Freitag,03.Dezember 2021
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Anleiherenditen gefallen, Chance für Gold?

Staatsanleihen, Gold
Wenn Staatsanleihen höhere rentieren, dann wächst deren Attraktivität in den Augen konservativ ausgerichteter Anleger, das kann Gold belasten (Foto: Cabania – Fotolia)

Die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen sind gegenüber Vorwoche deutlich gefallen. Kann Gold davon profitieren?

Inflation und Staatsanleihen

Die Renditen der Staatsanleihen reflektierten zuletzt immer auch die Inflationserwartungen der Anleger. Denn mit steigender Inflation und steigenden Anleiherenditen an den Börsen wächst auch der Druck auf die Anleihe-Emittenten (Staaten) ihre Coupons mit höheren Zinsen auszustatten, um die Nachfrage nach den Schuldscheinen aufrechtzuerhalten.

Und in dieser Hinsicht scheint die Auffassung vorzuherrschen, dass zumindest in den USA ein Peak bei der offiziellen Inflation erreicht sein könnte. Für Mai war gegenüber Vorjahr ein Anstieg des Verbraucherpreisindex um 5 % gemeldet worden.

Anleiherenditen

Natürlich ist der Markt für Staatsanleihen stark durch die Zentralbanken und ihre Aufkaufprogramme manipuliert. Und wenn die Anleihekurse spekulationsbedingt stark steigen, dann knicken die Renditen ebenfalls ein (beide Größen sind mathematisch Gegenläufer). Was auch immer den Ausschlag gegeben hat, gegenüber Vorwoche sind die Renditen erneut auf breiter Front zurückgelaufen.

So lagen die effektiven Zinsen für 10-jährigen US-Bonds am Dienstagvormittag bei 1,49 Prozent und damit gut 4,5 Prozent niedriger als vor einer Woche. Währenddessen sind die Renditen europäischer Staatsanleihen besonders stark zurückgekommen. Dabei rutschten die Zinsen österreichischer Papiere wieder ins Negative (-0,01 Prozent). Und die Renditen deutscher 10-Jähriger gingen um ein Viertel zurück auf -0,25 Prozent.

Staatsanleihen, Renditen, USA, Deutschland

Gold-Relevanz

Dennoch: Gegenüber Ende 2020 sehen wir weiterhin hohe Aufschläge. Dennoch könnte der Goldpreis positiv auf die jüngste Entwicklung reagieren. Denn wenn die staatlichen Schuldscheine weniger Zinsen bringen, dann sinkt deren Attraktivität unter defensiv ausgerichteten institutionellen Investoren. Dagegen erscheint das zinslose Gold aus dieser Perspektive wieder lukrativer. Das ist allerdings nur einer von vielen Aspekten, die eine Rolle bei der Entwicklung von Goldnachfrage und Goldpreis spielen.

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8 KOMMENTARE

  1. Bis jetzt noch nicht.
    Gold und Silber weiterhin im Minus.
    Mit steilen Kursrückschlägen zu den bekannten Zeiten.
    Aktien genau umgekehrt. Diese werden hochgetrieben, bis der Ballon platzt und er wird.
    Und es wird plötzlich und unerwartet kommen.
    Denn, auch so kann man sich der Schulden entledigen. Möglichst zusammen mit der Bond Blase.
    Dagegen gibt es keine Rettung.
    Kann Gold retten ?
    Sicher, etwas, nicht alles.
    Aber, besser in einem Schlauchboot, nass, hungernd und frierend, als in einem untergehenden Luxusdampfer ohne Überlebenschance.
    Argument dagegen:
    Aber die hoch sichere Titanic kann gar nicht untergehen, alles wird überwacht und geregelt.
    Und die Aufsicht über die Sicherheit ist einzigartig.
    Ich sehe weit und breit keine Gefahr für die Titanic.
    Das ist nur Verschwörungs- Ideologie :).
    Die Titanic fährt bis heute, sicher und zuverlässig.
    Oder etwa nicht ?
    Keiner braucht diese Schlauchboote wirklich.
    Unnützes Kapital.

