Der Goldpreis bleibt am Donnerstag unter Druck und notiert bei 4.437 USD. Silber verliert deutlicher an Boden. US-Daten im Fokus.
Goldpreis am Donnerstag
Der Goldpreis schwächt sich am Donnerstag weiter ab. Um 8:15 Uhr notierte die Feinunze bei 4.437 USD / 3.798 EUR, ein Minus von 0,5 Prozent. Silber verliert erneut stärker und fällt um 2,4 Prozent auf 76,48 USD / 65,44 EUR. Auch die Aktienmärkte starten leicht schwächer in den Tag.
Gold gibt am Donnerstag nach, Silber erneut schwächer. Fokus liegt auf Arbeitsmarkt- und Preisdaten.
Die Edelmetalle rutschen den zweiten Tag in Folge ab. Entscheidende technische Unterstützungen bei Gold, falls das Momentum weiter nachlässt: 4.338 USD und 3.700 EUR.
Vortag – Silver- und Goldpreis gefallen
Gold gab am Mittwoch 0,8 Prozent nach und schloss bei 4.456 USD / 3.816 EUR. Silber kam deutlicher zurück und fiel nach dem Rekordhoch auf 78,18 USD / 66,95 EUR, ein Tagesverlust von rund 3,8 Prozent.
Ausblick
Marktteilnehmer achten heute besonders auf die wöchentlichen US-Arbeitsmarktdaten sowie die US-Handelsbilanz. Aus Europa kommen Verbrauchervertrauen, Inflationserwartungen und Erzeugerpreise. Diese Daten könnten Hinweise auf die kurzfristige Marktstimmung liefern, während geopolitische Spannungen im Hintergrund präsent bleiben, jedoch aktuell weniger direkten Einfluss auf den Goldpreis zeigen.
Der Goldpreis bleibt hochvolatil. Der Aufwärtstrend zeigt Ermüdung, während US-Futures nur knapp unter dem Rekordhoch notieren.
Goldchart in US-Dollar; Basis: US-Futures, Tagesschlusskurse vom 6. Januar 2026, 6-Monats-Betrachtung.
Rebound nach Rücksetzer
Am Dienstag schloss der Goldpreis im US-Futures-Handel (Januar-Kontrakt) mit 4.498 US-Dollar pro Unze. Damit stand der Kurs nur noch 0,8 Prozent unter dem Rekordhoch vom 26. Dezember. Gegenüber der Vorwoche stieg Gold um 3,7 Prozent. In der Vorwoche war der Kurs noch um 3,4 Prozent gefallen.
Goldpreis bleibt extrem volatil – Trendermüdung nach Rebound, wichtige Unterstützungen rücken stärker in den Fokus.
Hinweis: Die Analyse bezieht sich auf den US-Futures-Markt. Aktuelle Spotpreise finden Sie wie gewohnt unter „Goldpreis aktuell“.
Goldpreis in steigendem Keil
Der Blick auf die Chartdarstellung (6 Monate, oben) zeigt die ungeheure Volatilität der jüngsten Goldpreis-Bewegung. Weiterhin bewegt sich der Goldchart innerhalb eines breiten Keils, der sich zwischen dem November-Tief (3.930 USD) und dem Oktober-Hoch (4.357 USD) aufspannt. Dabei handelt es sich eigentlich um ein bärisches Chartmuster, das eine Schwächung des Aufwärtstrends signalisiert.
Unterstützungen und Widerstände
Per Tagesschlusskurs am 6. Januar 2025 lag der letzte Widerstand bei 4.532 USD (Rekordhoch). Dagegen befinden sich die kurzfristigen Unterstützungen bei 4.480 USD, 4.357 USD und besonders im Bereich von 4.338 USD. Denn an der letztgenannten Schwelle gab es seit Oktober mehrfach markante Richtungswechsel.
Marktstimmung und Indikatoren
Mit einem RSI von 66 lag das Sentiment (14 Tage) knapp unter dem überkauften Bereich. Durch den Kursrutsch am Wochenanfang entspannt sich die stark überkaufte Lage. Der Abstand zur 200-Tage-Linie ist auf sehr hohe 24 Prozent angestiegen. Währenddessen ist die 50-Tage-Linie aktuell 7 Prozent entfernt – typischer erster Anlaufpunkt bei einer möglichen Konsolidierung.
Euro-Goldpreis in Rekordnähe
Der Euro-Goldpreis hat sich am Dienstag mit 3.849 EUR auf wenige Cent an das Rekordhoch vom 26. Dezember angenähert. Ansonsten zeigt sich hier die gleiche Systematik wie auf Dollar-Basis. Ein steigender Keil deutet bei hoher Volatilität auf eine Abschwächung des Aufwärtstrends hin. Der RSI liegt erhöht bei 66.
Goldpreis in Euro, US-Futures, 6 Monate, Schlusskurse per 6. Januar 2026.
Hier liegen die kurzfristigen Unterstützungen hier bei 3.800 EUR, 3.750 EUR und vor allem an der Schwelle von 3.700 EUR. Ein Bruch dieser Marke kann schnell technische Folgeverkäufe auslösen.
Goldpreis-Ausblick
Die anhaltend hohe Schwankungsbreite beim Goldpreis zeigt, wie hart Bullen und Bären derzeit um die kurzfristige Marktführung ringen. Zugleich profitierte Gold zuletzt deutlich von der dynamischen Silber-Rally, die zusätzliche Impulse in den Markt brachte. Auffällig ist auch der Zustrom kurzfristig orientierter Gelder, der die Bewegung zeitweise verstärkte. Angesichts der zurückliegenden, steilen Aufwärtsphase wäre eine Konsolidierung um 10 Prozent weiterhin keine Überraschung.
In der Türkei steigen Silberimporte binnen eines Jahres um 550 Prozent. Gold bleibt dagegen im November unter 15 Tonnen gedeckelt.
Silberbarren vor der Türkei-Flagge: Die Silberimporte der Türkei steigen im Jahresvergleich um 550 Prozent, während Gold unter 15 Tonnen bleibt.
Silber in die Türkei: +550 Prozent im Jahresvergleich
Die Türkei meldet erneut außergewöhnlich hohe Silberimporte. Nach kräftigen 182 Tonnen im Oktober verzeichnete die Borsa Istanbul im November weitere 131 Tonnen. Damit sinkt die Menge zwar um 27 Prozent gegenüber dem starken Vormonat, liegt jedoch mehr als sechsmal höher als im Vorjahr (+554 Prozent). Der Rekordwert stammt weiterhin aus November 2023 mit 188 Tonnen.
Türkei-Importe: Gold bleibt bei 13 Tonnen, Silber steigt im Jahresvergleich um über 550 Prozent.
Die Dynamik dürfte auch mit dem hohen Goldpreis zusammenhängen: In der Schmuckindustrie gewinnt Silber als günstigere Alternative zunehmend an Bedeutung. Zudem dient die Türkei verstärkt als Transitknoten für Lieferungen in Richtung Asien – insbesondere nach Indien. In Lira gerechnet verteuerte sich Silber innerhalb eines Jahres um rund 230 Prozent.
Die Goldzufuhren verharren dagegen auf niedrigem Niveau. Laut Borsa Istanbul wurden im November rund 13 Tonnen Gold eingeführt. Damit bleibt das monatliche Importvolumen seit zwei Jahren unter der inoffiziellen Schwelle von 15 Tonnen. Im Vergleich zum Oktober ergibt sich ein Plus von 3 Prozent, auch gegenüber dem Vorjahr liegt der Wert höher.
Trotzdem bleibt das strukturell gedämpfte Niveau bestehen. Im Jahresverlauf summieren sich die Goldimporte 2025 auf 115 Tonnen – ein Zuwachs von 4 Prozent. Gleichzeitig hat sich der Goldpreis in Lira binnen eines Jahres verdoppelt.
Monatliche Gold-Importe der Türkei seit 2017 in Kilogramm: Gedeckelte seit rund zwei Jahren unter 15 Tonnen (Quelle: Borsa Istanbul)
Türkische Haushalte zählen traditionell zu den weltweit wichtigsten Käufern von Edelmetallen, insbesondere von Schmuck. Dieses Segment reagiert jedoch sehr sensibel auf Preissteigerungen. In Lira notierten Gold und Silber zuletzt wiederholt auf Rekordniveaus.
