Goldpreis fällt am Donnerstag leicht auf 4.608 USD. COMEX-Marginregeln, starke US-Daten und überkauftes Sentiment bremsen den Markt nach dem Rekordtag.
Goldpreis heute – Schwächer nach Rekordtag
Gold und Silber starten schwächer in den Donnerstag. Um 8:15 Uhr liegt der Goldpreis bei 4.608 USD bzw. 3.961 EUR – ein Minus von 0,4 Prozent. Silber fällt um 3,6 Prozent auf 89,78 USD bzw. 77,17 EUR. Die am Mittwoch veränderten COMEX-Margin-Regeln erzeugen kurzfristigen Druck. Zudem schwächen starke US-Einzelhandelsdaten die Erwartungen früher Zinssenkungen. Technisch sind Gold und Silber kurzfristig überkauft.
Im Zuge neuer Hürden gerät das Momentum bei Gold und Silber kurzfristig aus dem Tritt – im Fokus stehen jetzt die US-Daten.
Vortag
Gold kletterte am Mittwoch auf 4.626 USD (3.972 EUR) und damit auf ein neues Hoch. Silber sprang um 7,3 Prozent auf 93,28 USD (80,10 EUR). Trotz heißerer US-Produzentenpreise bleibt der erste Zinsschritt frühestens im Juni wahrscheinlich. Dabei dominierten zuletzt strukturelle Trends und der starke asiatische Einfluss das Marktgeschehen.
Ausblick
Was kann den Goldpreis heute bewegen? Am Donnerstag stehen US-Export- und Importpreise an. Dazu kommen wöchentliche Jobdaten, der Empire State Index und der Philly Fed Index. Fed-Stimmen wie Bostic, Barr und Barkin äußern sich erneut – im Fokus stehen Reaktionen auf den zunehmenden politischen Druck von Trump auf die Federal Reserve.
Die US Mint stoppt einzelne Silberprodukte, weil der rasch steigende Silberpreis immer wieder eine sofortige Neukalkulation erzwinge.
Die United States Mint pausiert einzelne Silberprodukte, weil die rasant steigenden Silberpreise eine sofortige Neubewertung der Kalkulation erforderlich machen. Laut Mitteilung, die ein Händler auf X veröffentlicht hat, könnten numismatische Silberausgaben vorübergehend aus dem Verkauf genommen werden, bis neue Preise feststehen. Die staatliche Prägestätte betont, man arbeite zügig an Anpassungen, da die Marktvolatilität die bisherigen Kalkulationsmodelle überholt habe. Kunden sollen zudem ihre Abo-Zahlungsdaten prüfen, da laufende Subscriptions ebenfalls betroffen sein können. Das Vorgehen verdeutlicht den zunehmenden Druck, den die aktuellen Silberpreisbewegungen auf den physischen Markt ausüben.
Goldreporter-Kommentar: Die Preispause der U.S. Mint zeigt, wie stark der Silbermarkt unter Druck steht. Besonders die physische Nachfrage und hohe Aufgelder in Asien verstärken den Engpass – ein Risiko, das auch staatliche Prägestellen spüren.
Die CME Group passt ihre Margin-Methodik für Gold, Silber, Platin und Palladium an. Können die neuen prozentualen Vorgaben die Rally vorübergehend bremsen?
Gold- und Silberbarren vor US-Flagge mit steigendem Chartsignal: Die Edelmetalle steigen weiter, während in den USA Margins, Marktvolatilität und politische Risiken zunehmen.
CME Group stellt Margin-Logik um
Die Edelmetall-Preise kennen derzeit nur eine Richtung, immer weiter bergauf. In dieser Rally kommt der Betreiber der US-Warenterminbörse COMEX offensichtlich nicht mehr nach mit den Margin-Erhöhungen. Die erforderlichen Sicherheitsleistungen im Futures-Handel wurden zuletzt mehrfach angehoben. Goldpreis und Silberpreis ließen sich davon aber kaum beirren.
Die neuen prozentualen Margins könnten kurzfristig Druck auf Gold und Silber erzeugen – doch die eigentliche Preisführung verlagert sich zunehmend nach Asien.
Nun die historische Änderung: Die Margins für Gold-, Silber-, Platin- und Palladium-Kontrakte werden künftig nicht mehr als festen Dollarbetrag festgelegt, sondern prozentual zum Kontraktwert. Die Regelung gilt ab dem Handelsstart am heutigen Mittwoch.
Neue Margin-Anforderungen (prozentual)
Initial Margin
Maintenance Margin
Gold
5,5 %
5 %
Silber
9,9 %
9 %
Platin
9,9 %
9 %
Palladium
12,1 %
11 %
Bremse für Silber- und Goldpreis?
Analysten, wie der von Bloomberg zitierte Analyst Christopher Wong (OCBC), argumentieren, die CME müsse auf diese Weise weniger oft nachjustieren. Offiziell soll die Umstellung das Risikomanagement verbessern und mehr Stabilität bringen – auch wenn sie bei extremer Volatilität weiter erhöht wird.
Dabei könnten die neuen Vorgaben den Markt belasten, weil starke Schwankungen automatisch höhere Anforderungen auslösen.
Goldreporter-Kommentar: Es ist fraglich, ob die neuen Margin-Regeln der COMEX die Preise dauerhaft dämpfen können. Zwar ist das offiziell nicht das Ziel, doch der enorme Preisanstieg stellt die Terminbörse vor strukturelle Probleme – besonders, weil immer mehr Händler auf physische Lieferung bestehen. Damit steigt der Druck im System, denn hohe Notierungen treffen auf knappe Verfügbarkeit. Außerdem entsteht der entscheidende Preisschub längst nicht mehr in New York oder London. Vor allem Silber wird derzeit in Asien getrieben, wo Prämien, Nachfrage und Marktimpulse weitgehend unabhängig vom westlichen Einfluss verlaufen.
US-Wirtschaftsdaten am Mittwoch: Erzeugerpreise steigen stärker, Einzelhandel legt im November stark zu. Goldpreis stabil, Silber stark.
Die am Mittwoch veröffentlichten US-Wirtschaftsdaten fielen stärker aus als erwartet. Die Erzeugerpreise stiegen im November um 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, während der PPI im Monatsvergleich 0,2 Prozent zulegte. Auch die Kernrate erreichte mit 3 Prozent ein Viermonatshoch. Parallel meldete der Einzelhandel ein kräftiges Plus von 0,6 Prozent. Besonders Autokäufe und ein starkes Weihnachtsgeschäft stützten den Anstieg. Ohne Autos lagen die Umsätze 0,5 Prozent höher, zehn von 13 Kategorien verzeichneten Zuwächse.
Goldreporter-Kommentar Stärkere US-Wirtschaftsdaten und steigende Inflation könnten die Zinserwartungen in den USA wieder verschieben. Für den Goldpreis bleibt das aktuelle Momentum entscheidend und mittelfristig, ob die Märkte eine straffere Fed einpreisen.
