
Der Goldpreis ging am Dienstag mit 4.208 US-Dollar pro Unze aus dem US-Futures-Handel (Dezember-Kontrakt) – ein Plus von 1,8 Prozent gegenüber der Vorwoche. Damit hat sich Gold der November-Konsolidierung erneut über die Marke von 4.200 USD geschoben. Das Chartbild zeigt einen technisch weiterhin intakten Aufwärtstrend, der von einer klaren Abfolge höherer Tiefs geprägt wird. Der RSI notiert mit 61,6 im neutral-überhitzten Bereich.
Der Goldpreis verteidigt die Marke von 4.200 USD, und beide Charts bestätigen einen stabilen Aufwärtstrend mit frischen Kaufsignalen.
Spotpreise finden Sie wie gewohnt unter Goldpreis aktuell. Die Analyse bezieht sich auf die US-Futures.
Charttechnik: Trend und Struktur
Der primäre Trend bleibt bullisch, getragen von einer steilen Trendlinie seit Anfang September. Seit dem Rücksetzer auf 3.950 USD Mitte November arbeitet sich Gold wieder konsequent nach oben. Wichtig: Alle Rückschläge der letzten vier Wochen endeten oberhalb steigender Support-Zonen.
Der Kurs hält sich weiterhin deutlich über der 200-Tage-Linie (3.467 USD), die stark nach oben zieht und den langfristigen Trend bestätigt.
Widerstände
Mehrere horizontale Widerstände sind aktiv, besonders:
4.235–4.250 USD: Zone der jüngsten Hochpunkte, kurzfristige Barriere.
4.300 USD: Psychologische Marke und Cluster mehrerer Projektionen.
4.350 USD: Hochpunkt der November-Rally
Im Chart ist klar sichtbar: Die obere Trendkanalbegrenzung liegt aktuell im Bereich 4.320–4.360 USD, was Gold kurzfristig deckeln könnte.
Unterstützungen
Die wichtigsten Supports:
4.150 USD: Kante des 4-wöchigen Aufwärtstrends
4.040–4.050 USD: Mehrfach getestet, sehr relevant.
Solange Gold über 4.040 USD notiert, bleibt der kurzfristige Trend eindeutig aufwärtsgerichtet.
Euro-Goldpreis: Trend fest – 3.600 EUR als Schlüsselmarke
Auch der Euro-Goldpreis bleibt im klaren Aufwärtstrend und schloss am 3. Dezember bei 3.619 EUR. Der Markt zeigt – trotz erhöhter Volatilität – eine stabile Struktur mit fortgesetzter Serie höherer Tiefs.
Goldpreis in Euro, US-Futures, 6 Monate, Schlusskurse per 2. Dezember 2025.
Trendlage
Seit dem Ausbruch im September steigt der Euro-Goldpreis in einem breiten, gut definierten Aufwärtskanal. Die 50-Tage-Linie (3.478 EUR) dient als laufender Trendpuffer und wurde seit August nicht mehr nachhaltig unterschritten. Die 200-Tage-Linie (3.039 EUR) verläuft steil nach oben und signalisiert einen strukturell intakten Bullenmarkt.
Auffällig: Die Korrekturen im November blieben deutlich flacher als im USD-Chart – ein Hinweis auf die zusätzliche Unterstützung durch den schwächeren Euro.
Widerstände
Die wichtigsten Widerstandszonen:
3.650–3.670 EUR: Bereich der jüngsten Hochpunkte
3.720–3.750 EUR: Oberes Trendziel + Projektion aus der Septemberrally
Ein Rebreak über 3.650 EUR wäre ein prozyklisches Signal in Richtung der Allzeitzonen.
Unterstützungen
Die zentralen Support-Zonen:
3.550 EUR: Kurzfristige Unterkante
3.480–3.500 EUR: Starke Unterstützungszone rund um die 50-Tage-Linie
Der RSI liegt bei 60,2 – neutral/leicht erhöht, aber ohne Warnsignal. Der Markt ist nicht überkauft. Das Momentum stabilisiert sich nach der November-Korrektur.
Fazit
Gold bleibt in USD und EUR klar im Aufwärtstrend. Beide Charts zeigen stabile höhere Tiefs, starke 50-Tage-Linien und RSI-Werte um 60 ohne Überhitzung. Solange Gold über 4.040 USD bzw. 3.480 EUR bleibt, dominiert der Bullenmarkt. Ein Ausbruch über 4.250 USD und 3.650 EUR würde neue Hochs eröffnen.