      • @klapperschlange
        Ob das untergegangene Schiff nun die orginal Titanic oder seine Dublette war, ist möglicherweise fraglich. Schiffe erhalten oft andere Namen, was Unglück bringen soll.
        Tatsache aber ist, dass ein Schiff einen Eisberg gerammt hat und untergegangen ist.
        Und mit ihm ein paar tausend Leute.
        Tatsache ist, dass das zu Hilfe gerufene Schiff nicht helfen konnte, da die einen englisch sprachen und die anderen französisch. Erst danach, als Reaktion auf das Drama, wurde der Vorgänger der SOLAS von der UNO etabliert, mit einheitlichen Standards, auch im Funkverkehr.
        Übrigens ist der Notruf Mayday kein englisches Wort, sondern ein französisches und wird auch so ausgesprochen.
        Denn, das pikante war, man hätte helfen können, hätte man nur die jeweilige Sprache verstanden.

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  3. Ich stelle fest: der FED-Kontostand im Reverse-Repo-Markt notierte gestern
    Abend einen neuen „Jahrhundert-Höchststand“:
    59 Banken haben von der FED „Treasuries“ im Umfang ~ $584 Milliarden USD.
    als Sicherheit erhalten und diese $Geldsumme quasi als lästige und überflüssige
    Liquidität über Nacht „geparkt“ (zu 0 %Zins), um die T-Bonds nach einem Tag wieder
    an die FED zurückzuverkaufen.

    Ist diese „künstliche“ Banken-Nachfrage, die seit Wochen in Sprüngen von teilweise
    $30 Mrd. pro Nacht ansteigt,
    (siehe hier; überzeuge Dich selbst:), der eigentliche Grund, daß die Anleihen-Zinsen fallen, obwohl die Inflationsrate erheblich
    angestiegen ist?

    Man darf gespannt sein, ob im FOMC-Protokoll von morgen das Thema „ REPO
    und „Tapern“ überhaupt erwähnt wird.
    Auf jeden Fall kann man festhalten: es knirscht gewaltig im
    Finanz-/Bankensystem.
    (❛‿❛)

    • @klapperschlange
      Warum sollten die verschwinden ?
      Ist doch ein hervorragendes Instrument den Goldpreis zu manipulieren.
      Im Dezember nach oben, damit die Bankbilanzen stimmen und im Februar nach unten, damit die Banken günstig zukaufen können.
      Ich meine, so etwa würde ich das machen.
      Auch mal anders rum, sonst wird es langweilig.
      PS:
      Basel III ist ein Politikum.
      Und wer die Macht über das Geld hat, schert sich im allgemeinen wenig um die Politik.

      • @Maruti

        Wenn die Kapital-Anforderungen („Stichwort: „unallocated Gold“ „)
        für die Banken tatsächlich so umgesetzt und kontrolliert werden, wie
        dokumentiert, dann wird der Einsatz im Papiergold-Kasino der LBMA/COMEX
        doch viel, viel teurer.
        Da werden viele Banken das Handtuch werfen.
        Also schaun ‚mer mal.

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  5. Oha,- die EU legt sich mit den Anteilseignern der FED an?

    „„Die EU sperrt 10 Megabanken „

    wegen früherer Marktmanipulationen vom Verkauf von Rettungsanleihen aus“.

    In einem unerwarteten Schritt hat die Europäische Union beschlossen,
    einige der weltgrößten Banken vom Verkauf von Anleihen für den EU-
    Konjunkturfonds COVID auszuschließen, der voraussichtlich die bisher größte
    supranationale Anleiheemission sein wird.

    Laut Financial Times schloss die EU 10 Banken – darunter JPMorgan, Citigroup,
    Bank of America und Barclays – von der Durchführung von Anleiheverkäufen
    als Teil des 800 Milliarden Euro ($968,5 Milliarden) schweren Rettungsfonds
    aus, da sie laut FT „historische Verstöße gegen die Kartellvorschriften“
    begangen hätten. Konkret versucht die EU, die Banken für ihre Rolle in einer
    Reihe von Marktmanipulationsskandalen zu bestrafen (die berüchtigt mit der
    Manipulation des Libor begannen, bevor die Ermittler zu den Devisen- und
    Rentenmärkten übergingen), die Anfang des letzten Jahrzehnts aufflogen.
    Der Schritt ist besonders kühn, weil viele der Banken, die von dem Deal
    ausgeschlossen werden, zu den weltweit größten Akteuren auf den
    internationalen Schuldenmärkten gehören.“

    Frage: die [ / ] DB ist nicht dabei ? („Libor-Skandal“).

    ( ͡◒ ͜ʖ ͡◒)✊

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