Der Goldpreis zieht weiter an. Trotz hoher RSI-Werte und gedehnter Indikatoren bleibt der Trend stabil. Charttechnik zeigt eng gestaffelte Supports.
Goldchart in US-Dollar; Basis: US-Futures, Tagesschlusskurse vom 6. Januar 2026, 6-Monats-Betrachtung.
Goldpreis auf Rekordniveau – technische Einordnung
Der Goldpreis schloss am Dienstag mit 4.586 USD pro Unze und lag damit nur 0,3 Prozent unter dem Rekordhoch vom 12. Januar. Gegenüber der Vorwoche ergibt sich weiterhin ein Plus von 2 Prozent, seit Jahresbeginn sogar ein Zuwachs von 5 Prozent.
Trotz überhitzter Technik bleibt die Gold-Rally intakt, weil eng gestaffelte Supports schnelle Korrekturen abfedern.
Der starke Anstieg im Herbst 2025 ging nach einem vierwöchigen Rücksetzer in einen flacheren Trend über. Dabei zeigt der Chart inzwischen eine Keilformation, die den jüngsten Schwung etwas dämpft. Allerdings hatte der Goldpreis bereits früher eine vermeintlich bärische Keilstruktur ignoriert, sodass das Momentum insgesamt robust blieb.
Unterstützungen und Widerstände
Kurzfristige Unterstützungen finden sich bei 4.530, 4.450 und 4.350 USD. Der zentrale Widerstand liegt beim jüngsten Rekordhoch von 4.597 USD.
Marktstimmung und Indikatoren
Der RSI von 68 zeigt ein weiterhin angespanntes Sentiment knapp unterhalb der überkauften Zone. Gleichzeitig beträgt der Abstand zur 200-Tage-Linie sehr hohe 25 Prozent, während die 50-Tage-Linie rund 8 Prozent entfernt liegt – ein typischer Bereich für mögliche Konsolidierungen.
Euro-Goldpreis weiterhin stark
Auch im Euro-Goldchart zeigt sich die Abkopplung von klassischen charttechnischen Mustern. Der Kurs ist aus einem mutmaßlich bärischen Keil nach oben ausgebrochen und beendete den Handel mit 3.939 EUR pro Unze – nur wenige Cent unter dem Rekordhoch. Der schwächere Euro verstärkt die Dynamik zusätzlich, was sich im RSI von 70 widerspiegelt und auf eine kurzfristige Überhitzung hinweist.
Die zentralen Unterstützungen liegen bei 3.850, 3.800 und beim Schlüsselsupport bei 3.700 EUR. Ein Bruch dieser Marke könnte schnelle Folgeverkäufe auslösen.
Goldpreis in Euro, US-Futures, 6 Monate, Schlusskurse per 13. Januar 2026.
Die zentralen Unterstützungen liegen bei 3.850, 3.800 und beim Schlüsselsupport bei 3.700 EUR. Ein Bruch dieser Marke könnte schnelle Folgeverkäufe auslösen.
Ausblick: Rally mit Atempausen
Die Rally zeigt sich technisch gedehnt, doch die Aufwärtsbewegung seit Ende 2025 verläuft trotz starker Impulse relativ geordnet. Wiederholte kleinere Rücksetzer entschärfen Übertreibungen frühzeitig. Deshalb bleiben größere Korrekturen weniger wahrscheinlich, solange die eng gestaffelten Unterstützungen halten. Unter diesen Bedingungen kann sich der Aufwärtstrend noch eine Zeit lang fortsetzen.
Goldpreis über 4.600 USD und Silber bei 90 USD: Rekorde zum Wochenmitte. Spannungen und bevorstehende US-Daten treiben die Edelmetalle.
Goldpreis heute – Spannungen beflügeln Edelmetalle
Der Goldpreis startet am Mittwoch mit einem deutlichen Plus. Um 8:15 Uhr notiert die Feinunze bei 4.633 USD bzw. 3.976 EUR – rund 1 Prozent höher und auf neuem Rekordniveau. Silber zeigt noch mehr Dynamik und steigt auf 90,13 USD bzw. 77,35 EUR. Der Markt bleibt von geopolitischen Spannungen geprägt, während die US-Regierung weiter Druck auf die Fed ausübt und international gegenüber Iran und Grönland härter auftritt.
Gold über 4.600 USD und Silber bei 90 USD – doch Spannungen halten den Markt jederzeit in Bewegung.
Update, 14. Januar 2026, 18:00 Uhr: Edelmetalle volatil nach US-Daten und neuer Margin-Regel Gold gab am Nachmittag einen Teil seiner frühen Gewinne ab und notierte am frühen Abend noch 0,6 Prozent höher bei 4.615 USD bzw. 3.957 EUR. Silber blieb deutlich fester und lag 4,8 Prozent im Plus bei 91 USD bzw. 78 EUR je Unze. Die frischen US-Daten dämpften die Erwartungen an schnellere Zinssenkungen. Zudem gelten ab heute neue Margin-Regeln im US-Futures-Handel, die die Dynamik der jüngsten Rally bremsen könnten.
Vortag – Volatil, Silber mit neuem Rekord
Der Goldpreis vollzog am Dienstag erneut eine Berg-und-Tal-Fahrt. Mit leichten Verlusten in den Tag gestartet, zog der Kurs nach Bekanntgabe der US-Inflationsdaten um bis zu 1 Prozent an, um dann bis zu Abend seine Gewinne wieder vollständig abzugeben. Der Silberpreis erreichte mit einem Kursanstieg von 2 Prozent immerhin neue Rekordstände von 86,93 USD bzw. 74,67 EUR pro Unze.
Ausblick – Wichtige US-Daten erwartet
Heute erscheinen in den USA die Erzeugerpreise für Oktober und November sowie die Einzelhandelsumsätze beider Monate. Außerdem werden erneut Stellungnahmen von verschiedenen Fed-Mitgliedern erwartet (Paulson, Miran, Bostic, Williams), und die US-Notenbank veröffentlicht ihr Beige Book.
Der Goldpreis befindet sich auf einer Rekordrally. Dabei haben die Banken an der COMEX ihre Short-Positionen Anfang Januar deutlich ausgebaut.
Banken haben ihre Short-Positionen im US-Gold-Futures-Handel Anfang Januar deutlich ausgebaut.
Goldpreis weiter stark
Der Goldpreis stieg im vergangenen Jahr um 67 Prozent. Im Januar hat sich Gold bereits um weitere 7 Prozent verteuert. Dabei scheint die Silber-Rally alle Edelmetalle mit nach oben zu reißen. Wie ungewöhnlich diese Hausse ist, zeigt auch die Neupositionierung der US-Banken. So sind diese im Handel mit Silber-Futures im Dezember erstmals auf die Käuferseite gewechselt und haben diese Position im Januar weiter ausgebaut.
Die Goldrally läuft – dabei setzen die Banken parallel stärker auf fallende Kurse.