Italiens Gold-Debatte entfacht neue Fragen: Wem gehören Europas Goldreserven – und wer dürfte sie im Ernstfall nutzen?
Symbolbild: Goldbarren vor italienischer Flagge. In Rom wird erneut über Eigentum und mögliche Nutzung der nationalen Goldreserven gestritten.
Diskussion um Goldreserven Italiens
Italiens Regierung sorgt derzeit für Unruhe auf den Finanzmärkten. Abgeordnete aus dem Lager von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni wollen gesetzlich festschreiben, dass die Goldreserven des Landes „Eigentum des italienischen Volkes“ seien. Kritiker fürchten: Ein solcher Schritt könnte den Weg zu politischen Eingriffen in die Bestände ebnen – und im Extremfall auch zu Verkäufen.
Italien streitet über die Eigentumsrechte seiner Goldreserven. Ökonomen warnen vor politischem Zugriff – und möglichen Folgen für die Eurozone.
Italien verfügt über die drittgrößten Goldreserven der Welt, rund 2.450 Tonnen. Nur die USA und Deutschland besitzen mehr. Mit einem Marktwert von knapp 300 Milliarden Euro stellen die Bestände eine zentrale Säule der italienischen Währungs- und Finanzsicherheit dar. Bislang vertritt die italienische Zentralbank die klare Position, dass sie die Reserven in Eigenverantwortung hält – im Rahmen der offiziellen Devisenreserven des Landes und als Beitrag zur Stabilität des Euro.
Politischer Vorstoß – oder Vorbereitung auf fiskalischen Zugriff?
Die Regierungspartei Fratelli d’Italia („Brüder Italiens“) argumentiert, die Reserven seien letztlich das Ergebnis der historischen Leistungen der italienischen Bevölkerung und sollten deshalb als öffentliches Eigentum definiert werden. Gegner sehen darin weniger eine symbolische Geste als eine riskante Weichenstellung:
Ein klarer Eigentumstitel des Staates könnte es künftigen Regierungen erleichtern, Gold zur Schuldentilgung oder Haushaltsfinanzierung einzusetzen.
Italiens Staatsverschuldung zählt zu den höchsten der Eurozone.
Der Schritt käme zu einem Zeitpunkt wirtschaftlicher Belastungen, geprägt von steigenden Sozialausgaben und anhaltendem Kostendruck bei Gesundheit, Energie und Infrastruktur.
Ökonomen warnen, dass ein politischer Zugriff auf die Goldreserven ein fatales Signal wäre: Ländern werde zugemutet, ihre letzten Reserven zu liquidieren, was internationale Vertrauen massiv erschüttern könnte.
EZB warnt: Italiens Gold ist kein Spielball der Politik
Die Europäische Zentralbank wurde bereits konsultiert und prüft den Gesetzesvorstoß.
Eine Änderung des Gold-Eigentums könnte europarechtlich unzulässig sein.
Warum die Debatte über Goldreserven in Europa an Brisanz gewinnt
Die italienische Golddiskussion fällt in eine Phase, in der mehrere Länder unter Haushaltsdruck stehen – und gleichzeitig große geopolitische Unsicherheiten herrschen. Italien ist nicht allein:
Die Frage, wer rechtlich Zugriff auf staatliche Goldbestände hat, gewinnt damit europaweit an Bedeutung.
Doch anders als in Schwellenländern ist die Situation in der Eurozone komplexer:
Gold dient nicht nur nationalen Zwecken, sondern stützt auch das Vertrauen in den Euro als Währung.
Die Unabhängigkeit der Zentralbanken ist rechtlich besonders geschützt.
Ökonomisch gilt Gold in Europa weiterhin als letzte und unantastbare Reserve – nicht als Liquiditätsquelle.
Was bedeutet das für Italien – und für Europa?
1. Ein soziales Signal?
Italienische Oppositionsparteien sehen im Vorstoß der Regierung eher eine Ablenkung von steigenden Lebenshaltungskosten. Bürger sollen das Gefühl erhalten, dass sie kollektiv über einen strategischen Vermögenswert verfügen.
2. Ein fiskalisches Risiko?
Sollte – jetzt oder in Zukunft – eine Regierung auf die Idee kommen, Bestände zu verkaufen, wäre dies ein dramatischer Vertrauensverlust für Investoren und die EZB.
3. Ein strukturelles Warnsignal für Europa?
Die Diskussion zeigt: In Zeiten hoher Staatsverschuldung wachsen Begehrlichkeiten, an Reserven zu rühren.