Die Inflation ist trotz deutlicher Abkühlung weiterhin ein Belastungsfaktor. Sie fiel von 85 Prozent im Oktober 2022 auf aktuell knapp 31 Prozent. Gleichzeitig verlor die Türkische Lira in den vergangenen zwölf Monaten rund 18 Prozent gegenüber dem US-Dollar – ein weiterer Faktor, der Edelmetallpreise im Inland nach oben treibt.
Gold startet schwächer in den Mittwoch. Silber gibt zwei Prozent ab. Impulse kommen von deutschen Einzelhandelszahlen und dem US-ISM-Index.
Goldpreis am Mittwoch
Der Goldpreis gab am Mittwochmorgen nach. Um 8:15 Uhr lag die Feinunze am europäischen Spotmarkt bei 4.450 USD bzw. 3.806 EUR. Das entspricht einem Rückgang um ein Prozent gegenüber dem Vortag. Silber fiel deutlicher und notierte zwei Prozent niedriger bei 79,40 USD / 67,88 EUR. Dabei blieben die Aktienfutures (DAX und US-Indizes) stabil.
Vortag – Neuer Rekord bei Silber
Am Dienstag erreichte Silber ein neues Rekordhoch von 81,25 USD bzw. 69,50 EUR. Die Tagesperformance betrug plus sechs Prozent. Gold zog mit, näherte sich mit 4.494 USD bis auf 0,8 Prozent dem Rekordhoch. Auf Euro-Basis fehlten nur fünf Euro für eine neue Bestmarke.
Ausblick
Heute stehen mehrere konjunkturelle Impulse auf der Agenda. In Deutschland veröffentlicht das Statistische Bundesamt die Einzelhandelsumsätze für November und die Arbeitsmarktdaten für Dezember. Aus den USA folgen der ISM-Index Dienstleistungen, die Auftragseingänge und die JOLTs-Zahlen zu offenen Stellen. Diese Indikatoren könnten die kurzfristige Volatilität an den Edelmetallmärkten erhöhen.
Die globalen Goldreserven sind im November erneut gewachsen. Vor allem Brasilien und Polen setzen mit ihren Käufen strukturelle Impulse auf dem Goldmarkt.
Goldbarren stehen sinnbildlich für den fortgesetzten Aufbau von Goldreserven durch Zentralbanken weltweit.
Goldreserven: Zentralbanken bleiben auf Einkaufstour
Die weltweiten Goldreserven sind im November erneut gewachsen. Neue Zahlen des World Gold Council zeigen, dass zahlreiche Zentralbanken ihre Bestände weiter ausbauen. Auffällig bleibt dabei die hohe Aktivität in den Schwellenländern, die den Goldmarkt mit spürbaren Käufen prägen.
Zentralbanken aus Schwellenländern treten weiterhin als treibende Kraft am Goldmarkt auf und verstärken den strukturellen Nachfrageimpuls.
Schwellenländer setzen Akzente
Besonders deutlich fiel der Aufbau in mehreren großen und mittelgroßen Volkswirtschaften aus. Brasilien erhöhte seine Goldreserven im November um 11,3 Tonnen auf insgesamt 172,4 Tonnen. Seit September summieren sich die Zukäufe damit auf 42,8 Tonnen.
Auch Polen setzte seine expansive Strategie fort. Das Land stockte seine Bestände um weitere 12,4 Tonnen auf nun 543,3 Tonnen auf. Innerhalb der vergangenen zwei Monate belief sich der Zuwachs bereits auf 28 Tonnen.
In Zentralasien blieb das Kaufinteresse ebenfalls hoch. Usbekistan meldete einen Anstieg um 9,6 Tonnen, was seit Oktober einem Plus von 19 Tonnen entspricht. Kasachstan kaufte im November weitere 8 Tonnen und kommt damit auf rund 43 Tonnen Zuwachs innerhalb von zwölf Monaten.
Rangliste der größten Goldhalter bleibt stabil
An der Spitze der weltweiten Goldhalter gab es keine Verschiebungen. Die USA führen weiterhin mit 8.133,5 Tonnen vor Deutschland (3.350,3 t), Italien (2.451,8 t) und Frankreich (2.437 t). China erhöhte seine Reserven nur geringfügig um rund 1 Tonne auf nun 2.304,4 Tonnen.
Insgesamt summieren sich die gemeldeten staatlichen Goldreserven laut WGC aktuell auf 36.492,1 Tonnen. Gegenüber dem Vormonat entspricht das einem Anstieg von rund 35 Tonnen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass nicht alle Länder regelmäßig Daten veröffentlichen. Staaten wie Iran, Israel oder Nordkorea fehlen in der laufenden Berichterstattung. Die WGC-Daten basieren auf offiziellen Angaben der Zentralbanken sowie ergänzenden Informationen des International Monetary Fund.
Silber- und Goldpreis handeln nahe ihren Dezember-Rekorden. Das Momentum dominiert, steigende Marktzinsen treten in den Hintergrund.
Gold notiert nahe den Dezember-Rekorden, während Silber mit starkem Momentum zusätzliche Impulse liefert.
Starkes Momentum bei Goldpreis und Silberpreis
Die Preise für Gold und Silber haben sich wieder deutlich an die Rekordmarken vom Dezember angenähert. Am Dienstagvormittag um 11 Uhr kostete die Feinunze Gold am Spotmarkt 4.445 USD bzw. 3.795 EUR. Gegenüber der Vorwoche ergibt sich ein Kursanstieg von 1,5 Prozent bzw. 2 Prozent (in EUR). Dagegen legte Silber um 4,2 Prozent zu auf 77,57 USD bzw. 66,20 EUR (+4,7 %).
Momentum und strukturelle Stärke dominieren den Edelmetallmarkt, während steigende Marktzinsen den Goldpreis kaum bremsen.
Die Kursentwicklung bei den Edelmetallen ist aktuell vor allem geprägt …
von der Fortsetzung des positiven Momentums der Endjahresrally 2025,
durch anhaltende Volatilität mit kurzfristigen technischen Rücksetzern,
von der übergeordneten Silber-Rally mit starken Impulsen aus Fernost, vor allem aus China.
An der Shanghai Gold Exchange wurde Silber am Montag 7 Prozent über dem europäischen Spotkurs gehandelt. Das sind deutliche Signale eines Pull-Effekts, der über Arbitrage-Geschäfte physisches Metall nach China treibt. Die zusätzliche Silberexport-Regulierung Pekings schürt Ängste über eine weltweite Silber-Knappheit. Das treibt auch spekulatives Kapital in die anderen Edelmetalle. Die geopolitischen Spannungen (Venezuela) stützen die strukturelle Nachfrage nach Gold.
Steigende Marktzinsen
Dagegen spielen Zins- und Inflations-Aspekte vorübergehend eine untergeordnete Rolle. Zum einen wurden die Märkte auf einen flacheren Zinspfad vorbereitet, außerdem gab es bis zuletzt keine Überraschungen bei den offiziellen Inflationsraten.
Allerdings ziehen die Marktzinsen etwas an. So rentierten 10-jährige US-Staatsanleihen am Dienstag mit 4,18 Prozent (Vorwoche: 4,12 Prozent). Gleichzeitig stiegen auch die Renditen im Euroraum. Frankreich muss weiterhin Topzinsen zahlen – mit 3,59 Prozent. Die deutschen Marktzinsen sind angestiegen auf 2,88 Prozent.
Die Entwicklung passt zum aktuellen Marktumfeld, in dem auch die Aktienmärkte steigen (DAX auf Rekordhoch) und Staatspapiere weniger gefragt sind.
Anleiherenditen in den USA und Europa – Übersicht am 6. Januar 2025
Goldpreis und Zinsen: Klassische Muster greifen nur noch eingeschränkt
Steigende Zinsen gelten traditionell als Belastung für Gold, sinkende Zinsen als Unterstützung. In der aktuellen Marktphase wirkt dieser Zusammenhang jedoch nur begrenzt. Statt klarer Abflüsse aus dem Edelmetall sind vor allem Umschichtungen innerhalb der Anlageklassen zu beobachten.