Im Gegensatz dazu haben die im US-Gold-Futures-Handel engagierten Banken ihre Netto-Short-Position Anfang Januar aufgestockt. Denn laut dem aktuellen Bank Participation Reports der US-Börsenaufsicht CFTC waren das die Netto-Positionen per 6. Januar 2026 (Veränderung gegenüber Vormonat):
Alle 29 Banken: 217.578 Kontrakte netto-short (+7,7 %), was rund 676 Tonnen entspricht an Vorwärtsverkäufen entspricht.
Währenddessen hat sich die Banken-Konzentration auf der Short-Seite nur leicht verringert. Denn die Vorwärtsverkäufe aller Banken hatten Anfang Januar einen rechnerischen Anteil am gesamten Open Interest von 53 Prozent (Vormonat: 55 Prozent).
Gewohntes Marktverhalten: Die Netto-Short-Position der Banken ist mit dem Goldpreis gestiegen.
Bankenpositionen, Goldmarkt und Goldpreis
Zwar lassen sich aus den Veränderungen der Bankenpositionen keine unmittelbaren Schlüsse auf Ursachen und Wirkungen für den Goldpreis ableiten. Banken agieren als Market Maker, handeln Gold aber auch auf eigene Rechnung.
Marktkonzentration: Der Anteil der von Banken gehaltenen Short-Positionen am Open Interest im US-Gold-Futures-Handel lag Anfang Januar bei hohen 53 Prozent.
In der Vergangenheit bauten die Banken bei steigendem Goldpreis regelmäßig parallel zu den Long-Positionen der Spekulanten ihre Netto-Short-Position auf, während sie bei fallenden Kursen Terminverkäufe glattstellten.
Aktuelle Einordnung
Mit ihrer gestiegenen Netto-Short-Position stellt der Bankensektor weiter die Kontrahenten für die long-positionierten Gold-Spekulanten. Das ist im Zuge des stark gestiegenen Goldpreises eine typische Entwicklung. Das heißt, auf dem Goldmarkt sehen wir noch keine grundlegenden Strukturveränderungen wie bei Silber. Je weiter die Goldrally fortschreitet, desto größer wird das Interesse dieser Banken an einer Goldpreis-Korrektur.
Die US-Inflation bleibt im Dezember bei 2,7 Prozent stabil. Kernrate fällt auf 2,6 Prozent. Die Daten können neue Goldpreis-Impulse liefern.
Die US-Inflation blieb im Dezember 2025 stabil bei 2,7 Prozent und entsprach damit den Erwartungen. Der Energieindex stieg um 2,3 Prozent, Lebensmittel um 3,1 Prozent. Die Kerninflation verharrte bei 2,6 Prozent und lag leicht unter den Prognosen von 2,7 Prozent – der niedrigste Wert seit 2021. Monatlich legte der Verbraucherpreisindex um 0,3 Prozent zu, getrieben vor allem von höheren Wohnkosten (+0,4 Prozent). Für den Goldpreis sind die stabilen, aber nachlassenden Preistrends relevant, da sie der Fed geldpolitischen Spielraum lassen. Quelle: U.S. Bureau of Labor Statistics
Goldreporter-Kommentar: Stabile Inflation und fallende Kernrate könnte in Washington den politischen Druck in Richtung einer anhaltend lockeren US-Geldpolitik erhöhen. Der kontinuierlich abwertende US-Dollar ist wesentlicher Zündstoff für den Goldpreis.
Goldpreis und Silberpreis steigen weiter. Trotz höherer US-Renditen verliert der Zinsdruck an Wirkung, strukturelle Kräfte bestimmen den Trend.
Knappheitssignale bei Silber und strukturelle Umschichtungen stützen aktuell sowohl den Gold- als auch den Silberpreis.
Goldpreis und Silberpreis mit neuen Rekorden – Markt treibt strukturelle Umschichtung
Gold und Silber haben am Montag neue Allzeithochs markiert. Am Dienstagvormittag um 11 Uhr hielten sich die Kurse weitgehend stabil – bei 4.587 USD / 3.930 EUR für Gold und 85,58 USD / 73,30 EUR pro Feinunze Silber. Gegenüber der Vorwoche gewann Gold rund 3 Prozent, während Silber um 10 Prozent anzog.
Silber liefert das Momentum, Gold folgt – der Zinseffekt verliert vorerst an Bedeutung.
Auch die Aktienmärkte zeigten zuletzt eine freundliche Tendenz. Dabei stützen dort vor allem verbesserte Wachstumsannahmen die Kurse. Bei Edelmetallen sind dagegen strukturelle Verschiebungen die Haupttreiber. Besonders bemerkenswert: US-Banken sind bei Silber erstmals netto-long positioniert.
Außerdem verstärkt der außergewöhnlich dynamische Silber-Ausbruch den Aufwärtsimpuls im gesamten Edelmetallkomplex. Dabei mischen sich Knappheitsängste, geopolitische Risiken und die zunehmende politische Einflussnahme auf die US-Geldpolitik – Faktoren, die Anleger traditionell zu Gold treiben. Zudem bleibt die hohe staatliche Verschuldung ein dauerhafter Belastungs- und Absicherungsgrund.
Zinsen: Wirkung abgeschwächt
Zins- und Inflationsdaten spielten zuletzt eine geringere Rolle. Denn die Märkte wurden auf einen flacheren Zinspfad vorbereitet, und die bisherigen Inflationsraten boten wenig Überraschung. Allerdings könnten die anstehenden US-Inflationswerte für Dezember kurzfristig neue Impulse setzen.
Die Renditen in den USA und Europa entwickelten sich zuletzt auseinander. So stieg die Verzinsung der 10-jährigen US-Treasuries von 4,18 Prozent auf 4,20 Prozent. Werte jenseits von 4,5 Prozent gelten als Belastung für vor allem kapitalintensive Technologiewerte.
Dagegen fielen die Renditen in der Eurozone leicht. Deutsche 10-Jahres-Anleihen rentierten zuletzt mit 2,83 Prozent nach zuvor 2,88 Prozent. Frankreich bleibt mit 3,53 Prozent weiterhin stärker gefordert.
Anleiherenditen in den USA und Europa – Übersicht am 13. Januar 2025
Zinslogik am Goldmarkt: Muster nur teilweise wirksam
Traditionell belasten steigende Zinsen den Goldpreis, während sinkende Renditen stützen. Doch in der aktuellen Marktphase greift diese Logik nur eingeschränkt. Statt klarer Kapitalabflüsse aus Edelmetallen sind Umschichtungen innerhalb der Anlageklassen zu beobachten.
Zudem hat der Anleihezins einen Teil seiner Signalwirkung verloren. Denn die Renditen werden zunehmend von Emissionsvolumen, staatlichem Finanzbedarf und Nachfrageimpulsen bestimmt – weniger von klassischen Wachstums- oder Inflationsindikatoren. Dadurch tritt der kurzfristige Zinseffekt auf den Goldpreis in den Hintergrund.