Doch die zentrale Frage bleibt:
Wie viel politische Kontrolle darf eine Regierung über Goldreserven ausüben – ohne die finanzielle Stabilität zu gefährden?
Fazit: Italiens Golddebatte ist mehr als Symbolpolitik
Die aktuelle Diskussion betrifft nicht nur Rom, sondern könnte ein Präzedenzfall für die gesamte Eurozone werden. Goldreserven gelten als unantastbares Fundament staatlicher Glaubwürdigkeit. Jede Änderung der Eigentumsverhältnisse – auch wenn sie zunächst nur deklaratorisch erscheint – hätte weitreichende Folgen.
Italien sendet damit ein weiteres Signal in eine ohnehin fragile Finanzlage:
Der Goldpreis hält am Mittwoch zunächst die 4.200-USD-Marke, während Händler auf ADP-Report, ISM Services und weitere US-Daten blicken.
Der Goldpreis bleibt am Mittwoch zunächst stabil über 4.200 USD. Wichtige US-Daten wie ADP und ISM könnten im Tagesverlauf für neue Impulse sorgen.
Gold heute – Hält die 4.200er-Marke?
Gold startete am Mittwoch weitgehend stabil in den Handel. Um 8 Uhr notierte die Feinunze am Spotmarkt bei 4.208 USD bzw. 3.614 EUR. Dabei preisen Händler die hohe Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung der US-Notenbank in der kommenden Woche ein. Der Markt sieht die Chancen dafür inzwischen bei 88 Prozent.
Rückblick – Schwankungen am Dienstag
Am Dienstag zeigte sich der Handel volatil. Der Goldpreis lief mehrfach an die Marke von 4.200 USD heran und pendelte zwischen leichtem Plus und deutlichen Abschlägen. Am Ende stand ein Minus von rund 0,6 Prozent mit Schlusskursen bei 4.210 USD bzw. 3.620 EUR. Aktienmärkte legten dagegen zu, während Kryptowährungen nach ihrem jüngsten Ausverkauf zur Erholung ansetzten.
Ausblick – ADP, ISM, Eurozone-Daten
Heute richtet sich der Blick auf eine Reihe wichtiger Konjunkturdaten: den ADP-Arbeitsmarktbericht, den ISM Services PMI sowie Export- und Importpreise und die Industrieproduktion der USA für September. Zusätzlich liefert die Eurozone die Erzeugerpreise für Oktober.
Der Goldpreis fiel am Dienstag unter 4.200 USD. Breite Marktunsicherheit und Abflüsse aus Risikoanlagen prägten den Handel.
Gold rutschte am Dienstag unter 4.200 USD, während die Marktlage weiter von Unsicherheit geprägt ist.
Goldpreis rutscht unter 4.200 USD
Der Handel startete am Dienstag mit erneuter Schwäche beim Goldpreis. Am Vormittag warteten Händler weiter auf frische US-Wirtschaftsdaten. Außerdem blieben Fragen zu hohen Aktienbewertungen offen, während der Kryptomarkt (Bitcoin -20 Prozent in einem Monat) deutliche Kapitalabflüsse zeigt.
Unsicherheit und Liquiditätsabflüsse prägen den Markt – Gold rutscht erneut unter 4.200 USD.
Dabei weist Gold seit Jahresbeginn weiterhin ein kräftiges Plus von rund 60 Prozent aus. Aber am Dienstag fiel die Notierung erneut unter 4.200 US-Dollar. Zusätzlich sorgte der jüngste Ausfall im US-Futures-Handel für Diskussionen über die Stabilität des Termin- bzw. Papiergold-Marktes.
Um 11 Uhr kostete die Feinunze am europäischen Spotmarkt 4.192 USD bzw. 3.610 EUR. Das entsprach einem Rückgang von rund einem Prozent. Silber gab nach der Rekordrally ebenfalls nach und notierte bei 56,92 USD (49,03 EUR).
Währenddessen zogen die Marktzinsen erneut an. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen lag am Dienstag bei 4,10 Prozent (Vorwoche: 4,04 Prozent). Deutsche Bundesanleihen kamen auf 2,76 Prozent. Damit fielen die Anleihekurse weiter, was auf eine gedämpfte Nachfrage und höhere Risikoaufschläge hindeutet.
Anleiherenditen in den USA und Europa in der Übersicht am 25. November 2025
Gold und Anleihen – Verhältnis bleibt angespannt
Beide Anlageklassen gelten als defensive Häfen. Steigende Renditen können Zinspapiere attraktiver machen, während Gold besonders bei Inflationssorgen profitiert. Aber in der aktuellen Phase fließt Liquidität aus vielen Märkten ab, wodurch der Zinseffekt bei der Goldpreis-Entwicklung eine untergeordnete Rolle spielt.