Zudem hat der Anleihezins einen Teil seiner Signalwirkung eingebüßt. Die Renditen werden derzeit stärker durch Angebotsfaktoren, Emissionsvolumina und Nachfrage nach Staatsanleihen geprägt als durch Konjunktur- oder Inflationserwartungen. Dadurch rückt der klassische Zinseffekt auf den Goldpreis kurzfristig in den Hintergrund.
Goldpreis startet stabil in den Dienstag. Silber treibt den Markt mit deutlichen Gewinnen und notiert nahe Rekordhoch.
Gold heute
Der Goldpreis startet am Dienstag erneut fest in den Handel. Um 8:15 Uhr kostete die Feinunze am europäischen Spotmarkt 4.468 USD beziehungsweise 3.806 EUR. Das entsprach einem Plus von 0,5 Prozent gegenüber dem Vortag, in Euro gerechnet 0,3 Prozent.
Während Silber weiter beschleunigt, hält sich der Goldpreis stabil knapp unter dem Rekordhoch.
Silber setzt seine Aufwärtsbewegung fort und steigt um 3,0 Prozent auf 78,86 USD beziehungsweise 67,17 EUR. Dabei liegt Gold nur noch 1,4 Prozent unter dem Rekordhoch vom 26. Dezember 2025, in Euro gerechnet 1,1 Prozent. Silber notiert sogar nur noch 0,4 Prozent unter seinem Bestwert.
Update, 6. Januar 2025, 16:30 Uhr: Silber steigt auf über 80 USD
Die Edelmetall-Rally hat nach US-Börsenstart weiter an Fahrt aufgenommen. Der Silberpreis klettert um mehr als 5 Prozent auf 80,45 USD bzw. 68,80 EUR (Rekordstände). Gold legt um 0,7 Prozent zu auf 4.480 USD bzw. 3.831 EUR (+0,9 %).
Vortag – Starker Wochenauftakt
Zum Wochenauftakt hatten Gold und Silber deutlich zugelegt. Gold schloss am Montag mit einem Plus von 2,7 Prozent bei 4.449 USD, während Silber um 5,1 Prozent auf 76,59 USD anzog.
Dagegen wirkten strukturelle Faktoren stärker. Vor allem die robuste Silbernachfrage, Knappheitsängste und spekulative Zuflüsse treiben den Markt. In China wurde Silber in der vergangenen Woche rund 5 Prozent über dem europäischen Spotkurs gehandelt und setzte damit wichtige Impulse.
Ausblick
Konjunkturelle Impulse bleiben auch am Dienstag überschaubar. In Deutschland wird die Inflationsrate für Dezember veröffentlicht. Deshalb dürfte die Entwicklung bei Gold und Silber weiterhin vor allem von den jüngsten Nachfrage- und Angebotsfaktoren bestimmt werden.
Venezuela spielte in der Vergangenheit mehrfach eine politische Rolle am Goldmarkt. Der US-Angriff erhöht laut JP Morgan die Bedeutung von Gold als sicherem Hafen.
Gold rückt nach US-Militäreinsatz in Venezuela erneut in den Fokus der Anleger. Venezuela hat eine politische Vergangenheit mit Gold.
Der Goldpreis legte zum Wochenauftakt deutlich zu. Der US-Angriff auf Venezuela und die Festnahme von Präsident Nicolás Maduro stärkten laut JP Morgan die Argumente für Gold als sicheren Hafen. Zwar habe der Goldpreis nach einem kurzen Ausschlag wieder nachgegeben. Doch die zunehmende geopolitische Unsicherheit in Lateinamerika stütze den positiven Ausblick, heißt es. Der Ölmarkt dürfte kurzfristig kaum reagieren, da Venezuela trotz großer Reserven weniger als ein Prozent der globalen Förderung stellt.
Venezuelas Goldreserven: Bedeutung größer als die Menge
Venezuela rangiert auf der Liste der Länder mit den größten Goldreserven weltweit auf Platz 30. Die offiziellen Bestände belaufen sich derzeit auf rund 161,2 Tonnen Gold. Allerdings befindet sich ein Teil dieser Reserven weiterhin im Ausland. Zudem ist unklar, wie hoch die tatsächlich verfügbaren Bestände sind.
Gold spielte für Venezuela in den vergangenen Jahren immer wieder eine zentrale Rolle bei der Sicherung von Liquidität. Gleichzeitig war das Edelmetall Gegenstand politischer, juristischer und finanzieller Auseinandersetzungen.
Streit um Gold bei der Bank of England
Besonders bekannt ist der Rechtsstreit um rund 17 Tonnen venezolanisches Gold, die bei der Bank of England lagerten. Während der Corona-Krise wollte die Maduro-Regierung das Gold verkaufen, um nach eigenen Angaben die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie abzufedern. Die venezolanische Zentralbank scheiterte jedoch vor britischen Gerichten.
Entscheidend war, dass Großbritannien – wie zahlreiche andere Staaten – die Maduro-Regierung nicht als legitime Führung Venezuelas anerkannte. Die Richter untersagten daraufhin die Herausgabe des Goldes. Der Fall verdeutlichte, wie stark politische Anerkennung und Goldverfügbarkeit miteinander verknüpft sind.
Goldverkäufe und verlustreiche Swap-Geschäfte
Venezuela nutzte Gold in der Vergangenheit wiederholt, um kurzfristig an Devisen zu kommen. Dazu zählten auch Gold-Swap-Geschäfte mit internationalen Großbanken, darunter die Deutsche Bank und die Citigroup. In mehreren Fällen verlor das Land dabei Gold, weil es seinen Verpflichtungen nach Ablauf der Verträge nicht nachkommen konnte.
So gingen unter anderem rund 20 Tonnen Gold an die Deutsche Bank verloren. Auch über die Citigroup wurden größere Mengen venezolanischen Goldes veräußert. Diese Geschäfte verschafften dem Staat zwar kurzfristig Liquidität, schwächten aber langfristig die Reserveposition.
Rückholung unter Chávez als Symbol der Souveränität
Einen Gegenpol dazu bildete das Jahr 2012. Der damalige Präsident Hugo Chávez organisierte eine groß angelegte Rückführung venezolanischen Goldes aus dem Ausland. Damals lagen die offiziellen Bestände noch bei rund 211 Tonnen. Etwa 160 Tonnen Gold wurden aus ausländischen Lagerstätten nach Caracas zurückgebracht.
Die Aktion wurde politisch als Akt der Souveränität inszeniert. Zugleich zeigte sie, welch hohe symbolische und strategische Bedeutung Gold für Venezuela besitzt – weit über seinen reinen Marktwert hinaus.
Intransparenz bleibt zentrales Problem
Bis heute ist unklar, wie viel Gold Venezuela tatsächlich noch zur freien Verfügung steht. Über Verkäufe, Verpfändungen und Lagerorte gibt es nur begrenzte und teils widersprüchliche Informationen. Gold bleibt damit ein politisches Macht- und Druckmittel – aber auch eine Quelle struktureller Unsicherheit.
Gold als geopolitischer Faktor
Der Blick auf Venezuela unterstreicht, warum Gold im aktuellen geopolitischen Umfeld an Bedeutung gewinnt. Nicht nur akute Konflikte, sondern auch Fragen nach Souveränität, Anerkennung und Reservekontrolle spielen eine Rolle. Vor diesem Hintergrund erscheint die Einschätzung von JP Morgan plausibel, dass geopolitische Risiken die strukturelle Nachfrage nach Gold stützen.
Goldreporter-Kommentar: Eine direkte Beziehung zwischen den Ereignissen in Venezuela am Wochenende und dem Goldpreis-Anstieg am Montag lässt sich nur schwer nachweisen. Vor allem deshalb, weil zuletzt andere Faktoren und hohe Volatilität die Edelmetall-Kurse dominierten. Der Silbermarkt ist von Knappheitsängsten geplagt. Die nach wie vor hohen Preisaufschläge in Shanghai sind ein Hinweis auf starke geografische Metall-Verschiebungen. Allerdings dürfte die Goldnachfrage vieler Schwellenländer weiter steigen, da der Aufbau unabhängiger Reserven angesichts geopolitischer Risiken an Bedeutung gewinnt.