Der Goldpreis fällt am Dienstag leicht auf 4.680 USD. Märkte warten auf US-Inflationsdaten und ADP-Zahlen, Edelmetalle seit Jahresbeginn deutlich im Plus.
Goldpreis heute – Schwächer nach Montagsrekorden
Der Goldpreis startet am Dienstag mit leichten Verlusten. Um 8:15 Uhr lag der Spotkurs bei 4.680 USD bzw. 3.929 EUR, ein Minus von 0,3 Prozent gegenüber dem Vortag. Trotz der kurzen Verschnaufpause steht seit Jahresbeginn bereits ein Plus von 7 Prozent.
Trotz Rücksetzer bleibt der Goldpreis über 4.600 USD und reagiert sensibel auf neue US-Inflationsdaten.
Auch Silber korrigiert leicht. Der Preis gab um 0,4 Prozent nach auf 84,70 USD bzw. 72,63 EUR, bleibt aber mit einem Anstieg von 13 Prozent im Januar klar in der Gewinnzone. Für Unruhe sorgt weiterhin der politische Angriff auf die Unabhängigkeit der Fed, der die Märkte seit Wochen prägt.
Update, 13.01.2025, 16:30 Uhr: Edelmetalle steigen nach US-Inflationsdaten
Goldpreis und Silberpreis legen nach Bekanntgabe aktueller US-Inflationsdaten deutlich zu. Gold steigt über 4.600 USD / 3.950 EUR (+0,3 %). Silber verteuert sich um 3 Prozent auf 87,64 USD / 75,20 EU und steuert damit einen neuen Rekord an.
Vortag – Neue Rekorde bei Gold und Silber
Gold und Silber haben zum Wochenauftakt erneut historische Höchststände erreicht. Gold stieg am europäischen Spotmarkt um 1,9 Prozent auf 4.597 USD bzw. 3.940 EUR (+1,7 Prozent). Silber setzte seine stärkere Dynamik fort und verteuerte sich um 6,5 Prozent auf 85,17 USD bzw. 73,00 EUR (+6,3 Prozent). Getrieben wurde die Bewegung von der politischen Einflussnahme der US-Regierung auf die Fed und anhaltenden geopolitischen Risiken, darunter die Massenproteste im Iran. Generell wirkte das Momentum aus den veränderten Handelsmechanismen am Silbermarkt weiter unterstützend.
Ausblick – US-Inflation im Fokus
Spannend bleibt, wie die Märkte mit der wiederholten technischen Überhitzung bei den Edelmetallen umgehen. Rücksetzer führten zuletzt rasch zu neuem Kaufinteresse. Im Tagesverlauf stehen konjunkturelle Impulse im Mittelpunkt: neue US-Inflationsdaten, der ADP-Arbeitsmarktbericht sowie mehrere Reden von Fed-Vertretern (Williams, Musalem, Barkin).
US-Banken sind im Zuge des historischen Silberpreis-Anstiegs im Silber-Futures-Handel erstmals auf der Käuferseite gewechselt.
Silberpreis-Rally nimmt weiter Fahrt auf
Der Silberpreis vollzieht seit Monaten eine atemberaubende Rally, die alle Silbermarkt-Entwicklungen der letzten Jahrzehnte auf den Kopf stellt. Am Montag zog der Kurs um weitere 6 Prozent an und erreichte am europäischen Spotmarkt Rekordkurse über 85 US-Dollar pro Unze (knapp 73 Euro). Im vergangenen Jahr stieg der Silberpreis um 158 Prozent, und seit Jahresbeginn hat sich Silber um weitere 14 Prozent verteuert.
US-Banken steigen erstmals netto long ein – ein Signal mit Sprengkraft für den Silbermarkt.
Eine starke asiatische Silbernachfrage (u.a. China, Indien) mit deutlichen Silberpreis-Aufschlägen in Shanghai, Exportbeschränkungen Chinas und Knappheitssignale weltweit treiben gepaart mit weiteren spekulativen Käufen den Kurs immer weiter nach oben.
US-Banken plötzlich netto long bei Silber
Dass es sich hierbei um eine außergewöhnliche Entwicklung handelt, zeigen auch die jüngsten Berichtsdaten der US-Börsenaufsicht CFTC. Denn laut Bank Participation Report sind die US-Banken im COMEX-Handel mit Silber-Futures im Dezember erstmals auf die Käuferseite gewechselt. Anfang Januar haben diese fünf, nicht namentlich genannten, US-Häuser ihre Netto-Long-Position weiter ausgebaut.
Denn per 6. Januar 2026 waren diese Institute mit 1.047 Kontrakten (ca. 162 Tonnen Silber) netto-long positioniert – eine Steigerung um 35 Prozent gegenüber Dezember.
Silberpreis per 9. Januar 2026: Exponenzieller Anstieg.
Hintergrund
Mit dem Abbau ihrer Short-Positionen reduzieren die Banken auch ihre finanzielle Risiken im Zusammenhang mit einem stark steigenden Silberpreis. Der mit Abstand größte Silber-Player ist JP Morgan (JPM). Die US-Investmentbank hält auch an der COMEX das größte Silberlager. Ihr Silber-Inventar wurde zuletzt mit 183,4 Millionen Unzen angegeben – rund 5.700 Tonnen. Das entsprach 42 Prozent des gesamten COMEX-Silbers. Von der JPM-Menge war aber nur 9 Prozent als sofort lieferbar ausgewiesen (Kategorie „registered“).
Banken agieren in der Regel als Market Maker und nehmen dabei in Bullenmärkten in der Regel die Gegenpositionen zu den spekulativen Händlern ein.
Der Bank Participation Report zeigt allerdings nicht, welche Positionen einzelne Banken halten. Es kann durchaus sein, dass eine einzelne oder wenige Banken mit ihren Kaufpositionen gerade Netto-Short-Positionen der restlichen Banken quantitativ übertreffen.
Die Fed erhält DOJ-Vorladungen, Powell warnt vor politischem Druck. Märkte reagieren nervös, der Goldpreis steigt auf Rekord.
Die US-Notenbank steht nach gerichtlichen Vorladungen einer Grand Jury des US-Justizministeriums (DOJ) unter ungewöhnlich starkem politischem Druck. Fed-Chef Jerome Powell erklärte, die „Subpoenas“ bezögen sich zwar offiziell auf seine Aussage zu den kostspieligen Renovierungsarbeiten am Fed-Hauptsitz, seien aber im größeren Zusammenhang wachsender Drohungen der Regierung zu sehen. Präsident Trump bestreitet jede Einflussnahme. Die Märkte reagierten nervös: US-Futures und der Dollar gaben nach, während der Goldpreis auf ein Rekordhoch stieg. Auch Silber erreicht neue Rekorde.