Erneut wurden 25 Tonnen Gold aus New York abgezogen. Die Fed meldet den dritten Monatsrückgang in Folge und deutliche Verschiebungen bei Reserven.
Goldbarren im Fed-Tresor: Im Oktober wurden 25 Tonnen aus New York abgezogen.
Erneut Goldabgang bei der Fed in Manhattan
Die Federal Reserve weist für Oktober 2025 einen weiteren Rückgang der in Manhattan verwahrten Goldreserven aus. Damit verzeichnet die Fed den dritten Monatsabgang in Folge. In den Tresoren an der Liberty Street lagert Gold im Auftrag internationaler Eigentümer – überwiegend nationale Reserven.
Aber erneut wurde Gold aus New York abgezogen – die Fed meldete für Oktober ein Minus von 25 Tonnen und setzt damit die Serie fallender Goldbestände fort.
Der bilanzierte Wert dieser Bestände sank zum Monatsende auf 7.952 Millionen US-Dollar (Vormonat: 7.986 Millionen US-Dollar).
Die Fed bewertet dieses Gold traditionell mit 42,22 US-Dollar je Feinunze, dem historischen Goldpreis zu Beginn der 1970er-Jahre. Aus dem aktuellen Bilanzwert ergibt sich eine physische Menge von 188,346.755 Unzen bzw. 5.858,24 Tonnen.
Gegenüber dem Vormonat schrumpfte das Inventar um 805.305 Unzen oder 25 Tonnen. Damit summieren sich die Abgänge seit August auf rund 75 Tonnen – nach einem Minus von 35 Tonnen im Vormonat.
Was der Goldabzug für Zentralbanken bedeutet
Solche Transfers wirken selten direkt auf den Tagespreis, können aber die Liquidität im Zentralbankensektor, die Struktur nationaler Währungsreserven und das Vertrauen in Lagerorte beeinflussen. Analysten deuten deutliche Abflüsse häufig als Ausdruck geopolitischer Umschichtungen.
Auf kurze Sicht spielt der physische Abgang für die Kursbildung nur indirekt eine Rolle – etwa über Stimmungs- und Vertrauenseffekte. Dennoch können größere Verschiebungen Trends verstärken. Mehr dazu auf der Themenseite Goldpreis-aktuell.
Auch für den US-Dollar können solche Bewegungen relevant sein: Ein Vertrauensverlust gegenüber dem Lagerort USA kann den DXY schwächen. Zuletzt dominierten Zentralbankkäufe in Asien und den Schwellenländern, oft im Rahmen der fortschreitenden Dedollarisierung.
Welche Länder die größten Reserven halten und wer zuletzt gekauft oder verkauft hat, finden Sie im Hub Goldreserven weltweit.
Trendwende mit Vorgeschichte
Diese jüngste Bestandsentwicklung ist deshalb bemerkenswert, weil das Goldlager bei der Fed in New York seit März 2023 wieder deutlich angestiegen war. Dagegen hatte es in den Jahren davor einen Trend zum Abzug von staatlichem Gold aus den Vereinigten Staaten gegeben.
Bemerkenswert ist die Abzugsserie, da die Bestände im Fed-Tresor seit Frühjahr 2023 eigentlich wieder gestiegen waren. Zuvor gab es einen mehrjährigen Trend zu Repatriierungen staatlicher Gold-Bestände.
Beispiele: Deutschland, Österreich und die Niederlande hatten beträchtliche Mengen aus New York zurückgeführt.
Lesetipp: Goldreporter besuchte den Fed-Tresor 2014 vor Ort. Die Reportage Der Fed-Report (9,95 Euro) erklärt u.a., wie Privatpersonen Teile der Anlage besichtigen können.
Was die Zahlen aussagen – und was nicht
Der monatliche Fed-Rechnungsbericht enthält ausschließlich Daten zum Earmarked Gold, also Gold, das im Auftrag anderer Staaten verwahrt wird. Die US-Goldreserven selbst liegen nicht in Manhattan, sondern werden separat bilanziert.
Wer die zuletzt abgezogenen Barren besitzt, bleibt offen – Auskünfte gibt die Fed grundsätzlich nicht. Informationen erhält man nur von den jeweiligen Eigentümern.
Der Goldpreis startet schwach in den Dienstag und fällt auf 4.205 USD – vor den Euro-Inflationsdaten steigt die Unsicherheit.