Goldpreis deutlich fester zum Wochenstart. Gold legt auf 4.422 USD zu, geopolitische Aspekte rücken erneut in den Fokus.
Goldpreis heute – Starker Kursanstieg
Der Goldpreis startet mit kräftigen Gewinnen in die neue Handelswoche. Um 8:15 Uhr notierte Gold am Spotmarkt bei 4.422 USD bzw. 3.782 EUR je Unze. Das entsprach einem Plus von 2,0 Prozent in US-Dollar und 2,4 Prozent in Euro. Dabei zog auch Silber deutlich an. Der Silberpreis stieg um 3,5 Prozent auf 75,42 USD bzw. 64,52 EUR. Außerdem notierten die Aktien-Futures freundlich.
Geopolitik überlagert Konjunktur – Goldpreis mit deutlichem Plus.
Die geopolitische Eskalation begünstigt die Kursentwicklung. Die USA hatten einen Militärschlag in Venezuela ausgeführt und Staatschef Maduro festgesetzt.
Update, 05.01.2026, 16:45 Uhr: Edelmetalle bauen Gewinne aus Gold und Silber bauen ihre Gewinne nach US-Börsenstart aus – Goldpreis plus 2,6 % (4.445 USD), Silberpreis plus 5,5 % (76,95 USD). Der DAX erreicht ein neues Rekordhoch (24.840 Pkte). Somit bewirkte die US-Militäraktion in Venezuela zunächst keinen negativen Effekt an den Finanzmärkten. Der Euro wertet um 0,1 Prozent gegenüber dem US-Dollar ab auf 1,1698 USD. Mehr zum Thema: Goldpreis: US-Angriff auf Venezuela stärkt Argumente für Gold
Die Preisaufschläge pro Unze an der Shanghai Gold
Exchange gegenüber Europa Spot laut unseren Berechnungen am 31. Dezember 2025:
Goldpreis: -9 USD (-0,2 %)
Silberpreis: +3,7 USD (+5 % )
Vortag – Hohe Volatilität
Am Freitag zeigte sich der Goldpreis erneut hochvolatil. Nach zwischenzeitlichen Gewinnen von bis zu 1,5 Prozent schloss Gold mit einem moderaten Plus von 0,3 Prozent bei 4.331 USD bzw. 3.696 EUR.
Silber gab nach US-Börsenstart einen Teil der Gewinne wieder ab. Der Schlusskurs lag bei 72,82 USD bzw. 62,13 EUR, was dennoch einem Tagesplus von 1,7 Prozent entsprach.
Ausblick – Geopolitischer Einschnitt
Spannend bleibt, wie stark der US-Eingriff in Venezuela die geopolitischen Risikoprämien dauerhaft beeinflusst. Dabei rücken auch die diplomatischen Dynamiken im Ukraine-Krieg sowie Chinas Interessen rund um Taiwan wieder stärker in den Fokus.
Außerdem richten sich die Blicke heute auf den ISM-Einkaufsmanager-Index für den verarbeitenden Sektor in den USA.
Die Fed meldet den vierten Goldabgang in Folge. Seit August 2025 wurden mehr als 100 Tonnen aus den Tresoren in New York abgezogen.
Goldbarren in einem Tresorregal symbolisieren die jüngsten Goldabgänge aus den Fed-Tresoren in New York.
Mehr Gold aus Fed-Tresor abgewandert
Die Federal Reserve meldet für November 2025 einen weiteren Rückgang der in Manhattan gelagerten Goldbestände. Damit verzeichnen die Tresore an der Liberty Street bereits den vierten Monatsabgang in Folge. Das dort verwahrte Gold gehört internationalen Eigentümern, überwiegend staatlichen Währungsreserven.
Physische Goldabgänge aus New York setzen sich fort – ein Signal für strategische Umschichtungen im Zentralbankensektor.
Der bilanzierte Wert dieser Bestände belief sich zum Monatsende auf 7.912 Millionen US-Dollar. Im Oktober waren noch 7.952 Millionen US-Dollar ausgewiesen worden.
Die Fed bewertet das sogenannte Earmarked Gold weiterhin mit 42,22 US-Dollar je Feinunze – einem historischen Fixpreis aus den frühen 1970er-Jahren. Auf Basis dieses Ansatzes ergibt sich für November eine gelagerte Menge von 187,4 Millionen Unzen beziehungsweise 5.828,8 Tonnen.
Gegenüber dem Vormonat verringerte sich das Inventar um 947.418 Unzen oder rund 29,5 Tonnen. Seit August 2025 summieren sich die Abgänge damit auf etwa 104 Tonnen. Bereits im Oktober waren rund 25 Tonnen Gold ausgebucht worden.
Einordnung für Zentralbanken und Märkte
Solche physischen Abgänge wirken in der Regel nicht unmittelbar auf den Tagespreis von Gold. Dennoch können sie Bedeutung für die Liquidität zwischen Zentralbanken, die Struktur nationaler Reserven und das Vertrauen in bestimmte Lagerorte haben. Entsprechend werden größere Abflüsse häufig als Hinweis auf geopolitisch motivierte Umschichtungen interpretiert.
Kurzfristig schlagen sich solche Bewegungen eher indirekt nieder, etwa über Stimmungs- oder Vertrauenseffekte. In Phasen erhöhter Unsicherheit können sie bestehende Markttrends jedoch verstärken.
Auch währungspolitisch sind die Verschiebungen relevant. Ein schwindendes Vertrauen in den Lagerort USA kann den DXY belasten. Zuletzt standen vor allem Zentralbankkäufe in Asien und den Schwellenländern im Vordergrund, häufig im Kontext der fortschreitenden Dedollarisierung.
Welche Staaten die größten Goldreserven halten und wer zuletzt zu- oder verkauft hat, zeigt der Hub Goldreserven weltweit.
Trend mit Vorgeschichte
Bemerkenswert ist die aktuelle Abzugsserie vor dem Hintergrund, dass die Bestände im Tresor der Federal Reserve Bank of New York seit März 2023 zunächst wieder angestiegen waren. In den Jahren zuvor hatte es dagegen einen anhaltenden Trend zur Rückführung staatlicher Goldreserven aus den USA gegeben.
Unter anderem hatten Deutschland, Österreich und die Niederlande beträchtliche Mengen Gold aus New York in die Heimat transferiert.
Lesetipp: Goldreporter besuchte den Fed-Tresor 2014 vor Ort. Die Reportage Der Fed-Report (9,95 Euro) erläutert unter anderem, wie Teile der Anlage von Privatpersonen besichtigt werden können.
Was die Daten zeigen – und was offenbleibt
Der monatliche Fed-Bericht erfasst ausschließlich das sogenannte Earmarked Gold, also fremdes Gold in Verwahrung. Die US-eigenen Goldreserven werden separat bilanziert und lagern nicht in Manhattan.
Welche Staaten konkret hinter den jüngsten Abzügen stehen, bleibt offen. Die Fed macht hierzu grundsätzlich keine Angaben. Entsprechende Informationen werden – wenn überhaupt – nur von den jeweiligen Eigentümern selbst veröffentlicht.
Der Goldpreis startet volatil ins neue Jahr. Gewinnmitnahmen, Margin-Erhöhungen und Fragen um physische Deckung prägen den Futures-Markt.
Goldbarren vor US-Flagge: Der Goldpreis startet mit starken Schwankungen ins neue Jahr.
Goldpreis volatil ins neue Jahr
Der Goldpreis erlebte zum Jahresauftakt eine verkürzte, aber ausgesprochen volatile Handelswoche. Auf kräftige Tagesgewinne folgten ebenso deutliche Rücksetzer. Auch am Freitag prägten starke Schwankungen den Handel. Am Ende schloss Gold mit einem leichten Wochenplus. Mit 4.317 US-Dollar (Januar-Kontrakt) lag der Preis jedoch weiterhin 4,7 Prozent unter dem Rekordhoch vom Freitag der Vorwoche.
Hohe Volatilität, sinkender Open Interest und steigende COMEX-Bestände prägen den Goldmarkt zum Jahresstart.