Laut Bloomberg-Bericht kündigten Republikaner im Bankenausschuss außerdem an, neue Fed-Nominierungen vorerst nicht weiterzuverfolgen – also Kandidaten für freie Posten nicht zu prüfen oder für Abstimmungen freizugeben. Powell betonte, die geldpolitische Unabhängigkeit verteidigen zu wollen.
Der Goldpreis bleibt in China unter dem Spotniveau. Der Spread verengt sich zwar, doch beim Silber wirken starke China-Aufschläge als Preistreiber.
Goldbarren vor der chinesischen Flagge: In China liegt der Goldpreis weiterhin unter dem europäischen Spotkurs, doch der negative Spread verringert sich spürbar.
Gedämpfte Gold-Impulse aus China
Der Goldpreis in China lag in der vergangenen Woche erneut unter dem europäischen Spotkurs. An der Shanghai Gold Exchange (SGE) wurde die Feinunze am Freitag rund 8 US-Dollar günstiger gehandelt als in Europa. Noch vor fünf Wochen zahlten Käufer in China allerdings einen Aufschlag von 13 US-Dollar.
Der negative China-Spread wird kleiner und könnte auf eine beginnende Normalisierung der physischen Nachfrage hinweisen.
Messzeit: [Fr. 09.01.26, 14:30 h Shanghai] / [08:30 h MEZ Berlin]
Aufschlag China → Europa Spot: -8 USD/oz (05.01.25: -24 USD); Δ: -16 USD
Negativer Spread bleibt, verengt sich aber deutlich
Der Preisabstand zwischen beiden Märkten hat sich sichtbar verkleinert. In der Vorwoche lag der SGE-Preis noch 24 US-Dollar unter dem europäischen Spotkurs. Der geringere Abschlag könnte ein frühes Signal für eine Stabilisierung sein – zumal aus China derzeit kräftige Impulse vom Silbermarkt kommen.
Silber: China wirkt als Preistreiber
Die jüngsten Rekordstände beim Silberpreis um 84 US-Dollar je Unze wurden offenbar auch durch starke Nachfrage in China befeuert. Nach Goldreporter-Berechnungen lag der SGE-Preis am Freitag bei einem Aufschlag von rund 4,6 US-Dollar bzw. sechs Prozent auf den internationalen Spotpreis.
Markt / Kennzahl
09.01.26
05.01.26
Δ
Gold China SGE Fix (CNY/Gramm)
1.003,71
992,86
+1,1 %
Gold China SGE (USD/Gramm)
143,39
141,49
+1,3 %
Goldpreis China SGE
(USD/oz)
4.460
4.401
+59
Goldpreis Europa
(USD/oz)
4.468
4.425
+43
Aufschlag/Abschlag China
→ Europa (USD/oz)
-8
-24
-16
Diese Bewegung deutet auf physische Umschichtungen hin, die den Preis direkt stützen. Während Gold aus China derzeit weniger Nachfrageimpulse liefert, entsteht beim Silber ein klarer Auftrieb.
Der Preisabstand zwischen SGE und europäischem Spotmarkt drehte Anfang Dezember ins Negative.
Warum der China-Spread wichtig ist
Die Preisdifferenz zwischen SGE und internationalem Spotmarkt gilt als wichtiger Indikator für physische Warenströme:
Aufschläge in China fördern Importe und können den Weltmarkt beschleunigen.
Abschläge weisen auf geringere Inlandsnachfrage hin und wirken eher dämpfend.
Seit Anfang Dezember liegt der Spread bei Gold wieder im negativen Bereich – ein Hinweis auf fehlende Zusatznachfrage. Beim Silber zeigt sich dagegen das Gegenteil: China agiert aktuell als Preismotor.
Methodik:SGE-Preis in CNY/Gramm zum Zeitpunkt 09.01.26; Umrechnung über 7,000 CNY/USD (Vorwoche: 7,0172 CNY/USD). Vergleich mit zeitgleichem Spot-Goldpreis (FOREX). Angaben ohne Gewähr.
Goldpreis und Silber erreichen neue Rekorde. Die Fed-Debatte und die Iran-Krise verstärken die Nachfrage nach Gold als sicherem Hafen.
Gold heute – Neue Rekorde zum Wochenstart
Der Goldpreis startet am Montag deutlich stärker in die Woche. Um 8:15 Uhr notierte die Feinunze bei 4.584 USD bzw. 3.924 EUR. Dabei entspricht das einem Plus von 1,7 Prozent in Dollar und 1,3 Prozent in Euro – jeweils neuen Rekordständen. Außerdem springt Silber um mehr als 5 Prozent auf 84,15 USD bzw. 72,05 EUR, was ebenfalls frische Höchstmarken bedeutet.
Gold bricht am Montag auf neue Rekorde aus – getrieben von Dollar-Schwäche, Fed-Debatte und geopolitischem Risiko.
Update, 12. Januar 2026, 19:15 Uhr: Edelmetalle ziehen weiter an
Goldpreis und Silberpreis bauen ihre Gewinne am Nachmittag deutlich aus. Gold erreicht mit Kursen über 4.600 USD (3.950 EUR) neue Rekorde. Das Gleiche gilt für Silber. Mit 85,80 USD / 73,50 EUR steigt der Silberpreis um mehr als 7 Prozent. Interessant: Auch die systematisch short-positionierten US-Banken wechselten bei Silber jetzt auf die Käuferseite.
Gold profitiert von der überraschenden Eskalation zwischen US-Regierung und Federal Reserve. Die Androhung einer möglichen Anklage gegen die Fed schwächt den Dollar und lenkt Kapital in sichere Anlagen. Gleichzeitig verstärken tödliche Proteste im Iran die Risikoaversion. Dabei bleiben fallende US-Zinsen, geopolitische Spannungen und die Schwäche des Dollars die treibenden Faktoren.
Vortag – Starker Schluss am Freitag
Am Freitagnachmittag setzte der Goldpreis zu einem erneuten Anstieg an. Schwache US-Arbeitsmarktdaten sorgten für zusätzlichen Rückenwind. Trotz eines kurzen Rücksetzers drehte der Markt erneut nach oben und Gold schloss am Spotmarkt 0,7 Prozent fester bei 4.509 USD. Auf Eurobasis markierte der Kurs mit 3.875 EUR ein neues Rekordhoch. Silber legte 3,8 Prozent auf 79,93 USD bzw. 68,69 EUR zu. Gleichzeitig stieg an der Wall Street die Erwartung an ein kräftiges Wirtschaftswachstum, was die Aktienmärkte stützte.
Ausblick – Wichtige Termine und politische Impulse
In den USA wird diese Woche eine Entscheidung zum Thema reziproke Zölle erwartet – voraussichtlich am Mittwoch. Zudem bleibt Donald Trump ein permanenter Unsicherheitsfaktor für die Märkte. Seine Äußerungen zu territorialen Interessen, Rüstungsausgaben oder Unternehmen beeinflussen die Stimmung regelmäßig. Offen ist weiterhin, wen Trump für das Amt des nächsten Fed-Präsidenten nominieren wird.