Goldpreis fällt am Dienstag auf 4.205 USD. Asien-Auftakt schwach, Euro-Inflation im Fokus. Märkte bleiben nervös.
Gold heute – Schwächer am Dienstag
Gold rutschte im asiatischen Handel spürbar ab. Um 7:30 Uhr notierte der Goldpreis bei 4.205 USD bzw. 3.622 EUR. Damit lagen die Kurse rund 0,6 Prozent unter dem Vortag. Außerdem zeigt sich im Jahresverlauf weiter ein deutlicher Aufwärtstrend: plus 60 Prozent in USD und 45 Prozent in EUR.
Update, 02.12.2025, 17:30 Uhr: Gold unter 4.200 USD Nach einem volatilen Kursverlauf rutscht der Goldpreis am frühen Abend wieder unter die 4.200er-Schwelle und 1,3 Prozent ins Minus. Dagegen wechseln Aktien und Bitcoin (90.000) auf die Gewinnerseite – bei verstärktem „Risk-off“-Handel.
Rückblick – Fester Wochenstart, starke Bewegung bei Silber
Dabei endete der Montag noch freundlich. Der Goldpreis schloss leicht höher bei 4.232 USD bzw. 3.645 EUR. Silber sprang um 2,8 Prozent auf ein neues Rekordhoch. Deshalb blieb die Erwartung einer Fed-Zinssenkung im Dezember stabil bei 87 Prozent. Aber gleichzeitig signalisierte der Fear-&-Greed-Index des S&P 500 weiter „Extreme Fear“, was den Marktton dämpfte.
Ausblick – Euro-Inflation und Fed-Rede im Fokus
Heute richtet sich der Blick auf die November-Inflationsdaten der Eurozone.
Aus den USA kommen keine wichtigen Konjunkturdaten, aber Fed-Mitglied Bowman spricht am Abend.
Der Goldpreis zeigt im Dezember historisch Schwäche – trotz starkem Jahresverlauf und neun Monatsgewinnen.
Goldbarren in winterlicher Umgebung: Der Dezember zählt historisch zu den schwächeren Monaten beim Goldpreis.
Der Goldpreis legte 2025 stark zu. Doch der Dezember gilt historisch als eher schwacher Monat. Unsere Analyse zeigt Chancen, Risiken und Trends.
Goldpreis: Neunter Monatsgewinn
Gold setzte seinen Aufwärtstrend im November fort. Auf Basis des Londoner Referenzkurses schloss die Feinunze bei 4.191 US-Dollar beziehungsweise 3.616 Euro. Das ergibt ein Monatsplus von 4,5 Prozent (USD) und 3,9 Prozent (EUR). Damit verzeichnete Gold den vierten Anstieg in Folge – und bereits den neunten Monat mit Gewinnen im laufenden Jahr.
Seit Jahresbeginn summiert sich der Zuwachs auf 61 Prozent in USD und 44 Prozent in Euro. Vor zwölf Monaten lag der Preis noch bei 2.512 Euro pro Unze, was ebenfalls einem Jahresanstieg von 44 Prozent entspricht. Für Anleger im Euroraum bedeutet das: Gold lieferte weit mehr als nur einen Ausgleich der Inflation.
Saisonalität: Dezember zählt historisch zu den schwächeren Monaten
Ein Blick auf die bis 1970 zurückreichende Datenreihe zeigt ein differenziertes Bild. Der Dezember erzielte im Schnitt lediglich 0,09 Prozent Zuwachs und steht damit auf Rang vier von hinten der traditionellen Goldmonate.
Seit 1970 schloss der Goldpreis 25-mal positiv und 30-mal negativ (Quote: 45 Prozent). In den beiden jüngsten Jahren endete der Dezember ohne Gewinne. Zuvor gab es allerdings eine Phase von sechs aufeinanderfolgenden positiven Dezembermonaten.
Goldpreis-Statistik für Dezember seit 1970: Mit plus 0,09 Prozent rangiert der Dezember nur auf dem viertletzten Platz unter den besten Goldmonaten des Jahres.
Charakteristik des Dezemberhandels
Besonders auffällig ist das Muster nach Abschluss des Jahres: Häufig folgte auf einen schwachen Dezember eine Trendwende nach oben. Zwischen 2008 und 2017 brachte der Monat achtmal in neun Jahren Verluste. Die volatilsten Phasen lagen:
Nach der Finanzkrise 2008
Während der Schwächeperiode 2012–2013
Damals fiel der Euro-Goldpreis nach den Rekordständen der Eurokrise unter 1.000 Euro und erreichte ein Mehrjahrestief von 866 Euro. Anschließend setzte sich der übergeordnete Aufwärtstrend fort – trotz wiederkehrender Schwächephasen im Dezember.