Die Veröffentlichung der CoT-Daten durch die Commodity Futures Trading Commission verzögert sich weiterhin. Feiertagsbedingt hat sich der Berichtszyklus erneut verschoben. Der jüngste verfügbare Datenstand stammt nach wie vor vom 16. Dezember 2025. Für die laufende Markteinschätzung werden deshalb die zeitnahen Daten der CME Group herangezogen.
Open Interest rückläufig
Der Open Interest im Gold-Futures-Handel belief sich am Freitag auf 482.810 Kontrakte. Gegenüber der Vorwoche entspricht dies einem Rückgang um 2,8 Prozent. Die abnehmende Zahl offener Positionen spricht für Gewinnmitnahmen. Diese stehen vermutlich auch im Zusammenhang mit den zwei Margin-Erhöhungen in der vergangenen Woche. Marktteilnehmer reduzierten ihre Engagements und zogen Kapital ab.
Gleichzeitig nahm der Open Interest bei Optionen um 3 Prozent auf 726.875 zu. Die Put/Call-Ratio stieg auf 0,675. Damit wurden relativ mehr Absicherungen aufgebaut, auch wenn die Mehrheit der Marktteilnehmer weiterhin auf steigende Kurse setzt. Auf 100 Put-Optionen kamen zuletzt 148 Call-Optionen.
COMEX-Bestände und physische Deckung
Die Goldbestände in den COMEX-Lagern stiegen weiter an. Bis zum 31. Dezember 2025 erhöhten sie sich um 210.000 Unzen auf insgesamt 36,40 Millionen Unzen. Rund 53 Prozent dieser Bestände entfallen auf die Kategorie „registered“ und sind damit unmittelbar lieferbar.
Bezogen auf die gesamten Lagerbestände lag die physische Deckung im Gold-Futures-Handel bei 75 Prozent, nach 73 Prozent in der Vorwoche. Historisch betrachtet handelt es sich um ein hohes Niveau. In den vergangenen Jahren schwankte die Spanne zwischen etwa 30 Prozent und über 80 Prozent.
Auslieferungsanträge
Der Dezember-Kontrakt endete mit 37.098 Anträgen auf physische Goldauslieferung. Das entspricht rund 115 Tonnen. Für den laufenden Januar liegen bereits 4.249 sogenannte Delivery Notes vor, was etwa 13 Tonnen entspricht. Der historische Rekord stammt aus einem Januar mit insgesamt 238 Tonnen.
Der meistgehandelte Februar-Kontrakt wurde in der vergangenen Woche unter erheblichen Kursschwankungen gehandelt. Besonders prägend war der Kurseinbruch am Montag von mehr als 4 Prozent. Auch am Mittwoch kam es erneut zu deutlichen Verlusten. In beiden Fällen waren Margin-Erhöhungen der CME Group vorausgegangen.
Goldpreis in US-Futures-Handel (Februar-Kontrakt) im Zeitraum vom 29.12.25 bis 02.01.26
Ausblick: Größere Bewegung möglich?
Die ausgeprägte Volatilität verdeutlicht den aktuellen Machtkampf zwischen Bullen und Bären um die kurzfristige Richtung am Goldmarkt. Kursattacken und Erholungsphasen wechselten sich zuletzt rasch ab. In der Vergangenheit gingen solchen Phasen häufig stärkere Kursbewegungen voraus. Gleichzeitig hat sich das technische Bild eingetrübt. Zusätzlich bleibt abzuwarten, welchen Einfluss geopolitische Risiken auf den Markt haben könnten, nachdem die USA Venezuela militärisch attackierten und sogar Staatschef Madura gefangennahmen.
Der Goldpreis und der Silberpreis bleiben nahe ihrer Rekordstände. Hohe Volatilität, knappe Ware und steigende Aufgelder prägen den Edelmetall-Handel.
Gold- und Silbermünzen im Handel: Hohe Volatilität und knappe Ware treiben Aufgelder und Spreads.
Goldpreis und Silberpreis: hoch aber volatil
Silber- und Goldpreis zeigten in den vergangenen Handelstagen hohe Volatilität. Dabei blieben die Edelmetalle in der Nähe ihrer Bestmarken. Am Freitag um 15:30 Uhr kostete die Feinunze Gold am Spotmarkt 4.360 USD, was 3.718 Euro entsprach. Silber notierte bei 73,95 USD bzw. 63,08 EUR.
Gold und Silber bleiben nahe Rekordniveau, doch knappe Ware und Risikoaufschläge treiben Aufgelder und Spreads deutlich nach oben.
Im Rahmen unserer wöchentlichen Preisanalyse aus dem deutschen Edelmetall-Handel wurden in beiden Fällen Höchstkurse erreicht. Dabei ist auffällig, dass im Handel viele Silberprodukte ausverkauft sind und das Aufgeld sowie die Spreads innerhalb von zwei Wochen stark gestiegen sind. Beides sind ein Zeichen für eine angespannte Angebotslage.
Die aktuelle Goldreporter-Preisabfrage unter fünf großen deutschen Edelmetall-Händlern zeigt folgende Ergebnisse (Vergleichswerte vom 19.12.25):
Krügerrand (neu): Ø 3.885 Euro (+58 Euro), Aufgeld 4,51 Prozent (zuvor: 3,68 Prozent). Ältere Jahrgänge bleiben bis zu 90 Euro günstiger.
100-g-Goldbarren: Ø 12.351 Euro (+208 Euro), Aufgeld steigt auf 3,3 Prozent (nach 2,3 Prozent).
Die stark gestiegenen Spreads im Goldhandel lassen sich vor allem auf den Anstieg des Verkaufspreisniveaus zurückführen. Aber auch die Ankaufpreise sind stärker gestiegen als der Goldpreis.
Im Weihnachtsgeschäft, im Zuge des Jahreswechsels und aufgrund der hohen Preisvolatilität haben viele Händler ein begrenztes Angebot und offensichtlich auch ihre Risikoaufschläge angepasst. Kaufinteressenten müssen mehr Zeit aufwenden, um passende Produkte und beste Preise zu finden.
Tipps zum Nachschlagen: Altersvorsorge mit Gold Der Spezial-Report „Altersvorsorge mit Gold“ liefert kompakte Informationen für den Vermögensaufbau mit Gold – inklusive steuerlicher Hinweise, Produktvergleich und Fallbeispielen. Erhältlich im Goldreporter-Shop.
Der Goldpreis blickt auf ein außergewöhnliches Jahr zurück. Historische Daten zeigen: Der Januar gilt seit Jahrzehnten als stärkster Goldmonat – auch wegen spezieller Marktbedingungen zum Jahresbeginn.
Der Januar gilt historisch als stärkster Monat für den Goldpreis.
Goldpreis-Bilanz 2025: Starkes Jahr auf Rekordniveau
Der Goldpreis beendete das Jahr 2025 am Spotmarkt mit 4.367 US-Dollar pro Unze. Das entsprach 3.718 Euro auf Basis des Londoner Referenzkurses. Im Jahresverlauf verteuerte sich Gold damit um 67 Prozent in US-Dollar und um 48 Prozent in Euro.
Der Januar ist statistisch der beste Goldmonat – zugleich zeigt die Historie eine ungewöhnlich große Spannweite der Monatsrenditen.
Mit dem Jahreswechsel rückt traditionell der Januar in den Fokus. Historisch gilt er als stärkster Goldmonat. Seit 1970 ergibt sich für diesen Zeitraum ein durchschnittlicher Kursgewinn von 2,88 Prozent. Kein anderer Monat erreicht einen vergleichbaren Mittelwert.
Zum Jahresende 2025 schloss der Euro-Goldpreis im Dezember mit einem Plus von 2,8 Prozent. Monatsverluste traten im gesamten Jahr lediglich im Mai und Juni auf. Die Ausgangslage zum Jahresbeginn bleibt damit grundsätzlich stabil.
Historische Erfolgsquote seit 1970
Die Auswertung der Goldpreis-Daten auf Euro-Basis seit 1970 (LBMA-Kurs) bestätigt den positiven Januar-Effekt. In 37 von 56 Jahren beendete Gold den Monat mit einem Kursgewinn. Die statistische Erfolgsquote liegt damit bei rund zwei Dritteln.