Wichtige Wirtschaftsdaten stehen am Montag nicht an, allerdings sprechen am Abend zwei Fed-Mitglieder (Bostic, Barkin).
Gold bleibt volatil, erreicht aber auf Euro-Basis ein Rekordhoch. Steigender Open Interest und CoT-Daten signalisieren frische Marktstärke.
Goldbarren auf der US-Flagge: Der amerikanische Terminmarkt bleibt ein zentraler Treiber für den Goldpreis.
Goldpreis volatil nach oben
Der Goldpreis hat erneut eine volatile, aber klar bullische Handelswoche absolviert. Dabei erreichte Gold auf Euro-Basis ein neues Rekordhoch, weil der stärkere US-Dollar den Umrechnungseffekt verstärkte.
Gold bleibt volatil, aber klar bullisch – Open Interest und Auslieferungen ziehen an, COMEX-Bestände rückläufig.
Am Freitag beendete das Edelmetall den US-Futures-Handel (Februar-Kontrakt) mit 4.518 USD pro Unze, was 3.881 EUR entsprach. Damit verteuerte sich Gold innerhalb einer Woche um 4 Prozent.
Nachdem aufgrund des US-Shutdowns über Wochen keine aktualisierten CoT-Daten vorlagen, veröffentlicht die Commodity Futures Trading Commission die Zahlen nun wieder regulär. Der jüngste Bericht zeigt die Positionierung der größten Händlergruppen per 6. Januar 2026.
Gold-CoT-Daten-06.01.26CoT-Daten Gold vom 6. Januar 2026
Commercials: Die kommerziellen Marktteilnehmer wiesen eine Netto-Short-Position von 272.035 Kontrakten auf – ein Rückgang um 1 Prozent gegenüber der Vorwoche. Vor allem die eigentlichen Goldverwender („Smart Money“: Produzenten, Großhändler, Raffinerien etc.) reduzierten ihre Absicherungspositionen stärker (Netto-Verkäufe –7 %).
Große Spekulanten: Die Netto-Long-Position der Managed-Money-Gruppe sank um 1,5 Prozent auf 227.632 Kontrakte.
Open Interest zieht deutlich an
Die Summe aller offenen Gold-Kontrakte stieg zunächst moderat um 1,3 Prozent auf 488.116 Kontrakte (Dienstag) und wuchs bis Freitag um weitere 3,7 Prozent auf 506.020 Kontrakte. Das ist der höchste Stand seit Oktober 2025 und signalisiert eine klare Zunahme der Handelsaktivität an der COMEX.
Gold-Optionen: Mehr Puts – aber weiterhin Call-Dominanz
Auch im Optionsmarkt zog die Aktivität an. Das Open Interest stieg um 7,7 Prozent auf 781.742 Optionen. Dabei erhöhte sich die Put/Call-Ratio auf 0,687. Damit wurden mehr Put- als Call-Optionen aufgebaut, doch insgesamt liegen die Call-Wetten weiterhin vorn: Auf 100 Put-Optionen kamen 146 Call-Optionen – ein Zeichen für anhaltend bullische Erwartungen.
COMEX-Bestände und physische Deckung
Die Goldbestände in den COMEX-Lagern sind leicht gesunken. Denn für 8. Januar 2025 wird ein Gesamtinventar von 36,31 Millionen Unzen gemeldet. Das sind 90.000 Unzen weniger als vor einer Woche. Die Bestände der Kategorie „registered“ (sofort verfügbar) beliefen sich auf 19,18 Millionen Unzen, was wie in der Wochewoche 53 Prozent der Gesamtbestände entspricht.
Bezogen auf die gesamten Lagerbestände lag die physische Deckung im Gold-Futures-Handel bei 72 Prozent, nach 75 Prozent in der Vorwoche. Historisch ist das ein hohes Niveau; in den vergangenen Jahren schwankte die Spanne zwischen etwa 30 und über 80 Prozent.
Auslieferungsanträge steigen weiter
Für den Januar-Kontrakt liegen nun 6.683 Anträge auf physische Auslieferung vor – rund 21 Tonnen Gold. Damit kamen innerhalb einer Woche 2.434 (7,5 Tonnen) hinzu. Im Dezember hatten 37.098 Anträge vorgelegen. Das entsprach rund 115 Tonnen.
Der historische Rekord stammt vom Januar 2025 mit insgesamt 238 Tonnen.
Auch die jüngste Handelswoche war von starken Schwankungen geprägt, doch am Ende setzten sich erneut die Käufer durch. Am Freitagnachmittag kam nach schwächeren US-Arbeitsmarktdaten zusätzliche Dynamik auf. Aber auf Dollar-Basis wurde noch kein neues Rekordhoch erreicht.
Goldpreis in US-Futures-Handel (Februar-Kontrakt) im Zeitraum vom 05.01. bis 09.01.26
Ausblick: Neue Dynamik möglich
Die Terminmarktdaten deuten auf wieder zunehmende Marktstärke hin. Der jüngste Kursanstieg hat mehr Händler in den Markt gelockt, was der steigende Open Interest bestätigt. Dennoch dürfte der Bereich um das Rekordhoch hart umkämpft bleiben.
US-Arbeitsmarkt zeigt Schwäche: Payrolls nur +50.000, Arbeitslosenquote fällt auf 4,4 Prozent. Märkte erwarten stabile Fed-Zinsen. Der Goldpreis steigt.
Die US-Arbeitsmarkt-Daten für Dezember fielen schwächer aus als erwartet. Die Nonfarm-Payrolls stiegen lediglich um 50.000 Stellen, deutlich unter den Prognosen von 70.000. Gleichzeitig sank die Arbeitslosenquote auf 4,4 Prozent. Die Daten bestätigen ein weiter abkühlendes Beschäftigungsumfeld, das bereits die dreifache Zinssenkung der Federal Reserve zum Jahresende 2025 begünstigt hatte. Händler rechnen dennoch mit stabilen Zinsen im Januar, während die Märkte positiv reagierten. Goldpreis udn Silberpreis zogen am Nachmittag an.
Goldreporter-Kommentar: Die schwachen Arbeitsmarkt-Daten schüren Erwartungen an neuerliche Zinssenkungen in den USA. Ein Umfeld, das Gold begünstigt. Nachdem zuletzt andere Goldpreis-Faktoren dominierten, könnte der erneute Fokus auf die Geldpolitik die Edelmetallen zusätzlich antreiben.
Gold und Silber steigen weiter. Knappe Ware, hohe Nachfrage und steigende Aufgelder prägen den Handel – besonders im Silber-Segment.
Gold- und Silberpreise steigen weiter. Händler melden knappe Ware und hohe Aufgelder im Edelmetallhandel.