Dezember im historischen Goldpreis-Vergleich: Top- und Flop-Jahre
Die beste Dezember-Performance (Top-5)
1979: +25,79 %
1973: +14,11 %
1978: +9,77 %
2007: +6,81 %
1993: +5,67 %
Die schwächste Dezember-Performance (Top-5)
1991: -10,10 %
2011: -8,68 %
1989: -7,07 %
2004: -6,94 %
1983: -5,90 %
Hinweis: Alle Angaben beziehen sich auf den Euro-Goldpreis zum Monatsende, basierend auf dem London P.M. Fixing / LBMA-Kurs. Für die Zeit vor Einführung des Euro wurden die Daten mithilfe der DM-Notierungen (Umrechnungskurs 1 Euro = 1,95583 DM) rekonstruiert.
China zahlt weiter Aufpreis – der Goldpreis-Aufschlag an der SGE bleibt trotz Rückgang ein Signal für höhere lokale Nachfrage.
Die Shanghai Gold Exchange notierte Ende November erneut über dem europäischen Spotpreis – bei einem Aufschlag von 13 USD.
Der Goldpreis in China lag erneut über Europa. An der SGE betrug der Aufschlag 13 USD – nach 20 USD in der Vorwoche.
SGE-Aufschlag sinkt – Goldpreis in China weiter über Europa
Der Goldpreis in China lag auch in der vergangenen Woche über dem europäischen Spotkurs. An der Shanghai Gold Exchange (SGE) zeigte die Feinunze am 28. November 2025 einen Aufpreis von rund 13 USD – 7 USD weniger als noch eine Woche zuvor.
Messzeit: [Fr. 28.11.25, 14:30 h Shanghai] / [08:30 h MEZ Berlin]
Aufschlag China → Europa Spot: +13 USD/oz (21.11.25: +20 USD); Δ: -7 USD
Chinesischer Markt bleibt über Wochen hinweg stärker
Trotz des Rückgangs hält der über dem Weltmarkt liegende Kurs nun sieben Wochen in Folge an. Das deutet darauf hin, dass Käufer in China weiterhin bereit sind, höhere Preise zu akzeptieren – ein Zeichen für ein grundsätzlich festes Marktumfeld.
Markt / Kennzahl
28.11.25
21.11.25
Δ
Gold China SGE Fix (CNY/Gramm)
948,34
922,70
+2,8 %
Gold China SGE (USD/Gramm)
134,48
130,40
+4,08
Goldpreis China SGE
(USD/oz)
4.183
4.056
+127
Goldpreis Europa
(USD/oz)
4.170
4.036
+3,3 %
Aufschlag China
→ Europa (USD/oz)
+13
+20
-7
Damit hat sich das Preisfenster zwischen beiden Märkten vorerst wieder verengt.
Was hinter dem schmaleren Aufschlag steckt
Die Schweizer Exportdaten weisen für Oktober lediglich 2,1 Tonnen Goldlieferungen nach China aus – ein im historischen Vergleich niedriger Wert. In diesem Umfeld könnte der gesunkene Aufschlag darauf hindeuten, dass die lokale Nachfrage zuletzt nicht weiter angezogen hat.
In früheren Phasen mit hoher Dynamik – etwa 2024 und im April 2025 – erreichten die Spreads zeitweise bis zu 90 USD je Unze, was unmittelbare Arbitragebewegungen auslöste.
Relevanz für den globalen Goldpreis
Solche Preisunterschiede spielen im internationalen Handel eine wichtige Rolle. Ein höherer SGE-Preis kann physische Ströme umlenken und damit Preisbewegungen beschleunigen. Der aktuelle, moderatere Aufschlag zeigt, dass der chinesische Markt zwar fest bleibt, aber kurzfristig an Zugkraft verloren hat.
Methodik:SGE-Preis in CNY/Gramm zum Zeitpunkt 28.11.25; Umrechnung über 7,052 CNY/USD (Vorwoche: 7,076 CNY/USD). Vergleich mit zeitgleichem Spot-Goldpreis (FOREX). Angaben ohne Gewähr.
Trotz schwächerer Aktienmärkte behauptet sich Gold über 4.200 USD – heute entscheiden US-Daten und geopolitische Impulse.
Der Goldpreis steigt am Montag auf 4.240 USD. US-Daten, die Folgen der COMEX-Störung und geopolitische Signale prägen den Wochenstart.