Ausgeprägte Januar-Rallys sind zwar möglich, aber nicht die Regel. Häufig dominieren moderate Zugewinne, die sich aus einer Kombination aus Saisonalität, Positionierung und Marktpsychologie ergeben.
Die Grafik verdeutlicht die hohe Spannweite der Januar-Entwicklung – von zweistelligen Gewinnen bis zu kräftigen Rückgängen.
Warum der Januar oft Rückenwind liefert
Neben der Statistik spielen strukturelle Marktmechanismen eine Rolle. Zu Jahresbeginn sind viele institutionelle Marktteilnehmer noch nicht vollständig aktiv. Händler, Fondsmanager und große Handelsdesks befinden sich teils noch im Urlaub oder fahren ihre Positionierung erst schrittweise hoch.
Das führt häufig zu:
dünneren Handelsumsätzen
geringerer Liquidität
weniger ausgeprägtem Gegenwind auf der Verkäuferseite
Außerdem decken sich chinesische Großhändler mit Gold für die anstehenden Festtage ein (Chinesisches Neujahr am 16. Februar / Frühlingsfest).
In solchen Marktphasen können bereits vergleichsweise kleine Kaufimpulse stärkere Kursbewegungen auslösen. Gleichzeitig ist die Bereitschaft großer Banken oder Handelsabteilungen, aktiv gegen steigende Goldpreis-Kurse zu positionieren, oft geringer als in umsatzstarken Monaten. Auch kurzfristige Verkaufsstrategien oder aggressive Absicherungen treten zum Jahresbeginn häufig in den Hintergrund.
Extremwerte: Januar ist ein Monat mit großer Spannweite
Ein Blick auf die Historie zeigt: Der Januar ist nicht nur im Durchschnitt stark, sondern fällt auch durch kräftige Ausschläge auf. In den Daten seit 1970 finden sich mehrere zweistellige Monatsgewinne – darunter 1980 mit +28,64 Prozent und 1974 mit +24,33 Prozent. Auch 2009 brachte im Januar ein Plus von +16,46 Prozent. Auf der anderen Seite stehen ebenso markante Rückgänge: 1975 verzeichnete ein Minus von -11,35 Prozent, 1976 -9,89 Prozent und 2011 -8,87 Prozent.
Damit wird deutlich: Der Januar kann Gold kräftig anschieben – oder spürbar abbremsen. Für die Praxis heißt das: Die Saisonalität liefert einen Rückenwind im Mittel, aber der Weg dorthin ist historisch oft volatil.
Goldpreis im Januar: Tops und Flops seit 1970
Die Übersicht zeigt die stärksten und schwächsten Januar-Entwicklungen des Goldpreises seit 1970.
Die beste Januar-Performance seit 1970 (Top-5)
1980: +28,64 %
1974: +24,33 %
2009: +16,46 %
1983: +12,84 %
2015: +12,54 %
Die schlechteste Januar-Performance seit 1970 (Top-5)
1975: -11,35 %
1976: -9,89 %
2011: -8,87 %
1981: -6,61 %
1991: -6,20 %
Einordnung: Statistischer Vorteil – aber nicht risikofrei
Die langfristige Statistik spricht für einen positiven Jahresauftakt beim Goldpreis. Gleichzeitig unterstreichen die Extremwerte, dass der Januar kein „ruhiger“ Monat ist. In Phasen mit dünner Liquidität zu Jahresbeginn können Bewegungen schneller größer werden – nach oben ebenso wie nach unten. Wer den Januar-Effekt nutzt, sollte ihn daher als Wahrscheinlichkeitsvorteil verstehen, nicht als Garantie.
Die Goldreporter-Redaktion wünscht allen Leserinnen und Lesern ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2025!
Der Goldpreis startet am 2. Januar mit kräftigen Gewinnen ins neue Jahr. Auch Silber und Platin legen deutlich zu, während Aktien-Futures uneinheitlich tendieren.
Goldpreis heute – Starker Start ins neue Jahr
Der Goldpreis startet am Donnerstag mit einem Kursgewinn von 1,3 Prozent bei 4.375 USD / 3.724 EUR ins neue Jahr (8:00 Uhr). Dabei legt auch Silber kräftig zu. Der Spotpreis steigt um 3,2 Prozent auf 73,95 USD / 62,93 EUR. Außerdem gewinnt Platin ebenfalls 3,2 Prozent und notiert bei 2.101 USD / 1.790 EUR. Dagegen zeigen sich die Aktien-Futures zum Jahresauftakt uneinheitlich (DAX-Future: 24.530 Punkte / +0,15 Prozent).
Goldpreis legt zum Jahresstart kräftig zu – dünner Handel verstärkt die Bewegung bei Gold und Silber.
Update, 2. Januar 2025, 17:25 Uhr: Gold und Silber geben Anfangsgewinne ab Die große Volatilität bei den Edelmetallen hält an. Im Verlauf des Nachmittag gaben Gold und Silber ihre anfänglichen Gewinne ab. Mit 4.315 USD / 3.674 notierte Gold unverändert. Der Silberpreis hielt mit 71,92 USD / 61,25 EUR noch ein kleines Plus von 0,4 Prozent.
Vortag – Schwächerer Jahresabschluss für Gold und Silber
Am Mittwoch hatte der Goldpreis das Jahr 2025 mit 4.322 USD / 3.679 EUR je Feinunze beendet. Dabei ergab sich ein Tagesverlust von 0,4 Prozent. Aber die Jahresbilanz blieb außergewöhnlich stark. Gold legte 67 Prozent in USD und 48 Prozent in EUR zu.
Silber zeigte sich zum Jahresende deutlich volatiler. Am Silvestertag fiel der Preis um 6 Prozent, blieb aber auf Jahressicht mit 158 Prozent (USD) bzw. 129 Prozent (EUR) klarer Spitzenreiter. Dabei sank die Gold-Silber-Ratio im Jahresverlauf von 89 auf zuletzt 58.
Außerdem belasteten wiederholte Margin-Erhöhungen an der COMEX und eine eingetrübte technische Lage zum Jahresende.
Ausblick – Ruhiger Handel zum Jahreswechsel
Der erste volle Handelstag des Jahres verläuft ohne wichtige Konjunkturdaten.
Deshalb dürfte die Marktliquidität zunächst begrenzt bleiben. Dabei ist mit anhaltender Volatilität bei Gold und Silber zu rechnen, bis mehr Marktteilnehmer in der kommenden Woche an ihre Trading-Desks zurückkehren.
Der Goldpreis erreichte 2025 weltweit Rekorde. Unsere Daten zeigen, in welchen Ländern nationale Währungen besonders stark gegenüber Gold abwerteten.
Gold erreichte 2025 in praktisch allen Währungen neue Höchststände und wird damit zum globalen Maßstab für Kaufkraftverlust.
Goldjahr 2025: Warum der Goldpreis so stark stieg
Das Goldjahr 2025 war geprägt von einer außergewöhnlichen Häufung geldpolitischer, geopolitischer und struktureller Treiber. Der Goldpreis erreichte im Jahresverlauf mehrfach neue Rekordstände – insgesamt an 48 Handelstagen. Am 26. Dezember wurde mit 4.532 USD / 3.850 EUR ein Allzeithoch erreicht.
48 Rekordtage, zweistellige Gewinne weltweit: Gold entlarvt 2025 die Schwäche aller Währungen.
Getragen wurde die Goldrally von niedrigen Realzinsen, wachsenden Zinssenkungserwartungen und einer anhaltend hohen Goldnachfrage der Zentralbanken. Gleichzeitig verschärften geopolitische Konflikte, fiskalische Risiken und die Debatte um die globale Staatsverschuldung den Absicherungsbedarf institutioneller und privater Investoren. Am Terminmarkt kam es phasenweise zu spekulativen Übertreibungen.
Auf Basis des US-Futures-Marktes zeigte der Goldpreis 2025 einen klaren Aufwärtstrend. Zwar kam es nach dem Oktober-Hoch zwischenzeitlich zu Rücksetzern von rund zehn Prozent. Der übergeordnete Trend blieb jedoch intakt.