Goldpreis und Silberpreis nahe Rekordständen
Gold- und Silberpreise bewegen sich weiter in der Nähe ihrer Rekordmarken. Beide Märkte bleiben hochvolatil, wobei sich der Silbermarkt zunehmend im Ausnahmezustand befindet. Die starken Kursanstiege der vergangenen Wochen, die angespannte Angebotslage und die intensive institutionelle wie private Silbernachfrage führen zu deutlicher Warenknappheit und steigenden Preisaufschlägen.
Starke Nachfrage trifft auf geringe Bestände – Händler erwarten erst in einigen Wochen eine Entspannung bei Preisen und Aufgeldern.
Am Freitag um 14:00 Uhr kostete die Feinunze Gold am Spotmarkt 4.465 USD bzw. 3.835 EUR. Damit lag der Goldkurs auf Eurobasis nur wenige Euro unter einer neuen Bestmarke. Silber notierte bei 77,49 USD bzw. 66,44 EUR. Die jüngsten Höchststände von 81,23 USD bzw. 69,51 EUR wurden am 6. Januar 2025 erreicht.
Laut Dominik Lochmann, Geschäftsführer ESG Edelmetall-Service, sind die Aufgelder zuletzt gestiegen. Er beschreibt gegenüber Goldreporter die aktuelle Situation so:
„Die Aufgelder sind gemäß des üblichen Marktgesetzes zu Angebot und Nachfrage leicht angestiegen. Die erhöhte Nachfrage hat die Lagerbestände der Händler sinken lassen, so dass bis Ware nachproduziert und geliefert werden kann natürlich was die Preise für Bestandsware leicht ansteigen ließ.“
Zusätzlich fließt viel Recyclingsilber zurück in den Markt, das erst aufgearbeitet werden müsse, bevor daraus neue Produkte entstehen können.
Weiter sagt Lochmann: „Es wird noch ein paar Wochen dauern bis sich alles auf das neue Niveau eingependelt hat. Händler und Banken ohne Eigenbestand haben außerdem mit gestiegenen Metall-Leihezinsen zu kämpfen, die sie natürlich auch versuchen über Handelsaufschläge an die Kunden weiterzugeben.“
Zur aktuellen Geschäftslage sagt er: „Sowohl Ankauf als auch Verkauf laufen zum Start des neuen Jahres auf hohem Niveau weiter. Silber sogar etwas stärker, da der schnelle Preisanstieg und die Medienberichterstattung über eine mögliche Verknappung des Metalles viele Investoren angelockt haben.“
Gold kaufen: Aufgeld rückläufig, aber erhöhtes Niveau
Die aktuelle Goldreporter-Preisabfrage unter fünf großen deutschen Edelmetall-Händlern zeigt folgende Ergebnisse (Vergleichswerte vom 2. Januar 2026):
Krügerrand (neu): Ø 3.986 Euro (+101 Euro), Aufgeld 3,94 Prozent (zuvor 4,51 Prozent). Ältere Jahrgänge bleiben bis zu 90 Euro günstiger.
100-g-Goldbarren: Ø 12.686 Euro (+335 Euro), Aufgeld sinkt auf 2,9 Prozent (nach 3,3 Prozent).
Die erhöhten Spreads (6 % bei Krügerrand; knapp 5 Prozent bei 100g-Goldbarren) resultierten zuletzt von einem niedrigeren Verkaufspreisniveau. Das Aufgeld war vergangenen Woche (zum Jahreswechsel) stark angestiegen, nun fand ein Rücklauf statt.
Preisdaten vom 9. Januar 2026 – Durchschnittswerte deutscher Edelmetallhändler für Krügerrand, Maple Leaf, Silberbarren und Goldbarren.
Silber: Knappe Ware, steigendes Aufgeld
Im Silbergeschäft setzt sich die angespannte Lage fort. Aufgelder und Spreads steigen weiter, und viele beliebte Produkte sind ausverkauft. Maple-Leaf-Silberunzen des aktuellen Jahrgangs erreichen mittlerweile in einigen Shops dreistellige Preise.
Maple Leaf (neu): Ø 93,80 EUR(+6,6 EUR), Aufgeld steigt auf 41 Prozent. Ältere Jahrgänge bis zu 6 EUR günstiger.
1-kg-Silberbarren: Ø 2.848 EUR (+175 Euro), Aufgeld bei 33 Prozent (zuvor 31,8 %).
Der Preisvorteil größerer Einheiten wächst damit weiter – dennoch sind große Barren derzeit schwer verfügbar.
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Chinas Goldreserven steigen auch im Dezember weiter. Trotz kleiner Zukäufe erreicht der Wert der Bestände mit 319,45 Milliarden US-Dollar ein neues Rekordniveau.
Auch im Dezember meldet China leichte Goldkäufe. Der Wert der Goldreserven erreichte ein neues Rekordhoch.
China hält Goldkauf-Serie aufrecht
China hat im November erneut Gold zugekauft und damit seine Serie monatlicher Aufstockungen fortgesetzt. Nach Angaben der Devisenbehörde SAFE erhöhten sich die Bestände – wie bereits im Oktober – um 30.000 Unzen auf nun 74,15 Millionen Unzen. Das entspricht rund 0,9 Tonnen. Damit steigen die offiziellen Reserven der People’s Bank of China auf umgerechnet 2.306,32 Tonnen. Es ist der vierzehnte monatliche Anstieg in Folge, wenngleich die Dynamik zuletzt nachgelassen hat.
China erhöht im Dezember erneut seine Goldreserven – kleine Zukäufe, aber klare strategische Linie.
Goldreserven – Muster der Meldepraxis
China veröffentlichte seine Goldreserven historisch oft in unregelmäßigen Abständen. Auf längere Pausen folgten meist Phasen mit monatlichen Anpassungen. Zwischen November 2022 und April 2024 kamen so rund 316 Tonnen hinzu, bevor es einige Monate keine neuen Angaben gab. Seit Herbst 2024 meldet die PBOC nun wieder regelmäßig Zukäufe.
Chinesische Goldreserven
Die Tabelle zeigt monatliche Goldzukäufe der chinesischen Zentralbank seit 2022. Datenquelle: SAFE / PBOC.