Gold heute – Fester Wochenstart
Gold ist mit leichten Gewinnen in die Woche gestartet. Am Montag um 8:30 Uhr notierte die Feinunze bei 4.240 USD beziehungsweise 3.650 EUR. Während der DAX-Future 0,6 Prozent verlor und Bitcoin rund 5 Prozent abgab, zeigte sich Gold stabil. Das entsprach einem Plus von 0,5 Prozent. Innerhalb einer Woche stieg der Goldpreis um 4,6 Prozent.
Rückblick – Kurssprung nach COMEX-Störung
Am Freitag schloss der Goldpreis 1,5 Prozent höher bei 4.128 USD und 3.637 EUR. Wegen des Thanksgiving-Wochenendes wurde in den USA nur verkürzt gehandelt. Zuvor war der gesamte Futures-Handel durch eine technische Störung ausgefallen. Wir haben die möglichen Folgen im Detail analysiert.
Ausblick – Spannung zum Monatswechsel
Heute richtet sich der Blick nach New York, wo die technischen Probleme im Futures-Handel aufgearbeitet werden. Dazu kommen wichtige US-Daten wie der ISM-Einkaufsmanager-Index sowie nachgereichte Wirtschaftszahlen (u.a. CoT-Daten, Bauausgaben September/Oktober). Auch geopolitische Entwicklungen bleiben ein Risikofaktor – etwa die US-geführten Friedensinitiativen in der Ukraine oder jüngste Drohungen der Trump-Regierung gegenüber Venezuela, dem Ölreichsten Staat der Erde.
Die COMEX-Störung stoppte Gold-Futures und verzögerte Orders. Händler warnen, dass daraus kurzfristige Bewegungen beim Goldpreis entstehen könnten.
Goldmarkt ohne Strom: Die COMEX-Störung verdeutlicht die Bedeutung digitaler Infrastruktur für den Goldpreis.
Störung an der COMEX – Goldpreis als sensibler Gradmesser
Die Cooling-Panne im CyrusOne-Rechenzentrum führte am Freitag zu einem vollständigen Stillstand auf der CME-Globex-Plattform – und damit auch zu einem Aussetzen des Handels mit Gold-Futures, die an der COMEX den globalen Referenzpreis prägen. Für den Goldpreis ist ein solcher Ausfall besonders relevant, da der Terminmarkt die kurzfristige Preisbildung entscheidend beeinflusst.
„Die COMEX-Störung könnte mehr ausgelöst haben als nur einen Ausfall: Händler warnen vor möglichen Nachbeben – und was das für den Goldpreis bedeutet.
Händler: „Quotes für Futures sind einfach eingefroren“
Mehrere Marktteilnehmer berichteten laut dem britischen Portal Cryptodaily, dass die Futures für Gold, Krypto, Argrarprodukte, Rohöl, Devisen und viele andere Produkte „innerhalb von Sekunden“ zum Stillstand kamen.
Analyst Michael Brown (Pepperstone) sprach von einem „extrem ungewöhnlichen Vorgang“, denn „die Plattform, auf der wir alle handeln, ist uns einfach weggebrochen“.
Broker wie OANDA und IG meldeten Aussetzer in ihren Metallkursen. Einige Häuser schalteten Gold zeitweise komplett ab, um Fehlpreise und Risiken zu vermeiden. Spreads zogen an, interne Risikomodelle für Gold gingen automatisch auf Defensive.
Warum der Goldpreis besonders anfällig ist
Dass kein unmittelbarer Preisschock folgte, lag am dünnen US-Handel nach Thanksgiving. Doch Händler warnen, dass der Goldpreis erst zeitverzögert reagieren könnte – aus drei Gründen:
Nachholende Gold-Orders, die während der Störung nicht ausgeführt wurden
Hedging-Prozesse, die erst nach Wiederanlauf triggen
Breitere Spreads, die kleine Bewegungen verstärken können
Damit steigt die Chance auf kurzfristige Ausschläge, sobald die Liquidität wieder voll zurückkehrt und Händler ihre offenen Gold-Positionen neu ausrichten.
Ein Infrastrukturrisiko, das den Goldhandel direkt betrifft
Der Vorfall rückt erneut die Verwundbarkeit der Preisbildungsmechanik bei Gold in den Fokus. Ein Ausfall zentraler Rechenzentrums-Infrastruktur kann die wichtigste Preisreferenz im Edelmetallhandel minuten- oder stundenlang blockieren.
