Gold und Silber geraten stark unter Druck: Parallel ziehen Investoren erhebliches Kapital aus den großen Edelmetall-ETFs ab.

Gold und Silber geben deutlich nach
Der Goldpreis hat zuletzt spürbar nachgegeben. Belastend wirken vor allem sinkende Erwartungen an Zinssenkungen sowie eine schwächere charttechnische Verfassung. Am Mittwoch schloss die Feinunze am Spotmarkt bei 4.828 US-Dollar (4.212 Euro). Auf Wochensicht ergibt sich damit ein Minus von 6,7 Prozent (Euro: -6,0 Prozent).
Zinsfantasie schwindet – Kapitalabflüsse aus ETFs verstärken den Druck auf Gold und Silber.
Auch Silber geriet stärker unter Druck. Der Preis fiel auf 75,53 US-Dollar beziehungsweise 65,88 Euro je Unze. Gegenüber der Vorwoche entspricht das einem Rückgang von rund 12 Prozent.
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Deutliche Abflüsse aus Gold-ETFs
Parallel zur Preisschwäche ziehen Investoren Kapital aus den großen Edelmetallfonds ab. Beim weltweit größten Gold-ETF, SPDR Gold Shares (GLD), sank der Bestand bis zum 18. März 2026 auf 1.066,99 Tonnen. Das entspricht einem Wochenrückgang von 10,29 Tonnen.
Im Zeitraum vom 12. bis 18. März summierten sich die Nettoabflüsse auf rund 1,2 Milliarden US-Dollar.
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Silber-ETF ebenfalls unter Druck
Auch beim iShares Silver Trust zeigt sich ein ähnliches Bild. Innerhalb von fünf Handelstagen verringerte sich der Bestand um 275,66 Tonnen auf 15.264,40 Tonnen. Die damit verbundenen Kapitalabflüsse beliefen sich auf etwa 415 Millionen US-Dollar.

Während ein Anteil des SLV rechnerisch etwa eine Unze Silber abbildet, entspricht ein Anteil des GLD rund einem Zehntel einer Unze Gold.
ETF-Daten als Stimmungsbarometer
Die Entwicklung der ETF-Bestände gilt als wichtiger Indikator für die Positionierung institutioneller Anleger. Abflüsse sprechen häufig für Gewinnmitnahmen oder Umschichtungen, während Zuflüsse eher strategische Käufe signalisieren.
Für die kurzfristige Preisbildung dominieren jedoch weiterhin die Terminmärkte. ETF-Bewegungen wirken meist verzögert und spiegeln eher die mittelfristige Einschätzung größerer Marktteilnehmer wider.
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