Monat
Zugang in t
Zugang in Uz
November 2022
32,03
1.030.000
Dezember 2022
30,17
970.000
Gesamt 2022
62,20
2.000.000
Januar 2023
14,93
480.000
Februar 2023
24,88
800.000
März 2023
18,04
580.000
April 2023
8,08
260.000
Mai 2023
16,86
510.000
Juni 2023
21,15
680.000
Juli 2023
23,02
740.000
August 2023
28,93
930.000
September 2023
26,13
840.000
Oktober 2023
23,02
740.000
November 2023
11,82
380.000
Dezember 2023
9,02
290.000
Gesamt 2023
225,98
7.230.000
Januar 2024
9,95
320.000
Februar 2024
12,13
390.000
März 2024
4,97
160.000
April 2024
1,87
60.000
November 2024
4,97
160.000
Dezember 2024
10,26
330.000
Gesamt 2024
44,15
1.420.000
Januar 2025
4,97
160.000
Februar 2025
4,97
160.000
März 2025
2,80
90.000
April 2025
2,17
70.000
Mai 2025
1,90
60.000
Juni 2025
2,15
70.000
Juli 2025
1,90
60.000
August 2025
1,90
60.000
September 2025
1,24
40.000
Oktober 2025
0,90
30.000
November 2025
0,90
30.000
Dezember 2025
0,90
30.000
Gesamt 2025
25,87
860.000
Januar 2026
1,24
40.000
Gesamt seit 2022
358,06
11.510.000
Währungsreserven legen zu – Goldanteil steigt
Parallel zu den Goldkäufen wuchsen auch die chinesischen Währungsreserven. Im Dezember erhöhten sie sich um 0,6 Prozent auf 3.744,30 Milliarden US-Dollar. Der Gold-Anteil stieg leicht von 8,3 Prozent auf 8,5 Prozent. Mit einem rechnerischen Gegenwert von 319,45 Milliarden US-Dollar erreichten die Goldbestände zudem ein neues Rekordniveau.
Einordnung – Reservepolitik mit Signalwirkung
Die anhaltenden, wenn auch moderaten monatlichen Käufe unterstreichen die langfristige Ausrichtung der chinesischen Reservepolitik. Peking verfolgt weiterhin das Ziel, die Abhängigkeit vom US-Dollar schrittweise zu reduzieren und Gold stärker in der strategischen Reservestruktur zu verankern. Vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen hat daher selbst ein vergleichsweise kleiner Zuwachs Signalwirkung: Goldreserven bleiben für China ein zentraler Stabilitätsfaktor.
Goldpreis startet am Freitag stabil bei 4.471 USD. Silber legt leicht zu. Händler warten auf US-Arbeitsmarktdaten und europäische Impulse.
Goldpreis heute – Ruhiger Start am Freitag
Der Goldpreis startet am Freitag nahezu unverändert. Um 8:15 Uhr kostete die Feinunze 4.471 USD bzw. 3.838 EUR. Das entspricht einem minimalen Minus von 0,1 Prozent. Silber legte leicht zu und erreichte 77,30 USD bzw. 66,35 EUR. Auch die Aktienmärkte begannen den Tag ohne klare Richtung.
Goldpreis bei 4.471 USD – geringe Bewegung vor den US-Arbeitsmarktzahlen.
Update, 9. Januar 2026, 16:45 Uhr: Kursschub nach US-Jobdaten
Goldpreis und Silberpreis ziehen nach Bekanntgabe schwacher US-Arbeitsmarktdaten an. Gold notiert mit 4.514 USD / 3.878 EUR auf Rekordniveau. Silber steigt um mehr als 3 Prozent auf 79,87 USD / 68,64 EUR.
Vortag – Spätes Comeback nach Iran-Schlagzeilen
Am Donnerstag zeigte Gold nach einem schwachen Vormittag eine späte Gegenbewegung. Meldungen über eine Eskalation der Massenproteste im Iran sorgten am Abend für Nachfrage nach sicheren Anlagen. Gold schloss bei 4.477 USD (3.840 EUR), ein Plus von 0,5 Prozent gegenüber Vortag. Silber erholte sich ebenfalls, blieb aber mit 76,99 USD (66,03 EUR) dennoch 1,5 Prozent im Minus. Parallel verbesserten sich in den USA die Konjunkturerwartungen, wovon zyklische Aktien stärker profitierten.
Ausblick
Im Mittelpunkt stehen am Freitag die US-Arbeitsmarktdaten (Non-farm Payrolls). Zudem folgt das Verbrauchervertrauen der Universität Michigan. Aus Europa kommen Einzelhandelsumsätze, die deutsche Handelsbilanz sowie Produktionsdaten. Händler rechnen vor den US-Daten mit erhöhter Intraday-Volatilität.
Goldpreis volatil: Gold und Silber schwanken deutlich, während GLD und SLV zum Jahresstart mehr als eine Milliarde Dollar an Kapitalabflüssen melden.
Gold- und Silberbarren vor Finanzcharts: Trotz starker Preise melden GLD und SLV deutliche Abflüsse.
Goldpreis nahe Rekordhoch
Der Goldpreis notiert zuletzt nahe an seinem Rekordhoch vom Dezember, zeigte sich allerdings sehr volatil. Am Mittwoch schloss Gold im US-Futures-Handel (Januar-Kontrakt) mit 4.462 USD pro Unze (3.821 EUR). Damit stieg der Kurs innerhalb einer Woche um 3,2 Prozent. Währenddessen verteuerte sich Silber um 11 Prozent auf 78,28 USD (67,03 EUR).
Trotz starker Preise fließen über 1,2 Milliarden USD aus den größten Gold- und Silber-ETFs ab.
Der Gold-ETF SPDR Gold Shares (GLD) verzeichnete zum Jahresauftakt deutliche Mittelabflüsse. Zwischen dem 2. und 7. Januar 2026 kam es zu deutlichen Abgängen, nur am 6. Januar wurde ein größerer Zufluss verbucht. Unter dem Strich ergibt sich ein Nettoabfluss von rund 471 Mio. USD. Parallel sank das Inventar um 3,43 Tonnen auf zuletzt 1.067,13 Tonnen. Die Entwicklung deutet darauf hin, dass institutionelle Anleger zum Jahresbeginn Positionen neu ausrichten und Gewinne im Umfeld der hohen Goldpreise realisieren. Ein GLD-Anteil ist offiziell mit 0,1 Feinunzen physisch gedeckt.
In die gleiche Richtung entwickelte sich der iShares Silver Trust (SLV). Auch hier gab es trotz des starken Silberpreis-Anstiegs deutliche Kapital- und Bestandsminderungen.
Das Inventar verringerte sich um 344,31 Tonnen auf 16.099,83 Tonnen. Begleitet wurde der Bestandsrückgang von Nettoabflüssen in Höhe von 797 Millionen US-Dollar.
Die Abflüsse lassen sich sowohl als mögliche Gewinnmitnahmen interpretieren als auch als Hinweis auf physische Metallabzüge, die bei steigender Nachfrage am Silbermarkt auftreten können. Pro ausgegebenem SLV-Anteil muss der Betreiber eine Unze Silber physisch hinterlegen.
Gold- und Silberbestände in GLD und SLV per 7. Januar 2026 sowie die Veränderung gegenüber der Vorwoche.
Bedeutung für Silber- und Goldpreis
Edelmetall-ETFs dienen häufig als gut sichtbarer Indikator für die Marktstimmung. Zuflüsse deuten eher auf Vertrauen in den Trend hin, während Abflüsse meist taktische Umschichtungen oder Liquiditätsbedarf widerspiegeln. Für die kurzfristige Preisbildung bleibt jedoch der Terminmarkt entscheidend. ETF-Veränderungen setzen häufig zeitversetzt ein und zeigen vor allem die mittelfristigen Positionierungen größerer Anlegergruppen.