Institutionelle Akteure beobachten nun verstärkt, wie stabil die Systemarchitektur rund um die Gold-Futures tatsächlich ist – vor allem in Phasen geringer Liquidität.
Goldpreis über 4.200 USD – hoher physischer Abruf trifft auf stark fallenden Open Interest.
Goldbarren vor US-Flagge: Der Goldpreis steigt über 4.200 USD, während die COMEX-Daten fallenden Open Interest und hohe Auslieferungen zeigen.
Der Goldpreis legt deutlich zu. Neue COMEX-Daten zeigen fallenden Open Interest und hohe physische Abrufe gleich zu Monatsbeginn.
Goldpreis stark, Silber auf Rekordhoch
Der Goldpreis hat zum Ende der verkürzten US-Handelswoche deutlich zugelegt. Am Freitag stieg der Dezember-Future um 1,5 Prozent auf 4.216 USD (3.635 EUR). Seit Wochenbeginn ergibt sich ein Plus von 3,8 Prozent beziehungsweise 3 Prozent in Euro.
Silber sprang sogar um 5 Prozent auf das neue Rekordhoch von 61,95 USD bzw. 56,37 EUR. Händler hatten nach dem COMEX-Ausfall im elektronischen Handel am Freitagmorgen mit erhöhter Volatilität gerechnet.
Update, 30.11.2025, 09:20 Uhr: Unsere ausführliche Folgestory zur COMEX-Störung ist jetzt erschienen. Darin analysieren wir mögliche Marktverwerfungen und Auswirkungen auf den Gold-Futures-Handel: Goldpreis vor Impuls? COMEX-Störung könnte Nachbeben bringen
Die CFTC arbeitet die Rückstände aus der Shutdown-Zeit weiter auf. Neu vorliegend sind CoT-Daten vom 7. Oktober 2025. Aufgrund des langen Wochenendes verzögert sich die Veröffentlichung zusätzlicher Daten erneut. Parallel dazu stellt die CME Group laufend aktualisierte Terminmarktdaten bereit, darunter Open Interest, COMEX-Bestände und Auslieferungsanträge.
Goldpreis und Terminmarkt: Open Interest bricht ein
Im Gold-Futures-Markt sank der Open Interest binnen einer Woche deutlich um 13 Prozent auf 420.125 Kontrakte. Viele Händler nutzten den Verfallstermin und das Feiertagswochenende, um Gold-Positionen zu reduzieren.
Im Optionshandel gingen die offenen Positionen sogar um 37 Prozent zurück. Das ist jedoch typische nach dem Verfallstermin. Gleichzeitige Signale aus der Put/Call-Ratio zeigen jedoch mehr Optimismus: Auf 100 Puts kamen 149 Calls – deutlich mehr als in der Vorwoche. Das spricht für eine steigende Erwartung an einen weiter festen Goldpreis.
COMEX-Lager schrumpfen – Deckung des Gold-Futures-Handels steigt
Die COMEX-Bestände sanken per 26. November um 410.000 Unzen auf 36,35 Millionen Unzen. Durch den fallenden Open Interest steigt die Deckung des Gold-Futures-Handels auf rund 86 Prozent. Historisch ist das ein hoher Wert – Phasen mit nur 30 Prozent gab es ebenfalls.
Physische Auslieferungen: Starker Start in den neuen Kontraktmonat
Für November wurden 12.681 Abruf-Aufträge verzeichnet (rund 39 Tonnen). Für den Dezember-Kontrakt liegen bereits zu Monatsbeginn außergewöhnlich hohe 23.970 Anträge vor (etwa 74 Tonnen). Nach den 182 Tonnen im Oktober bleibt der Januar-Rekord von 238 Tonnen unberührt.
Trotz Thanksgiving zeigt der Wochenchart einen stetigen Anstieg. Erst am Freitag setzte ein deutlicher Schub ein. Das gleichzeitige Fallen des Open Interest bei steigendem Goldpreis ist ein klassisches Warnsignal – typischerweise ein Indiz für eine mögliche Top-Bildung oder nachlassende Marktstärke.
Aktuelle COMEX-Chartbewegungen: Daten vom 29. November 2025 zeigen ungewöhnliche Handelsmuster.
Ausblick
In der kommenden Woche kehren die meisten US-Händler an die Handelsplätze zurück. Dann entscheidet sich, ob der Goldpreis den Anstieg verteidigen kann. Der hohe physische Abruf im Dezember und der ungewöhnlich niedrige Open Interest könnten auf wachsende Skepsis gegenüber dem Papiergoldmarkt hindeuten.