Gestützt wurde die Entwicklung durch physische Knappheiten, robuste ETF-Zuflüsse und eine zunehmende Erosion des Vertrauens in Papierwährungen. Gold bestätigte damit erneut seine Rolle als monetärer Anker in einem zunehmend instabilen Finanzsystem.
Goldpreis in verschiedenen Währungen: Ein Spiegel des Geldsystems
Die Goldpreis-Entwicklung ist letztlich Ausdruck schwindender Werthaltigkeit und sinkenden Vertrauens in gesetzliches Geld. Anders formuliert: Nicht der Goldpreis ist gestiegen, sondern das inflationierte Geld hat systematisch an Wert verloren – gegenüber Gold.
Am 31. Dezember 2025 notierte der Goldpreis am Spotmarkt bei 4.322 US-Dollar beziehungsweise 3.679 Euro. Damit verteuerte sich das Edelmetall innerhalb eines Jahres um 67 Prozent in US-Dollar und um 48 Prozent in Euro. Im Vorjahr lagen die Zuwächse noch bei 27 Prozent (USD) beziehungsweise 34 Prozent (EUR).
Bemerkenswert ist, dass Gold 2025 in nahezu allen Währungen weltweit mit deutlich zweistelligen Prozentsätzen zulegte.
Wo das Edelmetall am stärksten stieg
Besonders ausgeprägt fiel der Goldpreisanstieg in Ländern mit hoher Inflation aus. An der Spitze stand Argentinien mit einem Plus von 134 Prozent, gefolgt von der Türkei mit 102 Prozent. Auch in mehreren süd- und südostasiatischen Ländern wie Sri Lanka, Indien und Indonesien verteuerte sich Gold jeweils um mehr als 70 Prozent.
Land
Währung
Goldpreis 2025
Goldpreis 2024
Argentinien
ARS
134%
61%
Türkei
TRY
102%
51%
Sri-Lanka
LKR
77%
14%
Indien
INR
75%
30%
Indonesien
IDR
71%
33%
Ukraine
UAH
68%
39%
Philippinen
PHP
68%
32%
Pakistan
PKR
68%
26%
VAE
AED
67%
27%
Bolivien
BOB
67%
26%
Iran
IRR
67%
26%
Hongkong
HKD
67%
26%
Haiti
HTG
67%
25%
Saudi-Arabien
SAR
66%
27%
Katar
QAR
66%
27%
USA
USD
66%
27%
Japan
JPY
65%
42%
Südkorea
KRW
62%
44%
China
CNY
60%
31%
Kasachstan
KZT
59%
45%
Algerien
DZD
59%
28%
Kanada
CAD
58%
38%
Ägypten
EGP
56%
108%
Singapur
SGD
56%
30%
Usbekistan
UZS
55%
32%
Großbritannien
GBP
55%
28%
Afghanistan
AFN
55%
26%
Australien
AUD
53%
39%
Thailand
THB
53%
25%
Tunesien
TND
52%
32%
Chile
CLP
51%
42%
Malaysia
MYR
51%
23%
Marokko
MAD
50%
29%
Uruguay
UYU
49%
41%
Kroatien
HRK
49%
30%
Brasilien
BRL
48%
62%
Serbien
RSD
48%
34%
Norwegen
NOK
47%
41%
Eurozone
EUR
47%
34%
Bulgarien
BGN
47%
34%
Dänemark
DKK
47%
34%
Südafrika
ZAR
46%
29%
Polen
PLN
46%
24%
Schweiz
CHF
45%
36%
Israel
ILS
45%
29%
Albanien
ALL
45%
27%
Mexiko
MXN
43%
51%
Kolumbien
COP
42%
44%
Tschechien
CZK
42%
37%
Schweden
SEK
38%
38%
Ungarn
HUF
37%
44%
Ghana
GHS
24%
55%
Russland
RUB
20%
50%
Alle Werte gerundet; Quelle: goldprice.org, FOREX
Die Übersicht zeigt, dass starke Goldpreis-Anstiege meist eng mit hoher Inflation korrespondieren. Auch in dieser Kategorie führen Argentinien und die Türkei die Ranglisten an. In beiden Ländern lag die Inflationsrate im November bei rund 31 Prozent.
Fazit: Gold als Messinstrument monetärer Instabilität
Das Goldjahr 2025 war weniger Ausdruck eines klassischen Rohstoffbooms, sondern vielmehr ein Spiegel der strukturellen Schwächen vieler Währungssysteme. Gold fungierte nicht nur als Wertaufbewahrungsmittel, sondern als präzises Messinstrument monetärer Instabilität in einem Umfeld steigender Schulden, geopolitischer Unsicherheiten und schwindenden Vertrauens in Papiergeld.
Genau deshalb erreichte Gold 2025 nicht nur in US-Dollar oder Euro neue Rekorde, sondern weltweit – und in manchen Ländern in bislang ungekanntem Ausmaß.
Der Goldpreis ist nach dem Rekordhoch deutlich zurückgekommen. Charttechnik und Indikatoren deuten auf eine mögliche Konsolidierung hin.
Goldchart in US-Dollar; Basis: US-Futures, Tagesschlusskurse vom 30. Dezember 2025, 6-Monats-Betrachtung.
Rücksetzer nach Rekordhoch
Am Dienstag schloss der Goldpreis im US-Futures-Handel (Dezember-Kontrakt) mit 4.339 US-Dollar pro Unze. Damit stand der Kurs 4,3 Prozent unter dem Rekordhoch vom 26. Dezember. Gegenüber der Vorwoche sank Gold um 3,4 Prozent. Aber seit Jahresbeginn summiert sich der Anstieg auf weiterhin hohe 64 Prozent.
Der Goldpreis verliert nach dem Rekordhoch an Momentum – die Charttechnik mahnt zur Vorsicht.
Hinweis: Die Analyse bezieht sich auf den US-Futures-Markt. Aktuelle Spotpreise finden Sie wie gewohnt unter „Goldpreis aktuell“.
Goldpreis charttechnisch in Gefahr
Der vorangegangene Kursanstieg erfolgte aus einer Keilformation, die sich oft in schwächeren Kursen auflöst. Der starke Kursrücksetzer am Montag bringt dieses Szenario wieder auf den Tisch. Am Dienstag befand sich der Goldchart noch über der Kante des im November begonnenen, beschleunigten Aufwärtstrends. Ein weiterer Goldpreis-Rücksetzer könnte den Abwärtsdruck verstärken und eine stärkere Konsolidierung auslösen.
Unterstützungen und Widerstände
Die kurzfristigen Widerstände liegen nun bei 4.532 USD (Rekordhoch), 4.480 USD sowie auf dem Niveau des Oktoberhochs bei 4.357 USD. Dagegen befinden sich die Unterstützungszonen bei 4.330 USD, 4.300 USD und 4.250 USD.
Marktstimmung und Indikatoren
Durch den Kursrutsch am Wochenanfang entspannt sich die stark überkaufte Lage. Denn der RSI (14 Tage) ist von 80 in der Vorwoche auf 55 zurückgekommen. Der Abstand zur 50-Tage-Linie hat sich auf 4 Prozent verringert. Dagegen liegt der 200-Tageschnitt aktuell bei 3.600 USD und damit noch bullische 20 Prozent entfernt.
Euro-Goldpreis: Kurzfristiger Trend angeschlagen
Der Euro-Goldchart ist bereits unter die Kante des zweimonatigen Aufwärtstrends gerutscht. Deshalb leuchten hier die gleichen Warnsignale wie auf Dollar-Basis.
Goldpreis in Euro, US-Futures, 6 Monate, Schlusskurse per 30. Dezember 2025.
So liegen die kurzfristigen Unterstützungen hier bei 3.645 EUR, 3.620 EUR und 3.600 EUR. Mit einem RSI von 53 befindet sich das Sentiment auch beim Euro-Goldpreis im neutralen Bereich, das schützt aber nicht vor weiteren Rücksetzern. Denn erst ab Werten unter 30 geht man von einer überverkauften Lage aus.
Goldpreis-Ausblick
Nach der starken Goldpreis-Rally in diesem Jahr wäre eine Kurskonsolidierung um 10 bis 15 Prozent keine Überraschung. Es ist zuletzt auch sehr viel spekulatives Kapital in den Goldmarkt geflossen. Aus technischer Sicht wäre zunächst ein Test der 50-Tage-Linie denkbar, sofern substanzielle Käufer ausbleiben. Dabei folgt aus saisonaler Sicht mit dem Januar der beste Goldmonat des Jahres.
Goldpreis aktuell: Nach der kurzen Erholung geraten Gold und Silber erneut unter Druck. Neue Margin-Erhöhungen treffen vor allem den Silberpreis.
Silber und Gold heute – Erneuter Rücksetzer
Nach der Erholung am Vortag geraten die Edelmetalle am Mittwoch erneut unter Druck. Um 8:30 Uhr notierte der Goldpreis am europäischen Spotmarkt bei 4.330 USD (3.690 EUR) und damit 0,1 Prozent leichter. Dagegen sinkt der Silberpreis um 5 Prozent zu auf 72,20 USD (61,55 EUR).
Erneute Margin-Erhöhung belasten Edelmetalle – Silber besonders unter Druck.
Die CME Group erhöht die Margins per Handelsschluss am 31. Dezember 2025 erneut – nur zwei Tage nach der letzten Anpassung. Bei Gold-Futures steigt die Sicherheitsleistung um zehn Prozent auf 24.000 USD je 100-Unzen-Kontrakt. Bei Silber erfolgt sogar eine Anhebung um dreißig Prozent auf 32.500 USD pro 5.000-Unzen-Kontrakt.
Dabei verstärkt der Schritt den Abgabedruck vor allem bei spekulativen Positionen.
Vortag – Technische Gegenbewegung
Am Dienstag vollzogen die Edelmetalle eine technische Gegenbewegung, nachdem die Kurse am Vortag stark eingebrochen waren. Allerdings gaben Gold und Silber Teile ihrer Tagesgewinne ab. Der Goldpreis schloss 0,2 Prozent höher bei 4.339 USD bzw. 3.693 EUR (+0,4 %). Der Silberpreis ging dagegen 5,7 Prozent bzw. 5,9 Prozent höher aus dem Handel bei 76,25 USD bzw. 64,90 EUR. Dabei spiegelten die Fed Minutes anhaltende Unsicherheit im FOMC über den weiteren US-Zinspfad wider.
Ausblick – Jahreswechsel
In den USA wird an Silvester regulär gehandelt, anders als in Europa. Zudem erscheinen die wöchentlichen US-Arbeitsmarktdaten. Am 1. Januar bleiben die Märkte in den USA und Europa geschlossen.
Fed-Minutes zeigen: Viele Notenbanker erwarten weitere Zinssenkungen, falls die Inflation sinkt. Uneinigkeit über Timing und Risiken bleibt.
Aus dem jüngsten Sitzungsprotokoll der US-Notenbank (Fed) geht hervor, dass die Mehrheit der Mitglieder des Federal Open Market Committee (FOMC) zusätzliche Zinssenkungen für angemessen hält, sofern die Inflation wie erwartet weiter nachlasse. Zugleich hätten mehrere Fed-Notenbanker betont, dass eine längere Zinspause nötig sein könnte. Die Debatte spiegele die Unsicherheit wider, ob Inflationsrisiken oder eine Abschwächung des Arbeitsmarktes derzeit die größere Gefahr für die US-Wirtschaft darstellten. Goldpreis und Silberpreis blieben von den Erkenntnissen unbeeinflusst. Gold steigt am Dienstag um knapp 1 Prozent, Silber sogar um 7 Prozent, nach dem starken Rücksetzer des Vortages.
Gold wirkt als Stabilitätsanker für Zimbabwes Währung. Die ZiG erholt sich gegenüber dem US-Dollar.
Der Goldpreis-Anstieg sowie der Aufbau von Devisenreserven haben der goldgedeckten Währung ZiG in Zimbabwe spürbar geholfen. Die Einheit notierte am Dienstag bei 26 ZiG je US-Dollar und erreichte damit den höchsten Stand seit Anfang Januar. Seit Jahresbeginn hat die 2024 eingeführte Währung nur noch geringe Verluste gegenüber dem Dollar verzeichnet. Im Alltag bleibt ihre Bedeutung jedoch laut Bloomberg begrenzt, da der Großteil der Transaktionen weiterhin in US-Dollar abgewickelt werde.
Goldreporter-Kommentar: Der Fall unterstreicht die Rolle von Gold als monetären Vertrauens- und Stabilitätsanker. Ohne breite Akzeptanz im Zahlungsverkehr bleibt die Goldwährung ZiG jedoch ein Symbolprojekt und im Wettbewerb fragil.
Nach der Rekordrally geriet der Goldpreis spürbar unter Druck. Uneinheitliche Zinsen und Umschichtungen prägen die aktuelle Marktphase.
Nach der Rekordrally schwankt der Goldpreis. Auf neue Höchststände folgte zuletzt ein deutlicher Rücksetzer.
Goldpreis schwächer nach Rekordrally
Nach der kräftigen Rally der vergangenen Wochen geriet der Goldpreis zum Wochenauftakt erstmals spürbar unter Druck. Der Tagesverlust von 4,5 Prozent war der stärkste seit dem 21. Oktober 2025 – auch damals war unmittelbar zuvor ein neues Rekordhoch erreicht worden.
Goldpreis schwankt nach Rekordhoch deutlich – Rücksetzer und technische Erholung prägen das Marktgeschehen.
Am Dienstagvormittag gegen 11:30 Uhr kostete die Feinunze Gold 4.380 USD (3.720 EUR). Damit lag der Kurs zwar 1 Prozent über dem Vortag, aber rund 2,5 Prozent unter dem Niveau der Vorwoche. Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus dennoch auf 66 Prozent (+48 Prozent in Euro). Silber erholte sich gegenüber Vortag um 3 Prozent auf 74,45 USD (63,20 EUR).
Die jüngsten Kursbewegungen bei Gold waren vor allem von spekulativen Faktoren und Sorgen um Angebotsverknappung (Silber) geprägt. Geldpolitische Aspekte rückten zeitweise in den Hintergrund. Dennoch bleibt die Frage relevant, wann und in welchem Umfang die US-Notenbank im kommenden Jahr die Zinsen senken könnte. Hinweise erhofft sich der Markt vom Inhalt der am Abend anstehenden Fed-Minutes.
An den Anleihemärkten zeigt sich ein geteiltes Bild. Während die Renditen im Euroraum im Jahresverlauf deutlich gestiegen sind, gaben die US-Marktzinsen spürbar nach. Dies passt zum vergleichsweise lockeren Kurs der Federal Reserve und zur ausgeprägten Schwäche des US-Dollar. Gerade diese Dollar-Bewegung ist ein wichtiger Treiber der vorausgegangenen Goldpreis-Rally.
Aktuelle Renditeentwicklung
Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sank gegenüber der Vorwoche leicht auf 4,12 Prozent. Auch in Europa gaben die Marktzinsen zuletzt nach, was auf eine erhöhte Nachfrage nach Anleihen hindeutet.
Zehnjährige Bundesanleihen rentierten am Dienstag bei 2,84 Prozent, nach 2,87 Prozent in der Vorwoche. Innerhalb Europas weist Frankreich weiterhin die höchsten Renditen auf – noch vor Italien und Griechenland.
Anleiherenditen in den USA und Europa – Übersicht am 30. Dezember 2025
Gold und Zinsen: Klassische Muster greifen nur bedingt
Üblicherweise gilt: Steigende Zinsen belasten Gold, sinkende Zinsen stützen den Preis. In der aktuellen Marktphase greift diese Faustregel jedoch nur eingeschränkt. Statt klarer Kapitalabflüsse sind eher Umschichtungen zwischen Anlageklassen zu beobachten.
Zudem hat der Anleihezins seine frühere Funktion als eindeutiger Risikoindikator teilweise verloren. Er wird derzeit stärker von Angebots- und Nachfragefaktoren beeinflusst als von Konjunktur- oder Inflationserwartungen. Entsprechend tritt der klassische Zinseffekt auf den Goldpreis kurzfristig in den Hintergrund.